2024, Folge 19–35
Folge 19/2024
Folge 19 (30 Min.)Wild und farbgewaltig: die Wiedereröffnung des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr Endlich ist es so weit! Am 25. Mai wird das Kunstmuseum Mülheim nach sechs Jahren Sanierung wiedereröffnet. Mit der großen Ausstellung „Im Herzen wild – Brücke, Bauhaus, Blauer Reiter“ kehren die Schätze des Museums in einer neuen Präsentation zum Publikum zurück. 1909 gegründet, ist das Mülheimer Kunstmuseum eines der ältesten im Revier. Vor 30 Jahren zog es in das Gebäude der „Alten Post“ und hat dort ein dauerhaftes Domizil gefunden. Zu den Highlights gehören Hochkaräter des Expressionismus und der Klassischen Moderne aus der Städtischen Sammlung und der Sammlung des Mülheimer Chemikers und Nobelpreisträgers Karl Ziegler – darunter Werke von Paul Klee, Franz Marc, Emil Nolde und August Macke.Spannend ist die Kombination mit Werken der Gegenwartskunst in Räumen, die nach Themen wie „Antlitz und Aura“, „Sex and Politics“ oder „Lippenbekenntnisse und Glaubenssätze“ gestaltet sind. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni schaut sich schon vor der Eröffnung im Museum um, spricht mit der Leiterin Stefanie Kreuzer über das neue Ausstellungskonzept und trifft Eva Henning, die Kunst und Zauberei verbindet. „Im Herzen wild“ ist vom 25. Mai 2024 bis zum 12. Januar 2025 zu sehen. Digitale Untote: der Dokumentarfilm „Eternal You“ über KI und das Ende der Endlichkeit Es ist ein alter Traum: Kontakt zu Verstorbenen aufzunehmen und mit ihnen sprechen zu können. Was bisher nur in Science-Fiction-Filmen oder spirituellen Kreisen vorstellbar war, scheint die Künstliche Intelligenz möglich zu machen. Start-ups bieten Trauernden an, KI-Avatare von Toten zu erstellen. Hans Block und Moritz Riesewieck begleiten in ihrem Dokumentarfilm „Eternal You“ die jungen Unternehmer und ihre Kunden. Sie erzählen von kuriosen, amüsanten und verstörenden Begegnungen mit den Untoten. Und sie fragen: Wollen wir das? Und wer übernimmt die Verantwortung für die psychologischen und ethischen Folgen? Die WDR-Koproduktion ist am 23. Mai in Köln im Museum Ludwig zu sehen und startet am 20. Juni in den Kinos. Wie die Mafia Deutschland übernimmt: Sandro Mattiolis Buch „Germafia“ Die Mafia – ein italienisches Problem? Ganz und gar nicht. Sie ist auch und vor allem in Deutschland aktiv. Für die kalabrische ’Ndrangheta ist die Bundesrepublik so etwas wie die zweite Heimat. Seit über 15 Jahren recherchiert der Journalist Sandro Mattioli zur Mafia. Aus zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen, Aussteigern, Polizisten und Staatsanwälten weiß er, dass die Mafia das „ahnungslose Deutschland“ als ihre Beute sieht und längst begonnen hat, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu unterwandern. In seinem Buch „Germafia – wie die Mafia Deutschland übernimmt“ warnt er vor der unterschätzten Gefahr. Gemalte Demokratie: 75 Jahre Grundgesetz in Bildern von Markus Lüpertz Am 23. Mai vor 75 Jahren wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland feierlich verkündet. Der Düsseldorfer Künstler Markus Lüpertz hat in 16 Bildern seine Sicht auf die wichtigsten Artikel unserer Verfassung festgehalten. Für ihn ist das Grundgesetz ein „Idyll“, die Formulierung eines Idealzustands, von dem sich die Wirklichkeit immer weiter entfernt hat. Gegen die Bedrohung der Demokratie macht er die Bedeutung von Unabhängigkeit, Meinungsfreiheit und Pluralismus stark. Seine Bilder sind vom 23. Mai bis zum 11. August im Bonner Museum Koenig zu sehen – dem Ort, an dem der Parlamentarische Rat 1948 seine Arbeit am Grundgesetz aufnahm. „Die Nacht von Sevilla“: ein Fußballdrama in fünf Akten Es gibt Fußballspiele, die brennen sich ins kollektive Gedächtnis – so wie das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich am 8. Juli 1982 in Sevilla. Nach einem 1:3-Rückstand kämpfte sich Deutschland zum Ausgleich und gewann bei einem nervenaufreibenden Elfmeter-Schießen. Überschattet war der Sieg durch das spektakuläre Foulspiel des deutschen Torwarts Toni Schumacher, das für heftige Auseinandersetzungen sorgte und die deutsch-französische Freundschaft auf eine harte Probe stellte. Manuel Neukirchner, Gründungsdirektor des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund, hat aus dem Fußball-Krimi ein dokumentarisches Theaterstück gemacht, das die Emotionen von damals wieder aufleben lässt. Westart ist bei der Uraufführung mit dem Schauspieler Peter Lohmeyer und dem damaligen Torwart Toni Schumacher am 14. Mai bei den Ruhrfestspielen dabei. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 18.05.2024 WDR Folge 20/2024
Folge 20 (30 Min.)IT zum Anfassen: Zu Besuch im Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn Ein Leben ohne Computer? Für die meisten von uns unvorstellbar. Wir nutzen ihn als PC auf dem Schreibtisch, als Smartphone, Laptop oder iPad. Wer aber hat ihn erfunden? Und wie kam es zu seiner rasanten Entwicklung? Antworten gibt das Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn. Dabei schlägt die Ausstellung einen großen Bogen: von der Entstehung der Zahlen und Schriftzeichen vor 5000 Jahren über die ersten Schreib- und Rechenmaschinen, die frühe Datenverarbeitung per Lochkarte und die Erfindung des Roboters bis zur KI. Gewidmet ist das Museum dem Unternehmer und Computerpionier Heinz Nixdorf, der 1959 seine zuvor in Essen gegründete Firma in seine Heimatstadt Paderborn verlegte.Es waren weder Apple noch Microsoft, sondern Heinz Nixdorf, der die ersten raumfüllenden Großrechner auf Schreibtischgröße schrumpfte und sie damit für den Alltag praktikabel machte. Gerade hat eine Sonderausstellung eröffnet, die die Besucher in die faszinierende Welt der Wellen entführt. Sie macht erfahrbar, welche Rolle Meeres-, Schall-, Erdbeben- und Lichtwellen in unserem Leben spielen. Westart-Moderatorin Mona Ameziane trifft bei ihrem Besuch im Heinz Nixdorf Museumsforum David Woitkowski, den Leiter des Bereichs KI, und Frauke Elbracht, die Kuratorin der Ausstellung „Wellen – Tauch ein“, die bis zum 5. Januar 2025 zu sehen ist. K21 Global Art Award: Auszeichnung für den chinesischen Künstler Wang Tuo Er ist eine Auszeichnung für Künstlerinnen und Künstler am Anfang oder in der Mitte ihrer Karriere, will ihren Mut und ihre Visionen fördern: der K21 Global Art Award der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr wurde er zum zweiten Mal verliehen. Gewinner ist der chinesische Künstler Wang Tuo. Mit dem Preis verbunden ist der Ankauf seiner zweiteiligen Videoinstallation „The Second Interrogation“. Wang Tuo thematisiert darin die Bedingungen des Kunstschaffens und die verschwimmenden Grenzen zwischen Selbst- und staatlicher Zensur. Zu sehen ist das Werk ab dem 24. Mai im K21 in Düsseldorf. Der liebende Blick: Der Kinofilm „Alle die du bist“ „Alle die du bist“ ist ein magischer Liebesfilm, der vor der realen Kulisse des Braunkohletagebaus bei Köln spielt. Nadine (Aenne Schwarz) ist aus ihrer brandenburgischen Heimat zum Arbeiten ins rheinische Revier gekommen. Sie verliebt sich in den impulsiven Kollegen Paul (Carlo Ljubek). Die beiden werden ein Paar. Doch nach sieben Jahren scheint der Zauber ihrer großen Liebe verflogen zu sein. Paul ist Nadine fremd geworden. Sie beschließt, dagegen anzukämpfen und all die Facetten an ihm wiederzuentdecken, die sie einst zu ihm hingezogen haben. Der zweite Spielfilm des jungen Regisseurs Michael Fetter Nathansky ist ein Plädoyer für den liebenden Blick. „Alle die du bist“ kommt am 30. Mai in die Kinos. Update für die Demokratie: Die Ausstellung „Für alle!“ in der Bundeskunsthalle Bonn Was ist los mit unserer Demokratie? Haben wir sie als selbstverständlich hingenommen? Sie aus Gleichgültigkeit vernachlässigt und dabei übersehen, dass es sie nur gibt, wenn wir ständig an ihr arbeiten? Die Ausstellung „Für alle!“ in der Bundeskunsthalle Bonn will uns, die Bürgerinnen und Bürger, wieder auf Trab bringen und uns ermuntern, unsere demokratischen Muskeln zu stärken. Es geht um das Mitgestalten der Macht und um das Erproben einer aktiven Beteiligung über das bloße Kreuzchen-Machen am Wahltag hinaus. Denn in welcher Demokratie wir leben, hängt von uns allen ab. Die Ausstellung „Für alle!“ ist vom 30. Mai bis zum 13. Oktober zu sehen. Von Aachen nach Paris und zurück: „Lady Tartuffe“ am Theater Aachen Arrangierte Ehen, wüste Intrigen und dunkle Geheimnisse: Daraus ist die Komödie „Lady Tartuffe“ gemacht. Geschrieben hat sie die in Aachen geborene und aufgewachsene französische Schriftstellerin Delphine Gay. Mitte des 19. Jahrhunderts war sie eine der zentralen Figuren des Pariser Kulturlebens. Sie schrieb Essays, Romane und Dramen – meist unter männlichem Pseudonym – und begrüßte in ihrem Salon Geistesgrößen wie Balzac, Hugo und Liszt. Das Regie- und Autorenduo StuhlerKoslowski hat das Stück wiederentdeckt und mit unbändiger Lust am Fabulieren in die Gegenwart transportiert. Am 25. Mai ist die Uraufführung am Theater Aachen. Westart ist bei den letzten Proben dabei. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 25.05.2024 WDR Folge 21/2024
