Hausmeister – Zwischen Rohrbruch und Lebenshilfe
Folge 355 (30 Min.)
Hausmeister Andreas Stöhr kümmert sich nicht nur um seine Gebäude, sondern auch um die Menschen die darin wohnen.Bild: creaframe / ZDFSie sind die Ersten am Morgen und oft die Letzten am Abend: Hausmeisterinnen und Hausmeister halten Gebäude am Laufen – und helfen oft auch den Menschen, die darin leben oder arbeiten. Ein Beruf zwischen Werkzeugkasten und Lebenshilfe, zwischen Rohrbruch, Schulhof und sozialem Brennpunkt. Hausmeister lösen Probleme bevor andere sie überhaupt bemerken, ohne Hausmeister würde vielerorts der Alltag nicht glatt laufen. Im Krankenhaus Köln-Merheim startet Cindy Krause in ihren Arbeitstag. Das Gelände ist ein Labyrinth aus 30 Gebäuden, hier arbeiten rund 2000 Menschen.Ihr Telefon klingelt pausenlos: Schlüssel fehlen, Räume müssen umgebaut, Schilder angebracht, Probleme sofort gelöst werden. „Der Job bedeutet mir sehr viel. Ich verbringe hier ja die Hälfte meines Tages. Kein Tag ist wie der andere“, sagt Krause. Die gelernte Malerin und Lackiererin ist Hausmeisterin mit Leib und Seele und setzt sich in einem männerdominierten Beruf selbstbewusst durch. Für sie ist klar: Kein Bürojob könnte ihr das geben, was dieser Alltag bietet. Andreas Stöhr arbeitet als Hausmeister in einem sozialen Brennpunkt der bayrischen Stadt Kitzingen. Die Notunterkünfte sind für Menschen gedacht, die sonst von Obdachlosigkeit bedroht wären. Vandalismus, Alkohol, Drogen und Streit gehören hier zum Alltag. Auch dass Matratzen und Kühlschränke aus dem Fenster fliegen. Stöhr wird hier immer wieder auch zum Vermittler, Streitschlichter und Ansprechpartner für Menschen am Rand der Gesellschaft. „Da ich nicht so einer bin, der von oben herab schaut auf die, sondern auf Augenhöhe bin, ist es genau das, was ich schon immer machen wollte“, sagt der Hausmeister. Karl-Heinz Biesenbach beginnt seinen Tag um 6:40 Uhr in einem großen Schulkomplex bei Gummersbach. Noch sind die Flure leer, doch bald werden rund 600 Schülerinnen und Schüler das Gebäude füllen. Bis dahin kontrolliert er Türen, Toiletten, Klassenräume und Technik. Abgebrochene Schlüssel, zerstörte Scheiben, Beschwerden des Reinigungsteams oder Vandalismus auf den Schultoiletten – Biesenbach weiß morgens nie, was ihn an einem durchschnittlichen Tag erwartet. „Hausmeister ist kein Beruf, sondern Berufung“, sagt er. Die ZDF.reportage über den vielseitigen und fordernden Beruf des Hausmeisters. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 25.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 27.06.2026 ZDF Brennpunkt Freibad – Sommer, Sonne, Schlägerei?
