FerienSerien: „Preacher“

    Schwarzhumorige Comicbuchadaption mit Dominic Cooper

    Jana Bärenwaldt
    Jana Bärenwaldt – 13.06.2016, 18:00 Uhr

    Der Cast von „Preacher“ – Bild: Matthias Clamer/AMC
    Der Cast von „Preacher“

    Dieser Artikel ist Teil unserer Artikel-Reihe FerienSerien.

    „Preacher“, die neueste Comicbuchadaption von AMC nach „The Walking Dead“, setzt die Messlatte hoch an: das verrät schon ihr Sendeplatz. Lief der Pilot noch direkt hinter „Fear The Walking Dead“, übernimmt „Preacher“ jetzt während der Sommerpause der Zombie Spin-Off-Serie sogar deren Sendeplatz. Bei Kritikern stieß die Serie bisher auf durchweg positive Resonanz und wird bereits jetzt als nächste große Hitserie für AMC gehandelt. Und auch die Konstellation der Hauptfiguren macht neugierig auf mehr, denn es stellt sich die Frage, was ein moralisch zwiegespaltener Priester mit dunkler Vergangenheit, eine schwarzhumorige Auftragskillerin und ein kampfeslustiger Vampir gemeinsam haben.

    Worum es in „Preacher“ geht

    „Preacher“ dreht sich, wie der Titel schon verrät, um einen Priester: Jesse (Dominic Cooper) entspricht allerdings in keinster Weise dem gängigen Klischee eines Geistlichen. Er raucht, trinkt zuviel und des öfteren werden Andeutungen über seine dunkle Vergangenheit gemacht. Zwischen dieser und seinem Wunsch, zum Glauben zu finden, ist Jesse hin und hergerissen.

    Dass auf einmal seine draufgängerische Exfreundin und ehemalige Partnerin Tulip (Ruth Negga) auftaucht und ihn um Hilfe bei einem großen Auftrag bittet, stellt seinen Vorsatz vom moralischeren Leben erneut auf die Probe. Jesse vermisst sein altes Leben durchaus und hat nichts von seinen früheren Fähigkeiten verlernt, versucht allerdings gegen die Verlockung anzukämpfen und ein gewaltfreies Leben zu führen.

    Gewalt auf jeden Fall nicht abgeneigt ist der irische Vampir Cassidy (Joseph Gilgun), dessen Vorliebe für actionreiche Kämpfe nur von seiner Schwäche für Whisky abgelöst wird. Und dann gibt es da noch diese unsichtbare Macht, eine mysteriöse Entität, die von Jesse Besitz ergreift und sein Leben für immer verändern wird.

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    Hintergründe

    Die AMC-Serie basiert auf der sehr populären Comicbuchreihe „Preacher“ von Garth Ennis und Steve Dillon, die bereits an „Hellblazer“ und „The Punisher“ zusammengearbeitet haben. Die Comics wurden von 1995 bis 2000 veröffentlicht und standen bereits mehrmals kurz vor der Verfilmung, beispielsweise 2002 mit James Marsden in der Hauptrolle. Allerdings wurde das Projekt nie realisiert, was auch damit zu tun haben könnte, dass „Preacher“ aufgrund seiner Darstellung von Religion vor allem in den USA oft kontrovers diskutiert wurde. Somit lag die Produktion erst einmal auf Eis, bis Seth Rogen und Evan Goldberg zusammen mit „Breaking Bad“-Produzent Sam Catlin und in Kooperation mit AMC sich 2013 daran machten, einen Pilot zu produzieren. Seth Rogen und Evan Goldberg haben zusammen schon zahlreiche Filmprojekte realisiert, darunter „Superbad“, „Das ist das Ende“ oder „Das Interview“. Dabei haben sie unter Beweis gestellt, dass sie kein Problem damit haben in ihren Filmen Tabus zu brechen. Die beiden Hauptdarsteller Dominic Cooper und Ruth Negga sind momentan im „Warcraft“ Kinofilm zu sehen, wo sie das Königspaar Llane Wrynn und Taria Wrynn spielen und dort ebenfalls ihre schauspielerische Synergie unter Beweis stellen.

    Für wen ist „Preacher“ zu empfehlen?

    Die Serie ist genremäßig in jedem Fall etwas neues und sehr spezielles. Sie mischt die verschiedensten Gattungen wie Action, Dark Comedy, Horror und Western durcheinander. „Preacher“ ist bizarr, schmutzig, gewalttätig, komisch und unmoralisch und erinnert stilistisch an Quentin Tarantino. Dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr, da Showrunner Catlin offen zugibt, dass er sich von Tarantino Filmen wie „Kill Bill“ inspirieren hat lassen. Auch die musikalische Untermalung der Serie könnte aus einem Film von Tarantino stammen, etwa auf Country Musikstücke von Johnny Cash. Aber auch Anhänger von „From Dusk Till Dawn – Die Serie“, „Justified“, „Death Valley“ und „True Blood“ werden sicherlich auf ihre Kosten kommen. Es sei aber angemerkt, dass die Serie definitiv nichts für schwache Gemüter ist, denn einige der Kampfszenen haben beinahe schon Splatter-Charakter.

    Verfügbarkeit

    „Preacher“ feierte in den USA am 22. Mai Premiere. In Deutschland sind die Folgen immer einen Tag nach US-Ausstrahlung auf Amazon Prime sowohl in deutscher Synchronfassung wie auch englischen Originalton verfügbar – sowohl als Teil des Abo-Pakets Amazon Prime wie auch als Kaufvideo. Am heutigen Montag (13. Juni) ist die dritte Folge erschienen. DVDs und Blu-ray-Discs sind für Oktober angekündigt.

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