Folge 21 (30 Min.)Kunst vom Feinsten erwartet die Besucher des KAT_A in einem außergewöhnlichen Ambiente direkt unter dem Drachenfels: Hier sind Werke von Candida Höfer, Ólafur Elíasson, Katharina Grosse, Julius von Bismarck, Alicja Kwade und vielen anderen zu sehen. Vor zehn Jahren hat sich die Sammlerin Andra Lauffs-Wegner mit der Gründung des Forums für internationale Gegenwartskunst einen langgehegten Wunsch erfüllt. Zum Ensemble rund um den klassizistischen Turm in Bad Honnefs Stadtteil Rhöndorf gehören die Gründerzeitvilla Hedwig mit jährlich wechselnden Ausstellungen und ein großzügiger Landschaftspark mit permanenten Installationen und Skulpturen.„Alte und neue Freunde“ heißt der Titel der Jubiläumsausstellung zum zehnten Geburtstag des KAT_A. Sie präsentiert Werke von 1940 bis 2022, die über die Jahrzehnte hinweg in einen spannungsreichen Dialog treten – zum Beispiel in der Begegnung von Imi Knoebel mit Wolfgang Tillmans oder im Aufeinandertreffen von Isa Genzken und Anne Imhof. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni spricht mit der Sammlerin Andra Lauffs-Wegner über ihre Leidenschaft für die Kunst und trifft den Bildhauer Andreas Schmitten, dessen sechs Meter hohe Plastik „Wartende“ im Park ein Eye-Catcher ist. Am Puls des Potts: Till Brönner meets Dance – Das Revier ist mehr als eine Region, als ein Industriestandort mit wechselvoller Geschichte. Das Revier ist ein Gefühl. Es lebt von den Alltagserfahrungen der Menschen, von ihren Erinnerungen und Träumen, von ihrem Miteinander über alle Unterschiede hinweg. Der Musiker und Fotograf Till Brönner hat sich auf Spurensuche begeben und auf unzähligen Streifzügen dem Pott den Puls gemessen. Gemeinsam mit der vielfach ausgezeichneten Choreografin Nicole Beutler bringt er das Lebensgefühl des Ruhrgebiets auf die Bühne. „Pulse! Till Brönner meets Dance“ hat am 7. Juni im Schauspielhaus Bochum Premiere. Weitere Aufführungen sind am 8. und 9. Juni. Schuld, Vergebung und die Sehnsucht nach Familie: Der Dokumentarfilm „Hinter guten Türen“ von Julia Beerhold – „Hinter guten Türen“ erzählt die Geschichte zweier Kinder, die von ihren Eltern geliebt, gefördert – und misshandelt werden. Es ist die Geschichte der Regisseurin Julia Beerhold und ihres Bruders. Ihr autobiografischer Dokumentarfilm ist eine berührende und mutige Annäherung daran, was sie beide in ihrer Familie erlebt haben und was bis heute Spuren hinterlassen hat. Julia Beerhold bringt zur Sprache, was normalerweise verschwiegen wird. Sie thematisiert den Widerspruch im Verhalten der Eltern und fragt, ob Erziehung wirklich Privatsache ist. „Hinter guten Türen“ kommt am 30. Mai in die Kinos. Familiensaga im Zweiten Weltkrieg: Die Graphic Novel „Columbusstraße“ von Tobi Dahmen – Ein Comic-Roman über das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte – geht das? Ja, das geht. Tobi Dahmen, mehrfach ausgezeichneter Illustrator und Comic-Künstler, spürt der Geschichte seiner Familie zur Zeit der NS-Diktatur nach. Ausgangspunkt war eine Sammlung alter Briefe, die er nach dem Tod seines Vaters entdeckte. Aus den Zeitzeugnissen und früheren Gesprächen mit seinen Eltern rekonstruierte er eine Chronik der Kriegsjahre, die die Familiengeschichte mit den historischen Ereignissen verknüpft. Es geht um Konformismus und Widerstand, um Wehrmacht und Landverschickung, aber auch um persönliche und politische Verantwortung. Seine berührende Graphic Novel „Columbusstraße“ ist im Carlsen Verlag erschienen. Zwischen Sozialkritik und Identität: Britische Fotografinnen in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen – Großbritannien scheinen wir gut zu kennen: die Royals und Mr. Bean, die Steilküsten im Süden und das pulsierende Leben in London, den Brexit und die ständigen Neuwahlen. Doch wie viel wissen wir wirklich über Europas größten Inselstaat? 28 britische Fotografinnen aus drei Generationen öffnen uns den Blick für gesellschaftliche und soziale Umbrüche, für die Folgen der Migration und das Ringen um Stabilität. Die Aufnahmen umspannen den Zeitraum von den 1970er Jahren bis in die Gegenwart. Sie dokumentieren das Alltagsleben in der Großstadt und auf dem Land ebenso wie die Suche nach der eigenen Identität. Die Ausstellung „UK Women – Britische Fotografie zwischen Sozialkritik und Identität“ ist bis zum 15. September in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zu sehen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 01.06.2024 WDR Folge 22/2024
Folge 22 (30 Min.)Ein Fest für alle: Die Ruhrtriennale 2024 Pralles Kulturleben im Revier mit Theater, Musik, Installation Tanz und Literatur – das bietet die Ruhrtriennale vom 16. August bis zum 15. September. Außergewöhnliche Produktionen vor der einzigartigen Kulisse der Industriekultur machen den besonderen Reiz des Festivals aus. 141 Veranstaltungen stehen an zehn Spielorten in Bochum, Duisburg und Essen auf dem Programm. Die belgische Künstlerin Berlinde de Bruyckere verwandelt die Turbinenhalle in Bochum in die begehbare Installation „City of Refuge IV“.Und auf der Zeche Zollverein finden gleich mehrere Events statt: Die Ausstellung „Landscapes of an Ongoing Past“ mit Werken von Künstlern aus dem ehemals sozialistischen Osteuropa und „Abendzauber“, ein innovatives Musiktheater zwischen Bruckner und Björk. Ivo van Hove, Intendant für die Spielzeiten 2024 bis 2026, hat die Ruhrtriennale unter das Motto „Longing for Tomorrow – Sehnsucht nach morgen“ gestellt. Der belgische Theater- und Opernregisseur lädt mehrmals zum Publikumsgespräch in das Metropolis Kino in Bochum. Dort trifft ihn Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni und spricht mit ihm über Kunst in turbulenten Zeiten. I Want Absolute Beauty: Eine Heldinnenreise mit Sandra Hüller und dem Trio „(LA)HORDE“ Sandra Hüller ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Schauspielerinnen Deutschlands. In „I Want Absolute Beauty“ präsentiert sie Songs der legendären britischen Sängerin PJ Harvey. Es ist die Eröffnungsveranstaltung der Ruhrtriennale in der Jahrhunderthalle in Bochum. Ivo Van Hove hat eine aufwühlende Reise durch die Höhen und Tiefen im Leben der Sängerin inszeniert. Sandra Hüller singt und spielt die Hauptrolle. Begleitet wird sie vom französischen Tanztrio „(LA)HORDE“, das schon Madonnas Celebration-Tour mitchoreografiert hat. Shalom-Musik.Koeln: Das israelisch-iranische Ensemble „Sistanagila“ auf dem Festival jüdischer Musik „Together Now“ – mit diesem Motto setzt das diesjährige Festival jüdischer Musik ein Zeichen für Zusammenhalt gegen Spaltung, Terror und Krieg. „Shalom-Musik.Koeln“ findet vom 15. bis 25. August in Köln und im Rhein-Erft-Kreis statt. Für den Dialog zwischen den Kulturen und den Brückenschlag trotz scheinbar unversöhnlichen Differenzen stehen auch die Musiker von „Sistanagila“. Das isrealisch-iranische Ensemble präsentiert eine Fusion aus Klezmer, sephardischer und persischer Musik mit Anklängen von Jazz, modernen und klassischen Kompositionen. Wie die Vergangenheit in die Gegenwart wirkt: Ulla Lenzes Roman „Das Wohlbefinden“ Zwei sehr ungleiche Frauen, ein abgeschiedener Ort und eine Begegnung mit Folgen. 1907 treffen sich die Fabrikarbeiterin Anna Brenner und die Schriftstellerin Johanna Schellmann in einem Lungensanatorium vor den Toren Berlins. Anna ist dem Okkulten zugewandt und wird als Medium verehrt. Johanna entdeckt durch sie ihre verschüttete Spiritualität. Die beiden nähern sich an, bis der Kampf um Anerkennung sie zu Rivalinnen macht. Jahrzehnte später versucht Johanna zu ergründen, was damals tatsächlich geschah. Erst ihre Urenkelin bringt Licht in das Dunkel. In ihrem Roman porträtiert die gebürtige Mönchengladbacherin Ulla Lenze drei Frauenleben vom Kaiserreich bis heute und folgt den Spuren der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Leidenschaft und Unterdrückung: Kirill Serebrennikovs „Legende“ in der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord Ob Film, Oper, Theater, Ballett – Kirill Serebrennikov ist einer der profiliertesten und international bekanntesten russischen Regisseure. Seit 2022 lebt der in seiner Heimat verfolgte Künstler im deutschen Exil. Bei der Ruhrtriennale bringt er sein fulminantes Stück „Legende“ auf die Bühne der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord. Gewidmet ist es dem armenischen Filmregisseur Sergey Paradjanov, einem Meister des poetisch-surrealen Kinos. 1924 in Tiflis geboren, wuchs er in der Sowjetunion auf und rebellierte mit seinem Leben und seiner Kunst gegen die Unterdrückung. Nach der Premiere am 17. August ist „Legende“ am 18., 20. und 21. August zu sehen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 17.08.2024 WDR Folge 23/2024
