2025, Folge 20⁠–⁠37

  • Folge 20 (30 Min.)
    „Über den Hass hinweg“ – Die Geschichte einer Brieffreundschaft zwischen Tel Aviv und Teheran: Sie lebt in Tel Aviv, er in Teheran. Sie sind zwei Fremde aus verfeindeten Ländern – und doch schreiben sie sich Briefe. Tauschen sich aus, über Liebe und Lieblingsorte, ihre Träume und Ängste, Familien, Freunde und Religion. Und über den Hass zwischen ihren Ländern, mit dem sie nichts zu tun haben wollen. Katharina Höftmann Ciobotaru, eine israelisch-deutsche Autorin aus Tel Aviv, und Sohrab Shahname, ein iranischer Fotograf und Journalist aus Teheran. Es begann mit einer Message auf Instagram und ist bis heute ein intensives Gespräch per Mail: Über Heimat, Fremdheit und Glück, aber auch über Alltagssorgen und steigende Preise. „A Different Kind of Power“ – Jacinda Ardern schreibt die Autobiografie zu ihrer außergewöhnlichen Politikerinnen-Karriere: Empathie, Nahbarkeit, Zugewandtheit – solche in der Politik unerhörten Eigenschaften machten die frühere neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern weltweit zu einer Hoffnungsträgerin, einem Rollenmodell für einen anderen Umgang mit der Macht: „A Different Kind of Power“ ist der Titel der deutschen Ausgabe ihrer Erinnerungen. Dass Stärke und Mitgefühl einander nicht ausschließen, und gerade nicht in der Politik: Das ist die brandaktuelle Botschaft von Jacinda Ardern, die 2017 mit 37 Jahren Regierungschefin wurde und – kaum im Amt – eine Tochter gebar. Ardern reagierte auf die Herausforderungen durch Terrorakte und Pandemie entschlossen und trat dennoch 2023 mit dem Eingeständnis „Ich habe keine Kraft mehr“ zurück. „Deutschland wird ‚kriegstüchtig‘“ – Was die „Zeitenwende“ für unsere Gesellschaft bedeutet: 1955 wurde die Bundeswehr gegründet. In den 70 Jahren ihrer Existenz galt es als aus-geschlossen, dass deutsche Soldaten dauerhaft im Ausland stationiert werden. Dieses Tabu wird jetzt gebrochen. Deutschland verlegt in den nächsten zwei Jahren fast 5000 Soldaten nach Litauen. 70 Jahre lang war die Bundeswehr außerhalb der Kasernen kaum sichtbar. Jetzt finden Bundeswehr-„Schnupperkurse“ statt – 15-Jährige können ein paar Tage in Kasernen übernachten und den Soldaten-Alltag kennenlernen. „ttt“ fragt, was es bedeutet, wenn eine Gesellschaft „kriegstüchtig“ werden soll und hat mit einem Soldaten gesprochen, der 1999 beim ersten Kampfeinsatz der Bundeswehr schwer verwundet wurde. Und trifft Hartmut Rosa, Direktor des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt und international renommierter Soziologe. Er beschreibt die Dynamik, die von der deutschen Politik in die Gesellschaft getragen wird „als rasenden Stillstand“ – die Öffentlichkeit lernt, dass für internationale Konflikte nur noch militärische Stärke und in der Konsequenz militärische Lösungen zur Verfügung stünden. Die „fragilen Idyllen“ des Michael Sowa – Der ungewöhnlichste Maler Deutschlands wird 80: Gewaltig türmt sich das Meer auf. Riesige dunkle Wellenberge drohen die Arche zu verschlucken, auf der die Tiere der Schöpfung neugierig und unbekümmert dem Weltuntergang entgegensehen. Hinter ihnen, in einem aberwitzig kleinen Schlauchboot, zwei Saurier, die noch versuchen, die Arche zu erreichen. So geht Klimakatastrophe bei Michael Sowa, der wie sein vertrackter Vorgänger Caspar David Friedrich deutsche Seelenlandschaften malt – allerdings ins Komische gewendet. Sowas Bilder sind berühmt für ihren akribischen, altmeisterlichen Stil, ihre opulenten Landschaften, ihre Wolkengebirge und ihre oft nahezu leeren Städte. Im Zentrum meist Tiere, die da eigentlich nicht hingehören und das Geschehen plötzlich ins Merkwürdige, Skurrile, Fantastische kippen lassen. Zum 80. Geburtstag des Malers erscheint jetzt der Bildband „Fragile Idyllen“ mit einer Auswahl seiner wichtigsten Werke und es eröffnet eine gleichnamige Einzelausstellung im Frankfurter Museum für Komische Kunst. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 29.06.2025 Das Erste
  • Folge 21 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere So. 10.08.2025 Das Erste
  • Folge 22 (30 Min.)
