2026
Nach ARD-Angaben werden die Ausgaben der Sendung intern nicht nummeriert, so dass keine laufenden Gesamtnummern bekannt sind und wir deshalb nur innerhalb eines Jahres zählen können. Leider scheint somit auch nicht feststellbar, wie viele Ausgaben es vor 2018 bereits gab.
Sendung vom 11.01.2026
Folge 1 (30 Min.)Die neue Unordnung der Welt: „ttt“ über die Zukunft Europas Die alte Weltordnung gilt nicht mehr – und ihre rechtstaatlichen Ordnungsprinzipien auch nicht, vielmehr greift mehr und mehr das Recht des Stärkeren. Das zeigt sich (spätestens) seit dem Angriff der USA auf Venezuela, den wiederholten Drohungen gegen Grönland. Tatsächlich sind die USA nicht mehr der gute Freund, der verlässliche Bündnispartner Europas, sondern betrachten Europa schon als Rivalen, wenn nicht gar als Feind. Was heißt das jetzt für uns, für Europa? Und wie ist dem zu begegnen? Mit strategischen Antworten, sagt die Politologin und Expertin für transatlantische Beziehungen Cathryn Clüver Ashbrook im „ttt“-Interview, während der Politikwissenschaftler Herfried Münkler mehr Tempo und weniger Zuwarten fordert.„ttt“ spricht außerdem mit dem bekennenden Europäer und Fotografen Wolfgang Tillmans. Er hat sich gegen den Brexit und im letzten europäischen Wahlkampf engagiert. Die unbekannte Seite von Astrid Lindgren im Kino: ein Dokumentarfilm über ihre Kriegstagebücher: „Schade, dass niemand Adolf Hitler erschießt“, das ist ein Satz der berühmtesten Kinderbuchautorin der Welt. Ein Satz, den wohl niemand von Astrid Lindgren erwartet hätte, der Schöpferin von „Pippi Langstrumpf“. In ihren zwischen 1939 und 1945 entstandenen Kriegstagebüchern schildert Lindgren den Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive einer Mutter und Humanistin: die Schrecken von Diktatur und Judenverfolgung, aber auch ihre Hoffnung auf Mitmenschlichkeit. Regisseur Wilfried Hauke hat jetzt einen Dokumentarfilm über Lindgrens Kriegstagebücher gedreht: „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“. Erstmals sprechen die Tochter, die Enkelin und der Urenkel gemeinsam in einem Film über die legendäre Schriftstellerin, zentrale Stellen der Kriegstagebücher hat Hauke mit einer Schauspielerin nachinszeniert. Die aufwendige und sehr sehenswerte Dokumentation ist eine Koproduktion mit NDR/Arte und kommt am 22. Januar ins Kino. Halb Sport, halb Kunst: der Schneekünstler Simon Beck: War Kunst nicht traditionell mal was für die Ewigkeit? Um der Vergänglichkeit zu trotzen? Er macht Kunstwerke, die verschwinden: Simon Beck, britischer Schneekünstler. Wer in den französischen Alpen unterwegs ist, kann auf seine kurzlebigen Werke treffen. Geometrische Muster und Mandalas, manche so groß wie drei Fußballfelder. Stundenlang stapft der 67-Jährige dafür mit Schneeschuhen, Kompass und Maßband durch die Berge. Nicht nur das Wetter, auch Skifahrer und Pistenraupen sind seine Gegner. Wenn er mit seiner Drohne ein Foto gemacht hat, kann das Tauwetter kommen. Dann ist Simon Becks Schneekunst doch für die Ewigkeit festgehalten. „Die Stimme von Hind Rajab“: berührender Film über getötetes Mädchen in Gaza: Der Kinofilm „Die Stimme von Hind Rajab“ erzählt eine wahre Geschichte. Am 29. Januar 2024 beschießen israelische Soldaten ein Auto in Gaza-Stadt, alle Insassen sterben, nur ein sechsjähriges Mädchen, Hind Rajab, lebt noch und versucht per Notruf, Hilfe zu bekommen. Über Stunden zieht sich der Rettungsversuch, bis die Helfer vom Palästinensischen Roten Halbmond endlich die Genehmigung bekommen, mit einem Einsatzwagen zu dem Mädchen zu fahren. Während der ganzen Zeit halten die Helfer telefonischen Kontakt. Der Film „Die Stimme von Hind Rajab“ verwebt Originalmitschnitte der Anrufe mit nachgestellten Spielszenen. Mit den Mitteln des Kinos appelliert die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania an die Menschlichkeit. Vielleicht braucht es die Stimme eines Mädchens im Angesicht des Todes, um zu erfassen, was ein ganzes Volk erleidet (Filmstart: 22. Januar 2026). (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 11.01.2026 Das Erste Sendung vom 18.01.2026
Folge 2 (30 Min.)„ttt – titel thesen temperamente“ am 18. Januar 2026 Irans Proteste kehren zurück – trotz Internetsperre und Repressionen Seit Tagen gehen im Iran Menschen auf die Straße, um gegen die Regierung zu protestieren. Auslöser für die Demonstrationen waren die drastische Verschlechterung der Lebenssituation durch die anhaltende Wirtschaftskrise. Die Proteste weiteten sich schnell zu einer breiten Bewegung aus, die das Ende der Islamischen Republik fordern. Mittlerweile hat die Regierung eine Internetsperre über das Land verhängt, so dass Informationen über das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstrierenden schwer zu erlangen sind. Welche Chance haben die Proteste diesmal, die die größten im Iran nach dem gewaltsamen Tod der 22-jährigen Jina Mahsa Amini 2022 sind, die damals wegen eines Verstoßes gegen