Folge 23 (30 Min.)Open-Air-Gesamtkunstwerk: Zu Gast im Skulpturenpark Köln Eine Oase der Ruhe mitten im Trubel der Großstadt: Das bietet der Skulpturenpark Köln direkt am Rhein in der Nähe von Zoo, Flora und Botanischem Garten. Unter freiem Himmel ist auf rund 40.000 Quadratmetern zeitgenössische Kunst vom Feinsten zu sehen, darunter Werke von Mary Bauermeister, Anish Kapoor, Jenny Holzer und Rosemarie Trockel. Gegründet wurde er 1997 auf Initiative des Sammlerehepaars Eleonore und Michael Stoffel. Heute wird er geleitet von der gemeinnützigen Stiftung Skulpturenpark Köln. Alle zwei Jahre präsentiert eine Wechselausstellung die große Bandbreite moderner Skulpturenkunst und ergänzt das bestehende Ensemble um Leihgaben.Die aktuelle Ausgabe KölnSkulptur #11 hat Nikola Dietrich unter dem Motto „Body Manoeuvres“ kuratiert. Mit dabei sind Marte Eknæs und Frances Scholz. Die Deutsch-Amerikanerin Frances Scholz zeigt die Videoinstallation „Earth Wall“, mit der sie das Spannungsfeld von Natur, Skulptur und Technologie erfahrbar macht. „Insides“ heißt das Werk der norwegischen Künstlerin Marte Eknæs, das den Blick öffnet in das Innenleben von Mensch und Stadt. Auf ihrem Rundgang spricht Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni mit den beiden Künstlerinnen und der Kuratorin Nikola Dietrich. „Die geheime Welt der Superreichen“: Julia Friedrichs auf den Spuren des Geldes Ab wann ist man reich? Richtig reich? Als „superreich“ gelten Menschen, die über mehr als hundert Millionen Euro verfügen. In Deutschland besitzen rund 2900 Personen gut 20 Prozent des gesamten Finanzvermögens. Wer sind sie? Wie denken sie selbst über Geld? Ist Vermögen für sie eine Privatangelegenheit? Die vielfach ausgezeichnete Journalistin Julia Friedrichs hat sich auf die Suche gemacht und einige der „Superreichen“ zum Gespräch getroffen. Ihre Recherchen führten sie zu Luxusjachten, in Family-Offices und Steueroasen. Mit Wissenschaftlern und Experten hat sie über die Hintergründe und Folgen der Vermögensverteilung gesprochen. Ihr Buch „Crazy Rich“ erlaubt einen Einblick in die geheime Welt der Superreichen und stellt die Frage, wie viel Ungleichheit unsere Gesellschaft verträgt. „Guten Morgen, ihr Schönen!“: Teil 2 der Doku „Die Unbeugsamen“ Mit seiner preisgekrönten Dokumentation „Die Unbeugsamen“ setzte Regisseur Torsten Körner den Politikerinnen der Bonner Republik und ihrem Kampf um politische Teilhabe ein filmisches Denkmal. Am 29. August kommt die Fortsetzung in die Kinos. In „Guten Morgen, ihr Schönen“ porträtiert Torsten Körner Frauen aus der DDR. Er zeichnet ihre unterschiedlichen Lebenswege nach und lässt sie zurückblicken auf ihren Kampf um Gleichberechtigung, die in der DDR zwar staatlich verordnet, in der patriarchalen Gesellschaft aber keineswegs verwirklicht war. Zu Wort kommen u.a. Brunhilde Hanke, langjährige Oberbürgermeisterin von Potsdam, die Landwirtin und „Heldin der Arbeit“ Solveig Leo, die Schriftstellerin Katja Lange-Müller und die Schauspielerin Katrin Sass. „Ich komme nicht zurück“: Der neue Roman von Rasha Khayat Hanna, Zeyna und Cem sind unzertrennlich. Ende der 80er Jahre wachsen sie gemeinsam in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Herkunft spielt zunächst keine Rolle. Doch als sie älter werden, bekommt die Freundschaft Risse. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 entfremden sich Hanna und Zeyna bis zum endgültigen Bruch. Als Hanna Jahre später in ihre alte Heimat zurückkehrt, macht sie sich auf die Suche nach Zeyna, die sie schmerzlich vermisst … Rasha Khayat wurde in Dortmund geboren, wuchs in Saudi-Arabien auf und kehrte als Elfjährige mit ihrer Familie nach Deutschland zurück. Sie arbeitet als freie Autorin und Übersetzerin. „Ich komme nicht zurück“ ist ihr zweiter Roman. „À la carte“: Tanzabend auf PACT Zollverein in Essen Ein Tanzabend, den die Zuschauerinnen und Zuschauer mitgestalten: „À la carte“ besteht aus unterschiedlichen Szenen, deren Reihenfolge und Form erst im Dialog zwischen Ausführenden und Publikum festgelegt wird. Wie aus einer Speisekarte wählen sie gemeinsam Musik, Tanzstil und Requisiten aus. So entsteht jeden Abend eine neue Choreografie. „À la carte“ ist eine Produktion der Dresden Frankfurt Dance Company unter der Leitung von Ioannis Mandafounis. Die Premiere im Rahmen der Ruhrtriennale ist am 22. August auf PACT Zollverein. Frisch gekocht wird am 23., 24. und 25. August. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 24.08.2024 WDR Folge 24/2024
Folge 24 (30 Min.)Dem Geheimnis auf der Spur: Zu Gast im Theater an der Ruhr in Mülheim: Als Roberto Ciulli das Theater an der Ruhr 1980 gründete, wollte er eine Vision verwirklichen: Theater als Kunst- und Lebensform, als ein Ort des Anstoßes und Austausches, an dem alle willkommen sind. Bis heute sticht das Haus mit überraschenden Produktionen und einer alternativen Arbeitsweise in der deutschen Theaterlandschaft hervor. Im vergangenen Jahr hat es ein neues Kapitel aufgeschlagen. Dreimal pro Spielzeit lädt es über mehrere Wochen zu sogenannten „Theaterinseln“ ein, mit einem konzentrierten Angebot von Neuinszenierungen und Rahmenveranstaltungen wie Workshops, Konzerten, Lesungen und Kunstinstallationen.Ziel ist es, das Theater für neue Besuchergruppen zu öffnen und es mitten in der Gesellschaft zu verorten. Die Spielzeit 2024/25 steht unter dem Motto „Geheimnis“. Wer dabei an die rätselhafte griechische Sphinx denkt, ist auf der richtigen Spur. Eines der Highlights in der ersten „Theaterinsel ist die Neuinszenierung von „Ödipus“ nach Sophokles, die Alexander Klessinger und Mats Süthoff auf die Open-Air-Bühne bringen. Bei ihrem Besuch im Theater an der Ruhr schaut Westart-Moderatorin Mona Ameziani hinter die Kulissen, trifft Künstlerinnen und Künstler und spricht mit dem Theatergründer und -leiter Roberto Ciulli. Der Reiz des Alltäglichen: Lars Eidingers Ausstellung „O Mensch“ in der Kunstsammlung NRW: Lars Eidinger ist einer der gefragtesten Schauspieler Deutschlands. Seine zweite künstlerische Leidenschaft ist das Fotografieren. Am liebsten nutzt er dafür das Smartphone oder eine Spiegelreflexkamera. Seine Aufnahmen zeigen Alltagssituationen, scheinbar beiläufige Beobachtungen, die er ins Blickzentrum rückt und denen er damit eine besondere Bedeutung gibt. Nicht immer sind Menschen auf den Fotos zu sehen. Ihre Spuren aber lassen sich überall erkennen. Jetzt zeigt die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf eine Auswahl seiner Fotos und Videos, die zwischen 2018 und 2024 entstanden sind. Die Ausstellung „O Mensch“ ist vom 31. August 2024 bis zum 26. Januar 2025 zu sehen. „Pink Noise“: Ausstellung der Künstlergruppe Troika in der Langen Foundation: „Troika“ – unter diesem Namen machen Eva Rucki, Conny Freyer und Sebastien Noel seit 2003 gemeinsam Kunst. In ihren Malereien, Skulpturen, Filmen und Installationen beschäftigen sie sich mit den Beziehungen zwischen der analogen und der digitalen Wirklichkeit. Es geht um KI, um Algorithmen, um virtuelle und reale Welten, vor allem aber auch um die Frage, wie die Technologie unser Leben und unser Verhältnis zur Natur beeinflusst. Die Langen Foundation zeigt vom 1. September 2024 bis zum 16. März 2025 unter dem Titel „Pink Noise“ neue Werke des deutsch-französischen Trios, die das Verschmelzen von maschineller und menschlicher Wahrnehmung thematisieren. „Die Welt zwischen den Nachrichten“: Der neue Roman von Judith Kuckart: Judith Kuckart, 1959 in Schwelm geboren und aufgewachsen, ist Tänzerin, Choreografin, Regisseurin und Schriftstellerin. 1990 hat sie ihren ersten Roman „Wahl der Waffen“ veröffentlicht. Seither wurde sie mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Jetzt erscheint ihr neuer autofiktionaler Roman „Die Welt zwischen den Nachrichten“. Die Autorin verknüpft darin markante historische Ereignisse mit persönlichen Erinnerungen, erzählt von Zufällen und unerwarteten Begegnungen, die den Lauf ihres Lebens ebenso wie das Weltgeschehen beeinflusst haben. So entsteht aus vielen Puzzleteilen das Tableau einer Vergangenheit, in der zwar alles so gewesen ist, aber nichts genauso stattgefunden hat. Judith Kuckart verwebt aus Phantasie und Realität eine „Welt zwischen den Nachrichten“, die die Erfahrungswelt einer ganzen Generation lebendig werden lässt. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 31.08.2024 WDR Folge 25/2024
Folge 25 (30 Min.)Hotspot für die Kultur: Zu Besuch im Bilker Bunker in Düsseldorf: Einst suchten Menschen hier Schutz vor Bomben. Der Bilker Bunker wurde 1942 als „Luftschutzbauwerk Nr. 25“ gebaut. Nach einer wechselvollen Geschichte steht er seit 2014 unter Denkmalschutz. Heute ist er ein offener Raum für Kunst und Kultur, ein Treffpunkt für Kreative und Kulturinteressierte. Dazu gehört auch die „Schleuse zwei“, eine coole Kellerbar, in der regelmäßig Live-Performances und Konzerte stattfinden. Herzstück des Bilker Bunkers sind die wechselnden Kunstausstellungen. Ab dem 5. September zeigt hier Anys Reimann, der Shooting-Star aus Düsseldorf, erstmals in einer großen Einzelschau unter dem Titel „Dark Star Backyard“ ihre Werke.Als Tochter einer Deutschen und eines Westafrikaners im Ruhrgebiet geboren, lebt und arbeitet sie in Düsseldorf. Bis 2020 studierte sie an der dortigen Kunstakademie. 2023 erhielt sie den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf. Die Kunstsammlung NRW hat vier ihrer Arbeiten erworben. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni trifft sie in der Ausstellung und spricht mit Christina von Plate, Geschäftsführerin und Kuratorin, über den besonderen Reiz des Bilker Bunkers. Weg ins Vergessen: Volker Kitz’ Essay über seinen dementen Vater: Was passiert, wenn die Eltern alt werden? Was ändert sich in den Familienbeziehungen und wie verschiebt sich die Verantwortung? Darüber schreibt Bestsellerautor Volker Kitz in seinem Essay „Alte Eltern“. Er erzählt die Geschichte seines Vaters, der allmählich dement wird und immer mehr auf die Hilfe und das Verständnis des Sohnes angewiesen ist. Wie geht er damit um, mit den Erinnerungen, mit Enttäuschungen und Erwartungen? Volker Kitz’ bewegendes Buch trifft die Gedanken- und Gefühlswelt einer ganzen Generation. Gefeiert und gehasst: Der Dokumentarfilm „Act Now!