    Die geplanten Themen: Das „ttt Extra“ von den Salzburger Festspielen 2025! Ein Jahr mit zahlreichen starken und außergewöhnlichen Inszenierungen. Ein Schwerpunkt: Macht – und damit einhergehend – Gewalt und Ausweglosigkeit. Maria Stuart Zwei historische Persönlichkeiten, die ohne die jeweils andere nicht denkbar sind. Zwei Frauen – Elisabetta und Maria, eingeschweißt in unterschiedliche Machtsysteme, denen sie nicht entkommen können. In dieser Inszenierung stehen und gehen sie auf zwei riesigen Drehscheiben, die einander umkreisen, sich aber nie berühren. Lisette Oropesa & Kate Lindsay Kate ist Elisabetta, Lisette ist Maria Stuarda. Die beiden großartigen Sängerinnen tragen die Inszenierung. In einem Doppelporträt erzählen die beiden, die sich seit ihrem Gesangsstudium vor mehr als zwanzig Jahren kennen, von der Chemie der Macht, von der Einsamkeit, die damit einhergeht und welche Rolle Frauen in diesen Systemen spielen sowie von ihrer Freundschaft. Die letzten Tage der Menschheit Nach uns kommt nichts mehr! Aus dieser Grundhaltung heraus ist das Stück „Die letzten Tage der Menschheit“ entstanden. Karl Kraus hielt sein Monumentalwerk für nicht aufführbar. „Die letzten Tage der Menschheit“ sind dokumentarisches Theater, 40 Jahre bevor es dieses gab. Es ist das, was Kraus wohl wollte: ein unendlicher „Schmäh“. Lustig, grausam und ein Schrecken. Giulio Cesare in Egitto Das Promipaar schlechthin: Julius und Cleo. Kaum ist Caesar in Ägypten angekommen, wird ihm der abgeschlagene Kopf seines Kontrahenten Pompeius präsentiert. Hat er das wirklich gewollt? Fortan sind alle Gefangene und Getriebene. Durchaus konsequent ist die Bühne dieses Stücks ein Bunker. Verstörend – bei berückend schöner Musik. Der Schneesturm Wir haben es noch nicht gesehen, da die Premiere kurz vor der Sendung stattfand. Was wir wissen: Das Stück ist „nach“ dem Roman von Vladimir Sorokin, einem russischen Russlandkritiker, inzeniert. Kirill Serebrenikov, auch er ein Russe im Exil, führt Regie. August Diehl ist einer der schlauesten deutschen Schauspieler und spielt die Hauptrolle. Wir haben mit ihm gesprochen. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 17.08.2025 Das Erste
  • Folge 23 (30 Min.)
    Heimatland Berlin-Neukölln: Güner Yasemin Balcı und ihr Kampf um Integration Für Güner Yasemin Balcı ist die Sache klar: Ihre Heimat ist Deutschland, genauer gesagt, das Rollberg-Viertel in Berlin-Neukölln. Dort ist die Journalistin und Filmemacherin geboren und aufgewachsen, als Tochter alevitischer Einwanderer aus Ostanatolien. „Heimatland“, so heißt ihr aktuelles Buch. Darin lässt Güner Balcı keinen Zweifel: Sie liebt Deutschland mit all seinen Möglichkeiten und demokratischen Freiheiten. Im Buch erzählt sie von ihrer Kindheit und Jugend im Rollbergviertel, wo damals in den Siebziger- und Achtzigerjahren Menschen aller Nationalitäten zusammenlebten. Balcı beschreibt aber auch, wie sich die Lebenssituation im Kiez änderte durch den Zuzug arabischer Großfamilien und für viele migrantische Bewohner nicht mehr Gesetze, sondern die Regeln des Islams zählten. Der Film „In die Sonne schauen“: vier Frauen, ein Hof, ein Jahrhundert Ein Vierseitenhof in der Altmark. Die Scheune, das Backsteingemäuer, die Zimmer; älter als ein Jahrhundert. Menschen, die hier wohnen, die hier gelebt haben und gestorben sind, seit über hundert Jahren. Regisseurin Mascha Schilinski erzählt in ihrem Film „In die Sonne schauen“ über vier Leben und vier Familien in unterschiedlichen Zeitabschnitten. Beginnend mit der Kaiserzeit, 1910, über die 1940er-Jahre, die DDR, bis hin zur Gegenwart – sie alle verbindet der Ort des Vierseitenhofs. Mit assoziativ verwobenen und faszinierenden Bildern entwickelt Mascha Schilinskis Film einen erzählerischen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. „In die Sonne schauen“ ist beim diesjährigen Filmfestival von Cannes begeistert gefeiert und mit dem Preis der Jury ausgezeichnet worden. Filmstart ist der 28. August. Von Daniel Küblböck zu Lana Kaiser – ARD-Dokumentation über das Drama eines unangepassten Stars Lana Kaiser wurde als Daniel Küblböck deutschlandweit bekannt. Als erster Reality-Star eines neuen Casting-Phänomens der Nullerjahre fegte Küblböck alle Vorstellungen davon, was ein Popstar in Deutschland darf oder nicht darf, von der Bühne. Bekannt wurde der damals 17-jährige Daniel als Kandidat von „Deutschland sucht den Superstar“. Seine Fans liebten ihn fanatisch – und die Sensationspresse überschüttete ihn mit Häme. Jetzt erzählt die ARD-Mediathek-Serie „Die Küblböck-Story – Eure Lana Kaiser“ von der existenziellen Suche dieses nur vermeintlich ausgeleuchteten Reality-TV-Stars. Mutig leben im Exil: Jelena Kostjutschenkos Russland auf der Bühne beim Kunstfest Weimar „Mutig leben!“ ist das diesjährige Kunstfest Weimar überschrieben. Mutig leben – wie geht das, was bringt das im Exil? „Das Land, das ich liebe“ ist eine Antwort darauf, ein Theaterabend von russischen, im Exil lebenden Künstlerinnen und Künstlern und deutschen Schauspielern, entstanden nach dem gleichnamigen Buch der Journalistin Jelena Kostjutschenko. Die Inszenierung ist eine autobiografisch geprägte Zeitreise durch anderthalb Jahrzehnte unter Putin. Die Fragen, die sie dabei aufwirft, sind schmerzhaft und existenziellen: Wie soll man dieses Land lieben, das ein repressives Regime ist? Wie soll man dieses Russland verstehen? Wie kann man mutig leben? (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 24.08.2025 Das Erste
  • Folge 24 (30 Min.)