die Kleiderordnung in Haft umkam? „ttt“ spricht mit der Journalistin und Autorin Natalie Amiri und der deutsch-iranischen Publizistin Daniela Sepehri. Autorin: Theresa BreuerEndlich wieder in Freiheit – Boualem Sansal und der Preis der freien Rede Fast ein Jahr saß Boualem Sansal in einem algerischen Gefängnis – die schlimmste Zeit seines Lebens. Im November 2024 war der algerisch-französische Schriftsteller, Regimekritiker und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels bei der Einreise in Algier verhaftet worden. Man warf ihm Terrorismus, Spionage und Gefährdung der staatlichen Einheit vor. Auslöser waren seine Äußerungen zum Status der Westsahara: Laut algerischer Staatsdoktrin gehört die ehemalige spanische Kolonie zu Algerien, Sansal behauptete, sie gehöre zu Marokko – ähnlich wie zuvor Frankreichs Präsident Macron. Sansal wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, eine unverhältnismäßig schwere Strafe für den damals 75-jährigen, krebskranken Mann. Internationale Proteste und diplomatisches Engagement führten schließlich zu seiner Begnadigung durch Präsident Tebboune. Sansal kehrte nach Paris zurück, ist gesund, streitbar wie immer und wünscht sich weiterhin einen neuen Prozess, statt bloß begnadigt zu werden. Autorin: Hilka Sinning Science-Fiction als Seelenerkundung: Woods of Birnam vertonen „Solaris“ „Solaris“ heißt das neuste Projekt der Dresdner Band „Woods of Birnam“ um den Schauspieler und Sänger Christian Friedel. Ein Konzeptalbum, welches die dramatische Weltraum-Expedition zum mysteriösen Planeten Solaris zu Thema hat. Solaris ist von einem intelligenten Ozean bedeckt, der in der Lage ist, menschliche Erinnerungen zu materialisieren. Anstatt Kontakt mit den Forschern aufzunehmen, spiegelt Solaris immer nur das Wesen des Menschen selbst. Dem Album liegt der berühmte Science-Fiction-Roman des polnischen Autoren Stanislaw Lem von 1961 zu Grunde. Die Geschichte um Solaris wurde mehrmals verfilmt, unter anderem von Andrei Tarkowski. Der Schauspieler Christian Friedel, sehr erfolgreich geworden mit den Filmen „Das weiße Band“, „Elser“, „The Zone of Interest“, hat aus Lems Vorlage ein Theaterstück inszeniert und mit seiner Band Songs beigesteuert. Mit diesen Solaris-Songs ist er nun auf Tour. „ttt“ hat ihn in Leipzig getroffen. Autor: Jens-Uwe Korsowsky Erfundene Vergangenheit: KI-Bilder und ihre Folgen für die Erinnerung an den Nationalsozialismus Ein abgemagerter KZ-Häftling hinter Stacheldraht. Ein Kind, dramatisch von der Mutter getrennt: KI-Bilder, die sich als „Holocaust-Fotos“ ausgeben, fluten soziale Netzwerke. Gedenkstätten und Archive registrieren seit Monaten eine Zunahme und fordern in einem offenen Brief, Plattformen sollten konsequent gegen diese Verfälschungen vorgehen. „Fake History“, nennt es Pawel Sawicki vom Auschwitz Memorial: nachdem das Foto der ermordeten Niederländerin Helena Waterman de Jong entwendet, und als KI-Version verfremdet und verbreitet wurde, versucht Sawicki auf die Problematik aufmerksam zu machen. Die Mechanik dahinter ist makaber: Maximale Emotionalisierung bringt Likes, Reichweite und, über Monetarisierungs-Programme, Geld. Content-Farmen produzieren den Stoff. Weil es aus Konzentrationslagern nur wenige echte Bilder gibt, wirkt der KI-Überfluss umso mächtiger: Geschichte wird verzerrt, Würde verletzt – und Zweifel werden einfacher. „ttt“ hat den Neffen von Helena Waterman de Jong in Amsterdam getroffen. Autorin: Brigitte Kleine (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 18.01.2026 Das Erste Sendung vom 25.01.2026
Folge 3 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere So. 25.01.2026 Das Erste Sendung vom 01.02.2026
Folge 4 (30 Min.)Heimatsuche im Buch „Nation of Strangers“ von Ece Temelkuran: Schreibend trotzt Ece Temelkuran im Exil der Orientierungslosigkeit und sucht nach Geborgenheit in einer ruhelosen Zeit. Nach dem Putsch 2016 verlässt die Schriftstellerin und Journalistin Ece Temelkuran die Türkei, um ihrer Verhaftung zu entgehen. Sie wird Teil einer „Nation von Fremden“, fühlt sich allein, orientierungslos und hofft, eine neue Heimat zu finden. In ihrem Buch „Nation of Strangers“ schreibt sie über ihre Geschichte, sucht die Nähe von anderen Heimatlosen und stellt fest, dass sich auch fremd fühlen kann, wer im eigenen Land lebt.Zwischen Jerusalem und Berlin – der Fotograf Benyamin Reich: Benyamin Reich fotografiert jüdische Traditionen und den Ausbruch daraus – in seiner alten Heimat Jerusalem und seiner neuen Berlin. Wie eine Suche nach seiner eigenen Identität muten die Schwarz-Weiß-Fotos an, mit denen Benyamin Reif das jüdische Leben in Jerusalem abbildet wie auch ästhetische Männerkörper in Berlin. Der Sohn eines angesehenen Rabbiners brach aus seinem jüdisch-orthodoxen Leben aus um in Paris Kunst zu studieren; inzwischen lebt er in Deutschland und schafft mit dem Fotoband „Jerusalem Berlin“ ein komplexes Portrait seiner Welt zwischen