2026, Folge 15–28
Folge 15/2026
Folge 15 (30 Min.)USA: Tourismuskrise in Florida? Autorin: Kerstin Klein Sorgt die ausländerfeindliche Politik von Donald Trump für spürbare Verluste in der Tourismusindustrie Floridas? Viele Anbieter klagen über weniger Reisende, vor allem aus Europa und Kanada. Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren habe es einen Rückgang gegeben, erklärt ein deutschstämmiger Ferienhausvermieter: „Bei uns war der Tourismus, die Buchungen wirklich unten. Ganz schlimm.“ Selbst in der Pandemie habe er so etwas nicht erlebt. Die Tourismusbehörde räumt ein, dass im Jahr 2025 sechs Prozent weniger Urlauber aus dem Ausland nach Florida gekommen seien.US-amerikanische Urlauber suchen zwar weiter die Sonne zwischen Daytona Beach und Miami. Wen die Veranstalter aber vermissen, sind vor allem die Urlauber aus Übersee: „Sie bleiben länger, ein, zwei, drei, vier Wochen, manchmal sogar zwei Monate“, erläutert die Sprecherin der Tourismusbehörde. Wie wirkt sich die aggressive Politik des US-Präsidenten auf den Tourismus wirklich aus? Eine Spurensuche in Florida. Polen: Atomkraft, Ja bitte Autorin: Ina Ruck An einem der schönsten Ostseestrände Polens, in der kaschubischen Küstenlandschaft, soll Polens erstes kommerzielles AKW entstehen. Denn das Land will klimaneutral werden. Noch vor zehn Jahren wurden hier 90 Prozent des Stroms aus Kohle erzeugt, mittlerweile sind es „nur“ noch 60, und das ist im EU-Vergleich immer noch viel zu viel. Auch Polen setzt deshalb längst auf erneuerbare Energien, braucht aber noch eine Energiequelle als Back-up und für den Übergang. Statt russischem Gas soll das lieber Atomkraft sein. Gegner gibt es erstaunlich wenige. Die sonst so zerstrittenen Parteien sind sich einig, Protest im Volk gibt es kaum. Ein Team des ARD-Studio Warschau hat mit Menschen im Ostseeort Slajszewo gesprochen, denen das AKW direkt vor die Nase gesetzt wird. Und es war im Bergbaugebiet Oberschlesiens, wo jetzt, mitten im Strukturwandel, eine Zeche nach der anderen geschlossen wird und sich viele Kumpel fragen, ob Atomkraft wirklich umweltfreundlicher ist als Kohle. Venezuela: ausländische Gefangene als Faustpfand Autoren: Jonas Schreijäg, Thomas Aders Hector Martinez hat Schreckliches erlebt in einem venezolanischen Gefängnis. Über Monate wissen seine Verwandten nicht, ob er lebt und wo er sich befindet. Sicherheitskräfte des Maduro-Regimes hatten ihn im Grenzgebiet zu Kolumbien gekidnappt und dann in das berüchtigte Foltergefängnis Rodeo Uno in Caracas gebracht. Ohne Grund, ohne Anklage, ohne dass er juristische Unterstützung bekam. ARD-Recherchen zeigen jetzt, dass die Regierung Maduro offenbar gezielt Ausländer festgenommen hat und ohne Anlass festhielt. „Die Ausländer wurden wie Mastvieh behandelt: Man sperrt sie ein und sucht im Laufe der Zeit nach dem Nutzen … Irgendwann findet man schon etwas, wogegen man sie eintauschen kann“, erklärt Alfredo Romero von der Menschenrechtsorganisation Foro Penal. Vor allem seit der erkennbar gefälschten Präsidentenwahl 2024 sucht das Regime um Nicolas Maduro offenbar nach menschlicher Verhandlungsmasse, um z. B. Erleichterungen bei Sanktionen und wirtschaftliche Unterstützung zu bekommen. Belgien: feine Küche für vier Pfoten Autorin: Tabea Volz Hunde gehören für viele zur Familie. In einem Strandbistro im belgischen Ostende speisen sie nun auch wie menschliche Gäste. Die Speisekarte bietet Auswahl: Rind, Fisch oder Geflügel stehen bereit. Besonders die Entenbrust gilt als Verkaufsschlager. Doch das Bistro setzt eine harte Grenze. Wer mit Kindern kommt, steht vor verschlossener Tür. Die Betreiber lassen Gäste erst ab 18 Jahren ein. Das Lokal sei nicht für Kinder geeignet, lautet die Begründung. So entsteht ein Ort für Erwachsene, die ihren Hund beim Strandgang nicht missen wollen. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 NDR Folge 16/2026: Kriminellen Welpenhändlern auf der Spur
