• Folge 367 (30 Min.)
    Die junge Anabelle tanzt in einem Stripclub im Frankfurter Bahnhofsviertel. – Bild: ZDF und Mathias Windrath
    Die junge Anabelle tanzt in einem Stripclub im Frankfurter Bahnhofsviertel.
    Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein Ort der Gegensätze: Zwischen Drogenelend und Designer-Bars, Subkultur und Gentrifizierung, internationalem Flair und sozialem Brennpunkt. Rund 4000 Menschen leben hier. Das nur 0,5 Quadratkilometer große Gebiet schreckt manche Passanten ab, zieht aber viele auch magisch an. Die 19-jährige Anabelle hat ihr Hobby Tanzen zum Beruf gemacht und einen Job als Stripperin angenommen. Wie funktioniert das Geschäft mit dem Körper? Wie groß ist die Gefahr, auf die „schiefe Bahn“ zu geraten? Angst hat sie im Bahnhofsviertel nicht. Sie sagt: „Klar muss man als Frau aufpassen, aber das muss man überall.“ Um diejenigen, die wegen Alkohol, Medikamenten oder Drogen abgestürzt sind, kümmern sich nicht nur professionelle Sozialarbeiter, sondern auch freiwillige Streetworker wie der 36-jährige Mo. Er war früher selbst Dealer und hilft nun anderen, durch Entgiftung aus der Spirale von Sucht und Elend herauszukommen. Dabei arbeitet er mit einem Team von Freiwilligen zusammen. „Wir bringen mindestens fünf bis sechs Menschen in die Entgiftung im Monat. Davon schafft es natürlich nicht jeder, aber von zehn Leuten schaffen es etwa zwei bis drei bei uns“, erzählt Mo. Der Gastronom Rusbeh Toussi wohnt und arbeitet seit rund 20 Jahren im Bahnhofsviertel, betreibt dort ein Restaurant und den Club „Karlson“. Auch wenn es für ihn als Geschäftsmann nicht immer leicht ist inmitten von Suchtkranken und Kriminalität, findet er: „Das Bahnhofsviertel ist einer der kosmopolitischsten, energiegeladensten Orte in Frankfurt – wahrscheinlich in Deutschland überhaupt. Ich bin froh, dass wir Teil dieser Community sind.“ Seit vier Jahren ist Hauptkommissar Daniel Kerleau regelmäßig im Bahnhofsviertel im Einsatz. Drogen, Menschen ohne Aufenthaltstitel, illegale Straßenprostitution – die Einsätze sind vielfältig und oft äußerst stressig. „Stellen Sie sich einen Tag ohne uns vor, wie es dann hier aussehen würde“, sagt der 29-Jährige. Doch trotz der nie endenden Kriminalität mag er das Bahnhofsviertel wegen seiner Vielfalt und Buntheit. Die „ZDF.reportage“ gibt Einblicke in das verrufene und lebendige Areal am Frankfurter Hauptbahnhof. Der Film blickt hinter die Kulissen des Viertels und trifft Anwohner, Ex-Dealer, Polizisten, Crack-Süchtige und Geschäftsleute. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 24.09.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 26.09.2026 ZDF
  • Folge 368 (30 Min.)
    Preistreiber Kinderkleidung: Katharina S. kauft Kindersachen nur secondhand ein und spart so viel Geld.
    In Deutschland gilt jedes siebte Kind als armutsgefährdet. Zugleich verschärfen unfreiwillige Teilzeit und unsichere Einkommen die finanzielle Lage vieler Familien. Laut Statistischem Bundesamt kostet ein Kind bis zum 18. Geburtstag im Schnitt rund 190.000 Euro. Zudem müssen Eltern einen immer größeren Teil ihres Einkommens für Miete, Lebensmittel, Kleidung und Kinderbetreuung ausgeben. Iris und Armin aus Sersheim in Baden-Württemberg haben Ausbildung und Berufseinstieg längst hinter sich. Trotzdem muss das Ehepaar mit zwei Kindern bei alltäglichen Ausgaben genau rechnen. Wegen Personalmangels und verkürzter Öffnungszeiten in der Kita kann Iris nach ihrer zweiten Elternzeit nicht in den Beruf zurückkehren. „Wir brauchen Betreuungszeiten, auf die wir uns wirklich verlassen können“, sagt sie. Armin trägt mit seinem Einkommen allein die laufenden Kosten und Kreditraten für Auto und Wohnung. „Wir haben nie damit gerechnet, dass wir mal mit nur einem Einkommen dastehen. Aktuell sind wir oft auch mal im Dispo.“ Selbst mit einem soliden Gehalt können unerwartete Ausgaben schnell zur Belastung werden. Noch enger ist der finanzielle Spielraum beim alleinerziehenden Vater Farhad aus Wolfenbüttel in Niedersachsen. Der 52-Jährige arbeitet seit einem Jahr wieder in Vollzeit als Hauswart. Weil dadurch das Wohngeld weggefallen ist, hat die Familie mit zwei Kindern trotz zusätzlicher Arbeitsstunden nur circa 130 Euro mehr als zuvor. Nach Feierabend kümmert Farhad sich allein um Haushalt, Essen, Hausaufgabenbetreuung und die Freizeitgestaltung seiner Kinder. Urlaub ist meist nur mithilfe geförderter Angebote möglich. „Kinder sind unsere Zukunft. Ich möchte, dass es ihnen gut geht und sie alle Möglichkeiten haben“, sagt er. „Aber trotz Vollzeitjob müssen wir überall sparen.