Jung und glücklich auf dem Land
Folge 360 (30 Min.)
Jungbäuerin Lucy Schmidt lebt für die Landwirtschaft.Bild: ZDFJunge Menschen ziehen häufig weg aus ländlichen Regionen. Aber das Bild vom Land als rückständig und unattraktiv greift zu kurz. Es gibt junge Menschen, die sich bewusst für das Leben außerhalb der Großstadt und in ihrer Heimat entscheiden. Sie übernehmen Verantwortung, führen Traditionen weiter und sorgen für Stimmung auf dem Land. Lucy Schmidt ist 21 Jahre alt und führt gemeinsam mit ihrem Freund Jonas den Ackerbaubetrieb seiner Eltern fort. Auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb eine Stunde östlich von Leipzig übernimmt sie schon in jungen Jahren Verantwortung.Rund 400 Hektar bewirtschaftet das junge Paar. Ihr Alltag ist bestimmt von den Jahreszeiten, vom Wetter und von der Pflege der Tiere. Als junge Frau in der Landwirtschaft erfährt Lucy oft Vorurteile. Außerdem ist das Zusammenleben der unterschiedlichen Generationen nicht immer leicht. Trotzdem bedeutet der Hof für sie Zusammenhalt, Sicherheit und eine Zukunft, die sie selbst mitgestalten kann. Monika Berghammer aus Rottach-Egern am Tegernsee verbindet die Pflege von Tradition mit einem modernen Leben. Seit ihrer Kindheit ist die heute 22-Jährige im Trachtenverein aktiv. Gleichzeitig macht sie eine Ausbildung in München und führt eine Fernbeziehung nach Lissabon. Für Monika bedeutet Heimat nicht, auf Möglichkeiten zu verzichten. Sie will Traditionen bewahren und trotzdem ihren eigenen Weg gehen können. Micha Kible aus Brackenheim in Baden-Württemberg ist der Beweis dafür, dass eine Musikkarriere nicht zwingend in der Stadt beginnen muss. Als Partyschlagersänger „Micha von der Rampe“ verbindet der 29-Jährige Schlager mit Techno und spielt in Bierzelten und auf Dorffesten in ganz Deutschland. Mehr als 100 Auftritte hat er pro Jahr. Mit seinem „Dahoam Feschd“ bringt er Tausende Menschen zusammen und will zeigen, dass auch auf dem Land Neues entstehen kann. Für ihn steht das Dorf nicht für Stillstand, sondern für Gemeinschaft, Spaß und Lebensqualität. Eine „ZDF.reportage“ über junge Menschen, die das Landleben der Großstadt vorziehen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 06.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 08.08.2026 ZDF Jung und Schausteller – Reisefieber im Blut
Folge 361 (30 Min.)Rebecca (11) hilft ihrer Mutter Stefanie bei der Vorbereitung und beim Verkauf von Schokofrüchten.Bild: ZDFImmer auf Achse, immer im Einsatz: Junge Schausteller und Kirmesfans träumen vom Leben unterwegs. Doch wie attraktiv ist der Jahrmarkt zwischen Freiheit, Familientradition und Existenzsorgen? Steigende Kosten, unsichere Einnahmen und wechselhaftes Wetter setzen der Branche zu. Wer heute von Kirmes, Wasen, Wiesn oder Kirchweih leben will, braucht Durchhaltevermögen, Flexibilität und Leidenschaft. „Geht weg, lasst mich das machen!“: Energisch greift Dennis Ruppert ein, wenn es beim Aufbau nicht so läuft. „Frisbee“ heißt die drehende Schaukel, sie ist 19 Meter hoch, ein Stahlkoloss.Beim Errichten und späteren Betrieb unterstützt ihn Kevin. Der 26-Jährige ist gelernter Garten- und Landschaftsbauer und hat seinen Traum verwirklicht: Er arbeitet auf der Kirmes. „Der Ton ist hier manchmal rau, aber das bin ich vom Gartenbau gewohnt.“ Inzwischen darf Kevin sogar das Fahrgeschäft führen und die Ansagen am Mikrofon machen. Für sein neues Leben nimmt er vieles in Kauf. Während der Saison wohnt er in einem winzigen Abteil im Mannschaftswagen. „Ich habe hier alles, was ich brauche“, meint Kevin. Nur seine beiden kleinen Söhne würde er gern häufiger sehen. Beim Aufbau hilft auch der 15-jährige Emil. Für den Sohn von Dennis Ruppert ist die Zukunft längst klar: „Wenn nächsten Jahr die Schule fertig ist, werde ich hier der Juniorchef.“ Vanessa B. ist 22 Jahre alt und betreibt ihr eigenes Karussell. Gemeinsam mit ihren Eltern hat sie den „Twister“ vor zwei Jahren gekauft und finanziert. Doch das Geschäft ist wetterabhängig. An besonders heißen Tagen bleiben die Besucher aus. „Damit müssen wir Schausteller leben. Mal regnet es in Strömen, mal ist es zu heiß. Das ist Gift fürs Geschäft, aber es kommen auch wieder bessere Tage.