Folge 16 (30 Min.)Birgitt Thiesmann von der Stiftung für Tierschutz in Deutschland Vier Pfoten heftet sich an die Fersen von Welpenhändlern, folgt ihren Spuren quer durch Europa. Sie hält Kontakt zu Tierheimen, Polizei, Tierärzten und betrogenen Welpenkäufern. „Ja, ich bin schon mal körperlich angegriffen worden, und natürlich kriegt man auch Drohungen. Das gehört in diesem Geschäft einfach dazu“, sagt Birgitt Thiesmann. Sie war über 20 Jahre lang Reporterin für die Jugendzeitschrift „Bravo“, nach einer Reportage über den illegalen Welpenhandel in Europa fing sie bei Vier Pfoten an.Seither kämpft sie gegen die kriminellen Händler. Experten schätzen, dass mit den jungen Hunden in Europa jährlich rund eine Milliarde Euro verdient werden. Damit ist der illegale Welpenhandel ähnlich lukrativ wie der kriminelle Handel mit Drogen, Waffen oder Frauen. „Dabei sind die Welpen meist todkrank. Sie werden nicht geimpft und entwurmt, viele von ihnen sterben direkt nach dem Verkauf“, sagt Birgitt, die den Kontakt zu vielen betrogenen und schockierten Käufern hält. Regelmäßig folgt sie den Routen der kriminellen Welpenhändler quer durch den Kontinent. In Prag trifft sie eine Aussteigerin. Die Frau war eine sogenannte Vermehrerin; Tierschützer sprechen bei den kriminellen „Welpenfabriken“ nie von einer Zucht. Birgitt erhofft sich neue Insiderinformationen und wird nicht enttäuscht: Sie erfährt von einer weiteren, bisher unbekannten „Vermehrerstation“ in der Nähe von Prag. „Das hat überhaupt nichts mit verantwortungsvoller Zucht zu tun“, sagt Birgitt. Die Folgen kann sie überall in Europa sehen: überfüllte Tierheime in Deutschland und verhaltensauffällige Welpen in den Zwingern belgischer Hundehändler. Immerhin: Regelmäßig gelingen Birgitt und ihren Mitstreitern kleinere Erfolge. Sie gibt sich bei zwielichtigen Händlern als interessierte Welpenkäuferin aus – und holt anschließend Amtsveterinäre und die Polizei dazu, um offensichtlich nach Deutschland eingeschmuggelte Welpen beschlagnahmen zu lassen. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 19.05.2026 NDR Folge 17/2026: Null Promille und Spaß dabei
Folge 17 (30 Min.)Familienfest, Clubnacht oder Feierabend, für viele gehört Alkohol zu diesen Gelegenheiten einfach dazu. Und doch gibt es in Deutschland und Frankreich inzwischen immer mehr Menschen, die selbstbewusst auf Alkohol verzichten – nicht aber aufs Feiern! Wer nüchtern bleibt, kann auch einen Rausch erleben! Davon ist Marius Beyer überzeugt. Auf seinen Ecstatic-Dance-Partys tanzen sich die Teilnehmenden barfuß in einen Rausch – ganz ohne Alkohol oder andere Drogen. Marius Beyer möchte, dass andere spüren, man kann auch ohne Alkohol loslassen. Beim ekstatischen Tanz soll jeder die Möglichkeit haben, den eigenen Körper wahrzunehmen und Gemeinschaft zu erleben.Immer mit null Promille. Auch Sängerin Joséphine Hurtut lebt inzwischen alkoholfrei. Noch vor zwei Jahren gehörten Drinks mit Freunden oder bei ihrer Arbeit in der Pariser Kulturszene selbstverständlich dazu. Heute fühlt sie sich ohne Alkohol wacher, klarer und mehr