“ porträtiert Petra Kelly: Sie war eine Kämpferin für die Menschenrechte und eine Aktivistin für den Umweltschutz. Als Gründungsmitglied der „Grünen“ prägte Petra Kelly die Bonner Republik der 1980er Jahre entscheidend mit. Mitten im Kalten Krieg brachte sie Hunderttausende auf die Straße, um gegen die Stationierung von Atomraketen zu protestieren, und wurde zur Lichtgestalt der Friedensbewegung. Doch wer war der Mensch Petra Kelly? Was trieb sie an? Mit welchen Widersprüchen und Bedrohungen hatte sie zu kämpfen? Die Dokumentarfilmerin Doris Metz zeichnet anhand bisher unveröffentlichter Archivaufnahmen und Interviews das Bild einer sensiblen und mutigen Frau, die sich von niemandem aufhalten ließ. „Act Now!“ kommt am 12. September in die Kinos. Kampf zwischen Mensch und Natur: Robert Wilson inszeniert „Moby Dick“: Er ist einer der bedeutendsten und gefragtesten Theatermacher unserer Zeit. Mit Inszenierungen wie „Black Rider“ hat der heute 82-Jährige Theatergeschichte geschrieben. Robert Wilson verbindet in seinen Arbeiten Tanz, Performance, Musik, Schauspiel, Malerei und Lichtdesign. Am Düsseldorfer Schauspielhaus hat er bereits „Der Sandmann“ und „Dorian“ auf die Bühne gebracht. Jetzt startet die neue Spielzeit mit „Moby Dick“, seiner Interpretation des großen Romans von Herman Melville, in dem es nicht nur um die Jagd nach einem weißen Pottwal geht, sondern um die Geheimnisse der menschlichen Existenz. Westart ist bei der Premiere am 05. September dabei. „Endless Rüttenscheid“: das neue Album der Essener Band „International Music“: Sie kommen aus Essen: die drei Musiker der Band „International Music“. Um Essen, genauer um das hippe Szeneviertel Rüttenscheid, geht es auch im Titelsong ihres dritten Albums, das am 06. September erscheint. Pedro Goncalves Crescenti, Peter Rubel und Joel Roters stehen für Indie-Rock mit melancholisch-lakonischen Texten. Was es mit „Endless Rüttenscheid“ auf sich hat, das verraten sie bei Westart. Ab dem 12. Oktober geht das Trio auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 07.09.2024 WDR Folge 26/2024
Folge 26 (30 Min.)Offen für alle: Zu Besuch im Kunstmuseum Gelsenkirchen Das Kunstmuseum Gelsenkirchen feiert Geburtstag: Vor 40 Jahren wurde der große Erweiterungsbau eröffnet. Über eine gläserne Brücke ist er mit der historischen Villa Pöppinghaus verbunden. Zu sehen sind repräsentative Werke vom Impressionismus bis zur Moderne, darunter Lovis Corinth, Max Ernst, Paula Modersohn-Becker und Gerhard Richter, und Grafiken von Albrecht Dürer bis Pablo Picasso. Einzigartig in Deutschland ist die kinetische Sammlung. Rund 80 Werke – Skulpturen, Installationen und Collagen – machen die Entwicklung der Kinetischen Kunst von den Anfängen bis zur Op-Art erfahrbar. Und sie laden die Besucher ein, mitzumachen und die Kunst hautnah zu erleben. Zum Jubiläum präsentiert Julia Höner, seit 2022 Chefin des Museums, die Sammlungsschwerpunkte neu. Nach den Umbauarbeiten öffnet das Museum mit einem großen Fest am 15. September. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni hat sich gemeinsam mit Julia Höner schon vorher umgeschaut.„GRMPF“: Eine musikalische Baustelle am Schauspiel Köln Dass Bauen meist viel länger dauert als ursprünglich geplant, ist den Kölnern nicht fremd. Gilt doch der Dom als „ewige Baustelle“ mitten im Herzen der Stadt. Dass aber auch so profane Gebäude wie Schauspielhaus und Oper einfach nicht fertig werden, das ist schon schwerer erträglich. Doch Jammern hilft nicht. Nachdem der Umzug der Bühnen Köln aus dem Provisorium zurück an den Offenbachplatz zum zweiten Mal verschoben wurde, macht das Schauspiel aus der Misere einen verzweifelt-vergnüglichen Theaterabend unter dem vielsagenden Titel „GRMPF“. Die Produktion ist eine Zusammenarbeit des Intendanten Rafael Sanchez (Regie) mit dem Autor Mike Müller. Die Uraufführung ist am 14. September – natürlich im Depot, dem Dauerprovisorium in Köln-Mülheim. „Superheroes“: Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf Im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse retten sie die Menschheit: Superhelden wie Batman, Spider-Woman oder Black Widow. Seit die ersten Superheroe-Geschichten in den1930er Jahren in den USA entstanden, haben sie sich über die ganze Welt ausgebreitet. Was es mit dem Kosmos der Superhelden auf sich hat, das ist ab dem 13. September in einer großen Ausstellung im NRW-Forum in Düsseldorf zu erkunden. Von Batman und Joker über Manga und Anime bis hin zu Politik und Propaganda: Elf Themenbereiche zeigen die Vielfalt des Genres. Zu sehen sind Comic-Hefte, Originalskizzen berühmter Zeichner, lebensgroße Skulpturen, Action Toys und Filmszenen. Die Ausstellung „Superheroes“ läuft bis zum 11. Mai 2025. Insomnia: Melanie Raabes neuer Roman „Der längste Schlaf“ Mara Lux, Wahl-Londonerin aus Deutschland, ist eine führende Schlafforscherin. Dabei leidet sie selbst seit vielen Jahren unter Schlaflosigkeit. Nacht für Nacht fürchtet sie sich vor ihren Träumen, die auf seltsame Art in die Wirklichkeit hineinragen. Als sie überraschend von einem deutschen Notar die Nachricht erhält, dass ihr ein anonymer Erblasser ein altes Herrenhaus vermachen will, ist sie verwirrt, reist aber doch in die deutsche Provinz, um mehr zu erfahren. Dort stellt sie fest, dass sie mit dem Ort durch ihre Träume längst verbunden ist … Melanie Raabes neuer Roman „Der längste Schlaf“ ist Thriller, Mystery-Geschichte und psychologisches Drama in einem. Westart hat die Autorin in Köln getroffen. „Grow it, show it!“: Ausstellung über Haare im Folkwang Museum Essen Ob Afro, Bubikopf, Sidecut oder Rasta: Frisuren sind nicht nur modisches Accessoire, sie sind auch Ausdruck unserer Individualität und fester Bestandteil der Alltagskultur. Was wir mit unserer Kopf-, Gesichts- und Körperbehaarung machen, sagt viel über die Rolle, die wir in sozialen, politischen und religiösen Gruppen spielen. Das Folkwang Museum widmet sich dem Thema anhand von historischen und zeitgenössischen Fotos, Videos und Filmclips aus Kunst, Mode und Social Media – darunter Arbeiten von Helmut Newton, Herlinde Koelbl und Wolfgang Tillmans. „Grow it, show it!“ ist bis zum 12. Januar 2025 zu sehen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 14.09.2024 WDR Folge 27/2024
Folge 27 (30 Min.)Verborgene Schätze: Gerhard Richter im Kunstpalast Düsseldorf Gerhard Richter ist ein Star der internationalen Kunstszene, einer der bedeutendsten und teuersten Maler der Gegenwart. Jetzt präsentiert der Kunstpalast in Düsseldorf rund 120 seiner Werke aus 40 rheinischen Privatsammlungen. „Verborgene Schätze“ heißt die Schau, weil einige der Werke der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich waren. Sie bietet einen Überblick über das Œuvre des Künstlers von den frühen 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Zu sehen sind fotorealistische Naturdarstellungen, monumentale Landschaften, unscharfe Bilder nach fotografischen Vorlagen, abstrakte Gemälde, Glas- und Spiegelobjekte.Die Ausstellung lenkt den Blick auf das Rheinland, in dem sich Richters Schaffen nach seiner Übersiedlung aus Dresden im Jahr 1961 entfalten konnte. Hier unterrichtete er an der Kunstakademie Düsseldorf, begegnete Gleichgesinnten wie Sigmar Polke und Konrad Lueg und traf Vorbilder wie Joseph Beuys. Auf ihrem Rundgang spricht Westart-Moderatorin Mona Ameziane mit dem Kurator Markus Heinzelmann darüber, wie er die „verborgenen Schätze“ gehoben hat. Die Ausstellung ist bis zum 2. Februar 2025 zu sehen. Vier Jahrzehnte Westdeutschland: Der Bildband „Die Bonner Republik“ Vier Jahrzehnte bundesrepublikanisches Leben – von der Gründung der Bundesrepublik im Jahr 1949 bis zur Wiedervereinigung 1990: Der opulente Bildband „Die Bonner Republik“ erzählt Gesellschaftsgeschichte anhand von rund 250 historischen Fotos. Sie dokumentieren den Alltag in Westdeutschland zwischen Wirtschaftswunder, 68er-Bewegung, Fußball-WM, Kaltem Krieg, Schengener Abkommen und Mauerfall. Die beiden Fotohistoriker Reinhard Matz und Wolfgang Vollmer haben die Bilder ausgewählt. Darunter sind Aufnahmen von Andreas Gursky, Barbara Klemm, Jupp Darchinger, Michael Ruetz, Sven Simon und Will McBride. Der vielfach ausgezeichnete Journalist und Zeitzeuge Heribert Prantl hat den klugen und einfühlsamen Begleittext geschrieben. Erschienen ist der Bildband im Greven Verlag. Was gibt’s denn da zu lachen? Ausstellung von Walter Moers in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen Der Seemannsgarn spinnende Käpt’n Blaubär, das politisch unkorrekte Kleine Arschloch, der fantastische Kontinent Zamonien mit dem dort lebenden Erfolgsschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz – sie alle sind Geschöpfe des genialen Zeichners und Autors Walter Moers. Anfang September ist sein neuestes Buch „Das Eichhörnchen, das rückwärts leben wollte“ mit zwanzig neuen Fabeln aus Zamonien erschienen. Und die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen widmet dem gebürtigen Mönchengladbacher jetzt eine große Ausstellung mit originalen Zeichnungen, Puppen und Animationen. „Was gibt’s denn da zu lachen? Die komische Kunst des Walter Moers“ ist vom 22. September 2024 bis zum 19. Januar 2025 zu sehen. Eine Stadt in Bewegung: Die Mitmach-Performance „Cercles“ des Tanztheaters Wuppertal Schon vor einem Jahr hat Boris Charmatz, seit 2022 künstlerischer Leiter des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, seinen Einstand mit einem großen Mitmach-Tanzprojekt gegeben. Jetzt lädt er zu einem neuen Happening ein, bei dem Laien und Profis gemeinsam auftreten. Mit der Premiere von „Cercles“ eröffnet er am 22. September die neue Saison. 