    Die geplanten Themen: Die Entstehung von Oben und Unten:: Hanno Sauers neues Buch „Klasse“ Der Magier aus Johannesburg:: Dresden und Essen feiern William Kentridge Den Opfern eine Stimme geben:: Marcin Wierzchowskis Dokumentarfilm „Das deutsche Volk“ Der das Schweigen bricht:: Kamel Daouds Roman „Huris“ über Algeriens schwarzes Jahrzehnt Die Stimme der amerikanischen Gegenkultur:: Big Thief und ihr neues Album „Double Infinitiy“ (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 31.08.2025 Das Erste
  • Folge 25 (30 Min.)
    ttt extra von den 82. Filmfestspielen in Venedig: Die 82. Filmfestspiele in Venedig: mit alten Meistern, Liebe, Tod und Politik sowie zahlreichen Überraschungen und einigen großartigen Werken. The Wizard of the Kremlin: Er ist jung, klug, scheinbar unabhängig, durchschaut die Strukturen und wird doch zum Berater von Wladimir Putin: der junge russische Filmemacher Wadim Baranow. Als „Magier des Kremls“ wird er zu einer Art Rasputin für „Zar Putin“. Nur: wenn er seinen Zweck erfüllt hat, keine Rolle mehr spielt, ist er ein Toter auf Urlaub. Olivier Assayas’ Protagonist ist Putins früheren Chefberater Wladislaw Surkow nachempfunden, der Film eine Chronik in den Abgrund. Stars, Stars, Stars: Tom Waits, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Adam Driver hier, George Clooney, Adam Sandler, Greta Gerwig dort: „Father Mother Sister Brother“ und „Jay Kelly“ sind ein Schaulaufen großer Stars. In beiden Filmen geht es um die Beziehungen bzw. Nicht-Beziehungen von Familien. Während Jim Jarmuschs Episoden-Film „Father, Mother, Sister, Brother“ dies aus verschiedenen Perspektiven ausleuchtet, wird in Noah Baumbachs „Jay Kelly“ alles aus der Perspektive des Stars, George Clooney, erzählt. Als dessen Welt zerfasert, bleibt die Leere. Stille Freundin: Ein Film, der fast ausschließlich in einem Botanischen Garten spielt, erzählt in drei Zeitebenen Geschichten verschiedener Studenten bzw. Wissenschaftler. Im Zentrum dieser drei Geschichten steht ein Ginkgobaum. Die große ungarische Filmpoetin Ildikó Enyedi hat in ihrem Film nicht weniger als ein Meisterwerk geschaffen: sinnlich und klug, dabei leicht und voll leisem Humor. Und sonst?: Die Tops und Flops des Festivals – schönes Scheitern, großes Gähnen, erstaunliche Entdeckungen. Der Überblick im Schnelldurchlauf. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 07.09.2025 Das Erste
  • Folge 26 (30 Min.)
    - Versprechen gebrochen – Das Drama der von Deutschland im Stich gelassenen Ortskräfte aus Afghanistan - Wie kann man nach dem Fall Pelicot noch unter Männern leben? - Manon Garcia über die Kultur der Vergewaltigung Little Simz und „Lotus“ - Das neue Album der großartigen Rapperin aus Großbritannien „Kill the Jockey“ - Ein fulminantes Kinoereignis aus Argentinien (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 14.09.2025 Das Erste
  • Folge 27 (30 Min.)
    Auftritt nur nach Bekenntnis? Der Kunst- und Kulturbetrieb nach der Ausladung von Lahav Shani: Die Ausladung des jüdisch-israelischen Dirigenten Lahav Shani und der Münchner Philharmoniker vom belgischen Gent Festival von Flandern sorgt noch immer für Aufregung. Die Begründung für die Absage des Konzerts war, dass Shani sich nicht eindeutig zu den Vorgängen in Gaza geäußert, sich nicht vom „genozidalen Regime“ in Israel distanziert habe. Die Tournee des Orchesters wurde zum Politikum. Tatsächlich spalten der Terrorakt der Hamas am 7. Oktober 2023 und der fortdauernde Krieg in Gaza die Kulturszene, erzwingen immer mehr von Künstler*innen Positionierungen, Bekenntnisse und Erklärungen. Während bislang in Deutschland Kulturschaffende in der Kritik waren, die sich kritisch gegenüber der israelischen Politik geäußert haben, wird mit Shani erstmals ein Künstler ausgeladen, weil er sich nicht israelkritisch äußert. Der PEN Berlin sagt dazu: „Meinungsfreiheit beinhaltet auch das Recht auf Schweigen.“ „ttt“ diskutiert mit Candice Breitz, Deniz Yücel und Tomer Dotan-Dreyfus, ob der Kulturbetrieb auf Gesinnungsprüfungen zusteuert – und wo eigentlich die Räume sind, um miteinander ins Gespräch zu kommen, wenn nicht in der Kunst? Feministinnen gegen Feministinnen? Debatte um die Anthologie „Das Pen!smuseum“ : Sie sind verärgert, wütend, rachsüchtig – die Protagonistinnen in der Anthologie „Das Pen!smuseum“ (Leykam) der beiden österreichischen Autorinnen Mareike Fallwickl und Eva Reisinger. Sie machen nicht das, was von ihnen gesellschaftlich erwartet wird – oder auch nur von Männern. Die Frauen begehren auf, widersetzen sich. Ursprünglich sollte auch ein Text der als feministisch bekannten Autorin Gertraud Klemm Teil dieses Buches sein. Eben daran entzündete sich laute Kritik in den sozialen Medien. Der Grund: Klemm hatte in Artikeln Aussagen zum Begriff „Frau“ gemacht“, die angeblich transfeindlich seien. Angeblich. Die