Dokumentation in 5 Teilen, Folge 1–5

    • Folge 1 (45 Min.)

      Nahezu 80 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt. Wasser ist auch ein wesentlicher Bestandteil aller Lebewesen und unerlässliche Voraussetzung für jede Form von Leben. Aber nur ein sehr geringer Teil des auf der Erde verfügbaren Wassers ist trinkbar und damit äußerst kostbar. Trotzdem nimmt die von Menschen verursachte Wasserverschmutzung zu. Und die meisten Schadstoffe werden über den Wasserkreislauf in die Nahrungskette weitergeleitet.

      Obwohl bestimmte, die Umwelt belastende Stoffe wie Pestizide oder PCB heute weitgehend unter Kontrolle sind, erfordern andere Substanzen größte Wachsamkeit. Dazu gehören synthetische Östrogene in der Anti-Baby-Pille, die über den Urin in den Wasserkreislauf gelangen, genauso wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und andere krebserregende Substanzen, die durch industrielle Verfahren freigesetzt werden.

      Aus den Verhaltensweisen bestimmter Wassertiere lassen sich Rückschlüsse auf das Vorhandensein schädlicher Substanzen ziehen. So funktionieren diese Tiere wie Frühwarnsysteme in Sachen Wasserqualität. Von wirbellosen Benthonten bis zum Kleinen Schwertwal betrachtet die Dokumentation Arten, die dem Menschen bei der Prävention in Sachen Wasserverschmutzung behilflich sind. So erfährt man, dass in den USA Sonnenbarsche dafür eingesetzt werden, um die eventuell durch einen Terroranschlag bedrohte Trinkwassersicherheit zu kontrollieren.

      Die Dokumentation zieht eine alarmierende Bilanz der Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Wasserqualität: So sind viele Beluga-Wale vor den kanadischen St. Lawrence Islands mittlerweile an Krebs erkrankt und Schwertwale vor Vancouver Island sind die weltweit am stärksten durch PCB belasteten Meeressäuger. (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungMo 08.12.2008arte
    • Folge 2 (45 Min.)

      Zahllose Organismen – von mikroskopisch kleinen Lebewesen bis hin zu Säugetieren – überleben durch außergewöhnliche Anpassungsstrategien selbst in und auf verseuchten Böden. Ihre Bioindikatoren sind für Umwelttoxikologen eine wahre Fundgrube an Wissen über die Wirkungsweise schädlicher Substanzen und lassen Rückschlüsse auf Gefahren für die Bevölkerung und das Ökosystem zu.

      Wissenschaftler nutzen zur Informationsgewinnung ganz verschiedene Tierarten: von Säugetieren wie der Wildratte über Spinnen und den Regenwurm, der als absoluter Überlebenskünstler in verseuchten Böden gilt, bis hin zu den Bakterien. Da der Boden alle ihn belastenden Verschmutzungen speichert, gelingt es den Wissenschaftlern mit Hilfe der unfehlbar arbeitenden tierischen Berichterstatter, die sich als Überlebensstrategie ihrer feindlichen Umwelt genetisch anpassen, nach und nach neue Erkenntnisse über die unterschiedlichen Bodenveränderungen zu erlangen und so Gegenmaßnamen einzuleiten. (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 09.12.2008arte
    • Folge 3 (45 Min.)

      Um neue Erkenntnisse über die Luftverschmutzung zu erhalten, wird schon seit langer Zeit eine Vielzahl lebender Organismen wissenschaftlich untersucht. Bereits im vergangenen Jahrhundert nutzte man den Geruchssinn von Kanarienvögeln im Kohlebergbau. Verstummten die mit in die Stollen genommenen Tiere, wussten die Bergleute, dass der Sauerstoff knapp wurde und Grubengasexplosionen drohten.

      Heute nutzen Forscher in Frankreich Bienen zur Messung der Luftverschmutzung in den Städten und die spanische Wissenschaftlerin Marta López Alonso weist in ihren Versuchen an Kühen und Hunden die Umweltschädlichkeit von Kohlekraftwerken nach. In den USA übermitteln mit GPS und Fotoapparat ausgestattete Brieftauben den aktuellen Stand der Luftverschmutzung in kalifornischen Großstädten.

      Die in ihrem natürlichen Lebensraum als Überwachungsinstrumente eingesetzten Tiere tragen so zur Vorbeugung toxischer Risiken bei. Dennoch sind die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf das Ökosystem und die Gesundheit der Menschen auch in den letzten Jahren weiter dramatisch angestiegen. (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungMi 10.12.2008arte
    • Folge 4 (45 Min.)

      Mit 175.000 Toten und 125.000 Vermissten wird der Tsunami vom 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean noch lange in Erinnerung bleiben. Doch tote Tiere wurden nach der Katastrophe kaum gefunden. Konnten die Tiere spüren, dass eine tödliche Welle nahte? Wenn ja, warum haben die Menschen dann so wenig auf diese Warnsignale geachtet?

      Hunderte von Zeugen berichteten von ungewöhnlichen Verhaltensweisen der Tiere vor dem Tsunami: Tiefseefische wurden im flachen Wasser gesichtet, Elefanten spürten Vibrationen mehrere Stunden vor Ankunft der Welle und retteten Touristen in Thailand, und im Yala National Park auf Sri Lanka warnten Vögel die Besucher. Doch haben die Tiere die Katastrophe wirklich vorausgeahnt? Warum wurden dann einige Meerestiere, zum Beispiel Schildkröten, vom Tsunami überrascht und ins Landesinnere gespült? Und aus welchem Grund haben Elefanten, die zur selben Zeit an der Südküste Sri Lankas von Satelliten überwacht wurden, überhaupt nicht reagiert?

      Die Zeugenaussagen widersprechen sich also zum Teil. Und auch die Wissenschaft ist geteilter Meinung. Wird die Forschung eines Tages in der Lage sein, ein Tsunami-Warnsystem zu entwickeln, das sich am Verhalten der Tiere orientiert? (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungMo 15.12.2008arte
    • Folge 5 (45 Min.)

      In Japan setzen Wissenschaftler bei ihren Vorhersagen für Erdbeben auch auf Studien des Tierverhaltens. So sind einige Wissenschaftler des Landes auf der Suche nach bestimmten Hunden, die besonders sensibel auf Anzeichen von Erdbeben reagieren. Die analysierte DNA soll dazu dienen, den idealen Erdbebenspürhund zu klonen, damit dieser landesweit eingesetzt werden kann.

      In China beobachtet man die Warnsignale der Tiere schon lange. Bezeichnenderweise stellt der erste chinesische Erdbebendetektor aus dem Jahr 132 vor Christus Drachen und Frösche dar. Im Jahr 1975 ließen Behörden und Wissenschaftler aufgrund von auffälligen Tierreaktionen 150.000 Einwohner aus Haisheng evakuieren. Kurze Zeit darauf zerstörte ein Erdbeben fast 90 Prozent der Stadt.

      In Peking setzt Professor Li neben den üblichen Messinstrumenten erfolgreich Sittiche zur Erdbebenwarnung ein. Anderenorts dienen Schlangen oder Tauben als Indikatoren. Zudem sind fast alle Zoos des Landes aufgefordert, ungewöhnliche Verhaltensweisen ihrer Tiere zu dokumentieren und diese Informationen an die regionalen Erdbebenstationen weiterzuleiten. Dadurch soll ein weitgespanntes Erdbebenwarnnetz entstehen. (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 16.12.2008arte

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