im Einklang mit sich selbst. Das Nachtleben in den Pariser Bars und Kabaretts erlebt sie nun nüchtern – und erfährt dabei immer wieder, wie sehr Alkohol in der französischen Kultur verankert ist. In der Ardèche, im Südosten Frankreichs, leitet Delphine Courgey Frankreichs einzigen Campingplatz, auf dem es keinen Tropfen Alkohol gibt. Viele ihrer Gäste kommen seit Jahren hierher und haben eines gemeinsam: den Kampf gegen ihre Alkoholsucht. Delphine selbst hat früher auch getrunken und will heute anderen Mut machen. Sie möchte zeigen, wie erfüllt und frei ein Leben ohne Alkohol sein kann – und wie viel Spaß ein gemeinsamer Sommer auf einem alkoholfreien Campingplatz macht. Die Reportage erzählt die Geschichte dieser drei Menschen – und zeigt, warum der Verzicht auf Alkohol für sie kein Verlust, sondern ein Gewinn ist. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 26.05.2026 NDR Folge 18/2026: Null Promille und Spaß dabei
Folge 18 (30 Min.)Ukraine: kolumbianische Kämpfer an der Front Autoren: Marie-Kristin Boese, Demian von Osten Kommandos auf Spanisch mitten im Ukraine-Krieg: Schätzungen zufolge kämpfen etwa 7000 Latinos für die ukrainische Armee, unter ihnen sind besonders viele Kolumbianer. Oft sind es Videos auf TikTok, die die jungen Männer mit dem Versprechen auf schnelles Geld in die Ukraine locken, mindestens 2500 Euro Sold im Monat. Wie brutal und gefährlich der Drohnenkrieg ist, unterschätzen dabei viele. Für die Ukraine sind bereits Hunderte Kolumbianer im Kampfeinsatz gestorben oder werden seit Monaten vermisst.Zurück bleiben verzweifelte Familien, 10.000 Kilometer entfernt in Südamerika. Marie-Kristin Boese und Demian von Osten haben sich auf die Suche gemacht nach den Kämpfern aus Kolumbien und ihren Familien. Schweiz: Blatten – ein Jahr nach dem Bergsturz Autorin: Stefanie Dodt Vor einem Jahr haben enorme Mengen aus Fels, Geröll und Eis das kleine Dorf Blatten in der Schweiz fast vollständig zerstört. Die 300 Einwohnerinnen und Einwohner konnten vorher evakuiert werden, sie haben aber alles verloren. Bis 2029 soll Blatten neu aufgebaut werden. Doch es regt sich Widerstand und eine Diskussion um die Frage: Muss man wirklich jedes von Bergstürzen betroffene Dorf wieder aufbauen? Denn ähnliche Ereignisse wie das in Blatten könnten sich mit fortschreitendem Klimawandel in Zukunft häufen. Stefanie Dodt war in Blatten. Frankreich: mit Musik gegen das Sterben der Dörfer Autorin: Sabine Bohland Er verwandelt Bäckereien in temporäre Dancefloors. DJ Dorian Gamon legt zwischen Croissants und Pains au chocolat auf und will damit Menschen zusammenbringen. Außerdem möchte „DJ Baguette“ mit seinen Auftritten auf das Sterben der Gemeinden in ländlichen Gebieten aufmerksam machen. Denn hier fehlt inzwischen oft die einfachste Infrastruktur wie Post oder Apotheke. Japan: Matcha-Madness. Viel Arbeit hinter dem Hype Autor: Thorsten Iffland Japan ist eine Teenation, berühmt vor allem fürr seinen Matcha. Das grüne Pulver erlebt gerade nicht nur in Japan, sondern rund um die Welt einen riesigen Hype. Denn Matcha lässt sich nicht nur als Tee trinken. Es landet im Eis, im Kuchen, sogar in Cremes und in Gesichtsmasken. Überall ist Matcha drin. Die Produzenten in Japan freuen sich über so viel Nachfrage. Aber die Ernte ist unglaublich anstrengend. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 02.06.2026 NDR Folge 19/2026