200 Tanzbegeisterte aus der Region performen mit Mitgliedern der Wuppertaler Kompanie eine von traditionellen Kreistänzen inspirierte Choreografie. Westart ist bei den Proben dabei und spricht mit Boris Charmatz darüber, wie er die Stadt zum Tanzen bringt. Visionär und verbindend: das 21. Afrika Film Festival in Köln Das Afrika Film Festival in Köln ist seit vielen Jahren ein Leuchtturm des kulturellen Austausches. In diesem Jahr feiert es seine 21. Ausgabe. Vom 19. bis zum 29. September sind Klassiker und zeitgenössische Filme zu sehen, die neue Perspektiven eröffnen und aktuelle Debatten aufgreifen. Über Genre- und Formatgrenzen hinweg ermöglicht das Festival ein Eintauchen in die Lebenswirklichkeit auf dem afrikanischen Kontinent – jenseits von Stereotypen und Vorurteilen. Das umfangreiche Rahmenprogramm bietet die Gelegenheit zu direktem Austausch und kultureller Vernetzung. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 21.09.2024 WDR Folge 28/2024
Folge 28 (30 Min.)Eine Stadt wird bunt – Streetart in Wuppertal Eine ganze Stadt wird zum Freilichtmuseum: Streetart-Künstler aus aller Welt gestalten riesige Hausfassaden entlang der Wupper. In den letzten zwei Jahren sind 14 sogenannte Murals entstanden. Bis 2027 sollen es rund 40 werden. Die Idee stammt vom „Urbanen Kunstraum Wuppertal“ und seiner Gründerin Valentina Manojlov. Gemeinsam mit ihrem Team holt sie weltweit gefragte Künstlerinnen und Künstler nach Wuppertal. An der Umsetzung ihrer Werke sind die Menschen vor Ort direkt beteiligt. So hat der Graffiti-Künstler Case Maclaim mit einem Verein für Gehörlose zusammengearbeitet. Sein Bild stellt das Wort „Heimat“ in Gebärdensprache dar.In diesem Jahr gibt es außerdem ein Mural-Sonderprojekt: „Wuppertal tanzt“. Dazu hat Valentina Manojlov Streetartisten aus Städten eingeladen, in denen Pina Bausch mit ihrer Tanzkompanie zu Gast war. Sie setzen sich mit einem Stück von Pina Bausch auseinander und gestalten dazu eine Wand. „Café Müller“ und „Kontakthof“ sind bereits fertig. Die Portugiesin Tamara Alves arbeitet gerade an ihrer Interpretation des Stückes „Masurca Fogo“. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni lässt sich von ihr erklären, wie sie vorgeht. Und mit Valentina Manojlov spricht sie darüber, wie Streetart eine ganze Stadt belebt. Einfühlsam und unbestechlich: die Fotografin Alice Springs im Museum Schloss Moyland Im vergangenen Jahr wäre June Newton alias Alice Springs 100 Jahre alt geworden. Die Fotografin und Künstlerin begann ihre Karriere als Schauspielerin. 1923 in Melbourne geboren, lernte sie in den 40er Jahren ihren späteren Mann, den Fotografen Helmut Newton kennen. Sie selbst entdeckte ihre Leidenschaft fürs Fotografieren, als sie 1970 bei einem Fotoshooting für ihren erkrankten Mann einsprang. Unter ihrem Künstlernamen Alice Springs wurde sie zu einer international renommierten Porträt-, Mode- und Aktfotografin. Jetzt widmet ihr das Museum Schloss Moyland eine große Retrospektive, zu sehen bis zum 2. Februar 2025. „Music of the Mind“: Yoko Ono im K20 in Düsseldorf Sie ist eine gefeierte Konzeptkünstlerin, Filmemacherin und Musikerin: Yoko Ono, Witwe von John Lennon und eine der bedeutendsten Aktivistinnen der Friedensbewegung. Bereits vor ihrer Ehe machte sie sich einen Namen mit radikalen Performances und als Pionierin des Fluxus. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen präsentiert in Kooperation mit der Tate Modern ihr Werk in einer umfassenden Einzelausstellung. Die rund 200 Werke – darunter Installationen, Partituren, Filme und Fotografien – umspannen sieben Jahrzehnte und zeigen ihren Einfluss auf die zeitgenössische Kultur. „Yoko Ono – Music of the Mind“ ist bis zum 16. März 2025 zu sehen. Gegen die Düsternis: PeterLichts neues Album „Alles klar“ PeterLicht, Pop-Poet aus Köln, ist bekannt für seine nachdenklich-melancholischen, manchmal absurd-komischen Songs. Neben der Musik schreibt er Romane, Essays und Theaterstücke. Am 4. Oktober erscheint sein neues Album „Alles klar“. Alles klar? Natürlich nicht angesichts von Krisen, Katastrophen und drohendem Kollaps! Doch was hilft’s? PeterLicht hat sich zurückgezogen und sehr persönliche Antworten gefunden für alle, die sich nicht unterkriegen lassen wollen. „Ja, die Welt kommt uns abhanden. Aber der Horizont ist offen. Wir haben die Freiheit und die Wahl“, sagt er. Am 3. Oktober startet er seine „Alles klar“-Tour. Am 9. Oktober ist er in Düsseldorf und am 18. Oktober in Köln zu Gast. Einmal Kolonialismus und zurück: Mithu Sanyals neuer Roman „Antichristie“ London 2022: Die deutsch-indische Drehbuchautorin Durga arbeitet an einer politisch korrekten Neuverfilmung der Romane von Agatha Christie – mit einem schwarzen Hercule Poirot. Da katapultiert sie eine Zeitreise in das Jahr 1906 und mitten in den indischen Unabhängigkeitskrieg. Doch damit nicht genug: Sie verwandelt sich wunderbarerweise in einen Mann, der in London die Elite der indischen Revolutionäre trifft. Nach ihrem gefeierten Debüt „Identitti“ thematisiert Mithu Sanyal in ihrem turbulenten neuen Roman „Antichristie“ unser Verhältnis zum Kolonialismus und zur Gewalt. Westart hat die Schriftstellerin und Journalistin in ihrer Heimatstadt Düsseldorf getroffen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 28.09.2024 WDR Folge 29/2024
Folge 29 (30 Min.)Let’s dance: „Tanzwelten“ in der Bundeskunsthalle Bonn Tanzen gehört zu unserem Leben – bei Festen und Feiern, im Alltag und in der Kunst. Tanz heißt Leidenschaft, Verbindung, Kommunikation. Er ist lebendiger Ausdruck unserer Kultur und unserer Lust am Dasein. In der neuen Ausstellung der Bundeskunsthalle Bonn dreht sich alles um den Tanz. Von Darstellungen aus der Antike bis zu modernen Kunstinstallationen präsentiert die Schau unterschiedliche Erscheinungsformen und Stilrichtungen des Tanzes. Klassisches Ballett steht neben Tänzen aus Afrika und den unterschiedlichsten Formen des Tanztheaters.Es geht ums Tanzen als spirituelles Erlebnis, als Ausdruck von Widerstand und Protest und als Entertainment in Shows voller Glitter und Glamour. Wer nicht nur zuschauen, sondern selbst mitmachen will, ist eingeladen zu Workshops, Performances und Tanzabenden. Die Bundeskunsthalle hat dazu eigens einen Tanzsaal eingerichtet. Westart-Moderatorin Mona Ameziane entdeckt die „Tanzwelten“ gemeinsam mit der Kuratorin Katharina Chrubasik. Die Ausstellung ist bis zum 16. Februar 2025 geöffnet. Schätze des Ruhrgebiets: der Bildband „RuhrGold“ Mehr als fünf Millionen Menschen leben im Ruhrgebiet, dem faszinierenden Ballungsraum im Herzen Europas. Es ist eine Region, die geprägt ist von rasantem Wandel. Einst Zentrum der Kohleindustrie, ist das Revier auf dem Weg zum zukunftsweisenden Wissenschafts- und Kulturstandort. Der opulente Bildband „RuhrGold“ zeigt in 20 Kapiteln die vielfältigen Facetten der Transformation – Tradition und Aufbruch, Nostalgie und Zukunft, Schräges und Schönes. Westart hat Friedrich Ullrich, Kunsthistoriker und Herausgeber des Bandes, getroffen. Der Sound von Berlin: Charly Hübners Filmdoku über „Element of Crime“ „Element of Crime“ ist eine ganz besondere deutsche Band. Gegründet wurde sie 1985 von Sven Regener und Jakob Ilja in Berlin, damals noch Frontstadt des Westens. Mit ihrer Mischung aus Jazz, Blues und Folk hat sie nicht nur den Sound Berlins, sondern die deutsche Rock- und Popmusik der letzten 40 Jahre geprägt. Der Schauspieler, Regisseur und Musik-Fan Charly Hübner erzählt ihre Geschichte in seinem Film „Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“. Wie es dazu kam? Die Band hat ihn gefragt, und Hübner hat ja gesagt. Die Doku begleitet sie an fünf Tagen auf ihrer Tour durch Berlin und nimmt die Zuschauer mit auf eine Zeitreise vom Ende des Kalten Krieges bis in die Gegenwart. Kinostart ist am 3. Oktober. Kunst, Kultur und Inklusion: das Musiktheaterprojekt „24 Hebel für die Welt“ Mit Kunst und Kultur Vielfalt, Toleranz und Inklusion zu fördern – das ist das Ziel des Kölner Sozialunternehmens „Un-Label“. Es will Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen, den Zugang zur Kultur für alle öffnen und durch die Kunst Grenzen und Vorurteile abbauen. Jetzt präsentiert „Un-Label“ die neue Musiktheaterproduktion „24 Hebel für die Welt – Berichte aus der Winterreise“. Das Stück basiert auf Franz Schuberts legendärem Liederzyklus. Ein Ensemble aus Menschen mit und ohne Behinderung experimentiert auf der Bühne mit Möglichkeiten, Schuberts Musik und den klassischen Gesang einem Publikum zugänglich zu machen, das bisher nur wenig damit anfangen konnte oder gar keine Berührung damit hatte. Nach der Premiere im Rahmen des Beethovenfestes Bonn ist die Produktion vom 10. bis 12. Oktober im Kölner Orangerie Theater zu erleben. Der Geschmack der Heimat: Die ARD-Doku-Reihe „Alles außer Kartoffeln“ Mit den Geschmäckern der Heimat Brücken bauen: Sechs Köchinnen und Köche, die nach Deutschland zugewandert sind, erzählen in der ARD-Doku-Reihe „Alles außer Kartoffeln: Menschen. Küche. Heimat“, was es für sie bedeutet, in ihren Restaurants die Gerichte ihrer Herkunftsländer zu kochen. Eine von ihnen ist Natia Torchinava aus Georgien. Sie kam als Au-pair nach Deutschland und führt inzwischen ihr eigenes Restaurant „So Re“ in Düsseldorf. Peter Scharf hat sie dort besucht, ihr bei der Zubereitung der georgischen Spezialität „Khinkali“ zugeschaut und sie auf einer Reise in ihre Heimat begleitet. Sein Porträt „Mit Natias Khinkalis nach Europa“ ist wie die fünf anderen Folgen der Serie in der ARD-Mediathek zu sehen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 05.10.2024 WDR Folge 30/2024
