Lindenstraße

    Lindenstraße

    D 1985–
    Deutsche Erstausstrahlung: 08.12.1985 Das Erste

    Die alltäglichen Geschichten und das hochprofessionelle Spiel des Ensembles mit seinen bunten Charakteren aus allen gesellschaftlichen Schichten heben die „Lindenstraße“ von vielen anderen Serien ab. Neben den typischen Beziehungsdramen um Liebe, Ehe und Tod wagt sich die Serie auch immer wieder an kontroverse Themen wie Homosexualität, Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Fremdenfeindlichkeit, Prostitution und AIDS. Obwohl im Laufe der Jahre immer wieder Schauspieler ausschieden und neue Gesichter dazukamen, so gibt es doch ein recht großes Ensemble von „Lindenstraße“-Bewohnern der ersten Stunde, die noch immer dabei sind. Allen voran Helga Beimer (Marie-Lusie Marjan), ihr Sohn Klaus (Moritz A. Sachs) und ihr Ex-Mann Hans (Joachim Hermann Luger) sowie der querschnittsgelähmte Dr. Ludwig Dressler (Ludwig Haas) und Gabriele Zenker (Andrea Spatzek). In ewiger Erinnerung dürfte allen Zuschauern auch die überaus populäre und ewig grantelnde Putzfrau Else Kling sein, dargestellt von Annemarie Wendl, die im Mai 2006 in einer rührigen Abschiedsszene ihren Serientod spielte und wenige Monate später selbst an Herzversagen starb.

    Lindenstraße auf DVD

    Lindenstraße im Fernsehen

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    09.12.12:00–12:30One807Extrawurst
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    Lindenstraße – Community

    12345 am 29.11.2016 19:56: Sie haben es genau auf den Punkt gebracht, Rote_Pfote 😊 Ich hoffe auf Besserung, die LiStra gehörte mal zu meiner Lieblingsserie. Zzt. wirkt alles nur noch arg abgespeckt.
    Rote_Pfote am 29.11.2016 10:44: Meine Mutter sagte neulich so etwa sie : seit die Else nicht mehr da ist, geht es mit der Listra bergab. Tatsächlich fehlt hier ein solches Urgestein, das wieder Anreize bieten kann, dass man die Sendung wieder gern sieht. Der Adi hätte es sein können, aber ist es nicht wirklich. Helga versinkt in Trauer und Hans schläft dankCannabis. Hajo ist im Knast und Gung leidet an Menigitis. Vom Privatleben des Wirts hört man auch nichts mehr - zwei Frauen sind ihm weggelaufen bzw. eine hat er verstoßen. Der Hase bzw. Klausis darsteller befindet sich wohl gerade wieder mal auf Weltreise, glänzt durch Abwesenheit und die Polizistin geht nach Kroatien. Der Doktor hat sich zwar einen Bart zugelegt, aber bietet sonst auch nichts Neues. Bei Familie Dadelen mometan Harmonie, von der wir aber nichts mehr hören. Bei Gabi und Andy tut sich auch nichts. Wer bleibt? Dieser Marek bzw. Sunny, der jetzt mit seinem unbedingten Frauseinwollen nicht nur die arme Jack verstört, sondern auch die Zuschauer (zumindest mich) allmählich nervt. Ein Start-up Unternehmen, das auch nicht wirklich interessiert, und eine Explosion verursacht durch Lea, die unbedingt Nico loswerden will und den kiffenden, seine Freundin ungeniert betrügenden Nico. Der Flüchtlingsjunge Jamal - irgendwie zu brav, ja und Angelina, die unbedingt ein Kind will und dabei wie Nastja über Leichen geht. Apropos Nastja: vielleicht würde die dem ganzen mal wieder etwas mehr Pfiff geben`?
    Rote_Pfote am 21.11.2016 12:48: Ben
    Rote_Pfote am 21.11.2016 11:12: Der Doktor Dressler lernt wohl auch nie dazu. Übergriffiger denn je. Einer gestandenen Ärztin vorzuschreiben, mit ihm ihre Fälle durchzugehen. Hat der nicht mit seinem Telefonjob schon genug zu tun, anderen Leuten "beizustehen"? Wann kommen endlich wieder Geschichten mit den älteren Lindenstraßen-Figuren? Die Geschichte mit Marek - einfach nervig. Wen will man damit interessieren? Doch höchstens angehende Transgender. Und diese Jack mit ihren blondierten Haarenmit roten Spitzen - wie alt ist die eigentlich? Benimmt sich immer noch wie ein pubertierender Teenager. Lasst doch mal den Gen zurückkommen. Der war zeitweise weitaus interessanter als der Sunny-Typ.
    Rote_Pfote am 09.11.2016 13:00: Richtig, ich bin richtig froh, dass jetzt wieder mit Lea jemand von den Beimers ins Licht rückt, auch wenn ich Lea nicht besondres mag. Sie ist jedenfalls besser zu verstehen, als die Tochter der Doktorin. Die nuschelt nur vor sich hin. Angelina scheint wohl dasselbe vorzuhaben, was Nastja tat. ohne Einverständnis des werdenden Vaters Tatsachen zu schaffen. Mal sehen, ob sie es schafft. Genervt hat sie eigentlich schon immer. Nina plötzlichins Ausland? Wo sie doch Marek bei seiner Selbstfindung unterstützen wollte. Ziemlich unglaubwürdig.