beiden feministischen Autorinnen Fallwickl und Reisinger haben nach einem Gespräch mit Klemm beschlossen, dass diese nicht mit ihren Texten in „Das Pen!smuseum“ vorkommt. Bereits vor der Veröffentlichung des Buches wird darüber öffentlich debattiert. Feministinnen gegen Feministinnen? Müssen nicht gerade Frauen zusammenhalten? „ttt“ spricht sowohl mit Mareike Fallwickl, Eva Reisinger und Gertraud Klemm über das Buch und ihr Verständnis von Feminismus. Schmerz, Schönheit und Ironie: die Bühnenspektakel der belgischen Künstlerin Miet Warlop: Miet Warlop, Künstlerin, Musikerin, Choreografin oder besser: Bühnenenergiebombe, ist bekannt für ihre anarchischen Spektakel, bei denen Sicherungskästen explodieren und Schaum die Bühne flutet. Ihre Arbeiten verschieben die Grenzen des Theaters und vereinen Elemente von Rockkonzerten, Tanz und Bildender Kunst. In Hamburg war ihre neueste Produktion zu sehen, mit der sie gerade durch Europa tourt: „Inhale Delirium Exhale“, eine Ode an Fantasie und Kunst, in der sechs Performer*innen mit wallendem, drei Kilometer langem Seidenstoff überwältigende Bilder schaffen. Im kommenden Jahr wird die 47-Jährige den belgischen Pavillon bei der Kunst-Biennale in Venedig gestalten. Kindheitserinnerungen von Hark Bohm: Der gefeierte Spielfilm „Amrum“ von Fatih Akin: Der legendäre Hamburger Filmregisseur Hark Bohm verbrachte als Kind die letzten Kriegsmonate auf der Nordseeinsel Amrum. Seine Eltern waren überzeugte Nazis. Und noch später hat er darunter gelitten, dass sie überzeugte Hitler-Anhänger waren. Diese Erfahrung bildet die Grundlage für den Spielfilm „Amrum“, angelehnt an Bohms Kindheitserinnerungen: Im Mittelpunkt steht ein Junge namens Nanning, der in den letzten Kriegsmonaten auf der Insel lebt – zwischen Einheimischen, die auf das Kriegsende hoffen und seiner fanatischen Mutter. Eigentlich wollte Bohm selbst Regie führen, doch aus Altersgründen übergab er das Projekt an seinen Freund Fatih Akin. In Cannes wurde „Amrum“ schon gefeiert, jetzt läuft er beim Hamburger Filmfest und ab Oktober in den Kinos. Eine Geschichte über Loyalität, Ideologie und das Erwachsenwerden in Zeiten des Umbruchs, visuell eindrucksvoll umgesetzt. „ttt“ stellt den Film vor und spricht mit Fatih Akin. Die Frau hinter dem Wu-Tang Clan: spannende ARD-Doku über Musikmanagerin Eva Ries : Sie schaffte es von der deutschen Provinz an die Spitze der internationalen Hip-Hop-Szene in New York: Nach ihrer Zusammenarbeit mit Nirvana, Sonic Youth und Guns N’ Roses wurde Eva Ries Anfang der 1990er-Jahre die Marketing- und Tourmanagerin der Band Wu-Tang Clan, der einflussreichsten Rap-Gruppe aller Zeiten. Als eine der wenigen Frauen durchbrach sie die Grenzen einer männerdominierten Musikindustrie und schrieb ihre eigenen Regeln. Die Dokumentation „Evil-E“ erzählt die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Eva Ries und außerdem vom Aufstieg und Fall der Musikindustrie der 1990er-Jahre, von Female Empowerment und vom Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen. Der Film enthält zahlreiche Interviews mit Mitgliedern der Gruppe Wu-Tang Clan, seltenes Archivmaterial und bietet exklusive Einblicke in die Hip-Hop-Kultur. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 21.09.2025 Das Erste
  • Folge 28 (30 Min.)
    Dialog statt Dämonisierung: Eva Illouz neuer Essay „Der 8. Oktober“: In ihrem neuen Essay „Der 8. Oktober“ untersucht die französisch-israelische Soziologin Eva Illouz die globalen Reaktionen auf das Massaker vom 7. Oktober. Sie beklagt, dass der brutale Angriff der Hamas vornehmlich in akademischen Kreisen als „Akt des Widerstands“ gefeiert wurde und die israelischen Opfer nicht bedauert, sondern die Palästinenser ausschließlich als Opfer gesehen wurden. Illouz beobachtet einen zunehmenden Antisemitismus, den sie hauptsächlich in linken, intellektuellen Milieus verortet. Israel gilt als Kolonialmacht, die die Palästinenser unterdrückt. Woher kommt dieser Hass? Wie konnte ein technologisch hochentwickeltes Land, in den Augen vieler Künstler und Intellektueller zu einer „Quelle des Bösen“ werden? Dieser Frage geht die Professorin an der Hochschule für Soziologie in Paris und an der Universität von Jerusalem in ihrem Essay nach. Sie selbst steht den militärischen Exzessen im Gazastreifen kritisch gegenüber, fordert ein Ende des Krieges. Stonehenge als Romanstoff – Ken Folletts neuer Kathedralenbau: „Die Säulen der Erde“, Ken Folletts Mittelalter-Epos über den Bau der Kathedrale von Salisbury, katapultierte den ehemaligen Zeitungsreporter in den Orbit der All-Time-Bestseller-Autoren. Ein Vierteljahrhundert später nimmt der Brite sich mit „Stonehenge – Die Kathedrale der Zeit“ eines der letzten großen Menschheitsmysterien vor. Wer hat den monumentalen Steinkreis im Südwesten Englands vor etwa 5000 Jahren gebaut und wie war das möglich? „ttt“ trifft den Schriftsteller in Stonehenge und zwar morgens um sechs, wo er dem britischen Wetter mit einem prähistorischen Gruß aus seinem Roman trotzt: „Möge der Sonnengott auf euch herablächeln.