“ Wenn sich schlechte Wochen häufen, wächst die Sorge, die Kreditraten nicht mehr bedienen zu können. Trotzdem bereut Vanessa ihre Entscheidung nicht. Statt später den Betrieb ihrer Eltern zu übernehmen, wollte sie ihren eigenen Weg gehen. „Das ist Arbeit, aber auch ein Spiel“, sagt die elfjährige Rebecca. Auf dem Heinerfest in Darmstadt hilft sie im Schoko-Früchte-Wagen ihrer Mutter beim Verkauf. Danach bleibt noch Zeit für die Attraktionen auf dem Festplatz. Am liebsten fährt sie auf einem „Fliegenden Teppich“ mit, der einer Tante gehört. Rebecca gehört zu den Kindern, die mit dem Schaustellerleben aufwachsen. Unterrichtet wird sie in einem Schulwagen direkt auf dem Platz. So kann sie unterwegs denselben Stoff lernen wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler an ihrer Heimatschule in Düsseldorf. Wenn sie zurückkehrt, hat sie nichts verpasst. Die „ZDF.reportage“ begleitet junge Erwachsene und Kirmeskinder zwischen Fahrgeschäften, Festzelten und Wohnwagen. Der Film zeigt, warum sich auch eine neue Generation für das Leben der Schausteller begeistert – und welchen Preis sie für ihren Traum von Freiheit und Mobilität bezahlt. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 13.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 15.08.2026 ZDF Die Hochhäuser von Kölnberg – Leben auf 26 Etagen
Folge 362 (30 Min.)Neun Hochhäuser mit 4000 Menschen aus mehr als 60 Nationen: Der Kölnberg im südwestlichen Kölner Stadtteil Meschenich gilt als Problemviertel. Viele Bewohner kämpfen um Arbeit, um die Kinder, um einen Weg nach draußen. Trotzdem sagen einige: „Das ist meine Heimat, und ich gebe sie nicht auf.“ „Hier kennt jeder jeden“, sagt Emir. Der 22-Jährige betreibt seinen eigenen Frisiersalon, mitten zwischen den Hochhäusern. Dort ist er aufgewachsen, dort hat er sich selbstständig gemacht. Heute ist Emirs Salon Treffpunkt für die halbe Nachbarschaft, der Ort, an dem über Jobs, Miete und Behördenbriefe geredet wird. Sein Ziel bleibt trotzdem klar: irgendwann ein eigener Laden in der Kölner Innenstadt.Wie hart der Alltag sein kann, zeigt Samantha. Die 38-Jährige zieht ihre beiden Kinder allein groß, ist aktuell auf Jobsuche und organisiert nebenbei die Behandlungen ihres kranken Kindes: Termine, Klinikaufenthalte, Anträge. „Aufgeben ist keine Option. Ich will, dass meine Kinder es einmal besser haben“, sagt sie. Als Kölnbergerin fühlt sie sich benachteiligt – etwa bei der Job- und Wohnungssuche. Ein paar Meter weiter, auf dem Platz vor dem Kiosk, sitzen Sakko und Ahmed. Musik ist für sie mehr als ein Hobby, in der Musik können sie sich verwirklichen. Der eine produziert Beats, der andere rappt über Geldsorgen, Perspektivlosigkeit und den Wunsch, es raus zu schaffen. Für die Polizei ist das Viertel vor allem ein Einsatzort mit eigenen Regeln. Die örtliche Wache kümmert sich um Ruhestörungen und Nachbarschaftskonflikte; bei Drogenkriminalität und Gewaltdelikten rücken täglich Spezialkräfte aus anderen Städten an – bewusst nicht aus Köln, um die Beamten vor privaten Begegnungen und Racheakten zu schützen. Die „ZDF.reportage“ begleitet Bewohner des Kölnbergs durch ihren Alltag – in den Wohnblocks, bei der Arbeit, am Kiosk und auf der Straße. Der Film gibt intensiven Einblick in ein Viertel, das mehr ist als schlechte Schlagzeilen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 20.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 22.08.2026 ZDF Vorbereitet für den Ernstfall – Notstrom, Wasser, Dosenbrot