Religion und Säkularität. Angekommen bei sich selbst: Debütalbum von Tyler Ballgame: Lange glaubte Tyler Ballgame nicht an sich – mit 34 Jahren veröffentlicht er jetzt sein Debütalbum „For the First Time, Again“. Noch vor fünf Jahren lebte Tyler Ballgame im Keller seiner Mutter in Neuengland. Ohne jegliche Ahnung bewarb er sich als Immobilienmakler in Kalifornien. Bekam den Job – und fand Leute, die ihn in seiner Leidenschaft für die Musik bestärkten. In seinem Debütalbum „For the First Time, Again“ singt Tyler Ballgame Songs, die Kraft und Hoffnung für schwierige Zeiten schenken. Der Dokumentarfilm „Spione unter uns“ über DDR-Unrecht: Stasi-Opfer Peter Keup forscht zu seinen Familiengeheimnissen und trifft auf ehemalige Geheimdienst-Funktionäre. Peter Keup war Turniertänzer in der DDR, wollte raus, wurde verhaftet, dann freigekauft. Nachdem er erfuhr, dass sein Bruder ihn für die Stasi bespitzelte, studierte er Geschichte und forscht heute zum DDR-Unrecht. Der Dokumentarfilm „Spione unter uns“ von Jamie Coughlin Silverman und Gabriel Silverman gibt Peter Keup die Gelegenheit, mit drei hochrangigen ehemaligen Stasi-Funktionären zu sprechen. Bárbara Wagner und Benjamin de Burca in Frankfurt: Die erste große Einzelausstellung der brasilianischen Videokünstler in Deutschland erforscht die Kraft gelebter Musikkultur. Skatehallen, Proberäume und Hardcore-Punk-Konzerte rund um Frankfurt sind die Schauplätze der jüngsten Videoinstallation von Bárbara Wagner und Benjamin de Burca: „Future of Yesterday“ entstand eigens für die Ausstellung „The Tunnels We Dig“ in der Schirn Kunsthalle. Seit über einem Jahrzehnt realisiert das in Brasilien lebende Künstler*innenduo Videoarbeiten im Dialog mit anderen Künstler*innen und Kollektiven. In der ersten großen Einzelausstellung der brasilianischen Videokünstler in Deutschland sind insgesamt drei Videoinstallationen über kulturelle Strömungen in Deutschland, Kanada und Brasilien zu sehen. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 01.02.2026 Das Erste Sendung vom 08.02.2026
Folge 5 (30 Min.)MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK Siham El-Maimouni – ttt – titel, thesen, temperamente – Moderatorin Siham El-MaimouniBild: MDR/Hagen WolfKommt jetzt das Ende von Social Media? Weniger Posts, sinkende Interaktion, wachsende Unzufriedenheit – vieles deutet darauf hin, dass soziale Medien an Bedeutung verlieren. Seit rund zwei Jahren steigt die Nutzungsdauer nur noch bei Älteren und stagniert in den meisten Altersgruppen. Ausgerechnet 16- bis 24-Jährige wenden sich ab. Statt Austausch dominieren KI-generierte Inhalte und Werbung. Immer mehr Staaten fordern Regulierungen: nach Australien könnte Frankreich bald das zweite Land sein, in dem es eine Altersbeschränkung für Social Media gilt.Haben Soziale Medien ihren Höhepunkt überschritten? Und: Wäre ein Ende der Plattformen eher ein Verlust oder eine Entlastung für gesellschaftliche Diskurse? Darüber sprechen wir mit dem New Yorker Sozialpsychologen und Autor Jonathan Haidt („Generation Angst“), der maßgeblich die Politik der Regulierung von Social Media für Jugendliche angestoßen hat, dem Soziologen Armin Nassehi und dem jungen Youtuber Robin Fübbeker, dessen Video über seine Löschung von Instagram knapp 1 Million Aufrufe hat. „Rise of the Sunken Sun“: Grönland durch die Augen des Fotografen Inuuteq Storch: Grönland, das ist für manche gerade: ein Aquisitionsobjekt. Möglichkeit der Militarisierung. Für Inuuteq Storch ist es: Heimat. Er lebt in Sisimiut, eine Stadt mit 5.000 Einwohnern nördlich des Polarkreises. Und fotografiert: Momente der Intimität, des Alltags und der Veränderung. Eine Gemeinschaft zwischen Inuit-Traditionen und dänischen Kolonialeinflüssen. Storch war der erste grönländische Künstler, der im dänischen Pavillon der Biennale von Venedig ausstellte (2024). Aktuell sind seine Arbeiten in Einzelausstellungen im MoMA PS1 und in Göteborg zu sehen. Dort haben wir ihn getroffen. Bad Bunny inmitten des Super Bowl: zur Politik des Pop: Er hat gerade Geschichte geschrieben: Benito Martínez Ocasio aus Puerto Rico ist der erste Lateinamerikaner, der mit dem Grammy für das beste Album des Jahres ausgezeichnet wurde. Bereits vier Jahre lang war er der meistgestreamte Künstler der Welt – und das, obwohl er ausschließlich auf Spanisch singt. Bei seiner Welt-Tournee hat er die USA bewusst ausgelassen: aus Sorge, dass ICE-Beamte Menschen nach seinen Konzerten aufgreifen. An diesem Sonntag bekommt er – der über lateinamerikanischen Stolz und Selbstbestimmung singt – die größtmögliche Bühne Amerikas: die Halftimeshow des Super Bowl. Kann sein Auftritt das politische Klima in den USA verändern? „Das Flüstern der Wälder“: Der französische Naturfilmer Vincent Munier: Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die Michel Munier auf seinen Streifzügen tief in die Wälder der Vogesen mitbringen muss. Immer wieder zieht es ihn tief hinein in die Stille des Waldes, zu einer Tanne, die zu seinem Versteck geworden ist. Mehr als 800 Nächte hat er dort verbracht – auf der Suche nach Hirschen, Luchsen und dem geheimnisvollen König der Wälder: dem Auerhahn. Der französische Naturfilmer Vincent Munier („Der Schneeleopard“) hat seinen Vater dabei begleitet. Sein Film ist eine Meditation geworden – und: eine Liebeserklärung an die Symbiose von Mensch und Natur. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 08.02.2026 Das Erste Sendung vom 15.02.2026