    Lindenstraße – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Die „Lindenstraße“ gehört seit ihrem Start 1985 zu den beliebtesten Serien im deutschen Fernsehen und entwickelte sich dank ihrer treuen Zuschauergemeinde zum Kult-Dauerbrenner am Sonntagabend. Hans W. Geißendörfer, der geistige Vater der Serie, legt großen Wert darauf, die Probleme der in der fiktiven Münchner „Lindenstraße“ beheimateten Bewohner möglichst realitätsnah darzustellen und auf marktschreierische Knalleffekte zu verzichten.

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Dt. Soap von Hans W. Geißendörfer.

    Geschichten über den Alltag und die Probleme der Bewohner in der Münchner Lindenstraße 3. Die Familien, die in den Mittelpunkt rücken, wechseln von Folge zu Folge oder geraten im Lauf von Wochen oder Monaten in den Vorder- oder Hintergrund. Wenn es dennoch eine zentrale Familie gibt, dann die Familie Beimer. Sie besteht anfangs aus Helga (Marie-Luise Marjan) und ihrem Mann, dem Sozialpädagogen Hans „Hansemann“ Beimer (Joachim Hermann Luger), der Helga „Taube“ nennt, den Kindern Benny (Christian Kahrmann), Marion (Ina Bleiweiß; ab Folge 810: Ulrike Tscharre) und Klausi (Moritz A. Sachs) sowie Helgas Onkel Franz Wittich (Martin Rickelt). Der ist ein Alt-Nazi und verbringt viel Zeit mit dem zeitweiligen Jung-Nazi Olli Klatt (Willi Herren).

    Helga und Hans Beimer lassen sich 1991 scheiden. Helga heiratet Erich Schiller (Bill Mockridge), der eine Tochter Patricia (Dana Carlsen, ab Folge 489: Giada Gray) hat. Hans heiratet den Scheidungsgrund Anna Ziegler (Irene Fischer), mit der er bereits Sohn Tom (Johannes Scheit) bekommen hat und noch Tochter Sophie (Verena Reichertz) bekommt. Zuvor war Anna mit dem gewalttätigen Friedhelm Ziegler (Arnfried Lerche) verheiratet, mit dem sie Tochter Sarah (Julia Stark) hat. Annas Cousine ist Gabi Zenker (Andrea Spatzek), die von dem zwielichtigen Phil Seegers (Marcus Off) ihren Sohn Max (Moritz Hein) hat. Gabi ist mit Benno Zimmermann (Bernd Tauber) verheiratet. Nach dessen Aids-Tod heiratet sie den Taxifahrer Andy Zenker (Jo Bolling), der die Kinder Iphigenie, genannt Iffi (Rebecca Siemoneit-Barum), Valerie (Nadine Spruß), genannt „Walze“ und im dünneren Zustand später „Valle“, Jo (Til Schweiger) und Timo (Michael Laricchia) in die Ehe mitbringt. Gabis Mutter ist Rosi (Margret van Munster), die mit Hubert Koch (Robert Zimmerling) verheiratet ist. Gabis leiblicher Vater gilt als verschollen, taucht aber 2003 plötzlich auf: Es ist Bruno Skabowski (Heinz Marecek).