“ Der Schrei und das Schweigen – Munchs Anatomie der Angst: „Angst“ ist der Titel einer Ausstellung mit Werken Edvard Munchs, die gerade in der europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz gezeigt wird. Düstere, dunkle Seelenlandschaften, geisterhafte Gesichter ohne Augen und Münder, Minen des Entsetzens und der Trauer: Munch als Maler der existenziellen Apokalypse. Er selbst verglich sich mit Leonardo da Vinci. Wo dieser Leichen seziert habe, um den Menschen besser zu verstehen, seziere er menschliche Seelen. Am spektakulärsten gelingt ihm das im weltberühmten Bild „Der Schrei“, von dem in Chemnitz eine Lithografie zu sehen ist neben Andy Warhols Adaption „The Scream (After Munch)“. Gerade die Tabuthemen seiner Kunst, das Brüchige und Düstere, mache Munch so modern und so anschlussfähig für die Gegenwart, sagt die Direktorin der Kunstsammlungen Florence Thurmes. Zeitgleich zur Ausstellung erscheint in Deutschland die neue Munch-Biografie „Der Sturm“. Anhand neuer Quellen erzählt der Historiker Ivo de Figueiredo das Drama eines Künstlers, der im Leben seinen Platz nie fand und sich vor den bedrohlichen Erfahrungen von Angst, Einsamkeit und Tod in die Kunst rettete. Wenn Dreistigkeit zur Kunst wird: Jagd auf den „talentierten Mr. F.“: Zwei Filmstudenten erfinden und kreieren die Geschichte von „Butty“, einem nicht ganz einwandfreien Haushaltsroboter, der ein allzu menschliches Schicksal erfährt. Als sie sich mit ihrem Animationsfilm bei internationalen Festivals bewerben, müssen sie plötzlich erfahren, dass ihr Film bereits Anerkennung und Preise eingeheimst hat. Aber von wem? Es ist die beinahe unglaubliche Geschichte eines Filmdiebstahls, die die Dokumentation „Der talentierte Mr. F.“ (aktuell zu sehen in der ARD Mediathek) erzählt. Moritz Henneberg und Julius Drost reisen nach Amerika, Morgantown, West Virginia, zu Samuel Felington – so dreist der Filmklau war, so kühn ist der Plan sich den Film wieder zurückzuholen. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 05.10.2025 Das Erste
  • Folge 29 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere So. 12.10.2025 Das Erste
  • Folge 30 (30 Min.)
    Siham El-Maimouni – ttt – titel, thesen, temperamente
    Ariane Mnouchkine: Portrait mit Schwerpunkt: Lage in Frankreich und der Welt. Ariane Mnouchkine, die legendäre Gründerin und bis heute als Regisseurin tätige Direktorin des weltberühmten Théatre du Soleil im Bois de Vincennes in Paris ist mit 86 Jahren erstmals bereit ein Team der ARD für ttt zu empfangen und Auskunft zu geben über ihre Arbeit und ihre Sicht der Welt. Es sind die großen Themen, die ihre Arbeit von jeher bestimmt haben: die Archetypen der Menschheit seit der Antike: Rache, Gewalt, Krieg – das ewige Schlachthaus – und warum der Mensch bis heute wenig daran ändern konnte. Sie sieht den Muskel der Empathie schwinden – die größte Sünde: Verachtung. Mnouchkine sieht die eine große Gefahr in der Spaltung – in Frankreich und in der Welt. Sie hat viele Krisen erlebt, bei ihr geht es immer darum, Licht in das und gegen das Dunkel zu bringen – Theater der Sonne! Terror von oben: Künstler und Intellektuelle im Visier des Kreml und des (belarussischen) KGB. Unter Putin und Lukaschenko läuft das Böse auf Hochtouren: Der Philosoph Vladimir Mazkewitsch wurde nach 4 Jahren Haft in belarussischen Gefängnissen am 11. September befreit, aber gegen seinen Willen außer Landes geschafft. Die Pussy-Riot Aktivistin Maria Alechina wurde unterdessen in Abwesenheit zu 13 Jahren und 15 Tagen Lagerhaft in Russland verurteilt. Ihr Vergehen: Unter anderem das Video „Mama, schau nicht fern“. Folter, Verfolgung, Verurteilung, Straflager – russische und belarussische Künstler und Journalisten im Exil und ihre Erfahrungen. Gerhard Richter: Eine Schau in der Fondation Louis Vuitton zeigt jetzt das ganze Werk von 1962⁠–⁠2024. Zweihundertfünfundsiebzig Arbeiten des wahrscheinlich einflussreichsten und bedeutendsten lebenden Künstlers – alle wichtigen Werkgruppen. Von der Photographie als Inspiration der Malerei in den 1960er Jahren, über die totale Veränderung der Natur der Malerei durch seine Blurs in den 1970ern zur Erkundung des Abstrakten und den Schattenreflektionen in den 1980ern und frühen 1990er Jahren bis hin zu völlig neuen total abstrakten bunten Gemälden der allerjüngsten Zeit. Manche mögens falsch: Ein ganz wunderbar komischer Dokumentarfilm von Stanislaw Mucha über die südchineschische Fälscherstadt Dafen, wo es einen „echten“ Gerhard Richter für 30 Euro gibt. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 26.10.2025 Das Erste
  • Folge 31 (30 Min.)
