Deutsche Streamingbilanz 2025: „Sturm der Liebe“ meistgestreamte Serie, ARD Mediathek weit vor der Konkurrenz

Lineare TV-Nutzung sinkt rapide bei jungen Zuschauern

Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier – 09.01.2026, 19:02 Uhr

Die ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ feierte 2025 ihr 20-jähriges Jubiläum – und war die meistgestreamte Serie des Jahres – Bild: ARD/Christof Arnold
Die ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ feierte 2025 ihr 20-jähriges Jubiläum – und war die meistgestreamte Serie des Jahres

Die AGF Videoforschung GmbH, die kontinuierlich und quantitativ die Nutzung von Bewegtbildinhalten misst, hat ihre TV- und Streaming-Bilanz für das Jahr 2025 veröffentlicht. Erkennbar ist in den Ergebnissen der Trend, dass sich die Nutzung von linearem Fernsehen und On-Demand-Streamingdiensten weiter ausdifferenziert.

Insbesondere bei aktuellen, gesellschaftlich relevanten Inhalten bleibe Live-Fernsehen ein ganz zentraler Bestandteil des Medienmarktes. Die tägliche TV-Nutzung lag 2025 bei Personen ab 3 Jahren bei durchschnittlich 158 Minuten. Im Vorjahr waren es noch 171 Minuten. Laut Kerstin Niederauer-Kopf, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der AGF Videoforschung, habe sich auch 2025 gezeigt, dass lineares Fernsehen weiterhin dort hohe Reichweiten erzielt, wo Inhalte Aktualität, Orientierung und Ereignischarakter besitzen. Nachrichten, Sondersendungen und Live-Übertragungen bleiben für viele Zuschauerinnen und Zuschauer ein fester Bezugspunkt im täglichen Medienkonsum. Der Nutzungsanteil von Informationsformaten – also Nachrichten, Magazine, Reportagen und Dokumentationen sowie Talks – lag 2025 bei rund 36 Prozent der gesamten linearen TV-Nutzung – und damit leicht über den Vorjahren.

Rapider Rückgang: Junge Menschen schauen immer weniger linear fern

Ein erheblicher Unterschied ist jedoch beim Blick auf die klassische Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen zu erkennen: Hier betrug die durchschnittliche Sehdauer linearer TV-Inhalte nur 67 Minuten täglich (2024 waren es noch 79 Minuten). Die AGF führt diesen rasanten Rückgang auf den sich immer dynamischer fragmentierenden Medienmarkt zurück. Gerade jüngere Generationen haben inzwischen ganz andere Medienschwerpunkte – etwa Gaming oder Social-Media-Netzwerke wie TikTok. Dennoch gab es auch beim jungen Publikum immer noch Quotengaranten im klassischen Fernsehen, allen voran der „Eurovision Song Contest“, dessen Finale von 3,674 Millionen 14- bis 49-Jährigen gesehen wurden, was satten 59,8 Prozent Marktanteil entsprach. Doch auch das alljährliche RTL–Dschungelcamp und das ZDF-Satireformat „heute-show“ erzielten überragende Quoten.

1,23 Milliarden Streams für die ARD

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Spannend ist der Blick auf die Beliebtheit der unterschiedlichen Streamingangebote aus Deutschland. Beim Gesamtpublikum dominieren die On-Demand-Portale der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Bezogen auf das gesamte Jahr ergibt sich eine beeindruckende Zahl von 1,23 Milliarden gestreamten Stunden in der ARD mediathek. Darauf folgt das ZDF-Streamingportal mit 1,02 Milliarden Stunden, während RTL mit 747 Millionen Stunden auf Rang 3 landet. Bei den 14- bis 49-Jährigen hat hingegen RTL die Nase vorn mit 537 Millionen gestreamten Stunden. Konkurrent Joyn findet sich abgeschlagen erst auf Rang 4 hinter den Angeboten von ARD und ZDF mit 297 Millionen Stunden wieder.

„Sturm der Liebe“ ist meistgestreamte Serie

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Die mit Abstand höchste Streaming-Nutzung – und das dürfte so manchen Leser überraschen – entfällt auf die ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“. Mehr 73 Millionen Stunden wurden in der Programmmarken-Jahresauswertung Folgen dieser Serie das gesamte Jahr über in der ARD Mediathek gestreamt. Der Krimi-Dauerbrenner „Tatort“ landete mit 67 Millionen Stunden auf Rang 2, die Telenovela „Rote Rosen“ mit 54 Millionen Stunden auf Rang 3. Auf den Plätzen 4 und 5 folgen die Fußball-Bundesliga bei DAZN mit insgesamt 50 Millionen gestreamten Stunden sowie der RTL-Soap-Dauerbrenner „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mit 47 Millionen Stunden. Bei den 14- bis 49-Jährigen konnte RTL die Poleposition einnehmen – hier liegt die Serie „GZSZ“ auch ganz vorne, gefolgt von „Tatort“, „Sturm der Liebe“, „Das Sommerhaus der Stars“ und der Bundesliga auf DAZN.

Als wichtiger Hinweis gilt bei der Auswertung der AGF Videoforschung GmbH zu beachten: Die meisten internationalen Streamingdienste wie Netflix und Disney+ geben keine offiziellen Zahlen heraus, weshalb diese Plattformen in der Statistik auch nicht abgebildet werden. Einzig Prime Video wurde im November 2025 in die Messung aufgenommen. Dies hatte bereits erhebliche Auswirkungen auf die Auswertung. Sogenannte Census+-Daten geben Aufschluss über die Nutzung von Einzelvideos – und hier konnte die Prime-Video-Serie „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“ so richtig abräumen. Einzelne Folgen der im November veröffentlichten zweiten Staffel belegen fünf Plätze der Top 10 des gesamten Jahres. Sie erzielten zwischen 3,607 und 5,304 Millionen Views.

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