Folge 6 (30 Min.)Die geplanten Themen zur Berlinale: Siri Hustvedt: „Dance Around The Self“ Sie ist eine der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Literatur: Siri Hustvedt. Im Dokumentarfilm „Dance Around The Self“ portraitiert Sabine Lidl ihren Aufstieg zur feministischen Ikone auf höchst persönliche Weise. Beeindruckend sind die Einblicke, die der Film in die Schriftstellerehe zwischen Hustvedt und ihrem verstorbenen Mann Paul Auster gewährt, der im Film einige seiner letzten längeren Interviews gibt. „ttt“ hat die Filmemacherin sowie die Autorin Siri Hustvedt in Berlin getroffen.„The Moment“ – Charli xcx Charli xcx ist einer der größten, innovativsten Popstars der Gegenwart, Stimme der Gen Z. Mit ihrem Album „Brat“ löste sie 2024 eine Art popkultureller Bewegung aus: „brat“, zu deutsch „Göre“, als Ausdruck eines Lebensgefühls, das sich dem Optimierungsdruck im TikTok-Zeitalter entzieht – ein neuer It-Girl-Feminismus, cool, chaotisch selbstbewusst. Von diesem Moment, der Charli xcx zum globalen Phänomen machte, handelt „The Moment“: Nicht Doku-, sondern „Mockumentary“, in der Charli xcx sich selbst spielt. Halb Satire, halb Blick in den Abgrund – ein Film über das Glück (und den Horror), wenn alle Träume wahr werden. Der Film „Roya“ von Mahnaz Mohammadi Eine Zelle aus Beton, das Neonlicht flackert, durch einen Luftschacht sind Schreie, Befehle, manchmal das Wispern von anderen Gefangenen zu hören. Es ist die Perspektive der inhaftierten Roya, die die iranische Regisseurin Mahnaz Mohammadi in ihrem Film einnimmt, um von ihrem eigenen Leben, ihren Erfahrungen, der Einzelhaft im berüchtigten Gefängnis Evin zu erzählen. „ttt“ trifft Mahnaz Mohammadi, die Unidozentin, Frauenrechtsaktivistin und Dokumentarfilmerin in ihrer Wohnung in Berlin. Wo sie wohnt, wie sie diesen Film im Geheimen in Iran gedreht hat, darüber kann sie nicht sprechen, denn sie ist immer im Visier iranischer Agenten. Mit ihrem dokumentarischen Spielfilm gelingt ihr ein beklemmender Einblick in das Leben unter dem iranischen Regime. „Roya“: Das ist auch die Geschichte einer Frau, die sich vom Terror nicht brechen lässt. „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“ – Wer hat Lust, die Zukunft zu retten? Ein Diner in Los Angeles, Familien mampfen Fastfood vor sich hin, als plötzlich die Tür aufgetreten wird und ein Mann den Laden betritt, den alle für einen irren Penner halten. Ein Cyberpunk mit allen möglichen Dingen am Gürtel, die nach Sprengstoff aussehen. Die Gäste gehen in Deckung, aber der Eindringling erklärt, dass er in bester Absicht komme: Er sei aus der Zukunft hierhergereist, so erklärt er, und die sehe gruslig aus – eine Künstliche Intelligenz will die Menschheit versklaven und das gelte es jetzt zu verhindern. Wer will mitmachen? Auftakt einer irren Jagd gegen die Zeit – einmal die Welt retten, bitte! Regisseur dieser dystopischen Horrorkomödie ist Gore Verbinski. Ein Meister des Spagats zwischen Unterhaltung und Kunst: Mit der Blockbuster-Reihe „Fluch der Karibik“ hat er Hollywood einen der größten Erfolge der letzten 20 Jahre beschert. Nun geht es in eine Welt, in der Menschen sich lieber im Internet als in der Wirklichkeit aufhalten – ist das noch SciFi-Vision oder nicht längst schon Gegenwartsdrama? „ttt“ spricht mit Regisseur Gore Verbinski und Oscarpreisträger Sam Rockwell, der die Hauptrolle des irren Cyberpunks spielt. Deutsche Wettbewerbsfilme: „Gelbe Briefe“ & „Rose“ In dem Wettbewerbsbeitrag „Gelbe Briefe“ erzählt Regisseur Ilker Çatak („Das Lehrerzimmer“) von einem Künstler-Ehepaar in Ankara, das durch die Willkür eines autoritären politischen Systems unter Druck gerät und sich zwischen seinen Idealen und Anpassung entscheiden muss. In der deutsch-österreichischen Koproduktion „Rose“ spielt Sandra Hüller einen mysteriösen Soldaten im 17. Jahrhundert, der nach dem Krieg in einem abgelegenen protestantischen Dorf einen Neuanfang sucht. Doch dieser Soldat ist eine als Mann verkleidete Frau, Rose. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 15.02.2026 Das Erste Sendung vom 01.03.2026
Folge 7 (30 Min.)Das System Epstein: Während die Welt auf die Täter schaut, geraten die Überlebenden aus dem Blick. Ein gigantisches Fotobuch entsteht: Sieben Bände zum Werk der preisgekrönten Fotojournalistin Anja NiedringhausDer Krimi „Splittelse – Spaltung“: Die Grönländerin Nauja Lynge hat über eine fiktive amerikanische Mission zur Eroberung Grönlands geschrieben, bevor die Welt von Trumps Plänen erfuhr. „Fröhlich sein!“: Thomas Bayrle, der große Pop-Artist in der Frankfurter Schirn (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 01.03.2026 Das Erste Sendung vom 15.03.2026
