Folge 21

  • Sendung vom 12.06.2022

    Folge 21
    Die geplanten Themen:
    „Wachstum“ – Fluch und Segen, eine Streitfrage
    An der „Wachstumsfrage“ scheiden sich die Geister: Bewirkt Wachstum den von der Menschheit eigens herbeigeführten Untergang der Welt oder hält es die einzige Lösung für die Probleme der Weltgemeinschaft bereit? Darüber diskutieren Katja Gentinetta und Niko Paech in der Streitschrift „Wachstum“. Die Weltbank warnt: Das globale Wachstum gerät ins Stocken, die Weltkonjunktur droht einzubrechen, eine Erholung ist nicht in Sicht. Das sind schlechte Nachrichten – oder etwa doch nicht? Was bedeutet ‚Wachstum‘ tatsächlich für unsere Gesellschaft? Ist es ein Segen, unabdingbar für die Weiterentwicklung, für den weltweiten Wohlstand, für die Lösungen zur Rettung der Umwelt? Oder führt das scheinbar unaufhaltsame wirtschaftliche Wachstum mit seiner Ausbeutung der Umwelt die Menschheit geradewegs ins Verderben? Eine Streitfrage, bei der die Philosophin Katja Gentinetta und der Ökonom Niko Paech konträre Standpunkte vertreten, in zwei Essays, die jetzt mit dem Titel ‚Streitfrage‘ erscheinen.
    „ttt“ hat die beiden Autoren getroffen.
    Autorin: Petra Böhm
    Die Band Yard Act liefert den Post-Punk-Soundtrack zum Post-Brexit-Britain
    Sie ist ein Kind der Krise. Ende 2019 gründet sich in der nordenglischen Arbeiterstadt Leeds eine Band, die sich vor Lob kaum noch retten kann. Yard Act bringen den Sound der Stunde und sie tun es in chaotischen Zeiten. „The Overload“, so der Titel ihres Debüts, ist ein Kommentar auf den niemals endenden, überbordenden Fluss an Informationen, an Nachrichten. Brexit, Rechtsruck, das Erbe des Kapitalismus – es gibt viel mitzuteilen. Sänger James Smith kritisiert und kommentiert auf eine umwerfende Art und Weise. Spitzzüngiger Sprechgesang, zynisch, humorvoll.
    Nicht selten wechselt Smith die Perspektiven, schlüpft mal in die Rolle des Abgehängten, dann wieder in die des paranoiden kürzlich zu Geld Gekommenen. Musikalisch ist das oft treibend, groovend, mal vertrackt, dann wieder tanzbar. Gesellschaftskritik soll ruhig Spaß machen. Die aktuelle UK Tour ist nahezu restlos ausverkauft, Yard Act auf der Shortlist für den BBC Sound of 2022. Anfang Juni kommt das Quartett für Konzerte nach Deutschland. „ttt“ hat Yard Act in ihrer Heimatstadt Leeds getroffen.
    Autor: Marcus Fitsch
    „Wie im echten Leben“ – ein Film über
    Klassenunterschiede
    Schuften im Billiglohnbereich, harte Arbeit für wenig Geld – das kommt häufig vor, bleibt aber oft unsichtbar. Arbeiter in Schlachthöfen, Erntehelfer, Reinigungskräfte werden von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Um ein Licht auf besonders prekäre Arbeitsverhältnisse zu werfen, hat sich die französische Star-Journalistin Florence Aubenas unerkannt und unter falschem Namen in eine Putzkolonne eingeschlichen, die eine Kanalfähre in der Normandie reinigt. Ihre Recherchen hat sie in einem Buch veröffentlicht. Jetzt ist ihr Buch verfilmt worden, vom Pariser Regisseur und Bestsellerautor Emmanuel Carrère, mit Juliette Binoche in der Hauptrolle, unter dem Titel „Wie im echten Leben“.
    Binoche spielt darin die gut situierte Schriftstellerin Marianne, die vorgibt, nach einer Trennung Geld zu brauchen und daher auf die Arbeit als Reinigungskraft auf der Fähre angewiesen zu sein. Zusammen mit den Kolleginnen schrubbt sie Nacht für Nacht Kabinen, wischt dreckige Toiletten im Akkord, bezieht Betten – ein Knochenjob, begleitet von brutalem Zeitdruck, permanenter Erschöpfung, Demütigungen.
    Einige Darstellerinnen in seinem Film hat der Regisseur mit echten Reinigungskräften besetzt, um seine Geschichte möglichst realitätsnah zu gestalten. Der Film taucht nicht nur in eine weitgehend unbekannte Arbeitswelt ein, er wirft auch gesellschaftliche Fragen zu Themen auf, die in Frankreich lautstark von den Gelbwesten auf die Straße gebracht wurden. Es geht um Armut und prekäre Lebensverhältnisse, um soziale Gräben. Sind die lange tradierten Klassenunterschiede überwindbar? „ttt“ hat mit dem Regisseur Emmanuel Carrère und zwei seiner Laiendarstellerinnen gesprochen.
    Autorin: Hilka Sinning
    Das Russlandbild der Nachkriegskinder
    Nachkriegskinder wie der Publizist Christoph Dieckmann sind mit dem Gedenken an die Millionen sowjetischer Opfer im zweiten Weltkrieg aufgewachsen und dem geschichtlichen Bild von den sowjetischen Befreiern vom Hitlerfaschismus. Dieckmann wuchs in Ostdeutschland auf, hatte Russischunterricht in der Schule. Mit welchen Gefühlen tritt er heute vor die allerorts präsenten Ehrenmale? Erinnerungen und Einsichten eines „Russlandverstehers“. Wir sprechen mit Christoph Dieckmann über den Bruch zwischen dem einstmals „großen Bruder“ Sowjetunion, wie es in der DDR hieß und dem Kriegsverbrecher Putin heute. Wie gehen wir damit um? Ansichten aus ostdeutscher Perspektive.
    Autorin: Caterina Woj (Text: ARD)
    Deutsche TV-PremiereSo 12.06.2022Das Erste

Cast & Crew

Sendetermine

Mo 13.06.2022
03:15–03:45
03:15–
So 12.06.2022
23:35–00:05
23:35–
NEU
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