„Die Pfeiler der Macht“ nach Bestseller von Ken Follett läuft im Januar im ZDF

    Zweiteiler ergänzt Erfolgsproduktionen wie „Die Säulen der Erde“ auf Sat.1

    Stefan Genrich – 18.11.2015, 09:44 Uhr

    Pilaster-Männer (v.l.): Edward (Daniel Sträßer), Joseph (Thorsten Merten), Seth (Rolf Hoppe), Samuel (Axel Milberg), Hugh (Dominic Thorburn) – Bild: ZDF/Patrick Redmond
    Pilaster-Männer (v.l.): Edward (Daniel Sträßer), Joseph (Thorsten Merten), Seth (Rolf Hoppe), Samuel (Axel Milberg), Hugh (Dominic Thorburn)

    Das ZDF errichtet „Die Pfeiler der Macht“ 2016 in der werktäglichen Primetime und zeigt den Zweiteiler am Montag, dem 25. Januar, und am Mittwoch, dem 27. Januar, jeweils um 20.15 Uhr. Die aufwändige Verfilmung des Bestsellers von Ken Follett führt nach England in die zweite Hälfte des Jahrhunderts. Dort erschüttern erst Krisen das Bankhaus und die Familie Pilaster, schließlich droht sogar der Untergang (fernsehserien.de berichtete).

    Nach „Eisfieber“ 2010 beim gleichen Sender und den beiden Historienschinken „Die Säulen der Erde“ sowie „Die Tore der Welt“ auf Sat.1 rollt eine weitere Hochglanzproduktion nach einem Roman von Ken Follett auf die Zuschauer zu. Unter der Regie von Christian Schwochow („Der Turm“) treffen Newcomer Dominic Thorburn („Wettlauf mit dem Tod“) und Gelegenheitsdarstellerin Yvonne Catterfeld („SOKO – Der Prozess“) auf renommierte Kollegen wie Jeanette Hain („Dreileben“), Axel Milberg („Tatort“) und nicht zuletzt Urgestein Rolf Hoppe („Sachsens Glanz und Preußens Gloria“).

    Um den Patriarchen Seth Pilaster (Hoppe) entwickelt sich ein Sturm aus Liebe, Intrigen und Machtgier. Viele solcher familiären Konflikte sind bereits aus Drama-Soaps wie „Dallas“ und „Der Denver-Clan“ bekannt. Aber Ken Follett recherchierte intensiv für seine Figuren und Szenen. Das Drehbuch von Annette Simon hebt ebenfalls Details hervor. Als historische Beraterin verspricht Dr. Karina Urbach vom Institute for Advanced Study in Princeton Glaubwürdigkeit. „Gleich am Anfang sieht man die Londoner Elendsviertel“, erklärt sie in einer vom Sender verbreiteten Stellungnahme und verweist auf die fürchterlichen Lebensumstände von Aschenputtel Maisie (Laura de Boer) vor ihrem gesellschaftlichen Aufstieg: Unter dem armen Einwanderern in London „konnten sich Tuberkulose, Pocken und Cholera schnell verbreiten.“ In Kontrast zu „den abgestumpften Kindergesichtern“ stehe die Pilaster-Familie mit ihrem Reichtum und „erlesenen Gartenpartys, auf denen Menschen in hellen Farben gekleidet versuchen, sich soweit wie möglich von der dunklen Seite ihrer Gesellschaft zu distanzieren“, schildert Urbach die Atmosphäre. Dabei lobt sie das Geschick von „Kameramann Frank Lamm, uns die Illusion zu geben, in viktorianisches Licht eingetaucht zu werden – er zeigt uns ein Meer aus Kerzen und Gaslampen.“

    Unter Seths Führung hat das Bankhaus Pilaster gewaltigen Wohlstand und Einfluss angehäuft. Allerdings sind in der Familie nicht nur die Söhne Joseph (Thorsten Merten) und Samuel (Axel Milberg) zerstritten. Als verarmter Verwandter hat ihr Neffe Hugh (Dominic Thorburn) nicht viel zu melden und wächst unter der Fuchtel seines Onkels Joseph und dessen bösartiger Gattin Augusta (Jeanette Hain) auf. Nicht erst seit einem geheimnisumwitterten Badeunfall hat Hugh ständig Ärger mit ihrem verwöhnten Sprössling Edward (Daniel Sträßer). Die beiden Kampfhähne streben in der Bank nach oben. Trotz seiner Begabung und Protegierung durch den alten Herrn scheitert Hugh vorerst an seinem Ruf als schwarzem Schaf der Familie. Wegen einer unglücklichen Liaison mit Arbeiterkind Maisie und Augustas finsterer Attacken wandert Hugh aus in die USA.

    Nach sechs Jahren kehrt er als geachteter Banker und Ehemann der leichtsinnigen Sängerin Nora (Yvonne Catterfeld) zurück nach London. Wie soll er Maisie begegnen, die seinen besten Freund Solly Greenbourne (Albrecht Abraham Schuch) geheiratet hat? Wie schadet ihm Edward in der Bankdynastie? Welche Krise naht dank Edwards Inkompetenz und der Abhängigkeit von dessen skrupellosem Kumpanen Mickey (Luca Marinelli)?

    In zweimal 90 Minuten erleben die Zuschauer im Januar, ob Waffengeschäfte, politische Umsturzpläne in Südamerika und gefährliche Spekulationen „Die Pfeiler der Macht“ vom Bankhaus Pilaster tatsächlich zerbröseln lassen. Jedenfalls ist bei Ken Follett wie immer mit Spannung zu rechnen. Der Autor hat seine Erfolgsformel gefunden. Das Fernsehen profitiert davon gerne. Nachdem Tandem („Crossing Lines“) bereits „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ umgesetzt hatte, kaufte die Produktionsfirma vor wenigen Wochen die Rechte am Roman „Das zweite Gedächtnis“ als Grundlage für eine Miniserie oder sogar längere Serie – bislang ohne offizielle Kooperation mit einem bestimmten Sender. Außerdem bastelt US-Network ABC seit einem Jahr an einem Konzept für die sogenannte Jahrhundert-Trilogie, die in den Buchhandlungen mit „Sturz der Titanen“ gestartet war.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Wenigstens mal nicht Veronica Ferres als Betroffenheitsdarstellerin.

      Ansonsten wahrscheinlich das alljährlich im Januar abgefeierte Getöse, man könne auch anders als Krimi und dann war das Geld für Nicht-Krimi und Nicht-Pilcher-Mist auch schon wieder bis zum neuen Budgetplan aufgebraucht.
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