Folge 8 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere So. 15.03.2026 Das Erste Sendung vom 22.03.2026
Folge 9 (30 Min.)Zwischen Aufbruch und Rückschritt – Michal Hvorecký über Europas Zukunft: 1989 marschierten hunderttausende Menschen von Bratislava nach Österreich. Am Ufer der Donau, unterhalb der Burg Devín, fiel der Eiserne Vorhang. Es war ein prägender Moment für den Autor Michal Hvorecký und ein Schlüsselerlebnis seiner Jugend.In seinem Buch „Dissident“ beschreibt er die politische Entwicklung der Slowakei als Warnsignal für Europa: Populismus, Desinformation und ein Kulturkampf prägen heute das gesellschaftliche Klima. Im Zentrum dieser Entwicklung steht der Ministerpräsident Robert Fico, der seit 2023 bereits zum vierten Mal an der Macht ist. Korruptionsvorwürfe, der Mord an Investigativjournalist Ján Kuciak und gesellschaftliche Spaltungen markieren seine Regierungszeit. Nach seiner erneuten politischen Rückkehr verfolgt Fico nun einen konfrontativen Kurs gegen Medien, liberale Institutionen und die Kulturszene. Hvorecký selbst wurde von der Kulturministerin Martina Šimkovicová angezeigt, nachdem er sie kritisierte. Für ihn ist die Vorstellung, rechtspopulistische Parteien „einfach mal regieren“ zu lassen, ein riskantes Unterfangen, wie für Michal Hvorecký die Slowakei zeigt. „ttt“ traf Michal Hvorecký vor der Buchmesse in seiner Heimatstadt Bratislava an der Donau. (Autor: Dennis Wagner) Wer hat Angst vor Populismus? Die Krise der liberalen Demokratie: Der prominente Historiker Jörg Baberowski hat gerade ein viel beachtetes Buch vorgelegt: „Am Volk vorbei – Zur Krise der liberalen Demokratie“. Das Wissen um die Geschichte mache es ihm leichter, die Gegenwart nicht nur zu ertragen, sondern mit Zuversicht zu sehen, so Baberowski im Interview mit dem ARD-Kulturmagazin „ttt“. Der Aufstieg des Populismus, den wir derzeit in allen westlichen Demokratien erleben, ist ein Reflex auf die Krise der liberalen Demokratie und war diesem System schon immer eingeschrieben. Der Osteuropa-Historiker ist überzeugt, dass die Populisten das Sprachrohr der Ungehörten, der Ohnmächtigen sind, dass der Populismus der Aufschrei jener ist, die sich nicht mehr vertreten fühlen von den Volksvertretern. Baberowski erzählt in seinem Buch davon, dass dieser Protest, nicht nur von den Rändern der Gesellschaft kommt, sondern mittlerweile bis in die Mittelschicht hineinzuhören ist und dass er als ein dringendes Zeichen ernst genommen und als belebendes Element für die Demokratie verstanden werden muss. Er wirft die Frage auf, wie es zur Krise der liberalen Demokratie kommen konnte. Seine Antwort lautet: Ein neoliberaler, global agierender Kapitalismus, der von der Politik aus der politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Verantwortung entlassen wurde, hat die Politik und ihre Repräsentanten entmachtet – sie sind zu Verwaltern des Status quo geworden, austauschbar, Funktionäre der Macht. Die Menschen spürten genau, so Baberowski, ob ihre Stimme wirklich etwas bewirkt. (Autor: Ulf Kalkreuth) Lukas Rietzschels Roman „Sanditz“: Pünktlich zur Leipziger Buchmesse meldet sich Lukas Rietzschel zurück mit seinem knapp 500-seitigen Roman „Sanditz“. In den letzten Jahren sorgte der Görlitzer Autor vor allem mit Arbeiten für das Theater für Aufsehen. Wir sprechen mit Rietzschel über seinen neuen Roman, der sich erneut mit den Umbrüchen in den immer noch „neu“ genannten Ländern beschäftigt und von der DDR der 1970er Jahre bis in die unmittelbare Gegenwart reicht. Woran liegt es, dass viele Ostdeutsche so „anders“ ticken und die Debatten darüber scheinbar kein Ende nehmen? Wie schreibt man in solch aufgeregten Zeiten, in denen Kriege die Welt und Wahlen das Land erschüttern, einen Roman? Wie findet man eine künstlerische Sprache, die zugleich der scheinbar polarisierten Gesellschaft gerecht wird? Eine Begegnung mit einem, dem es gelingt. Zum Beispiel mit Sätzen wie diesem: „Mit Großmutter war auch das zwanzigste Jahrhundert gestorben, in dessen schwachen Schatten er hineingeboren war. Ihr Leben hatte drei deutsche Staatsformen überdauert, einen Krieg, die Vertreibung aus Schlesien und später durch den Tagebau, vier Währungen und das Internet. Sie war der einzige Mensch gewesen, den er kannte, der noch nie mit einem Flugzeug geflogen war.