    Alt gegen Jung: die drängende Debatte um Generationengerechtigkeit: Rentenentwurf, Wehrpflichtdebatte, Klimaschutz, drei Themenkomplexe, die im politischen Berlin für Konfliktstoff sorgen, vor allem in der Koalition. Doch die eigentliche Konfliktlinie verläuft zwischen den Generationen. Beispiel Rente: Während für die eine gesellschaftliche Gruppe das Rentenniveau gesichert werden soll, muss die andere liefern – und zurückstecken. Längst ist hier die intergenerative Verteilung von Last und Verantwortung nicht mehr gerecht. Insbesondere die Generation Z sieht sich von der Politik nicht repräsentiert, geschweige denn ihre Interessen vertreten: Es werde Politik auf Kosten der Jungen gemacht. Was ist also zu tun? „ttt“ debattiert die Notwendigkeit eines neuen Generationenvertrages, der noch nie so überfällig war wie jetzt. Der Starautor und sein Popstar: Frank Schätzings Buch über David Bowie: Wenn ein Starautor ein Buch über einen legendären Popstar schreibt, dann könnte man meinen, er mache das nur aus Kalkül, um einen Bestseller zu landen. Doch bei Frank Schätzing und seinem neuen Buch über David Bowie ist es tatsächlich anders: Schätzing ist seit seiner Jugend ein glühender Bowie-Fan und wollte selbst sogar Popmusiker werden. Doch dann kam das Leben anders. In „Spaceboy“ erzählt der Schriftsteller parallel die Geschichte des „Chamäleons der Popkultur“ und seine eigene: vom suchenden Jugendlichen, der in Bowies Musik eine Offenbarung findet, bis zum Bestsellerautor, den Bowies Kunst immer wieder geprägt hat. Entstanden ist ein ungewöhnliches Buch: Doppel-Biografie, Essay und Hommage zugleich. „Spaceboy“ erscheint am 6. November (KiWi). „ttt“ spricht vorab mit Schätzing über Bowie. Einer der wichtigsten Prozesse der Menschheitsgeschichte: das ARD-Dokudrama „Nürnberg 45 -Im Angesicht des Bösen“: Es war ein einmaliger Vorgang in der Menschheitsgeschichte: Zum ersten Mal sollten die Verantwortlichen für Krieg und Völkermord vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. Die Alliierten wollten dem Unrecht der Nazis und dem Grauen des Holocausts mit Rechtsstaatlichkeit begegnen. 24 NS-Verbrecher, darunter Hermann Göring und Rudolf Heß, wurden von November 1945 bis Oktober 1946 beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagt. Weitere Nachfolgeprozesse, z. B. gegen NS-Ärzte und Juristen, folgten. Das ARD-Dokudrama „Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen“ erzählt mit Spielszenen, Archivmaterial und Interviews die Geschichte dieses einmaligen Gerichtsverfahrens: die große Leistung, aber auch die Grenzen, die damit verbunden waren. Im Mittelpunkt des Films stehen zwei Holocaust-Überlebende: Ernst Michel, damals 22 Jahre alt, und Seweryna Szmaglewska, damals 29 Jahre alt. Das ARD-Dokudrama wird am 9. November im Ersten gesendet und ist in der ARD-Mediathek zu sehen. Vom Mut, zu lieben: die großartige Sängerin Joy Crookes mit neuem Album auf Tour: Joy Crookes singt mit ihrer ausdrucksstarken, warmen Stimme von Krisen, die sie bewältigen musste. Wie schwer es ist, sich emotional zu öffnen, und echte, tiefe Beziehungen einzugehen. Und davon, wie es ist, als Person of Colour in Südlondon aufzuwachsen, ihre Mutter kommt aus Bangladesch, ihr Vater aus Irland. „Wir leben in einer hirnverdummten, spätkapitalistischen Zeit. Es ist sehr leicht, die Verbindung zueinander zu verlieren. Für mich ist Liebe also ein politischer Akt“, sagt die 27-Jährige im „ttt“-Interview. Mit ihrem neuen Album „Juniper“ kommt sie am 28. November nach Hamburg, am 29. November nach Köln und am 4. Dezember nach Berlin. Film „Dann passiert das Leben“: Anke Engelke und Ulrich Tukur über das Geheimnis langer Beziehungen: Es hallt lange nach, wie Anke Engelke und Ulrich Tukur ein altes Paar spielen, dem die Liebe abhandengekommen ist. Wie eingefroren wirken die beiden in ihrer Routine im Einfamilienhaus hinter heruntergezogenen Rollläden. Der erwachsene Sohn ist längst aus dem Haus. Ein normales, schweigsames deutsches Eheleben also. Doch dann passiert der Tod – ein tragischer Autounfall, der die Erstarrung der beiden aufbricht. Drehbuchautorin und Regisseurin Neele Vollmar erzählt intensiv und feinfühlig vom Nebeneinanderher-Leben und vom Neuanfang. Am 6. November kommt „Dann passiert das Leben“ ins Kino. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 02.11.2025 Das Erste
  • Folge 32 (30 Min.)
