Lebenslinien (1990) Folge 14: Mein Talent, mich einzumischen
Folge 14
Mein Talent, mich einzumischen
Folge 14 (50 Min.)
Michael vor der SchlaU-Schule.
Bild: BR/Max Beck
Als Gründer der Münchner Bildungseinrichtung „SchlaU“ kämpft Michael Stenger seit Jahrzehnten für unbegleitete minderjährige Geflüchtete und ständig um Geld für „seine“ Schule. Nach Koma und zwölf Operationen muss er entscheiden, wie viel er noch für sein Lebenswerk geben will. Michael Stenger wächst im bayerischen Spessart auf. Zuerst noch schüchtern, entdeckt er als Teenager sein Redetalent. Als Student reist er nach Griechenland und wird politisch aktiv. Zurück in Deutschland gibt er Sprachkurse, demonstriert gegen Rassismus, engagiert sich für Geflüchtete und nimmt dabei auch Morddrohungen in Kauf.
Im Jahr 2000 gründen er und seine Mitstreiter eine Schule für unbegleitete minderjährige Geflüchtete, eine Gruppe, der in dieser Zeit der Schulzugang
eigentlich verwehrt ist. Michael wird Schulleiter und Geschäftsführer und kümmert sich jahrzehntelang darum, die finanziellen Mittel der Schule zu sichern. Für seine Arbeit erhält Michael bedeutende Auszeichnungen: 2014 bekommt er den Bambi für Integration, 2016 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Seine Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie sich auf ihn verlassen können. Für viele von ihnen wird die Schule zu einer Ersatzfamilie, Michael zum „Papa“. Gleichzeitig leidet die Beziehung zu seinem eigenen Sohn unter Michaels gesellschaftlichen Engagement. Schließlich fordert ihn sein unermüdlicher Einsatz körperlich und er erleidet einen Herzinfarkt. Nach einem weiteren Krankenhausaufenthalt steht Michael wieder vor der Frage, wie weit er für sein Lebenswerk gehen will. (Text: BR)
Deutsche Streaming-PremiereDo. 08.10.2026ARD MediathekDeutsche TV-PremiereMo. 12.10.2026BR