“ (Autor: Matthias Schmidt) Im Zeichen der Geschichte: Leipziger Buchpreis zwischen Erinnerung und Entdeckung: Der Preis der Leipziger Buchmesse, traditionell zu Messebeginn am Donnerstag verliehen, hat sich in den vergangenen Jahren einen besonderen Ruf erworben. Im Unterschied zum Deutschen Buchpreis waren hier Überraschungen möglich, wurden Autorinnen und Autoren auch aus literarischen Grenzbereichen entdeckt und ausgezeichnet. Nominiert in der Sparte Belletristik sind in diesem Jahr die Leipziger Autorin Anja Kampmann („Die Wut ist ein heller Stern“), Helene Bukowski („Wer möchte nicht im Leben bleiben“), Katerina Poladjan („Goldstrand“), Elli Unruh („Fische im Trüben“) sowie als einziger männlicher Autor der Österreicher Norbert Gstrein („Im ersten Licht“). Alle fünf Romane beschäftigen sich mit historischen Stoffen: mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, mit der DDR und mit deutschen Auswanderern in Kasachstan. „ttt“ trifft Preisträger oder Preisträgerin in den Messehallen und stellt das ausgezeichnete Werk vor. (Autor: Rayk Wieland) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 22.03.2026 Das Erste Sendung vom 29.03.2026
Folge 10 (30 Min.)Der Fall Fernandes/Ulmen: Ausgehend vom aktuellen Beben, das der Fall Fernandes/Ulmen auf gesellschaftlicher wie rechtlicher Ebene ausgelöst hat fragt ttt, wie neben neuer Rechtsprechung auch ein neues Nachdenken über und Verständnis von Männlichkeit notwendig ist. Wir schauen auf die strukturellen Ähnlichkeiten zum Fall Pelicot – und wie sich durch digitale Mittel nochmal ganz neue Abgründe auftun. Gisele Pelicots Satz „Die Scham muss die Seiten wechseln“ ist mittlerweile ein Schlachtruf, der Männer viel stärker in die Pflicht nimmt.Am Fall Ulmen/Fernandes zeigt sich – wenn auch noch zaghaft – dass jetzt womöglich tatsächlich etwas in Bewegung kommt: Anders noch als nach #MeToo, Pelicot und Epstein sind es diesmal nicht nur die Frauen, die sich öffentlich empören und ein Ende der sexualisierten Gewalt fordern. Viele Männer aus Medien, Kultur und Politik haben sich in den vergangenen Tagen vom mutmaßlichen Täter distanziert und mit den Opfern struktureller sexualisierter Gewalt solidarisiert. Renaissance der Nazi-Kunst – German Art Gallery: Es ist ja wirklich unglaublich: die Nazi-Kunst, also im Nationalsozialismus beliebte und hofierte Künstler feiern neuerdings fröhliche Wiederauferstehung. Und zwar in der German Art Gallery. Im Netz – und ganz real irgendwo in Benelux, wo sich die Galerie befindet, die sich insbesondere auf Werke aus dem ehemaligen Besitz der Nazi-Elite spezialisiert hat. Es ist wohl kein Zufall, daß dies mit dem erstarken rechtsradikaler Strömungen in etlichen Ländern zusammenfällt. Der Besitzer der German Art Gallery spricht ganz offen darüber, wie gut die Geschäfte laufen und wer seine Kundschaft ist. ttt konnte in den Räumen der German Art Gallery drehen und den unter Pseudonym auftretenden Galeristen interviewen. I had a Dream – Der amerikanische Traum und was daraus geworden ist. Im Juli feiern wir 250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika. So gut wie jeder von uns hat seinen amerikanischen Traum. Gebaut aus Literatur, Filmen, Landschaften, Architektur, Städten, Musik. Ja, Amerika, die USA, waren tatsächlich ein großartiges Land. Wir schauen in ttt auf den Traum – und darauf, was daraus geworden ist und warum. Regieren nach Fürstenart: In seinem neuen Buch „Der Fürst und seine Erben – Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute“ erklärt der große Philosoph Peter Sloterdijk warum der Autokrat den Ausnahmezustand zum Regieren braucht. Und was das für unsere Demokratie bedeutet. Peaches – Neue Platte, selbe Power! „No Lube, so Rude“ heißt die Platte – kein Schmiermittel, wie gemein. Wie immer bei Peaches ist damit auch der Zustand der Welt gemeint. ttt hat Peaches während ihrer US-Tour in Denver zum Interview getroffen. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 29.03.2026 Das Erste Sendung vom 12.04.2026
Folge 11 (30 Min.)Jetzt erst recht – Wolfgang Kalecks leidenschaftliches Plädoyer für das Völkerrecht Die Welt ist aus den Fugen: Das Völkerrecht scheint obsolet, eine internationale Krise jagt die nächste, und das Ende des regelbasierten Miteinanders ist da. Wie also weiter machen? Indem wir noch mehr auf das Völkerrecht setzen und uns noch mehr für Menschenrechte einsetzen – sagt der Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck aus tiefster Überzeugung. Gerade in dieser Umbruchssituation, in der wir uns befinden, brauche es eine Vision. Und die liefert er in seinem neuen Buch: „Die Stärke des Rechts vs. Das Recht des Stärkeren“. Er erinnert an die Erfolge des Völkerrechts, allem zum Trotze, und setzt auf Weiterentwicklung und Fortschritt. „ttt“ über ein erstaunliches und mutmachendes Plädoyer.Normale Umstrukturierung? Kritik an der Reform des Förderprogramms „Demokratie leben“ Man könnte es für eine normale Revision der Förderpraxis halten – oder ein weiteres bedrohliches Moment für die Zivilgesellschaft. Zu den Fakten: Bundesministerin Karin Prien (CDU) stoppt vorübergehend die weitere Geldvergabe für das Programm „Demokratie leben“ und will neue Förderrichtlinien erarbeiten. Gegründet wurde das Programm 2014 zur Stärkung der Demokratie und Prävention gegen