Folge 363 (30 Min.)Stromausfall, Hochwasser, Feuer: Es ist gut, wenn man auf den Ernstfall vorbereitet ist. Der Katastrophenschutz rüstet nach, auch Privathaushalte legen Vorräte an. Die einen bunkern Konserven im Keller, die anderen statten ihr Haus mit Wassertanks und Notstromaggregaten aus. Auch Survivalfans, die wochenlanges Überleben im Wald trainieren, haben Zulauf. Was ist sinnvolle Vorsorge, was übertrieben? „Ich möchte völlig autark sein“, meint Marius Görnandt aus Hannoversch Münden. Er hat Vorräte für vier Wochen im Keller, übt an Wochenenden das Überleben draußen.Dafür hat er sich gut ausgestattet, mit Schlafsäcken, Feuersteinen und Wasserfiltern. „Das Ganze macht mir auch Spaß, ich bereite mich nicht auf ein konkretes Ereignis vor.“ Tobias Zweckerl arbeitet freiberuflich als Krisenvorsorgeberater. Gibt Firmen und Familien Tipps, wie sie sinnvoll vorbeugen und was sie dafür brauchen. „Wir haben in Deutschland nach sorglosen Jahrzehnten ordentlich Nachholbedarf“, meint er. „Bisher sorgen die Deutschen immer nur für das vor, was gerade akut war, das ist falsch.“ Krisenvorsorge ist für ihn immer ein Rundumpaket. Einer seiner Kunden: die Metzgerei Hidding im Münsterland. Die Firma mit fünf Filialen und eigener Schlachtung war vor einigen Jahren von tagelangen Stromausfällen betroffen. Seitdem wurde viel in eine lückenlose Energieversorgung der Kühlhäuser investiert. Aber wie soll die Kommunikation zwischen Chef und Mitarbeitern funktionieren, wenn auch die Telefonnetze brachliegen? Eine Baustelle für Krisenberater Zweckerl. Ganz am Anfang stehen die Eheleute Simone und Jürgen Schlotterhose in Bochum: Sie sind seit einer Veranstaltung in der Schule ihrer Kinder alarmiert, wollen vorsorgen für den Krisenfall. Sie haben sich eine Liste der Bundesregierung besorgt. Dort werden bestimmte Lebensmittel und die Mengen für einen Notvorrat empfohlen. Bei fünf Personen und einer Etagenwohnung gerät die Familie in ein echtes Platz- und Geldproblem: „Wo sollen wir 100 Liter Trinkwasser lagern?“ Die Eheleute stehen vor ungeahnten Herausforderungen. Die „ZDF.reportage“ begleitet Profis und Laien bei der Vorbereitung: Was braucht man, um für Stromausfälle, Schneechaos, Naturkatastrophen, sprich, für einen Ernstfall gerüstet zu sein? (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 27.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 ZDF Kleiner Motor, großes Abenteuer – Auf Tour mit der Simson
Folge 364 (30 Min.)1528 Kilometer, acht Freunde und Mopeds aus DDR-Zeiten: Die „ZDF.reportage“ begleitet eine außergewöhnliche Reise quer durch Deutschland und die Beneluxstaaten. Was als Abenteuer und Freundschaftsausflug beginnt, entwickelt sich diesmal zu ihrer längsten und zugleich härtesten Tour – geprägt von Pannen, Emotionen und einem Unfall, der alles infrage stellt. Der Start führt sie über die Wartburg bei Eisenach, die bereits zur ersten großen Herausforderung wird. Steile Anstiege, technische Grenzen und Erschöpfung sorgen früh für Spannungen. Doch das Ziel ist klar: täglich rund 250 Kilometer zurücklegen und dabei möglichst frei und spontan unterwegs sein – inklusive wildem Übernachten in der Natur.Doch dann passiert ein Unfall. Zwei Freunde kollidieren, beide müssen ins Krankenhaus. Der Schock sitzt tief. Zwischen Sorge, Schuldgefühlen und der Frage nach einem möglichen Abbruch rücken Zusammenhalt und Verantwortung stärker denn je in den Mittelpunkt. Am Ende entschließen sich die übrigen sechs Freunde, die Tour fortzusetzen – auch im Sinne der Verletzten. Die Fahrt führt sie weiter durch Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Belgien. Müdigkeit, steigender Zeitdruck und verschiedene Fahrstile sorgen erneut für Reibungen. Doch ebenso erleben die Freunde unvergessliche Momente: spontane Hilfsbereitschaft fremder Menschen, Zufallsschlafplätze inmitten idyllischer Natur und immer wieder das Gefühl grenzenloser Freiheit auf zwei Rädern. Die „ZDF.reportage“ begleitet die Männer eine Woche lang hautnah – zwischen Euphorie und Erschöpfung, Schrauberleidenschaft und existenziellen Momenten. Am Ende geht es nicht nur um 1528 Kilometer, sondern um Zusammenhalt, Verantwortung und Freundschaft. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 03.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 05.09.2026 ZDF