    Unten im Haus lebt das alte Hausmeisterehepaar: die grantige Else (Annemarie Wendl) und der brummelige Egon Kling (Wolfgang Grönebaum). Sie haben einen Sohn Olaf (Franz Rampelmann), der die Ostdeutsche Claudia Rantzow (Manon Straché) heiratet. Ihre Eltern heißen Margot (Käthe Koch) und Günther (Fred Delmare), ihr Bruder Dieter (Steffen Gräbner). Olaf geht nach Claudias Unfalltod eine Scheinehe mit der Nigerianerin Mary Dankor (Elizabeth Baffoe) ein, die ihn Jahre später bei einem Vergewaltigungsversuch mit einer Geflügelschere entmannt. Olaf hat nacheinander Verhältnisse mit der Prostituierten Pia Lorenz (Natascha Bonnermann) und der Kellnerin Ines Reitmaier (Birgitta Weizenegger). Mary heiratet Vasily Sarikakis (Hermes Hodolides), den Sohn von Elena (Domna Adamopoulou) und Panaiotis (Kostas Papanastasiou), die das griechische Restaurant „Akropolis“ betreiben, in dem sämtliche Familienfeiern der Lindenstraße stattfinden. Zuvor war Vasily mit Beate Flöter (Susanne Gannott) verheiratet. Beates Mutter Elisabeth (Dagmar Hessenland) ist die Frau von Dr. Ludwig Dressler (Ludwig Haas), in dessen Praxis sie schon zuvor als Sprechstundenhilfe gearbeitet hat. Dressler wird von Vasily versehentlich mit dem Lieferwagen überfahren und so schwer verletzt, dass er fortan im Rollstuhl sitzt. Dressler hat mit seiner Ex-Frau Nina Winter (Krista Stadler) einen gemeinsamen Sohn Frank (Daniel Hajdu, ab Folge 57: Christoph Wortberg), der drogensüchtig ist. Dressler heiratet nach dem Tod von Elisabeth die junge Tanja Schildknecht. Beates homosexueller Sohn Carsten Flöter (Georg Uecker) übernimmt später Dresslers Praxis. Er zieht mit Georg „Käthe“ Eschweiler (Claus Vincon) zusammen und heiratet ihn schließlich. Beide nehmen den Jungen Felix (Marc-Oliver Moro) bei sich auf, dessen Mutter an Aids stirbt. Felix kommt mit dem Straßenmädchen Jacqueline „Jack“ Aichinger (Viola Cosima) zusammen und wird von Carsten adoptiert.

    Berta (Ute Mora) und Gottlieb Griese (Fritz Bachschmidt) adoptieren den kleinen Manoel (Marcel Kommissin). Ebenfalls im Haus leben Gottliebs Tochter Henny (Monika Woytowicz) und ihr Mann Franz Schildknecht (Raimund Gensel) mit den Töchtern Tanja (Sybille Waury) und Meike (Selma Baldursson) und Bertas Mutter Lydia Nolte (Tilli Breidenbach, ab Folge 410: Ursula Ludwig). Nachdem Gottlieb verschwindet, kommt Berta mit dem stotternden Hajo Scholz (Knut Hinz) zusammen, dessen nervige Mutter Hildegard (Giselle Vesco) schließlich auch einzieht.

    Eine weitere Familie im Haus ist die von Dr. Eva-Maria (Inga Abel) und Kurt Sperling (Michael Marwitz) mit den Söhnen Momo (Moritz Zielke) und Flip (Philipp Neubauer). Flip gründet eine WG mit Klaus Beimer und Dani Schmitz (Clelia Sarto), später ziehen die beiden Jungs nach Dresden. Sie leben dort in einer WG mit der Polizistin Nina Zöllig (Jacqueline Svilarov), die Klaus 2003 heiratet, und der Studentin Suzanne Richter (Susanne Evers), mit der Flip eine Weile zusammen ist. Momo Sperling und Iffi Zenker bekommen Sohn Nicolai (Julian Schwarz; ab Folge 588: Tobias Beyer). Iffi hat ein Verhältnis mit Momos Vater Kurt, worauf Momo ihn erst fast und ein paar Jahre später ganz ersticht.