    Ein Leben nach den Beatles: Paul McCartneys Flug in die Freiheit mit seiner Band „Wings“: Was sollte da noch kommen nach der besten Band aller Zeiten? Die nächste beste Band aller Zeiten! Paul McCartney war 29, als er im August 1971 noch mal bei null anfing: mit der Band „Wings“. Nach einem Soloalbum und einer Familien-Platte mit Linda wollte Paul wieder das, was er am besten kann: Band sein. „All I need is a pint a day /​ If I ever get out of here“, sang er in „Band on the Run“ – der Song, mit dem er sich endgültig von den Beatles freispielte. Mit Linda, Denny 1 (Laine) und Denny 2 (Seiwell) gelangen ihm einige der schönsten Popsongs der 1970er – und der coolste Bond-Song aller Zeiten: „Live and Let Die“. Das neue Buch „Wings. Die Geschichte einer Band on the Run“ erzählt diese Geschichte als Bilderrausch und Endlos-Strom – ein Destillat aus 42 Stunden Interviewmaterial und 150 unveröffentlichten Fotos. Seitenwechsel und Widerspruch – das WIR-Festival in Halle ringt um das richtige Wort: Am 8. November startet in Halle an der Saale erstmals die Büchermesse „SeitenWechsel“ Ein Branchentreffen von etwa 90 konservativen und rechten Verlagen. „SeitenWechsel“, das Motto der Messe, steht für einen Perspektivwechsel, der im Namen der Meinungsfreiheit das Gebot der Stunde sei. Angekündigt sind Auftritte und Lesungen von u.a. Cora Stephan, Matthias Matussek, Antje Hermenau und Uwe Tellkamp. Gegen die Veranstaltung dieser Buchmesse haben Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle inzwischen über 30.000 Unterschriften gesammelt. Ein breites Bündnis von Institutionen, Kulturstätten, Künstlerinnen und Künstlern will den drohenden Imageschaden abwenden und hat ein eigenes WIR-Festival ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Wir strahlen heller“ laufen hier seit einigen Wochen Lesungen, Konzerte, Diskussionen, u. a. mit Martina Hefter, Manja Präkels und Matthias Brenner. ttt mit einer Reportage über den Kulturkampf in Halle. Tanz als spirituelle Reise – Akram Khans „Vertical Road“ feiert Premiere in Dresden: Der Brite Akram Khan ist einer der weltweit gefeierten Choreografen. Er verbindet Elemente des zeitgenössischen Tanzes mit dem traditionellen indischen Tanz Kathak zu einem unverkennbar eigenen Stil. Schon mit 13 Jahren tanzte er für Peter Brook in dessen legendärerer Mahabharata-Inszenierung. Vor 25 Jahren gründete er seine eigene Kompanie, choreografierte in London eine moderne Version von „Giselle“ und nahm an den Eröffnungsspielen der Olympischen Sommerspiele 2012 in London teil. In einem Interview sagte Akram Khan, ihn interessiere weniger die Technik der Tänzer, sondern die Geschichte, die sie erzählen. In Dresden hat er jetzt mit der Ballettkompanie der Semperoper einen vom persischen Dichter Rumi inspirierten Tanzabend einstudiert. ttt hat Akram Khan bei den Proben zu seiner deutschen Erstaufführung getroffen. Im Schatten des Orangenbaums – ein Familienepos über Trauma, Krieg und Versöhnung: Was taugen Eltern, wenn sie ihre Kinder nicht beschützen können? Diese Frage stellt der Film „Im Schatten des Orangenbaums“ der amerikanisch-palästinensischen Regisseurin Cherien Dabis, den sie, inspiriert von der eigenen Familiengeschichte erzählt. Eine Frage, die mit Blick auf den Nahen Osten von erdrückender Aktualität ist. Der Kinofilm ist Familienepos über drei Generationen im Krieg, von 1948⁠–⁠2022. Damit beleuchtet der Film eine Zeit, die in Europa noch wenig bekannt und durch Dabis ergreifend auf die Leinwand gebracht wird. „Im Schatten des Orangenbaums“, eine jordanisch-deutsche Koproduktion, wurde als jordanischer Beitrag für den Oscar in der Kategorie „Bester internationaler Film“ nominiert. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 09.11.2025 Das Erste
  • Folge 33 (30 Min.)
    „Die elfte Stunde“: Neue Geschichten des großen Erzählers Salman Rushdie „Die Stunde der Raubtiere“: Giuliano Da Empoli über die Gier und Brutalität in den Schaltzentren der Macht, die die Welt in den Abgrund stürzen „Lolita lesen in Teheran“: Ein Film über die Kraft der Literatur und den Mut der Frauen in Teheran Das Album „Utopia“: Die ukrainische Musikerin Ganna Gryniva verbindet die Folklore ihrer Heimat mit Weltmusik und Jazz. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 16.11.2025 Das Erste
  • Folge 34 (30 Min.)
    Die geplanten Themen: Globale Ungleichheit – wie Armut weltweit die Demokratie gefährdet: Zum ersten Mal findet der G20-Gipfel auf dem afrikanischen Kontinent statt. Südafrika hatte ein Jahr lang die G20-Präsidentschaft. Und Südafrikas Präsident Ramaphosa will für den Gipfel am 22. und 23. November in Johannesburg das Thema „Globale Ungleichheit“ ganz oben auf die Agenda setzen. Er hat dazu einen „Report über Globale Ungleichheit“ in Auftrag gegeben. In „ttt“ erläutern dessen Autoren, der Star-Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und die aus Afrika stammende Aktivistin Winnie Byanyima, wie die dramatisch gewachsene Ungleichheit zwischen Reich und Arm weltweit Gesellschaft und Demokratie untergräbt. Die These dieses Reports: Die globale Ungleichheit bedroht die Welt in ähnlich starker Weise wie die Klimakrise. Spanien blickt zurück: Vor 50 Jahren starb Franco: Am 20. November 1975, starb der spanische Diktator Francisco Franco, der „Caudillo“. Er war als Sieger aus dem Bürgerkrieg hervorgegangen, hatte das Land fast 40 Jahre lang mit eiserner Hand regiert. Nicht alle Spanier betrauerten damals das Ende seiner