Folge 30 (30 Min.)Kulturmagnet in Gelsenkirchen: das Musiktheater im Revier Im Herzen von Gelsenkirchen liegt ein echtes Juwel: das Musiktheater im Revier, kurz MiR genannt. Es ist ein Gesamtkunstwerk, ein fantastisches Haus mit fantastischem Programm. Allein das Gebäude ist einen Besuch wert: Architektur aus der Nachkriegszeit, die Ende der 1950er Jahre visionär war und noch heute verblüffend modern wirkt. Dazu Kunst von Norbert Kricke, Jean Tinguely, Robert Adams und Paul Dierkes. Und im Foyer zwei blau strahlende Reliefs von Yves Klein, der in Gelsenkirchen seine Karriere begann. Mit seinem Mix aus Tanz, Sprechtheater, Oper, Musical und Puppentheater. begeistert das MiR sein Publikum immer wieder aufs Neue. Seit der Spielzeit 2008/09 ist Michael Schulz Generalintendant.Zurzeit inszeniert er Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“, Premiere ist am 16. November. Vorher aber, am 19. Oktober, steht die Uraufführung einer Produktion der MiR Dance Company auf dem Programm: Ein Tanzabend rund um Macht, Gier, Liebe und Neid nach Carl Orffs „Carmina Burana“. Und das MiR.LAB, das mit digitalen und analogen Formen des Theaters experimentiert, bringt gemeinsam mit dem Puppentheater „Jede Menge Unsterblichkeit“ auf die Bühne. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni wirft mit Michael Schulz einen Blick hinter die Kulissen und spricht mit ihm über das Erfolgsgeheimnis des MiR. „Udo is Love“: Udo Kier zum 80. Geburtstag Er ist einer der wenigen Weltstars mit deutschem Pass, ein Jetsetter und Exzentriker, erfolgreich als Hollywoods „liebster deutscher Bösewicht“, aber auch Kultfigur der unabhängigen Filmszene. Am 14. Oktober 1944 unter im Bombenhagel geboren, wuchs er in Köln-Mülheim auf. In den 70er Jahren wurde er durch die von Andy Warhol produzierten Filme als „Frankenstein“ und „Dracula“ berühmt. Später arbeitete er u.a. mit Rainer Werner Fassbinder, Werner Schroeter und Christoph Schlingensief zusammen. Neben der Schauspielerei ist seine zweite Leidenschaft die moderne Kunst. Der Kölnische Kunstverein feiert Kiers 80. Geburtstag mit der Ausstellung „Udo is Love. Zeit ist die Sünde – Eine Reise in das unfassbare Leben des Udo Kier“, die bis zum 18. Dezember 2024 zu sehen ist. Und am 16. Oktober zeigt der WDR um 23 Uhr die Doku „Der wunderbare Udo Kier“. „Blackout“: Der Fotojournalist Daniel Pilar im Stadtmuseum Münster Daniel Pilar arbeitet als freier Fotograf für zahlreiche Magazine und Verlage. Immer wieder beschäftigt er sich mit sozialen Themen, mit dem Schicksal von Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen leben. Für seine Fotoreportagen ist er in Krisen- und Kriegsgebiete der Welt gereist, u.a. nach Syrien, Libyen, Mexiko und in den. Für seine Reportage über eine versteckte Mädchenschule in Kabul wurde er 2022 mit dem dritten Preis beim renommierten UNICEF-Foto des Jahres ausgezeichnet. Aktuell berichtet er aus der Ukraine. Das Stadtmuseum Münster zeigt jetzt unter dem Titel „Blackout“ eindrucksvolle Arbeiten aus seiner fast 25-jährigen fotojournalistischen Tätigkeit. Die Ausstellung ist bis zum 2. März 2025 zu sehen. „Hagen – Im Tal der Nibelungen“: Deutsche Fantasy-Verfilmung Das deutsche Filmemacher-Duo Cyrill Boss und Philipp Stennert bringt mit „Hagen“ die Story des Nibelungenlieds auf die große Leinwand – allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Aus dem Bösewicht Hagen wird ein tragischer Held. Der Waffenmeister (Gijs Naber) ist am Hofe von Worms dem König Gunter von Burgund (Dominic Marcus Singer) treu ergeben. Seine düsteren Vorahnungen scheinen sich zu bestätigen, als der schillernde Drachentöter Siegfried von Xanten (Jannis Niewöhner) ausgerechnet in Worms auftaucht. Doch allen Vorbehalten zum Trotz, sieht der junge König Gunter in ihm eine Chance, das krisengeschüttelte Reich zu retten. Er verspricht ihm sogar die Hand seiner Schwester Kriemhild (Lilja van der Zwaag), in die auch Hagen heimlich verliebt ist. Zuerst aber müssen Siegfried und Hagen gemeinsam die Walküre Brunhild (Rosalinde Mynster) für Gunter gewinnen. Die bildgewaltige Fantasy-Verfilmung nach dem Roman von Wolfgang Hohlbeim kommt am 17. Oktober in die Kinos. „Reality Check – Wenn Dinge nicht sind, wie sie scheinen“: Ausstellung in Ahlen Worauf kann man sich eigentlich noch verlassen, wenn es um Bilder und Wahrnehmung geht? Was ist echt? Was ist Fake? Und wie kann man das unterscheiden? Mit diesen nicht nur ästhetisch, sondern auch politisch relevanten Fragen beschäftigt sich eine Ausstellung im Kunstmuseum Ahlen. Künstlerinnen und Künstler setzen sich kritisch damit auseinander, wie im Zeitalter der digitalen Bilderflut Gewissheiten außer Kraft gesetzt und neue Formen der Verlässlichkeit gesucht werden. „Reality Check“ ist bis zum 26. Januar 2025 zu sehen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 12.10.2024 WDR Folge 31/2024
Folge 31 (30 Min.)Feel the Beat! Ausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn Hip-Hop oder Haydn, laut oder leise, klassisch oder experimentell – Musik verbindet, weckt Emotionen, setzt Energie frei. Sie befeuert oder beruhigt, ist Balsam für die Seele oder Ausdruck unbändiger Freude. Wie wir Musik erleben, was der Rhythmus mit uns macht und wie die Musik auf Körper, Seele und Geist wirkt – das steht im Mittelpunkt einer großen Mitmachausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn. Zwölf Pavillons laden zum Hören und Experimentieren ein: von der Drum Battle über Carpool-Karaoke bis zur Komposition eines eigenen Popsongs. Und wer schon immer mal wissen wollte, was ein Musiker hört, während er selbst im Orchester spielt, der kann das dank einer raffinierte Soundinstallation nachempfinden.Historische Ausstellungsstücke wie Grammophon, Radio und MP3-Player zeigen die rasante Entwicklung in der Musiktechnologie. Und Instrumente aus verschiedenen Zeiten und Kulturen öffnen den Blick auf die weite Welt der Musik. Gemeinsam mit Kuratorin Anna Fuhrmann spürt Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni dem Klang und Rhythmus nach. Die Ausstellung „MUSIC! Feel the Beat“ ist bis zum 27. April 2025 geöffnet. Bergsteigen nach Gehör: Spektakuläre Abenteuer auf der „European Outdoor Film Tour“ Extremsport, athletische Alleingänge und außergewöhnliche Reisen: Das sind die Themen der „European Outdoor Film Tour“, kurz EOFT, die bereits seit 2001 das Publikum fasziniert. An einem Abend werden gleich sechs Kurzfilme gezeigt, die aus sehr persönlicher Perspektive den Reiz des Abenteuers erlebbar machen. Auf dem Programm stehen in diesem Jahr eine Expedition in die Sierra Nevada mit dem blinden Alpinisten Erik Weihenmayer, ein rasanter Skateboard-Trip, eine Familienexpedition zu den Trango Towers, ein Tag mit der Freeskierin Nadine Wallner, eine Bike-Tour durch die Philippinen und eine Floßfahrt durch die Wildnis. Die EOFT 2024 ist mit über 350 Veranstaltungen in neun Ländern zu Gast. Der andere Blick: Timur Turga beim Cologne Comedy Festival Köln steht nicht nur für Karneval, Köln steht auch für Comedy. Noch bis zum 3. November findet am Rhein das größte Comedy-Festival Deutschlands mit 200 Künstlern und über 150 Veranstaltungen statt. Mit dabei ist der sehbehinderte Comedian Timur Turga. Mit einem Blindenstock bewaffnet, erzählt er voller Witz und Ironie von seinen Begegnungen im Alltag: wie es sich anfühlt, wenn man sein Augenlicht verliert, was man wahrnimmt, wenn man nicht sieht, und wie man mit Menschen umgeht, die einen „hilfsbereit“ in die falsche Bahn setzen. Beim Cologne Comedy Festival ist er bei der Eröffnungsshow „Köln lacht!“ am 24.10., in der Mixshow „Die Spass Ävengers“ am 28.10. und mit seinem Solo-Programm „Blind Date“ am 29.10. zu erleben. Verletzung und Vergebung: Çiğdem Akyols Roman „Geliebte Mutter“ Die Journalistin und Autorin Çiğdem Akyol, Tochter türkischer Einwanderer, ist in Herne geboren und aufgewachsen. Hier spielt auch ihr erster Roman „Geliebte Mutter“. Es ist die Geschichte einer türkischstämmigen Familie, die nur durch eine Zwangsehe zusammengehalten wird. Aynur, die Mutter, stammt aus einer weltoffenen Istanbuler Familie. Sie wird gegen ihren Willen mit einem Mann aus Anatolien verheiratet und geht mit ihm nach Deutschland. Die Ehe ist geprägt von Gewalt. Die Kinder fühlen sich erst frei, als der Vater stirbt. Çiğdem Akyol beschreibt mit viel Empathie die erste Generation der Gastarbeiter, erzählt von ihren Träumen, von ihren Verletzungen und ihrer unstillbaren Sehnsucht nach Freiheit. Das Buch erscheint am 21. Oktober im Steidl Verlag. Der Klang des guten Lebens: Rebekka Salomea Ziegler und ihre Band Salomea Soul, R’n’B, Elektro, Triphop oder Jazz? Die Kölner Sängerin Salomea und ihre Band verfolgen einen ganz eigenen Stil, der in keine Schublade passt und im besten Sinne gewöhnungsbedürftig ist. Rebekka Salomea Ziegler, Tochter einer amerikanischen Klarinettistin und eines deutschen Hornisten, wuchs im Schwarzwald auf. Sie studierte an der Kölner Musikhochschule Jazz, war Mitglied im Bundesjazzorchester und zwei Mal für den Bundesjazzpreis nominiert. 2014 gründete sie die Band Salomea, zu der Yannis Anft (Keyboard), Oliver Lutz (Bass) und Leif Berger (Schlagzeug) gehören. Am 18. Oktober erscheint das neue Album „Good Life“ und am 24. Oktober startet die Band ihre große Tournee durch Deutschland und Österreich. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 19.10.2024 WDR Folge 32/2024