Folge 356 (30 Min.)Wenn der Bademeister nicht mehr ausreicht: Ein Security-Mitarbeiter im Sport-Paradies Gelsenkirchen.Bild: ZDFDas Freibad ist der Sehnsuchtsort der Deutschen im Sommer. Doch die sommerliche Auszeit mischt sich immer häufiger mit Anspannung. Ist die Liegewiese zur Kampfzone geworden? Für Schwimmmeister und Security-Mitarbeiter in Deutschland bedeutet die Freibadsaison immer auch Stress. Damit Freibäder, gerade in der Großstadt, für alle Besucher ein angenehmer Ort sind, braucht es klare Regeln – und jemanden, der sie durchsetzt. „Manchmal können auch 1000 Badegäste mehr Stress machen als 3000 Badegäste. Kommt immer darauf an, wie gut gelaunt sie sind“, weiß Schwimmmeisterin Diana Reimann vom Sommerbad Humboldthain im Berliner Bezirk Wedding.Gemeinsam mit ihrem Team sorgt sie dafür, dass die Badegäste vor allem im Wasser sicher sind und niemand in Not gerät. Doch an heißen Tagen gibt es häufig Konflikte unter den Besuchern, und auch am Beckenrand müssen sie und ihr Team immer wieder diskutieren. Größere gewalttätige Zwischenfälle jedoch, wie sie aus Berlin in den vergangenen Jahren mehrfach Schlagzeilen machten, konnten Diana Reimann und ihr Team bisher erfolgreich verhindern. „Umso heißer es wird, umso erhitzter werden die Gemüter“, sagt Security-Mitarbeiterin Jessie aus Berlin. Prävention beginnt deshalb für sie schon am Eingang. Seit 2023 werden an allen Berliner Bädern am Eingang nicht nur die Taschen auf gefährliche Gegenstände kontrolliert, sondern Besucher müssen auch einen gültigen Ausweis vorzeigen. Davon sind zwar nicht alle begeistert, doch Diana Reimann und ihr Team sind überzeugt, dass auch das zusätzliche Sicherheit schafft. Auch im Sport-Paradies in Gelsenkirchen sind bei heißem Wetter regelmäßig Security-Mitarbeiter im Einsatz. Für Betriebsleiter Frank Hansch ist das eine Realität, mit der er sich abfinden muss: „Freibäder sind natürlich auch ein Spiegelbild der Gesellschaft“, meint er. Und da gebe es eben „Veränderungen, die nicht immer nur positiv sind.“ Doch die Akzeptanz der schwarz gekleideten Männer im Bad ist generell hoch – die meisten Besucher fühlen sich dadurch sicherer. Im Frauenbad des Lorettobades in Freiburg dagegen gibt es keine Security. Laut polizeilicher Statistik ist der weitaus überwiegende Teil der Gewalttäter in Freibädern männlich – handgreifliche Konflikte kommen dort so gut wie gar nicht vor. Die „ZDF.reportage“ zeigt, was Security, Ausweiskontrollen und Hausverbote tatsächlich leisten und bleibt dabei nah an den Menschen, die Ordnung, Respekt und Baderegeln im Alltag durchsetzen. Der Film begleitet Verantwortliche am Beckenrand, die mit Autorität, Deeskalation und manchmal auch einem Augenzwinkern dafür kämpfen, das Freibad als das zu erhalten, was es sein soll: ein Ort der Erholung für alle. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 02.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 ZDF Leben auf dem Campingplatz – Zwischen Räumung und Neuanfang
Folge 357 (30 Min.)Karsten Fahrig vor den Trümmern seines ‚Campinglebens‘.Bild: ZDFCamping in Deutschland boomt. Mit rund 45 Millionen Übernachtungen waren es in 2025 so viele Gäste wie noch nie. Neben Kurzurlaubern prägen vor allem Dauercamper die Plätze. Für manche ist der Campingplatz nur ein Ferienort, für andere ist er der Lebensmittelpunkt. Jährlich kommen neue Plätze dazu, andere schließen. Das Leben auf dem Campingplatz ist also für Betreiber und Campinggäste immer eine Herausforderung. Für Karsten und Bernd war der Platz am See eigentlich als Ort für den Lebensabend gedacht. Doch jetzt schließt ihr Campingplatz in Clausthal-Zellerfeld.Das heißt für die Camper, sie müssen ihre Parzellen räumen. Karsten hat dort 22 Jahre verbracht: „Die Kinder sind hier groß geworden. In den Urlaubszeiten und an den Wochenenden haben wir uns hier mit den Freunden getroffen. Das war wie eine Familie.