Folge 19 (30 Min.)Japan: Yakuza-Aussteigerin Autor: Ulrich Mendgen Mako Nishimura war die einzige bekannte Frau bei der Yakuza, der japanischen Mafia. In einer Welt, die von Männern dominiert wird, verkaufte sie jahrelang Drogen und vermittelte Frauen in die Prostitution. 2012 stieg sie aus und setzt sich heute für andere Yakuza-Aussteiger ein. Als Frau in der japanischen Mafia nutzte sie unter anderem Tätowierungen als sichtbares Zeichen, um sich Respekt und Anerkennung in der brutalen Männerwelt zu verschaffen. Als ihr Yakuza-Chef von ihr verlangte, sich selbst zu bestrafen, schnitt sie sich einen Finger ab.Sie hatte Drogen für den eigenen Konsum abgezweigt. Während sie ihre Position im organisierten Verbrechen festigte, vernachlässigte sie ihre Rolle als Mutter ihrer Söhne. ARD-Japan-Korrespondent Ulrich Mendgen begleitet die Mafia-Aussteigerin in der Provinz Gifu, wo ehemalige Bandenmitglieder durch öffentliches Müllsammeln um gesellschaftliche Vergebung bitten. Indien: toxische Schönheit der Marmormülldeponie Autorin: Lena Bodewein Schweizer Schneelandschaft bei 42 Grad Celsius? Mitten in Rajasthan, nahe beim Zentrum der Marmorindustrie Indiens, ist aus Versehen eine Attraktion entstanden. Die Marmormülldeponie von Kishangarh sieht aus wie eine Eiswüste – und besteht doch nur aus übriggebliebenem Marmorstaub. Diese extreme Schönheit lockt Blogger, Bollywood-Stars und Brautpaare an. In farbenfroher Kleidung posieren, tanzen und inszenieren sie sich, stecken die bloßen Füße in türkisblaue Wasserstellen. Doch diese Schönheit, so weiß wie Schnee, hat ein dunkles Geheimnis: Der feine Marmorstaub greift die Lungen an, das Grundwasser wird durch Schwermetalle und andere Giftstoffe verschmutzt. China: giftiger Rohstoffabbau bei seltenen Erden Autor: Jörg Endriss Seltene Erden sind ein wichtiger Rohstoff für Smartphones, E-Autos und Windkraft. Bei der Verarbeitung dominiert China den Weltmarkt – und nutzt Exportkontrollen als Druckmittel im Handelskonflikt mit USA und Europa. Gleichzeitig verlagert sich der umweltschädliche Abbau zunehmend ins Bürgerkriegsland Myanmar. Dort entstehen neue Minen, während in China selbst viele geschlossen wurden. Wer den Spuren dieses Hightech-Rohstoffs folgt, stößt auf Umweltgifte, Machtpolitik und schnell auf Probleme. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 09.06.2026 NDR Folge 20/2026
Folge 20 (30 Min.)Philippinen: Streit ums Meer. Hilfe für belagerte Inseln Autor: Ulrich Mendgen Einer der wichtigen Schifffahrtswege der Welt führt durch ein Gebiet, um das erbittert gestritten wird: das Südchinesische Meer zwischen den Anrainern China, Philippinen und Vietnam. Peking will das gesamte Seegebiet kontrollieren. Auf herrenlosen Riffen und Sandbänken baut die chinesische Marine Militärbasen. Die chinesische Küstenwache blockiert dabei philippinische Fischer in ihren angestammten Fanggebieten und auch die Versorgung der Menschen dort. Die fühlen sich gestrandet in der eigenen Heimat. ARD-Korrespondent Uli Mendgen begleitet für die „Weltbilder“ Helfer, die die Fischer und andere Bewohner auf den Inseln unterstützen wollen.Vietnam: Kokos-Nektar als Chance Autor: Florian Bahrdt Das Mekongdelta im Süden Vietnams gilt als eine der fruchtbarsten Regionen Südostasiens. Millionen Menschen leben dort von der Landwirtschaft. Doch es gibt ein Problem: Der Fluss fließt auf einer Länge von mehr als 4000 Kilometern durch mehrere Staaten und wird dabei immer wieder durch gigantische Staudämme aufgehalten. Vor allem in China, Laos und Kambodscha. Diese Länder drehen Vietnam buchstäblich das Wasser ab. Der Fluss führt im