    Urszula Winicki (Anna Nowak) ist die Tochter von Jaruszlaw (Ryszard Wojtyllo) und Wanda Winicki (Maria Wachiwiak). Sie hat eine Tochter Irina (Geraldine Schüssler) und betreibt einen Friseursalon. Nach vielen Jahren ohne feste Beziehung verliebt sie sich in Christian Brenner (Klaus Nierhoff), den Vater von Franzi (Ines Lutz). Der hat seine Tochter aus dem Haus geworfen, nachdem sie sich in Urszulas WG-Bewohnerin Tanja verliebt hatte.

    Ebenfalls zeitweise im Haus ansässig oder zu Gast sind u. a.: Zollhauptsekretär Siegfried Kronmayr (Franz Braunshausen) und seine Frau Elfie (Claudia Pielmann), die in der ersten Szene der ersten Folge als neue Mieter einziehen und von Egon Kling ihren Schlüssel erhalten, danach aber keine große Rolle mehr spielen, das ältere Ehepaar Joschi (Herbert Steinmetz) und Philo Bennarsch (Johanna Bassermann), Isolde (Marianne Rogée) und Enrico Pavarotti (Guido Gagliardi), der das italienische Restaurant führt und nach dessen Tod sein Bruder Natale (ebenfalls Guido Gagliardi) in die Stadt zieht, Gung Pham Kein (Amorn Surangkanjanajai), Gina (Maria Grazia Kinsky) und Paolo Varese (Sigo Lorfeo), Ernst-Hugo von Salen-Priesnitz (Carlos Werner) und Amélie von der Marwitz (Anna Teluren), Amélies Enkelin Julia von der Marwitz (Tanja Schmitz), Wolf Drewitz (Dirk Simplizius Triebel), Dagmar Hoffmeister (Tatjana Blacher) und Tochter Lisa (Sontje Peplow), Celin Kern (Joosten Mindrup), Vera Schildknecht-Sash (Ria Schindler), Stefan Nossek (Dietrich Siegl), David Motibe (Ronald Mkwanazi), Alfredo (Moreno Perna) und Francesco (Fabio Sarno), zwei Ex-Angestellte von Isolde Pavarotti, Sonia Besirsky (Nika von Altenstadt), Corinna Marx (Petra Vieten), Marlene Schmitt (Renate Köhler), Giancarlo Battisti (Marco di Marco), Theo Klages (David Wilms), Robert Engel (Martin Armknecht), Franz-Josef „Zorro“ Pichelsteiner (Thorsten Nindel), Chris Barnsteg (Silke Wülfing, ab Folge 100: Stefanie Mühle), der katholische Priester Matthias Steinbrück (Manfred Schwabe), der zeitweise ein Verhältnis mit Marion Beimer hat, Christoph Bogner (Michael Dillschnitter), der im Rollstuhl sitzt und von Benny Beimer als Zivi betreut wird, sowie der Hausverwalter Hans-Wilhelm Hülsch (Horst D. Scheel) und der Obdachlose Harry (Harry Rowohlt).

    Folgende Bewohner sterben in der Lindenstraße: Joschi Bennarsch (1986, nach einem Herzinfarkt), Henny Schildknecht (1987, Selbstmord), Meike Schildknecht (1987, Leukämie), Stefan Nossek (1988, Autounfall), Benno Zimmermann (1988, Aids), Elisabeth Dressler (1990, Autounfall), Friedhelm Ziegler (1991, Selbstmord), Franz Schildknecht (1992, erfriert an Heiligabend im Alkoholrausch), Claudia Rantzow (1994, auf der Flucht vor dem gewalttätigen Olaf vom Auto überfahren), Lydia Nolte (1995, Herzversagen), Jaruszlav Winicki (1994, Sekunden-Herztod), Günther Rantzow (1994, Staublunge), Matthias Steinbrück (1995, von Lisa mit der Bratpfanne erschlagen, als er versucht, Olli zu erwürgen), Benny Beimer (1995, Busunglück auf dem Weg zur Hochzeit seiner Mutter), Dieter Rantzow (1995, Busunglück), Hubert Koch (1996, Embolie als Spätfolge des Busunglücks), Enrico Pavarotti (1996, Koma nach Busunglück, seine Frau Isolde lässt die lebenserhaltenden Maschinen abstellen), Julia von der Marwitz (1996, Tollwut), Amélie von der Marwitz und Ernst-Hugo von Salen-Priesnitz (1997, Selbstmord), Giancarlo Battisti (1997, Mafiaopfer), Egon Kling (1998, Verkehrsunglück: vom Mofa überfahren), Philo Bennarsch (1998, Altersschwäche), Max Zenker (1998, Mord), Sonia Besirsky (1998, Medikamentenvergiftung), Kurt Sperling (2000, von Momo erstochen), Berta Griese (2003, schwerer Sturz beim Versuch, einer überfallenen Frau zu helfen), Franz Wittich (2003, Alzheimer, Altersschwäche) und Maja Starck (2004, Krebs).

