Folge 6

  • Rettet Bäume pflanzen wirklich unser Klima?

    Folge 6
    Einstein Moderatorin Kathrin Hönegger blickt zu einem Baumstamm in einem Schweizer Wald. – Bild: SRF1
    Einstein Moderatorin Kathrin Hönegger blickt zu einem Baumstamm in einem Schweizer Wald.
    Warum die grosse Baumpflanz-Euphorie trügt Bäume gelten weltweit als Symbol im Kampf gegen die Klimakrise – und als einfache Lösung für ein komplexes Problem. Doch viele Versprechen von Staaten, Unternehmen und Influencern greifen zu kurz. Klimaforscherinnen wie Sonia Seneviratnen betonen, dass mehr Bäume die Klimaerwärmung nicht im Alleingang stoppen können. Ein Drittel der globalen Emissionen wird zwar von der Biosphäre aufgenommen, doch Monokulturen und falsch platzierte Pflanzungen gefährden natürliche Ökosysteme und bringen kaum echten Klimanutzen. Wenn Aufforstung Biodiversität zerstört In Ländern wie Brasilien wachsen riesige Plantagen aus Eukalyptus – oft auf Kosten natürlicher Wälder. Diese künstlichen Forste speichern weniger Kohlenstoff, verbrauchen enorme Wassermengen und verdrängen endemische Arten. Besonders betroffen sind die indigenen Pataxó in Bahia, deren Lebensraum durch Plantagen zunehmend zerstückelt wird. Die umstrittene «Trillion Tree»-Studie 2019 löste eine Studie des damaligen ETH-Forschers Tom Crowther weltweit Begeisterung aus: Aufforstung sei die wirksamste Klimaschutzmassnahme und könne Hunderte Gigatonnen CO2 binden. Diese Aussagen befeuerten internationale «Trillion Tree»-Kampagnen und motivierten Politik, Wirtschaft und NGOs zum grossflächigen Bäumepflanzen. Doch rasch folgte Kritik aus der Wissenschaft: Die Berechnungen seien stark vereinfacht, die CO2-Bindung überschätzt und wichtige Ökosysteme falsch bewertet. Auch
    ETH-Klimaforscherin Sonia Seneviratne warnt davor, die Klimakrise auf eine einfache Pflanzformel zu reduzieren und dadurch dringend notwendige Emissionsreduktionen in den Hintergrund zu drängen. Wälder sind nicht überall sinnvoll Die brasilianische Cerrado-Savanne ist eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt – und kein Waldgebiet. Nur ein Bruchteil der Pflanzen sind Bäume, während der Kohlenstoff vor allem im Boden gespeichert wird. Werden solche Flächen aufgeforstet, zerstört dies das ökologische Gleichgewicht. Feuerfalle Europa: Wenn Monokulturen Brände verschärfen In Europa gilt Portugal als Hotspot für unkontrollierbare Waldbrände, nicht zuletzt wegen seiner dichten Eukalyptusbestände. Die schnell wachsenden Bäume sind leicht entzündlich und begünstigen Feuerausbreitung. Beim verheerenden Brand von Pedrogão Grande 2017 zeigte sich der Unterschied: Mischwälder überstanden die Flammen deutlich besser als Plantagen. Forstingenieure betonen: Vielfalt schützt – Monokulturen verstärken Katastrophen. CO2-Geschäft mit fragwürdigen Zertifikaten Immer mehr Unternehmen kompensieren ihre Emissionen über Aufforstungsprojekte. Doch viele CO2-Zertifikate beruhen auf überoptimistischen Berechnungen und fehlender Kontrolle. Ein Grossteil der Bäume wird nach wenigen Jahren gefällt – das gespeicherte CO2 gelangt wieder in die Atmosphäre. Der amerikanische Waldforscher Mattew Fagan vergleicht dieses System mit mittelalterlichen Ablassbriefen: ein gutes Gefühl ohne messbaren Klimanutzen. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 26.02.2026 SRF 1

Cast & Crew

Sendetermine

Sa. 28.02.2026
12:20–13:00
12:20–
Fr. 27.02.2026
05:25–06:05
05:25–
Do. 26.02.2026
21:05–21:50
21:05–

evtl. ältere Sendetermine sind noch nicht erfasst

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