Süden immer weniger Wasser, dadurch drückt mehr salziges Wasser aus dem Meer in das Delta. Und dann kommt auch noch der Klimawandel mit Trockenheit und steigendem Meeresspiegel. All das könnte das Ende bedeuten für Pflanzen und Landwirtschaft und für die Menschen, die dort leben. Doch einige wollen ihr Schicksal nicht einfach so hinnehmen. Eine junge Frau, eine Kokos-Bäuerin hat nun einen Weg gefunden, um wirtschaftlich überleben zu können: mit Nektar aus Palmen. Florian Bahrdt war da. Japans Yakuza: Mafia-Lady packt aus Autor: Ulrich Mendgen Die japanische Mafia, die Yakzua, verdiente bis in die 1990er-Jahre prächtig und wuchs zu einer mächtigen Schattenwelt heran. Aus diesem Reich krimineller Männerbünde erzählt nun ausgerechnet eine Frau. Das bisher einzige bekannte weibliche Mitglied der Yakuza boxte sich buchstäblich durch im Milieu. Aber inzwischen ist sie ausgestiegen. Wieso ihr Kampf um Verzeihung mindestens ebenso hart ist, verrät sie ARD-Japan-Korrespondent Ulrich Mendgen. Und sie versucht auch eine Annäherung zu ihrem Sohn, der wegen ihrer Vergangenheit lange Zeit nichts von seiner Mutter wissen wollte. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 18.08.2026 NDR Folge 21/2026
Folge 21 (30 Min.)USA: Leben wie auf dem Mars Autorin: Sarah Schmidt Mitten in der Wüste von Utah steht eine Weltraumstation. Seit mehr als 20 Jahren üben Studierende hier das Leben und vor allem das Forschen auf dem Mars. Im engen Wohnbereich mit acht Metern Durchmesser müssen sie leben, kochen, schlafen und auch forschen. Ihren Wohnbereich verlassen die Astronauten-Studierenden nur im Raumanzug. Wenn sie Forschungstrips auf dem Roten Planeten simulieren, sind sie in einem Mondfahrzeug unterwegs. Die Mars Society betreibt diese Übungsstation. Auf ihr sollen Interessierte ausprobieren, wie das Leben auf dem Mars und der Alltag auf einer Marsstation aussehen könnte.Lange Zeit wurden die Marsforscher für ihr Engagement nicht ernst genommen. Seitdem Elon Musk seine Pläne zur Besiedelung des erdähnlichen Planeten ernsthaft angeht, wird das Interesse an der Marsbasis wieder größer. River Riehle studiert in Florida Weltraumtechnik und lebt für eine Woche auf der Station. Er will unbedingt ins Weltall als Astronaut. Deshalb ist er hier: „Astronaut zu werden, ist ein sehr hoch gestecktes Ziel. Es gibt nicht viele erste Schritte, das auszuprobieren für die breite Öffentlichkeit. Für uns ist es aufregend, dass das möglich ist und dass wir diese Erfahrungen machen konnten.“ Eine Woche abgeschlossen von der Umwelt wie auf dem Mars zu leben, das sei eine einzigartige und sehr wertvolle Erfahrung. Korrespondentin Sarah Schmidt begleitet das Team in seinem Alltag zwischen Mars, Utah und dem Traum vom Weltall. Südafrika: Kapstadts Kampf ums Wasser Autorin: Vivica Jungels Kapstadt stand 2018 kurz vor dem sogenannten Day Zero, dem Tag, an dem kein Wasser mehr aus den Leitungen gekommen wäre. Die Katastrophe konnte damals knapp verhindert werden. Doch Dürre, Starkregen und das schnelle Wachstum der Stadt setzen die Wasserversorgung weiter unter Druck. Bis 2040 will Kapstadt deshalb zu einer „wassersensitiven“ Stadt werden mit Meerwasserentsalzung, Grundwasser, Abwasseraufbereitung und naturbasierten Lösungen. Zoleka Havi macht eine Ausbildung zur Flusswächterin, entfernt invasive Pflanzen aus Wasserläufen und hofft auf ein besseres Leben. Reginald Pillay arbeitet an einem bepflanzten Rückhaltebecken, das Regenwasser speichern und neues Grundwasser bilden soll. Beide zeigen, wie Klimaanpassung dort beginnt, wo die Wasserkrise am härtesten zu spüren ist. Doch ob Kapstadts Plan aufgeht, hängt nicht nur von Technik und Natur ab, sondern auch von Geduld, Vertrauen und den Menschen vor Ort. Japan: Mafia-Lady packt aus Autor: Ulrich Mendgen Mako Nishimura war die einzige bekannte Frau bei der Yakuza, der japanischen Mafia. In einer Welt, die von Männern dominiert wird, verkaufte sie jahrelang Drogen und vermittelte Frauen in die Prostitution. 