    Auch in der Lindenstraße gibt es wie in jeder Soap Intrigen, Ehebruch und plötzlich auftauchende verschollen geglaubte Menschen. Vor allem aber geht es um gesellschaftlich relevante, aktuelle oder latente Themen. Wie kaum eine andere Serie ihrer Zeit folgt sie der Ideologie, dass Fernsehen seine Zuschauer sozialpolitisch bilden solle. Einige der markantesten Handlungsstränge in diesem Zusammenhang waren: die HIV-Infektion und der Aids-Tod von Benno Zimmermann, die Behinderung des spastisch gelähmten Christoph Bogner, die KZ-Vergangenheit von Enrico Pavarotti, die Valerie Zenker dazu bringt, sich aus Solidarität die Haare abzurasieren, der Freitod von Amélie von der Marwitz und Ernst-Hugo von Salen-Priesnitz, die Kindesmisshandlung von Lisa Hoffmeister durch ihre Mutter, die Potenzstörungen von Panaiotis Sarikakis, die Folter ebenfalls von Sarikakis durch türkisches Militär, die drohende und später vorübergehend vollzogene Abschiebung der Nigerianerin Mary, SM-Praktiken in der Beziehung zwischen Klaus Beimer und Nina Zölling, die Heroinabhängigkeit von Frank Dressler und Sonia Besirsky, die Tablettenabhängigkeit von Berta Griese, die homosexuelle Prostitution von Momo Sperling, die Problematik der Sterbehilfe bei Meike Schildknecht und Enrico Pavarotti, Homosexualität überhaupt und die Homo-Ehe am Beispiel u. a. von Carsten Flöter, Theo Klage und Georg „Käthe“ Eschweiler, das Down-Syndrom von Annas und Hans’ Sohn Martin und die Frage einer möglichen Abtreibung, die Übertragung von HIV von Müttern auf ihre Kinder bei Felix, die Gefahren radioaktiver Verseuchung bei Andy Zenker, lesbische Beziehungen am Beispiel von Tanja Schildknecht, Sonia Besirsky und Franziska Brenner, die Bulimie von Sarah Ziegler, das plötzliches Taubsein von Gabi Zenker etc.

    Gelegentlich überschreitet die Lindenstraße bewusst die Grenze von der Fiktion zur Realität der Zuschauer, z. B. wenn sie zum Stromwechsel weg von Atomkraft aufruft oder Plakate für den aus einer Laune heraus für den Bundestag kandidierenden Gung auch im „wahren Leben“ aufhängte. Gelegentlich löst sie damit heftige Reaktionen aus, etwa als die fiktive Figur der Chris Barnsteg den echten bayerischen CSU-Staatssekretär Peter Gauweiler als „Faschisten“ bezeichnete, der daraufhin Strafantrag gegen die Verantwortlichen der Serie stellte. Am eindeutigsten ist die Rolle des tabubrechenden und aufklärenden Vorreiters wohl in Bezug auf Homosexualität und Aids zu sehen: Ein Kuss zwischen Carsten und Theo 1991 gilt als erster homosexueller Kuss im deutschen Fernsehen. Eigentlich hätte er schon 1990 und zwischen Carsten und Robert stattfinden sollen. Die ARD schnitt ihn jedoch heraus, angeblich, weil die Folge wegen der Fußballweltmeisterschaft schon um 16.00 Uhr lief und möglicherweise besonders viele Kinder zusahen.