Herrschaft. Die republikanischen Verlierer des Bürgerkriegs und ihre Familien atmeten auf – der Diktator hatte Zehntausende von ihnen foltern, erschießen und in anonymen Massengräbern verscharren lassen. Wie blickt die spanische Gesellschaft heute auf ihre Geschichte? Der Franco-Biograf Julián Casanovas beklagt, dass historische Fakten bis heute nicht angemessen aufgearbeitet und bewertet wurden. Der Historiker Jaume Claret erklärt, wie besonders junge Anhänger der rechtsextremen VOX-Partei Francos Regime durch eine positive, nostalgische Brille betrachten. Wie lang ist Francos Schatten? Der Kunstfälscher: Der Kunstfälscher Robert Driessen hat in fünfzehn Jahren mehr Giacometti-Skulpturen gemacht als der Künstler Alberto Giacometti (1901⁠–⁠1966) in seinem ganzen Leben. Einer seiner „Giacomettis“ sei für 52 Millionen verkauft worden. So brüstet sich Driessen unverhohlen in der ARD-Doku-Serie „Millionen Fake“. Sie rekonstruiert mit den echten Akteuren dieses Falles einen der spektakulärsten Kunstfälscher-Krimis Europas. „ttt“ trifft den Regisseur Stefano Strocchi, der sich auf True-Crime-Kunstfälle spezialisiert hat. Er konnte den in Thailand lebenden Fälscher sowie den Kunsthändler, einen selbsternannten Grafen, vor die Kamera holen und hat so einen Einblick bekommen über die zuweilen absurden Abgründe des Kunstmarktes. Das Ende der Beratenden Kommission für NS-Raubkunst: Im Jahr 2003 wurde in Deutschland die Beratende Kommission für NS-Raubkunst gegründet. Sie sollte in Streitfällen entscheiden, ob ein Kunstgegenstand an die Erben der NS-Opfer zurückgegeben werden sollte oder nicht. Aber diese Kommission hatte einen Konstruktionsfehler: Sie konnte nicht einseitig angerufen werden. Das führte dazu, dass die Raubkunstkommission in gut 20 Jahren nur gut 20 Fälle entscheiden konnte. Zum 30. November wird diese Kommission nun abgeschafft. Stattdessen sollen Schiedsgerichte über Streitfälle bei NS-Raubkunst entscheiden. „ttt“ fragt nach, was das für die Rückgabe von Nazi-Raubkunst bedeutet? (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 23.11.2025 Das Erste
  • Folge 35 (30 Min.)
    Margaret Atwood: „Book of lives“: „Make Margaret Atwood Fiction Again!“ ist in den vergangenen Jahren in den USA und weltweit zum Slogan progressiver Kräfte geworden: in Zeiten zunehmender Zensur und der Einschränkung von Frauenrechten wird Atwoods Buch „Der Report der Magd“ (und die gleichnamige Serie) von vielen als Warnung und Dystopie verstanden. Nun hat die 86-jährige Autorin ihre Memoiren geschrieben. Darin erzählt sie auch, welchen Einfluss die zweigeteilte Stadt Berlin vor 40 Jahren auf sie hatte, als sie dort ihren Weltbestseller schrieb. Nun wird es aus vielen amerikanischen Büchereien verbannt. ttt hat Atwood getroffen und mit ihr über literarischen Protest und das Geheimnis eines glücklichen Lebens gesprochen. Künstliche Intelligenz als moralische Instanz? Über Echokammern und Narziss: Künstliche Intelligenz wird in immer mehr Lebensbereichen eingesetzt: Millionen Menschen nutzen Sprachmodelle wie Chat-GPT auch als Ratgeber in zwischenmenschlichen Beziehungen. Als moralische Instanz taugen Chatbots jedoch nicht – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Stanford. Eine ihrer Hauptgefahren: Sie schmeicheln den Nutzern permanent, verstärken bestehende Überzeugungen und können zerstörerisches Verhalten bestärken. Vor wenigen Monaten beging in den USA ein Teenager Suizid, der zuvor in regem Austausch mit einem Chatbot war. Seine Eltern klagen nun gegen OpenAI. Ihr Vorwurf: ChatGPT habe ihren Sohn dabei unterstützt, sich das Leben zu nehmen. ttt spricht mit dem Ethik-Professor Arne Manzeschke und der Psychologin Lea Schäfer (Charité Berlin) darüber, welche Folgen anbiedernde KI-Sprachmodelle für den Einzelnen, die Gesellschaft und die Demokratie haben – was aber auch ihre Chancen sein könnten. Neue Orte der Macht: über die Architektur von Rechenzentren: Rechenzentren sind die Kathedralen der Gegenwart. Unter ihren Dächern materialisiert sich, was wir „die Cloud“ nennen: ein Begriff, dessen sanfte Wolkigkeit verbirgt, welche realen Ressourcen diese Bauten ihrer Umwelt entziehen. Ihre Existenz hat massive ökologische, urbane und politische Auswirkungen. ttt hat mit Architektinnen und Architekten gesprochen (u.a. Marina Otero Verzier von der Universität Harvard, Niklas Maak sowie Damjan Kokalevski vom Architekturmuseum TU München), die fordern: Wir müssen die physische Erscheinungsform des Internets aus architektonischer und städtebaulicher Sicht neu denken. Der Künstler Rashid Johnson: Rashid Johnson wird oft zu den sogenannten „post black artists“ gezählt: also jenen Künstlerinnen und Künstlern, die sich nicht allein über ihre Schwarze Identität definieren lassen wollen, sondern in ihrer Arbeit stereotype Erwartungen an Schwarze Kunst hinterfragen. Das Guggenheim in NYC widmet ihm derzeit eine große Einzelausstellung: „A poem for deep thinkers“, kuratiert von Naomi Beckwith, der künstlerischen Leiterin der documenta 16. ttt hat ihn in seinem Atelier getroffen und mit auch darüber gesprochen, wie er dem wachsenden Anti-Intellektualismus seines Heimatlandes begegnet. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 30.11.2025 Das Erste
  • Folge 36 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere So. 07.12.2025 Das Erste
  • Folge 37 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere So. 14.12.2025 Das Erste

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