2012 stieg sie aus und setzt sich heute für andere Yakuza-Aussteiger ein. Als Frau in der japanischen Mafia nutzte sie u.a. Tätowierungen als sichtbares Zeichen, um sich Respekt und Anerkennung in der brutalen Männerwelt zu verschaffen. Als ihr Yakuza-Chef von ihr verlangte, sich selbst zu bestrafen, schnitt sie sich einen Finger ab. Sie hatte Drogen für den eigenen Konsum abgezweigt. Während sie ihre Position im organisierten Verbrechen festigte, vernachlässigte sie ihre Rolle als Mutter ihrer Söhne. Japan-Korrespondent Ulrich Mendgen begleitet die Mafia-Aussteigerin in der Provinz Gifu, wo ehemalige Bandenmitglieder durch öffentliches Müllsammeln um gesellschaftliche Vergebung bitten. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 NDR Folge 22/2026
Folge 22 (30 Min.)Luftalarm am Strand: Wie Russinnen und Russen im Urlaub den Krieg verdrängen Autorin: Silke Diettrich Sirenen heulen am Badestrand, Urlauber sonnen sich ungerührt weiter. An Russlands Schwarzmeerküste trifft der Ukraine-Krieg mitten in der Hochsaison auf den Ferienalltag. In Noworossijsk zerstören Drohnen ein Wohnhaus und treffen das Hafengelände, die zentrale Drehscheibe für rund 80 Prozent der russischen Getreideexporte. In Tuapse brennen nach Angriffen Ölterminals, Experten warnen vor schweren Umweltschäden an den Stränden. Das Filmteam um Silke Diettrich reist entlang der Küste von Noworossijsk über das traditionsreiche Jugendlager Orljonok bis in die mondäne Olympia-Stadt Sotschi.Die Recherche vor Ort zeigt: Während Strände wegen der Luftalarme geräumt werden, Treibstoff an den Zapfsäulen fehlt und Flughäfen immer wieder schließen, versuchen viele Reisende die Gefahr zu verdrängen. Für die meisten Bürger*innen fehlen bezahlbare Reiseziele im Ausland. Wie tief greift der Krieg inzwischen in das russische Alltagsleben ein? Kroatien: Dubrovniks Maßnahmen gegen Overtourism Autor: Andreas Bachmann Kreuzfahrtschiffe vor der Altstadt, Menschenmassen in den engen Gassen: Dubrovnik gilt als das Symbol für Overtourism. Inzwischen will die Stadt zeigen, dass Tourismus auch anders geht: Besucherströme werden digital gelenkt, die Anlandung von Kreuzfahrtschiffen begrenzt, die Altstadt besser geschützt, Grünflächen statt Bauland ausgewiesen. 2026 wurde Dubrovnik deshalb als „Green Pioneer of Smart Tourism“ ausgezeichnet. Doch für seinen Kurs bekommt Bürgermeister Mato Frankovic Gegenwind – Investoren sind sauer, machen Druck, der Bürgermeister steht unter Polizeischutz. Kann Dubrovnik trotzdem zum Vorbild für Europas überlaufene Urlaubsorte und wieder lebenswerter für seine Bewohnerinnen und Bewohner werden? Andreas Bachmann hat sich unter die Touristen gemischt. Bundeswehr in Australien: Großübung am anderen Ende der Welt Autor: Marcel Müller 13.000 Kilometer von Deutschland entfernt trainiert die Luftwaffe über Australien. Bei der Großübung Pitch Black (auf Deutsch: stockfinster) proben 21 Staaten mit über 100 Flugzeugen komplexe Einsatzszenarien wie Luftbetankungen und Nachtflüge. Die Bundeswehr