“ Nachbar Bernd hat nebenan viereinhalb Jahre gecampt, rund 36 Wochen im Jahr. „Das ist meine zweite Heimat gewesen. Ich wollte mein Rentenalter hier verbringen, und das ist uns allen jetzt genommen worden.“ Das Abschiednehmen fällt beiden schwer. In Meppen eröffnet dagegen ein neuer Campingplatz. Heinz und Susanne krempeln ihr Leben um. Statt Schweine- und Bullenhaltung wollen die Landwirte mit ihrem ganz eigenen Konzept ein Zuhause für Urlauber schaffen. „Jeder hat sein eigenes Badezimmer am Platz, kann per Nummernschilderkennung rein, ohne an der Rezeption anzuhalten. Also online buchen, reinfahren, Urlaub machen“, erklärt Heinz. An Pfingsten wollen sie eröffnen, doch aufgrund des langen Winters hinken die Bauarbeiten hinterher. Die Rezeption ist noch nicht fertig, und auch an Spielplatz, Außendusche und Straßen wird noch gearbeitet. Der Campingplatz in Schillig lockt seit Jahrzehnten Dauercamper und Urlauber auf die 1500 Parzellen an der Nordseeküste. Dort wird entspannt, gesonnt, gewerkelt und das Campen als Wochenend-Zuhause zelebriert. Doch die Idylle ist bedroht. Die Betreibergesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Die Camper machen sich Sorgen um ihre geliebte Urlaubsparzelle. Eine „ZDF.reportage“ über Menschen, für die ihr Campingplatz mehr ist als eine Parzelle mit Wohnwagen und Vorzelt. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 09.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 11.07.2026 ZDF Urlaub im Karwendel – Abenteuer Alpenwelt
Folge 358 (30 Min.)Die Alpenwelt Karwendel ist ein Sehnsuchtsziel voller Natur, Bewegung und Erholung. Doch während Gäste entspannen, beginnt für viele Einheimische der Arbeitstag oft lange vor Sonnenaufgang. In Mittenwald, Krün und Wallgau lebt ein großer Teil der Bevölkerung vom Tourismus. Damit Urlaub reibungslos funktioniert, braucht es Menschen, die führen, versorgen und organisieren – oft unsichtbar, aber unverzichtbar für das perfekte Ferienerlebnis. Bergwanderführerin Alessa zeigt Besucherinnen und Besuchern die schönsten Seiten der Berge. Ihre Touren führen durch beeindruckende Landschaften und machen die Faszination der Alpen unmittelbar erlebbar.Doch kaum ist die Wanderung vorbei, wartet im Tal schon die nächste Aufgabe: Gemeinsam mit ihrem Partner kümmert sie sich um Ferienwohnungen, wechselt Betten, organisiert Anreisen und sorgt dafür, dass für neue Gäste alles bereitsteht. In Mittenwald ist Özkan mit seinem Imbiss ein Treffpunkt für Einheimische und Urlauber. Dort entstehen Gespräche, Begegnungen und ein Gefühl von Gemeinschaft, das den Ort weit über seine landschaftliche Schönheit hinaus prägt. Auf einem Campingplatz in der Region wird sichtbar, wie Urlaub und Arbeit ineinandergreifen. Benedikt hat den Platz vor einem Jahr von seinem Vater Alois übernommen. Seitdem führt er den Betrieb, während der Vater weiter in der Küche steht. Für die Gäste ist der Platz Natur, Freiheit und Sommergefühl. Für Vater und Sohn bedeutet er vor allem Organisation, Verantwortung und ständige Präsenz. Ihre Geschichte erzählt auch von einem Generationenwechsel, bei dem Verantwortung neu verteilt wird, ohne dass der Vater ganz aus dem Alltag verschwindet. Noch unmittelbarer wird das Leben hinter der Urlaubskulisse auf einer Berghütte in der Region. Dort beginnt der Tag früh, oft lange bevor die ersten Wanderer ankommen. Dann geht es um Vorbereitungen, Versorgung, Organisation und einen Betrieb, der nur funktioniert, wenn jeder Handgriff sitzt. So wird sichtbar, wie viel Einsatz hinter einem Ort steckt, den andere vor allem mit Aussicht und Einkehr verbinden. Die „ZDF.reportage“ begleitet Menschen, die die Alpenwelt Karwendel prägen – und Gästen unvergessliche Tage ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen persönliche Geschichten aus einer Region, in der Natur, Begegnung und Alltag eng zusammengehören. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 16.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 18.07.2026 ZDF
