The CW: US-Network steht vor dem Verkauf

    WarnerMedia und ViacomCBS wollen sich von Gemeinschaftsprojekt trennen

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 06.01.2022, 12:10 Uhr

    Laufen aktuell bei The CW: „Batwoman“ (l.), „Riverdale“ (M.) und „Walker“ (r.) starten bei The CW im Herbst – Bild: The CW
    Laufen aktuell bei The CW: „Batwoman“ (l.), „Riverdale“ (M.) und „Walker“ (r.) starten bei The CW im Herbst

    Sorgen die Streaming-Wars demnächst für einen Kollateralschaden? Laut Wall Street Journal steht das bei jungen Zuschauern beliebte Network The CW vor dem Verkauf durch die beiden Mutterfirmen Warner und ViacomCBS. Unklar ist, was das vor allem für die Serien aus dem Hause Warner Bros. bedeuten würde, die mit dem Arrowverse das Rückgrat des Programms stellen.

    Eine kurze Geschichte von The CW

    Im Jahr 2006 hatten CBS und Warner Bros. in den USA ihre kleinen Networks UPN beziehungsweise The WB verschmolzen: Beide waren zu dem Zeitpunkt das fünft- und sechstgrößte Sendenetzwerk des Landes (hinter ABC, CBS, NBC und FOX) und nur in knapp 75 Prozent der fast 200 Fernsehmärkte des Landes vertreten. Was zusammengeführt Wachstum bringen sollte, brachte Stagnation: The CW holte eben nicht die Zuschauerzahlen von TheWB Plus UPN, sondern verharrte um Werte nur eines der Mutter-Networks. So blieb der Sender immer wackelig, da er nie profitabel wurde.

    Auch war ursprünglich angedacht, dass die beiden Mutterfirmen das Programm zu gleichen Teilen mit von ihnen produzierten Serien befüllen würden. Aber der Erfolg von übernatürlichen Formaten von Warner wie „Vampire Diaries“ und „Supernatural“ sowie vor allem den Comic-Adapationen um „Arrow“ und „The Flash“ brachte den Plan schnell zum Kippen und sorgte für ein deutliches Übergewicht von Warner, so dass als Kompromiss die Serien des Senders mittlerweile von beiden Partnern gemeinsam vermarktet werden.

    Mit dem Aufkommen von Netflix ergab sich eine wichtige neue Einnahmequelle: Die Serien von The CW wurden in einem Exklusivvertrag in den USA bei Netflix zweitveröffentlicht. Manche landeten auch international bei Netflix, wie „Riverdale“. Nicht wenige Serien fielen dem Publikum sogar erst durch die Netflix-Veröffentlichung auf – markiert dadurch, dass ihre Quoten bei The CW zur zweiten Staffel deutlich anstiegen.

    Doch der Netflix-Deal ist seit zwei Jahren Geschichte, die einzelnen Serien werden nun einzeln weitervermarktet. Dabei haben die jeweiligen Studios natürlich ein Interesse, dass die federführend von ihnen produzierten Formate auch zu ihren eigenen Streamingangeboten kommen – HBO Max beziehungsweise Paramount+.

    Daneben haben sowohl Warner wie auch das alte CBS in den vergangenen Jahren massive Veränderungen durchgemacht, die auch eine Neuausrichtung beinhalten: CBS wurde wieder mit Viacom zu ViacomCBS verschmolzen, Warner arbeitet nach einer Zeit unter dem Dach von AT&T an einer Verschmelzung mit Discovery (fernsehserien.de berichtete).

    Kaufinteressent Nexstar

    Durch den jetzt angedachten Verkauf könnte The CW zu einem „normalen“ Network werden, das sein Programm bei verschiedenen Produktionsstudios einkauft. Allerdings ist auch gerade das ein Auslaufmodell, da drei der anderen Networks – ABC, NBC und CBS – darauf achten, dass ihre Serien Synergieeffekte mit den zum gleichen Mutterkonzern gehörenden Streaming-Diensten haben.

    In den USA werden die Programme der großen, landesweiten Sender in über 200 historisch gewachsenen Fernsehmärkten unterschiedlicher Größe jeweils von örtlichen Sendern verbreitet, den sogenannten Affiliates. Der jetzt genannte Kaufinteressent Nexstar Media Group betreibt aktuell diverse Sender, die The-CW-Affiliates sind – genauer gesagt hält Nexstar den größten Block unter den Affiliate-Betreibern für The CW.

    Unklar ist, was ein Verkauf für das Programm des Senders bedeuten würde. Denn aktuell bemühen sich ViacomCBS und WarnerMedia darum, dort eben Programme für ihre Streaming-Dienste beziehungsweise den Internationalen Markt heranzuziehen: Warner hat etwa das Arrowverse und jüngst ein Spin-Off zu „All American“ platziert, während ViacomCBS die Bestellung des „Nancy Drew“-Spin-Offs „Tom Swift“ feiern kann und daneben „Der Denver-Clan“ (OT: „Dynasty“) am Leben hält, die quotenschwächste Serie bei einem Network überhaupt (die mit einem lukrativen, internationalen Deal mit Netflix ihre Gewinne macht).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1994) am

      Vl sollte Netflix überlegen den Sender zu kaufen ( incl Lizenzen aller Serien die je von The Cw kamen)!Fraglich ist halt echt was mit den Serien vorallem die DC Titel!
      Wobei ich aber eher denke, dass Formate wie Superman&Lois sowie Stargirl eher bei HBOMax landen würden(Stargirl war ein DCU Original und Superman lief bald nach Start bei Max und Superman zieht extrem! 


      Wird was rauskommt!

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