beteiligt sich mit sechs Eurofightern, zwei Tankflugzeugen und mehr als 200 Soldatinnen und Soldaten. Ein Kamerateam konnte die Crew eines deutschen Tankflugzeugs bei ihrem Einsatz begleiten: Über dem australischen Outback steuert die deutsche Luftwaffe den Ausleger an Kampfjets befreundeter Nationen heran bei fast 600 km/h und weniger als 20 Metern Abstand. Das Andocken an Maschinen aus Südkorea, Australien oder Singapur ist dabei echte Millimeterarbeit. Auf der Airbase in Darwin bereiten Techniker deutsche Eurofighter auf ihre Trainingsflüge vor. Alles muss blitzschnell gehen, die deutschen Kampfpiloten sind dabei unter Hochspannung. Hinter dem Großmanöver steht ein sicherheitspolitisches Signal: Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen im Indopazifik wollen Deutschland und seine Partner Geschlossenheit demonstrieren und freie Handelswege sichern. In der Region Darwin stoßen die ständigen Tiefflüge und der Lärm jedoch auch auf Kritik aus der Bevölkerung. Wie funktioniert das Zusammenspiel internationaler Streitkräfte in der Praxis? Korrespondent Marcel Müller konnte mit einem Filmteam die Bundeswehr am Boden und im Cockpit begleiten. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 NDR Folge 23/2026: Die Seegras-Retter von den Balearen
Folge 23 (30 Min.)Urlauber sehen das Seegras oft nur als eine lästige Alge, die am Strand herumliegt: Posidonia oceanica, wie der wissenschaftliche Name lautet, ist eine der unterschätztesten Pflanzen der Welt. Und in Wahrheit ein echtes Multitalent: Seegras kann mehr Kohlenstoff speichern als jeder Wald. Eine Unterwasserwiese, die jungen Fischen und bedrohten Arten wie Seepferdchen Schutz bietet. Ein Klimaretter mit mehr Power als der Regenwald. Und eine Biobarriere, die die Strände der Baleareninseln vor Herbst- und Winterstürmen schützt. Dass diese „Lunge des Meeres“ Außergewöhnliches leistet und geschützt werden muss, ist unter Fachleuten unumstritten.Doch neben Klimawandel und Wasserverschmutzung droht dem Seegras noch eine ganz andere Gefahr: Mit jedem Jahr liegen mehr Boote, oft luxuriöse Jachten, vor Mallorca oder Formentera. Und schon ein einziger Anker kann Hunderte Seegraspflanzen vernichten. Es dauert Jahrzehnte, den Schaden wieder zu beheben. „Seegras ist eine sehr stabile Pflanze, aber auch sehr langsam im Wachstum“, sagt Ozeanologin Laura Royo, die den Unterwasserwald in aufwendigen Tauchgängen wieder aufforstet: „Man muss Geduld haben.“ Die Behörden auf den Balearen setzen mittlerweile auf Vorbeugung: Besonders in der Hochsaison sind Patrouillenboote unterwegs, überwachen die Ankerpositionen von Jachten, klären die Kapitäne auf, dass sie nur über Sandflächen ankern dürfen, und verhängen auch mal Geldstrafen. Seegras-Retter Marcial Bardolet fährt eines dieser Boote. Der gebürtige Mallorquiner will seine Heimat schützen: „Ich fühle mich verbunden mit dem Seegras und es ist meine Lebensaufgabe, es zu erhalten.“ (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 22.09.2026 NDR Folge 24/2026
Folge 24 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere Di. 29.09.2026 NDR Folge 25/2026: Die Ärzte der Ägäis