Folge 32 (30 Min.)Schatz-Kästchen – zu Besuch im Clemens Sels Museum Neuss Im Clemens Sels Museum Neuss, das im historischen Obertor und dem 1975 entstandenen Deilmann-Bau untergebracht ist, sind Kunst und Kultur für jeden erlebbar. Benannt ist es nach dem Neusser Apotheker und Fabrikanten Clemens Sels, dessen Witwe der Stadt Neuss Anfang des 20. Jahrhunderts eine umfangreiche Kunstsammlung und eine hohe Geldsumme vermachte. Zu sehen ist Kunst aus dem Mittelalter und Barock, Malerei der Niederlande, Werke der Präraffaeliten und des Rheinischen Expressionismus. Ein Schwerpunkt liegt auf den Symbolisten, die die Wende von der realistischen zur abstrakten Darstellung einleiteten. Die aktuelle Sonderausstellung „Foto – Kunst – Foto“ folgt der Entwicklung der künstlerischen Fotografie vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, unter anderem mit Werken des Düsseldorfer Fotografen Elger Esser, dessen Landschaftsaufnahmen malerisch und wie aus der Zeit gefallen wirken.Wie reizvoll populäre Druckgrafik ist, das lässt sich in der Außenstelle des Museums, dem Feld-Haus auf der Museumsinsel Hombroich, erfahren. Glückwunschkarten, Wandschmuck, Heiligenbilder, Freundschaftsbillets und Ausschneidebögen zeugen von den bürgerlichen Träumen und Idealen des 19. Jahrhunderts. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni entdeckt gemeinsam mit Museumsdirektorin Uta Husmeier-Schirlitz die Schätze des Museums. „Lady Liberty“: die Geschichte der Freiheitsstatue als Graphic Novel Sie ist das wohl bekannteste Wahrzeichen der USA und war für Millionen von Auswanderern das Symbol für die Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch wie ist die Freiheitsstatue nach New York gekommen? Ihren abenteuerlichen Weg von Frankreich nach Amerika zeichnet die Graphic Novel „Liberty“ nach. Im Mittelpunkt steht der französische Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi, der gegen alle Widrigkeiten durchsetzte, dass „seine“ Freiheitsstatue als Geschenk des französischen Volkes an ihren Zielort „Liberty Island“ gelangte. Die Graphic Novel stammt von den beiden Münsteranern Jörg Hartmann (Illustrator) und Julian Voloj (Autor) und ist gerade im Splitter-Verlag erschienen. Auf Erfolgskurs: Jens Kevin Georg gewinnt den Studenten-Oscar Nachwuchsregisseur Jens Kevin Georg macht gerade seinen Master an der Kölner Kunsthochschule für Medien und hat schon einen Oscar in der Hand. Sein Kurzfilm „Kruste“ wurde mit dem heißbegehrten Studenten-Oscar ausgezeichnet. „Kruste“ ist die Geschichte des zwölfjährigen Fabi, der hin- und hergerissen ist zwischen dem Bedürfnis nach Eigenständigkeit und dem Wunsch, dazuzugehören. Fabi soll endlich eine Narbe bekommen, so wie es zur Tradition seiner Familie gehört. Doch er zögert, hat Angst vor dem Schmerz und bewundert gleichzeitig die jüngere Schwester, die sich bereitwillig auf die Verwundung einlässt. „Chaos-Artist“: der Künstler Pascal Behrendt in Odonien Der Künstler Pascal Behrendt hat seit seiner Kindheit ADHS und nennt sich selbst „Chaos-Artist“, sieht das Chaos in ihm als ständigen Antrieb zur Kreativität. Seine vermeintliche „Störung“ setzt er um in Kunst, in Fotografien, Papierarbeiten, Malereien und Skulpturen aus Baustoff, Klebeband oder Luftpolsterfolie. Gemeinsam mit der Künstlerin Mar Gerrit ist er unter dem Titel „ADHS is Power“ am 27. Oktober in Odonien, dem außergewöhnlichen Festivalort in Köln-Ehrenfeld, live zu erleben. Anarchischer Humorist: Filmporträt von Hape Kerkeling zu seinem 60. Er war König Beatrix und Horst Schlämmer, hat die deutsche Comedy-Szene aufgemischt und mit Filmen wie „Kein Pardon“ die Kinobesucher begeistert. Seit vielen Jahren ist Hape Kerkeling einer der bekanntesten deutschen Entertainer. Dass sich Unterhaltung und Nachdenklichkeit keineswegs ausschließen, hat er mit seiner Pilgerchronik „Ich bin dann mal weg“, seiner Autobiographie „Der Junge muss an die frische Luft“ und dem neuen Buch „Gebt mir etwas Zeit“ bewiesen. Zu seinem 60. Geburtstag haben ihn die Dokumentarfilmer André Schäfer und Eric Friedler porträtiert. „Total normal“ erzählt von seinem rasanten Aufstieg als Teenager, von persönlichen Schicksalsschlägen, dem Zwangs-Outing durch Rosa von Praunheim, seinem souveränen Ausstieg aus der Showbranche und dem Neuanfang. Nach der Premiere auf dem Filmfestival Cologne ist der Film ab dem 5. Dezember in der ARD-Mediathek und am 9. Dezember um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 26.10.2024 WDR Folge 33/2024
Folge 33 (30 Min.)Der Kosmos der Puppen: Ausstellung in der Sammlung Philara in Düsseldorf Marionetten sind Kinderkram und Puppenspiel ist keine Kunst? Mit einer großen Ausstellung beweist die Sammlung Philara das Gegenteil. „Cutting the Puppeteers’s Strings“ heißt die Schau, die Werke renommierter internationaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Mit dabei ist die in Rotterdam lebende US-Amerikanerin Lili Huston-Herterich. In ihren Videos holen Puppen eine längst vergangene skurrile Alltagsgeschichte aus der amerikanischen Provinz in die Gegenwart, oder sie tauschen sich untereinander über ihr Dasein als Puppe aus.Zu sehen sind außerdem Scherenschnitte, Kunstinstallationen, Gemälde und natürlich zahlreiche kunstvoll gefertigte Geschöpfe, die die Besucher in den faszinierenden Kosmos der Puppen eintauchen lassen. Warum sich Puppen und Marionetten besonders gut zum Geschichtenerzählen eignen, wie sie gleichzeitig Distanz und Nähe schaffen und weshalb das Figurentheater gerade dabei ist, die Kunstszene zu erobern – darüber spricht Westart-Moderatorin mit Julika Bosch und Hannah Niemeier, den beiden Kuratorinnen der Ausstellung, die bis zum 1. Juni 2025 zu sehen ist. „Alter weißer Mann“: Filmkomödie mit Jan Josef Liefers Heinz Hellmich (Jan Josef Liefers) hat ein Problem: Nachdem er sich in der Firma einige Fehltritte geleistet hat, droht ihm der Jobverlust. Um zu retten, was zu retten ist, lädt er seinen Chef und einige weitere Gäste zu einer Dinnerparty mit seiner Familie ein. Er will beweisen, dass er modern und aufgeschlossen ist und keinesfalls in die Kategorie „alter weißer Mann“ gehört. Doch was so harmonisch geplant war, endet im Desaster. Regisseur Simon Verhoeven erzählt mit Witz und Empathie, was passiert, wenn unterschiedliche Überzeugungen zu den besonders neuralgischen Themen Migration, Gendern, #MeToo, Diversität und Wokeness bei einer Party aufeinanderprallen. Die Komödie mit Starbesetzung (in weiteren Rollen sind Nadja Uhl, Elyas M’Barek, Friedrich von Thun und Michael Maertens zu sehen) kommt am 31. Oktober in die Kinos. Ausgezeichnet: NRW-Staatspreis für „Die Toten Hosen“ Sie stehen seit über 40 Jahren auf der Bühne und gehören zu den erfolgreichsten Musikbands in Deutschland: die Düsseldorfer „Toten Hosen“ um Frontmann Campino. Jetzt werden sie mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen geadelt. Weil sie nicht nur musikalische, sondern auch menschliche Vorbilder sind, so Ministerpräsident Hendrik Wüst. Weil sie sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme Gewalt positionieren und Menschen in Not unterstützen. Westart über den Weg der „Toten Hosen“ von den Anfängen als Punker zum „nordrhein-westfälischen Kulturgut“. Fluxus und mehr: Ausstellung im Museum Ludwig in Köln Anfang der 1960er Jahre war Köln ein vibrierendes Zentrum für Avantgardekünstler aus aller Welt. Unter dem Label Fluxus probten sie den fließenden Übergang von Kunst und Leben, das Verschmelzen verschiedener Medien und Genres. Eine besondere Anziehungskraft ging vom Studio für Elektronische Musik des WDR aus. Im Atelier der Künstlerin Mary Bauermeister fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die Musik, Literatur, Kunst und Architektur verbanden. Hier trafen sich 1960 Ursula Burghardt und Benjamin Patterson. Die beiden stehen im Mittelpunkt einer großen Ausstellung im Museum Ludwig. Von den Anfängen der Fluxus-Bewegung ausgehend, zeichnet sie die künstlerische Entwicklung von Burghardt und Patterson nach, die zwar mit Fluxus verbunden waren, aber doch an der Peripherie blieben. Die Schau „Fluxus und darüber hinaus: Ursula Burghardt, Benjamin Patterson“ ist bis zum 9. Februar 2025 zu sehen. Duisburger Filmwoche: Festival des Dokumentarfilms aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Jedes Jahr im November treffen sich in Duisburg im Kino „filmforum“ Filmschaffende und Filmfans, um gemeinsam Dokumentarfilme anzuschauen und anschließend darüber zu diskutieren. Dieser intensive Austausch ist das Markenzeichen der Duisburger Filmwoche, die zum Mit-, Nach- und Weiterdenken anregen will. Am 9. November ist Katharina Pethkes Film „Reproduction“ zu sehen. Sie verknüpft darin ihre Familienbiografie mit der Suche nach einer weiblichen und künstlerischen Identität im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und eigenen Ambitionen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 02.11.2024 WDR Folge 34/2024
