• Folge 338 (30 Min.)
    Mit fast 500.000 Besuchern jährlich gehört Oberstdorf, der südlichste Ort Deutschlands, zu den 10 Top-Destinationen in Deutschland. 130 Pistenkilometer mit der längsten Talabfahrt Deutschlands begeistern Tausende Wintersportler, hier gibt es die tiefste Felsenschlucht Europas, umrahmt von 400 Gipfeln. Auf einem kann man sogar „eiskalt“ übernachten. Sobald sich die weiße Pracht auf Oberstdorf und seine Berge senkt, haben die Einwohner alle Hände voll zu tun, um ihren Besuchern ein einzigartiges Wintererlebnis zu schenken. Auf dem Nebelhorn sorgt die Mannschaft um Manuel Welte auf 2.000 Metern Höhe für eisige Behausungen, in denen die Besucher übernachten können. Ein gutes Dutzend Iglus, mystisch beleuchtet und mit kunstvollen Kreationen aus Eis in Szene gesetzt, entstehen dort Jahr für Jahr. „Wir wissen nie, wann wir loslegen können, wie viele Iglus es geben wird und wann die wieder wegschmelzen“, erzählt Manuel Welte. Bizarre Eisformationen, funkelnde Schneekristalle, mannsgroße Eiszapfen: Mit 150 Metern ist die Breitachklamm die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas. 300.000 Besucher schlägt sie jedes Jahr in ihren Bann. Besonders magisch ist sie im Winter. Im Alpinen Skisport ist es wahrscheinlich das Größte, was man erleben kann: Tiefschneefahren abseits der überfüllten Pisten – nicht ungefährlich wegen der Lawinengefahr. Konrad „Konni“ Eggensberger ist einer der wenigen Skilehrer, die eigens für Outback-Touren ausgebildet sind. In seiner Heimat kennt er jeden Hang und jede Gefahrenstelle. Die Technik unterscheidet sich erheblich vom normalen Skifahren, und der Lehrer wird schnell zum Retter: „Wenn einer fällt, verschwindet er nicht selten im tiefen Schnee. Befreien kann man sich daraus selbst kaum. Da hilft dann nur Buddeln und Ziehen.“ Auch die Pistenbullifahrer haben jede Menge zu tun. Fast 71 Kilometer Loipe müssen präpariert und gepflegt werden. Die Fahrer müssen das Gebiet sehr gut kennen, denn es geht über Wege, Wiesen und Äcker, die von der weißen Pracht verdeckt sind. Wer nicht aufpasst, hat schnell großen Flurschaden angerichtet. Noch kaum bekannt mit dem winterlichen Bergpanorama ist die 21-jährige Sarah. Für fünf Monate wird sie auf einer Alpe mit anpacken, schon morgens geht es für sie durch Eis und Schnee. Die frisch ausgelernte Köchin aus dem Ruhrgebiet will sich für ihren weiteren Berufsweg orientieren und hat sich im Rahmen eines Saisonarbeiterjobs Oberstdorf ausgesucht. „Ich war als Kind schon mal hier, das ist mir in Erinnerung geblieben. Ich habe noch nie so viel Schnee auf einmal gesehen.“ Für die Oberstdorfer sind junge Leute wie Sarah eine große Hilfe. Denn vor allem zur Wintersaison fehlt auch hier Personal für die Gästebewirtung. Die „ZDF.reportage“ wirft einen Blick vor und hinter die Kulissen von Deutschlands südlichstem Winterparadies. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 05.02.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 07.02.2026 ZDF
  • Folge 339 (30 Min.)
    Stefan Hahn an seinem neuen Arbeitsplatz in der elektronischen Steuerung auf der Dillinger Hütte.
    Wenn Fabriken vor Ort schließen, abwandern oder Jobs streichen, stehen oft auch gut verdienende Facharbeiter vor einem Neuanfang. Dabei hatten sie sich in sicheren Branchen gewähnt. Seit fünf Jahren steigt die jährliche Arbeitslosenquote kontinuierlich. Werksschließungen stürzen nicht nur Existenzen in die Krise, sondern auch ganze Regionen. Jobs verschwinden, Menschen müssen wegziehen, die Kaufkraft bricht weg, Innenstädte veröden. Als die Pkw-Produktion bei Ford in Saarlouis schließt, verlieren 1700 Menschen ihren Job. Unter ihnen ist Stephan Hahn, der 22 Jahre lang Autos montiert hat: „Es war ein Schock. Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen.“ Der Jobverlust der Ford-Mitarbeiter wirkt sich auch auf den Einzelhandel aus: „Um die Uhrzeit haben wir normalerweise schon viel mehr Kundschaft“, sagt Bäckereiverkäuferin Natascha Feld. Obwohl die wirtschaftliche Situation in seiner Heimat schwierig ist, denkt Stephan Hahn nicht ans Aufgeben: „Ich bin jetzt 42 Jahre alt, ich muss einen Neuanfang machen.“ Er startet eine Umschulung zum Elektroniker und hofft, eine berufliche Zukunft in seiner Heimat zu finden. Auch Nicole Hendrikx muss sich beruflich neu orientieren. Nach einem Hackerangriff steht die Serviettenproduktion von Fasana in Euskirchen für zwei Wochen still. Die massiven Umsatzeinbußen und steigende Energiekosten treiben das Unternehmen in die Insolvenz. Nicole arbeitet seit 25 Jahren im Vertrieb der Firma: „Wir sind eine große Familie, und das wird fehlen. Ich glaube nicht, dass ich sowas nochmal erleben werde.“ Schafft sie es, einen neuen Arbeitsplatz in ihrer Heimat zu finden? Der Stahlhersteller Vallourec in Düsseldorf-Rath muss bereits 2023 schließen. Mehr als 1600 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit. Heute stehen Adel Gracic und Kosta Ciosses zum ersten Mal wieder in den Ruinen des Fabrikgebäudes und blicken ungläubig auf die prägende Zeit zurück: „Als ich mich damals beworben habe, hat mein Papa schon gesagt, bewirb’ dich, da wirst du in Rente gehen. Und das dachte ich auch bis vor Kurzem.“ Niemand rechnet damit, dass alles anders kommen würde. Die „ZDF.reportage: Wenn die Fabrik schließt“ zeigt, wie sich die Schließung von großen Betrieben auf Existenzen, Menschen und Regionen auswirkt. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 12.02.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 14.02.2026 ZDF

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