Folge 25 (30 Min.)Die griechische Stavros-Niarchos-Stiftung hat seit 2014 ein System von mobilen medizinischen Teams (Mobile Medical Units) aufgebaut. Monatlich steigen sie in Piräus auf die Fähre, um Menschen auf kleinen entlegenen Inseln für jeweils eine knappe Woche medizinisch zu versorgen. Denn die Kosten für einen Arztbesuch auf dem Festland können sich viele Inselbewohner nicht leisten. Und im Winter sind Überfahrten wegen schlechten Wetters oftmals ganz unmöglich. Der Augenarzt Christos Christoulakis ist von Anfang an bei diesen Einsätzen dabei: „Wir geben etwas.Aber wir bekommen auch sehr viel zurück.“ Zusammen mit Tasos Stamatiadis, dem technischen Leiter der Mission, ist er auf dem Weg nach Serifos. Auf der Fähre werden sie von zwei Lkws voll mit medizinischem Gerät begleitet, darunter ein tragbares Röntgengerät, ein digitales 3D-Mammografiegerät und ein Knochendichtescanner. Auf Serifos wird in wenigen Stunden ein Pop-up- Krankenhaus errichtet, mit dem die Insel vier Tage lang über die medizinische Infrastruktur einer kleinen Stadt verfügt: mit vielen verschiedenen Fachärzten und Krankenschwestern, die alle ehrenamtlich arbeiten. Auf der Insel wird das Medizinteam schon erwartet. Viele der knapp 1500 Einwohner kommen zu Untersuchungen vorbei, oft zu mehreren. Das „reisende Krankenhaus“ hilft ihnen so, trotz der fehlenden Infrastruktur weiter auf Serifos zu leben. Manchen Patienten allerdings müssen die Ärzte zu einer Therapie auf dem Festland raten, so wie Susanna Diogou, die Lähmungserscheinungen in ihrem linken Fuß hat. Aber dafür müsste die Familie sich für längere Zeit trennen. Ein Dilemma, das viele Menschen auf den Inseln fürchten. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 06.10.2026 NDR Folge 26/2026
Folge 26 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere Di. 13.10.2026 NDR Folge 27/2026: Malta – Wüste oder Wasserlabor der Zukunft?
Folge 27 (30 Min.)Malta: Europas trockenste Insel und zugleich trockenstes Land. Der Inselstaat kämpft ums Überleben. Forscher, Bauern und Umweltaktivisten kämpfen gegen die Dürre und gegen die eigene Regierung, die weiter auf Wachstum setzt. Während jedes Jahr Millionen Urlauber auf die Insel drängen, bleibt für die Landwirtschaft kaum ein Tropfen Wasser. Schon seit Beginn der Besiedlung der Mittelmeerinsel war das Wasser rar auf Malta. Doch während frühere Zivilisationen umsichtig mit dem kostbaren Gut umgingen, indem sie strenge Regeln erließen, scheint der sorgsame Umgang mit Wasser mittlerweile in Vergessenheit geraten zu sein.Mehr als vier Millionen Touristen kamen 2025 auf die Insel, bei nicht einmal 600.000 Einwohnern. 70 Prozent des Wassers auf Malta werden mittlerweile künstlich erzeugt mit riesigen Meerwasserentsalzungsanlagen. Allein am Golden Beach, einem Strand im Westen der Insel, tummeln sich bis zu 9000 Urlauberinnen und Urlauber pro Tag. Auch unter Wasser zeigen sich die Folgen: Delfine verlieren ihren Lebensraum, das Meer seine Reinheit, wie Expertin Francesca Soster auf einem wissenschaftlichen Bootsausflug zeigt. Visionäre wie Agrarökonom Malcolm Borg, Hydrologe Michael Schembri oder Umweltexperte Brian Restall suchen Wege aus der Krise: mit Bodenfeuchte-Sensoren, Grundwassernutzung, Überwachungskameras oder Pflanzen, die deutlich weniger Wasser verbrauchen. Auch wenn die Lage sich zuspitzt, das in Malta gewonnene Know-how kann anderen Regionen im Mittelmeerraum helfen, den Wassermangel zu überwinden. Die Reportage zeigt jene Menschen, die trotz widrigster Bedingungen nicht aufgeben und Malta zu einem Labor der Zukunft machen. Eine eindringliche Warnung. Aber auch ein Hoffnungsschimmer. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Di. 20.10.2026 NDR Folge 28/2026
Folge 28 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere Di. 27.10.2026 NDR
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