“ Wo Familien an ihre Grenzen geraten, versucht die Kindertafel Wuppertal gegenzusteuern. Täglich erhalten dort rund 30 Kinder ein warmes Essen, Hausaufgabenhilfe und Unterstützung beim Lernen. „Bildung ist der wichtigste Weg aus der Armut. Wir möchten mit unserem Angebot verhindern, dass diese Kinder die Tafelkunden von morgen werden“, sagt Leiterin Elena Merlakova. Ihr Ziel ist es, Kindern durch Teilhabe und Bildung langfristig bessere Chancen zu eröffnen. Katharina und Jannik aus dem Münsterland haben sich bewusst dafür entschieden, bereits während ihrer Ausbildungszeit eine Familie zu gründen. Katharina war bei der Geburt ihres ersten Kindes 21 Jahre alt, Jannik 19. Jannik arbeitet in Teilzeit und studiert gleichzeitig, Katharina steht kurz vor ihrem Abschluss an einer Fernuniversität. „Zwischen Kita, Studium, Haushalt und Renovierung ist unser Alltag eng getaktet“, sagt Katharina. Rund 2.500 Euro stehen der Familie monatlich zur Verfügung. „Ohne die Unterstützung unserer Familie würden wir das alles nicht schaffen.“ Trotz der Einschränkungen stehen die beiden absolut hinter ihrer Entscheidung, früh Eltern zu werden. Eine „ZDF.reportage“ über die Herausforderungen von Familien in der heutigen Zeit. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 08.10.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 10.10.2026 ZDF
  • Folge 369 (30 Min.)
    Sie arbeiten unter den härtesten Bedingungen und machen Jobs, die andere nicht machen wollen: Industrietaucher, Berufskletterer und Abrissprofis. 18 Meter tief im Abwasser, 120 Meter in der Höhe oder direkt neben einer Sprengung: Manche Menschen arbeiten dort, wo Fehler lebensgefährlich werden können. Erfahrung, höchste Konzentration und absolutes Vertrauen ins Team sind die Voraussetzungen. „Das Gefährlichste ist, wenn man Panik bekommt“, sagt Catharina Richter. Als erste Frau in Deutschland hat sie den Meistertitel als Industrietaucherin erworben. Bei ihrem heutigen Einsatz herrscht unter Wasser völlige Dunkelheit, die Temperatur liegt bei rund 40 Grad. Orientierung gibt es kaum. Gemeinsam mit ihrem Team reinigt sie einen Faulturm im niedersächsischen Achim. Mit 60 Kilogramm Ausrüstung muss sie in 18 Meter tiefes Abwasser hinab, um Ablagerungen zu entfernen. Am anderen Ende, an der Sicherungsleine, steht ihr Vater Siegfried Richter. Er kennt die Risiken des Berufs genau. „Wenn jemand nicht zu 100 Prozent fit oder mit den Gedanken woanders ist, weil er vielleicht gerade privat Probleme hat, wird er keinen Tauchgang machen. Das ist lebensgefährlich.“ Trotzdem ist der Beruf für Catharina ihr Traumjob. Auch Janis Weber arbeitet in Extremlagen: Als Industriekletterer seilt er sich am Hamburger Michel in rund 120 Metern Höhe vom Dach ab. Dort sucht sein Team nach Schäden, durch die Wasser in das historische Bauwerk eindringen könnte. „Das ist schon immer etwas ganz Besonderes, hier am Michel zu klettern. Und die Aussicht auf den Hafen ist von hier oben einfach nur gigantisch.“ Jeder Schaden wird dokumentiert, kleinere Reparaturen werden direkt erledigt. Selbst Werkzeuge müssen gesichert sein. Denn was aus dieser Höhe herunterfällt, kann zur Gefahr werden. Sprengmeister Artur Feitenheimer wiederum sorgt dafür, dass Gebäude kontrolliert zu Fall gebracht werden. Bei Lüdenscheid bereitet er mit seinem Team die Sprengung eines alten Kesselhauses vor. Monate der Planung gehen dem Einsatz voraus. In unmittelbarer Nähe stehen ein intaktes Kraftwerk und weitere Gebäude. „Wir müssen da schon extrem aufpassen und alles doppelt und dreifach prüfen und kontrollieren. Ein Fehler kann hier wirklich fatale Auswirkungen haben.“ Die „ZDF.reportage“ porträtiert Menschen, die täglich unter außergewöhnlichen Bedingungen arbeiten. Sie zeigt, warum in diesen Berufen Mut allein nicht genügt und Präzision, Erfahrung und Teamvertrauen über alles entscheiden. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 22.10.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 24.10.2026 ZDF

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