Folge 34 (30 Min.)Finsternis und Licht: „Schacht“ im Apollo Theater Siegen Ein Theater ohne eigenes Ensemble, aber mit einem umfangreichen, hochkarätigen Programm aus Schauspiel, Musiktheater, Konzerten und Tanz – das ist das 2007 eröffnete Apollo Theater in Siegen. Gerade wird für den Zweiteiler „Schacht“ geprobt, ein Projekt im Rahmen der Feiern zum 900. Geburtstag der Stadt Siegen. Die Gemeinschaftsproduktion von Apollo Theater und Bruchwerk Theater führt zurück in die Geschichte des Erzabbaus, der das Siegerland 2500 Jahre geprägt hat und 1965 mit der Schließung der Grube Füsseberg zu Ende ging. Was macht ein Leben voller Arbeit aus? Schenkt sie unserem Dasein Sinn, Wohlstand und Freiheit? Oder fesselt sie uns, raubt uns Energie und Gesundheit? Gibt es einen Mittelweg zwischen Fleiß und Faulheit? Und wie könnten alternative Arbeitsmodelle aussehen? Die Premiere des ersten Teils unter dem Titel „Schacht: Licht (Der Berg)“, bei der auch der Berg selbst zu Wort kommt, ist am 15. November im Apollo Theater.Der zweite Teil unter dem Titel „Schacht: Finsternis (Die Zwerge)“ folgt am 16. November im Bruchwerk Theater. Westart-Moderatorin Mona Ameziane spricht mit dem Intendanten Markus Steinwender und trifft bei den Proben zu „Schacht“ den Regisseur Milan Pešl. Kitsch oder Kunst: Warum wir über Geschmack streiten Über Geschmack lässt sich nicht streiten? Ganz im Gegenteil. Wenn es um die Bewertung von Film und Musik, von Literatur und Kunst geht, fliegen schon mal die Fetzen. Warum das so ist, darüber hat der Siegener Literaturwissenschaftler und Kulturjournalist Johannes Franzen ein Buch geschrieben. Er fragt, wieso Konflikte über Kunst und Kanon so schnell eskalieren, erzählt von spektakulären Kontroversen und denkt darüber nach, wie der Streit über den guten Geschmack produktiv werden kann. Sein Buch „Wut und Wertung“ ist im S. Fischer Verlag erschienen. Spurlos verschwunden: der Film „Johatsu“ über ein japanisches Phänomen In Japan tauchen jährlich etwa 100.000 Personen auf mysteriöse Art und Weise unter. Manche wollen sich aus einer unglücklichen Beziehung befreien, haben Schulden oder halten dem gesellschaftlichen Druck nicht stand. Andere fliehen vor der japanischen Mafia. Oft lassen sie sich von sogenannten „Nachtfluchtunternehmen“ unterstützen, die ihnen helfen, eine neue Identität anzunehmen. „Johatsu“ heißt dieses Phänomen nach dem japanischen Wort für „verdunsten“. Der aus Paderborn stammende Dokumentarfilmer Andreas Hartmann und sein Kollege Arata Mori haben darüber einen Film gedreht, in dem sie von Untergetauchten, ihren Dienstleistern und den Zurückgebliebenen erzählen. „Johatsu – Die sich in Luft auflösen“ kommt am 14. November in die Kinos. Politisch und poetisch: Wolfgang-Hahn-Preis 2024 an Anna Boghiguian Die ägyptisch-kanadische Künstlerin Anna Boghiguian ist bekannt für ihre figurativen Wandmalereien, für ihre ausdrucksstarken Illustrationen und auch für einige großformatigen Installationen. In ihrer Arbeit schlägt sie einen Bogen von der Politik zur Poesie und verknüpft die Darstellung von Rebellion mit dem Traum von Freiheit. 1946 in Kairo als Tochter armenischer Eltern geboren, studierte sie Kunst und Musik in Montreal und lebt heute wieder in Ägypten. Sie hat unter anderem an der Documenta 13 teilgenommen und wurde 2015 für ihren armenischen Pavillon auf der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Jetzt erhält sie den Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig. Damit verbunden ist eine ihr gewidmete Ausstellung, die vom 09. November 2024 bis zum 30. März 2025 geöffnet ist. Zwischen Mythos und Realität: Ausstellung von Javkhlan Ariunbold im Kunstmuseum Bochum Javkhlan Ariunbold, 1990 in der Mongolei geboren, lebt und arbeitet in Köln und Düsseldorf. In ihrem Werk thematisiert sie unseren widersprüchlichen Umgang mit der Natur – zwischen Respekt und Achtung einerseits und Ausbeutung und Zerstörung andererseits. Dabei verwebt sie in ihren Arbeiten Mythen, Sagen und Märchen mit Elementen aus der realen Welt. In diesem Jahr erhielt sie den GWK-Kunstpreis. Damit verbunden ist eine Einzelausstellung im Kunstmuseum Bochum. „Das Lied des Panther-Drachen“ ist vom 16. November 2024 bis zum 12. Januar 2025 zu sehen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 09.11.2024 WDR Folge 35/2024
Folge 35 (30 Min.)Zirkus-Zauber – zu Besuch im Apollo Varieté in Düsseldorf Bernhard Paul und sein „Circus Roncalli“ stehen für moderne Zirkuskunst. Eine Heimat hat sie in „Roncalli’s Apollo Varieté“ am Rhein. Der eindrucksvolle Glasquader liegt direkt unter der Kniebrücke und verbindet die Altstadt mit der Rheinpromenade und dem neu gestalteten Hafen. Herzstück ist der Saalbau in Form eines leuchtend roten Tortenstücks mit Platz für 500 Zuschauer. Fünf Mal in der Woche gibt es hier Zirkuskunst, Varieté, Musik und Theater. Noch bis zum 5. Januar steht die Show „Nostalgia“ auf dem Programm – eine faszinierende Zeitreise auf der Suche nach dem Glück. „Nostalgia“ ist ein typisches Beispiel für den „Cirque Nouveau“, den modernen Zirkus mit Akrobatik, Tanz und Comedy, aber ohne Tierdressur und Sägespäne in der Manege. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni schaut hinter die Kulissen des Apollo Varieté und spricht mit Bernhard Paul und seiner Tochter Vivian Paul-Roncalli über den Generationenwechsel und die verbindende Leidenschaft für den Zirkus.40 Jahre Dortmunder Kunstverein: Westart gratuliert! Im November 1984 wurde der Dortmunder Kunstverein von einer Gruppe engagierter Bürger gegründet. Heute ist er eine der wichtigsten Institutionen zur Förderung und Vermittlung moderner Kunst in Deutschland. 2023 wurde er für sein herausragendes Programm mit dem Art-Cologne Preis für Kunstvereine ausgezeichnet. Vor zwei Jahren hat er nach wechselnden Standorten ein dauerhaftes Domizil in unmittelbarer Nähe des Dortmunder U gefunden. In den großzügigen Räumen ist bis zum 22. Dezember die Ausstellung „Schlaraffenland“ zu sehen, eine sinnliche, humorvolle, aber auch kritische Auseinandersetzung mit Völlerei und Hunger, mit Überfluss und Armut. „Pando“: ein Abenteuerroman von Enis Maci und Pascal Richmann Sie haben sich beide mit Essays und Theaterstücken einen Namen gemacht: Jetzt haben Enis Maci und Pascal Richmann ihren ersten gemeinsamen Roman geschrieben. Es ist eine Abenteuer- und Liebesgeschichte, die vom Ruhrgebiet nach Los Angeles, von der London Bridge ins Niger-Delta und von Bolivien bis nach Xinjiang führt. Die beiden Helden der Geschichte machen sich in einem Honda auf den Weg zu Pando, einem riesigen Verbund von Zitterpappeln im amerikanischen Bundesstaat Utah. Nach Tausenden von Jahren ist Pando, das wohl größte Lebewesen der Welt, durch den Bau einer Landstraße zweigeteilt und in seiner Existenz bedroht. Westart trifft das Autorenduo Enis Maci und Pascal Richmann, das auch jenseits der Literatur ein Paar ist. Kunst in Kürze: das 18. Kurzfilmfestival Köln Jedes Jahr im November lädt das Kurzfilmfestival Köln experimentierfreudige Filmschaffende und Filmfans aus aller Welt in die Domstadt ein. In diesem Jahr findet das „KFFK“ vom 19. bis zum 24. November statt. In regionalen, nationalen und internationalen Sektionen stehen über 100 Spiel- und Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilme mit einer Länge bis zu 45 Minuten auf dem Programm. Westart trifft Filmemacherin Suse Itzel („Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht“) und Filmemacher Patrick Buhr („Die Falte“) und spricht mit ihnen darüber, wann der Kurzfilm Kunst ist und was ihn von TikTok- oder Insta-Videos unterscheidet. Mythos Murano: Die Glassammlung im Kunstpalast Düsseldorf Murano ist seit über 700 Jahren der Inbegriff außergewöhnlicher Glaskunst. Bis heute haben es die Glaskünstler auf der kleinen Laguneninsel bei Venedig geschafft, das Geheimnis ihrer einzigartigen Technik zu bewahren. Ihre letzte große Blütezeit erlebte die Murano-Glaskunst im vergangenen Jahrhundert, als die Glasproduktion Impulse aus der angewandten Kunst aufnahm und eine junge Generation neue Ideen nach Murano brachte. Der „Mythos Murano“ steht ab dem 19. November im Mittelpunkt einer großen Schau im Kunstpalast Düsseldorf. Sie bildet den Auftakt zu einer Reihe jährlich wechselnder Ausstellungen, die im Rahmen der neugestalteten Glassammlung des Museums zu sehen sein werden. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Sa. 16.11.2024 WDR
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