Extremismus vor dem Hintergrund der NSU-Prozesse. Die Ministerin will künftig die sogenannte „stille Mitte“ der Gesellschaft erreichen, ebenso wie „Regelstrukturen“ fördern, also Feuerwehren, Sportvereine und Bibliotheken, außerdem vermehrt in den ländlichen Raum blicken. So weit so gut. Doch es gibt Widerstand: Für Teile der zivilrechtlichen Infrastruktur könnte der geplante Umbau des Programms das Ende bedeuten, langfristige Projekte wie etwa der „Kooperationsverbund gegen Antisemitismus“ hätten keine Planungssicherheit mehr und würden de facto gestoppt. „ttt“ spricht eben darüber mit Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank und Bettina Martin (SPD), Bildungsministerin in Mecklenburg-Vorpommern. Sie kritisiert die geplante Umstrukturierung ausdrücklich, warnt vor einer weiteren Verunsicherung der Akteure. Der MP3-Player als Tor zur Welt – Das Projekt „Bildung ohne Bücher“ Sie selbst hat über Bücher, die ihr andere Welten zeigten, ihren Weg gefunden. Und eben das möchte sie jetzt anderen ermöglichen: Sadaf Zahedi. Geboren in Afghanistan, aufgewachsen in Bremen, in einer Familie, in der Kontrolle und Gewalt den Alltag prägten, kämpft sie sich davon frei, in ein selbstbestimmtes Leben. Jetzt möchte sie ihre Erfahrungen weitergeben. Vor Ort in Afghanistan, aber nicht nur da: mit ihrem Projekt „Bildung ohne Bücher“. Dabei werden Lerninhalte und Geschichten auf einen solarbetriebenen MP3-Player gesprochen – für Kinder ohne Zugang zu Schule und Bildung. Dabei geht es nicht nur um reine Wissensvermittlung, sondern auch menschliche Werte. „ttt“ war dabei, als Sadaf Zahedi die ersten 400 Geräte in Afghanistan verteilt hat. Eine Million Blumen – Ausstellungen von Rebecca Louise Law in Schleswig-Holstein Es ist ein Kunst-Großereignis: Mit „State of Nature“ zeigt die britische Künstlerin Rebecca Louise Law gleich an drei Orten in Schleswig-Holstein ihre raumgreifenden Werke aus getrockneten Blüten. Auf Schloss Gottorf ist eine gigantische Installation aus einer Million getrockneten Blumen zu sehen: sinnlich, poetisch und überwältigend! Im Freilichtmuseum Molfsee wächst mit „The Field“ ein monumentales Feld aus Hafer und Blumen von der Decke. Und das Jüdische Museum Rendsburg zeigt Kunst aus Getreide-Ähren. Dabei geht es Rebecca Louise Law um die Wertschätzung eines jeden einzelnen Halms, jeder Blume – und das Zusammenspiel nicht nur in der Natur. Ihr geht es auch um unser Zusammenleben. Für ihre Kunst haben viele Freiwillige im Vorfeld über Monate mitgeholfen, die Pflanzen zu trocknen und aufzufädeln. „ttt“ über ein besonderes Zusammenspiel von Natur und Kunst. Tod einer Legende – Mario Adorf ist mit 95 Jahren gestorben Wie gern haben wir ihn gesehen, in mehr als 200 Rollen, in mehr als sechs Jahrzehnten: Mario Adorf war einer der wichtigsten und vielseitigsten Schauspieler der Bundesrepublik und für viele auch einer der warmherzigsten. Er war der Schurke ebenso wie der schillernde Exzentriker und warmherzige Patriarch. Er spielte in großen Spielfilmen wie „Rossini“ und in legendären Fernsehsendungen wie „Kir Royal“ oder „Der große Bellheim“. Auch in internationalen Produktionen setzte er markante Akzente und bewies seine Vielseitigkeit weit über den deutschsprachigen Raum hinaus. Seinen Durchbruch hatte er als Serienmörder mit dem Film „Nachts, wenn der Teufel kam“. War er danach erstmal auf die Rolle des Bösewichtes festgelegt, gab ihm Anfang der 70er Jahre der neue deutsche Film die Möglichkeit zum Charakterdarsteller – so zum Beispiel in Volker Schlöndorffs Filmen „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und „Die Blechtrommel“. Nun ist Mario Adorf mit 95 Jahren in Paris gestorben. ttt erinnert an den großen Schauspieler und spricht mit Regisseur Volker Schlöndorff und Adorfs Tochter Stella Maria Adorf. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 12.04.2026 Das Erste Sendung vom 19.04.2026
Folge 12 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere So. 19.04.2026 Das Erste Sendung vom 26.04.2026
Folge 13 (30 Min.)Freiheit der Kunst in Gefahr? Die kulturpolitische Front in Sachsen-Anhalt: Eine „neue, patriotische Kulturpolitik“ hat die AfD Sachsen-Anhalt auf ihrem Landesparteitag in ihrem Regierungsprogramm für die Landtagswahlen am 6. September beschlossen. Sie will Patriotismus fördern und „kein Staatsgeld für antideutsche Kunst und Kultur“ ausgeben. Jetzt haben sich ca. 27 Kulturinstitutionen, von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt bis zum Theater Magdeburg, in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt und warnen vor einer „nationalistisch ausgerichteten“ Kulturpolitik in Sachsen-Anhalt.Sie sehen die Freiheit und Unabhängigkeit der Kunst in Gefahr. „ttt“ mit Stimmen über die kulturpolitische Auseinandersetzung in Sachsen-Anhalt. / Zwischen Megajacht und Machtpolitik – wie Amerikas Superreiche ihre eigene Welt bauen: Der amerikanische Journalist Evan Osnos liefert in seinem