    Die Lindenstraße läuft jeden Sonntag. Fester Sendeplatz ist 18.40 Uhr, bei Sportübertragungen, Wahlen etc. wird sie auf einen anderen Zeitpunkt verschoben, so dass sie auch schon am Nachmittag oder erst zur Primetime um 20.15 Uhr laufen kann. Sie fällt aber nie aus. Bei besonderen Ereignissen werden einzelne Szenen erst kurz vor der Sendung gedreht, so dass die Darsteller das Weltgeschehen in ihren Rollen kommentieren können. An Wahltagen spielt die Lindenstraße am Tag der Sendung – irgendwer hat dann immer den Fernseher laufen, auf dem die Hochrechnungen oder Interviews zu sehen sind, die tatsächlich gerade erst stattfinden. Weil vorher mehrere Fassungen gedreht werden, können die Bewohner entsprechend ihrer politischen Gesinnung jubeln oder fluchen. Reguläre Folgen spielen dagegen immer am vorausgehenden Donnerstag; entsprechend finden fast alle Katastrophen, Glücks- und Todesfälle an diesem Wochentag statt (das Leben in der Lindenstraße von Freitag bis Mittwoch mag man sich in seiner ereignisarmen Ödnis gar nicht vorstellen). Diese Regel der Lindenstraßen-Macher führt auch dazu, dass – anders als sonst bei Seifenopern üblich – keine Folge unmittelbar den Cliffhanger am Ende der vorigen Folge auflösen kann. Seit dem dramatischen Finale sind immer schon sechs Tage vergangen, es ist der nächste Donnerstagmorgen, und was immer das nächste dramatisch offen bleibende Ereignis auch sein mag: Es wird am Abend desselben Tages stattfinden.

    Obwohl sie in München spielt, wird die Lindenstraße in Köln gedreht (während der Marienhof in Köln spielt, aber in München gedreht wird). Von Anfang an war die Lindenstraße als Endlos-Seifenoper angelegt. Vorbild war die britische Soap „Coronation Street“, die seit 1960 wöchentlich auf ITV zu sehen ist. Die Figuren entwarf Geißendörfer anfangs zusammen mit der Autorin Barbara Piazza. Die ersten Kritiken waren einhellig verheerend. „Bild“ urteilte: „Wirklich Spaß machen wird diese miefig-mürrische Sendung nur den Leuten vom ZDF“, die „Hörzu“ sah „Selbstherrlichkeit und schlichte Überforderung“, die „Süddeutsche Zeitung“ eine „unbeabsichtigte Volksstückkarikatur“, und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ meinte: „Nein, so schlecht muss das Leben nicht spielen.“ Viel besser wurden die Kritiken nicht, dafür aber die Quoten (wobei angesichts der möchtegern-realistischen Geschichten und mäßigen Schauspieler vermutlich eine gewisse Konträrfaszination bei vielen eine Rolle spielte). Zu ihren besten Zeiten 1988 sahen über 13 Millionen Menschen die Lindenstraße, seit 2002 sind es nur selten mehr als fünf Millionen. Obwohl Geißendörfer angekündigt hatte aufzuhören, wenn die Zuschauerzahl im Schnitt weit unter sechs Millionen sinke, verlängerte er im Jahr 2004 den Vertrag mit der ARD bis mindestens 2008. Für den Sender zählt die Serie nach wie vor zu den von jungen Leuten am meisten gesehenen Programmen. Im Januar 2005 lief die 1000. Folge.

    Eine Vielzahl an Merchandising-Produkten begleitet die Serie, darunter Lindenstraße-Videos und Fan-Bücher. Am 24. November 1990 zeigte die ARD unter dem Titel „Die Beimers“ einen Zusammenschnitt der Handlungssequenzen, die sich mit der Familie Beimer befassten. Zum zehnten Geburtstag der Serie zeigte die ARD am 8. Dezember 1995 den Film „Entführung aus der Lindenstraße“. Darin protestiert der Chefprogrammierer der Gebühreneinzugszentrale GEZ, Detlef Hase (Herbert Feuerstein), gegen die drohende Absetzung seiner Lieblingsserie, indem er Helga Beimer entführt, die Löschung aller GEZ-Daten androht und sich erst von einer Erklärung von WDR-Intendant Fritz Pleitgen (Fritz Pleitgen), die Lindenstraße fortzusetzen, stoppen lässt.

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