Buch „Yacht oder nicht Yacht“ Einblicke in die Welt der Ultrareichen. Es ist eine Welt, in der das größte Problem zu sein scheint, wo man seinen exzessiven Reichtum parken kann. Waren es vor einigen Jahrzehnten noch Kunstwerke von Picasso und van Gogh, so sind es jetzt Megajachten: Boote, die fast schon an Kriegsschiffe erinnern und deren Preis die 500 Millionen Dollar Marke locker überschreitet. Osnos, der seit fast 20 Jahren für die Zeitschrift „The New Yorker“ schreibt, liefert ein spannendes und unterhaltsames Buch über eine normalerweise unzugängliche Elite. Aber sein Buch ist nicht nur anekdotisch. Nie zuvor, schreibt Osnos, war die Ungleichheit in den USA so massiv wie heute. Dazu kommt, dass die Ultrareichen sich mit ihrem Geld Einfluss in der Politik erkaufen. Das war zwar schon immer so, aber die unter Trump völlig schamlos gewordene Verbindung von Macht und Geld scheint sich mittlerweile komplett von jeglichen Wertesystemen abgekoppelt zu haben. Selbst der Irankrieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Probleme scheinen die Ultrareichen nicht zu tangieren. Kann eine solche Gesellschaft Bestand haben? Warum wehren sich die Amerikaner nicht gegen die zunehmende Ungleichheit? Und was bedeutet die Entwicklung in den USA für Deutschland und Europa? „ttt“ hat Evan Osnos in München getroffen. (Autorin: Petra Böhm) / „Nachbeben“ – Packendes Film-Drama über Retten und Scheitern im Klinikalltag: Alexandra (Özlem Saglanmak) ist erfahrene Neurologin an der Stroke-Unit eines Krankenhauses. Jeden Morgen kämpft sie gegen die Uhr: Notfälle, Schlaganfallpatienten, MRTs, Ausfall von IT-Systemen auf Station, zu wenig Pflegepersonal. Sie trifft routiniert Entscheidungen im Minutentakt. Stress, Überarbeitung und Schlafmangel muss sie kontinuierlich ausblenden. Ihr Job ist es, Leben zu retten. Den Ausnahmezustand managt Alexandra professionell. Bis der 18-jährige Oliver eingeliefert wird. Eine Tragödie bahnt sich an. Alexandra muss sich verzweifelten Angehörigen stellen, aber auch den eigenen Zweifeln. „Nachbeben“, das Spielfilm-Debüt der dänischen Regisseurin Zinnini Elkington, basiert auf vielen authentischen Geschichten aus dem Klinikalltag. Der international ausgezeichnete Film blickt intensiv auf die immense Verantwortung der Menschen in medizinischen Berufen. Die Schwester der Regisseurin ist selbst Ärztin, ihre Erfahrungen und jahrelange Recherchen flossen in Elkingtons Drehbuch mit ein. Was passiert, wenn medizinisches Personal mit den eigenen Grenzen konfrontiert wird? Was sind die emotionalen Nachwirkungen, wenn Irrtümer passieren oder Patienten nicht gerettet werden können? „Nachbeben“ seziert hautnah und hochemotional die seelischen Kosten eines überlasteten Gesundheitssystems. Und fragt, wie viel Kontrolle wir über das Leben haben können. (Autorin: Brigitte Kleine) – Der Mann hinter den Ikonen: Erste Biografie des Exil-Fotografen Fred Stein Hannah Arendt mit Zigarette, Thomas Mann am Schreibtisch, der lächelnde Einstein, Brecht im Profil. Diese Aufnahmen sind weltberühmt, ihr Fotograf ist weitgehend unbekannt. Fred Stein. Meister der Porträtfotografie, seine Bilder ein wahres Who’s who des 20. Jahrhunderts. In der ersten Biografie über den aus Dresden stammenden jüdischen Fotografen Fred Stein zeichnet Historiker Daniel Siemens Leben und Leistungen des Manns hinter der Kamera nach. 1933 flieht der jüdische Jurist mit Frau Lilo unter dem Vorwand einer Hochzeitsreise ins Exil: von Dresden nach Paris, später nach New York. Die gebrauchte Leica, die das Paar kauft, ist dabei erst der Anfang. In drei Jahrzehnten lichtet Stein über 1000 Künstler, Politiker und Prominente ab. Seine Porträts und Straßenszenen erzählen von Würde, Menschlichkeit, politischen Kämpfen – und einer Welt, die dem Exilanten selbst oft versagt blieb. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig und das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek würdigen den Fotografen Fred Stein mit zwei Ausstellungen und einem begleitenden Veranstaltungsprogramm im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen (TACHELES 2026): Fred Stein. Der Mensch im Fokus – bis 31. Juli 2026 im Capa-Haus und der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig. Unter anderem wird ein Dokumentarfilm seines Sohnes Peter Stein gezeigt. (Autoren: Norbert Kron und Jens-Uwe Korsowsky) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 26.04.2026 Das Erste Sendung vom 03.05.2026
Folge 14 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere So. 03.05.2026 Das Erste Sendung vom 10.05.2026
Folge 15 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere So. 10.05.2026 Das Erste Sendung vom 17.05.2026
Folge 16 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere So. 17.05.2026 Das Erste Sendung vom 07.06.2026
Folge 17 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere So. 07.06.2026 Das Erste
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