Das internationale Fernsehjahr 2021 im Rückblick

    Gewinner und Verlierer, Serien-Revivals und neue Event-Serien

    Vera Tidona – 28.12.2021, 10:00 Uhr

    Das internationale TV-Jahr 2021 – Bild: Star Wars/Disney/Prime Video/Showtime/Netflix
    Das internationale TV-Jahr 2021

    Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Weihnachtsgeschenke sind ausgepackt und der Sekt für Silvester kaltgestellt. Zeit, einen Blick zurück auf das internationale Fernsehjahr 2021 zu werfen.

    Im bereits zweiten Jahr hat die Corona-Pandemie Deutschland, USA und den Rest der Welt noch immer fest im Griff. Die Hoffnung, dass das öffentliche und gesellschaftliche Leben nach der Verbreitung des neuartigen Virus wieder ein Stück Normalität erhält, wurde zum Ende des Jahres dann wieder hinfällig: Während immer neuere und gefährlichere Varianten das griechische Alphabet abarbeiten, findet das Leben weiterhin vorwiegend in den eigenen vier Wänden statt. Das Sofa vor der Flimmerkiste ist der neue Treffpunkt vieler Film- und Serien-Fans geworden.

    Die großen US-Networks melden sich zurück…

    Seit Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr stellten die Hygiene- und Abstandsregeln auch die Produktion in der Film- und Serien-Branche vor völlig neue Herausforderungen. Die großen TV-Sender und US-Networks wie ABC, NBC und CBS haben anfangs ihre Arbeit weitgehend einstellen müssen, neue Produktionen oder Serienstaffeln wurden massiv nach hinten verschoben oder gar komplett auf Eis gelegt.

    Nach Monaten des Stillstands meldeten sich nun seit Beginn des Jahres 2021 auch endlich die großen TV-Sender und Networks zurück. Unter strengen hygienischen Auflagen konnten aufgeschobene Serien und neue Folgen erfolgreicher Produktionen gedreht werden. Auch fanden die Studios wieder zurück zu dem gewohnten Rhythmus der Veröffentlichungen, als im Herbst des Jahres neue Serien/​Staffeln für die TV-Saison 2021/​​2022 an den Start geschickt wurden – wenn auch mit vielfach stark eingekürzten Staffeln und deutlich weniger gedrehten Folgen als sonst. Der enorme Aufwand der Produktionen kostet zwar eine Menge Zeit und Geld, doch Schauspieler wie Produzenten zeigen sich glücklich darüber, endlich wieder drehen zu können. Und so durften sich Fans nach einer längeren Zwangspause auf neue Folgen zahlreicher beliebter Serien freuen, auch neue Produktionen haben endlich Starttermine erhalten.

    … der Boom der Streamingdienste ist weiterhin ungeschlagen

    Streaminganbieter wie Netflix, Amazon Prime Video, Apple TV+ oder Disney+ waren hingegen die Gewinner der Pandemie und verzeichneten einen enormen Zuwachs an Neukunden wie all die Jahre zuvor nicht. Netflix hatte allein im ersten Corona-Jahr einen Rekord-Zuwachs von knapp 16 Millionen Abonnenten, in diesem Jahr kamen bislang sogar über 18 Millionen Neukunden hinzu, so dass der VoD-Marktführer Ende des Jahres rund 213,56 Millionen Abonnenten weltweit vermeldet.

    Neue große Streaminganbieter hatten mit passendem Content einfaches Spiel: Zahlreiche Kunden und Zuschauer, die hungrig nach neuen Serien oder Filmen zur Unterhaltung sind, gab und gibt es genug. Disney+ legt im zweiten Jahr nach Einführung des neuen Streamingdienstes mit beliebten Marken wie Star Wars und Marvel noch einmal kräftig zu: Mit insgesamt 118 Millionen Abonnenten weltweit macht der Neue in der Branche den anderen starke Konkurrenz. Zwar haben die vielen Aktionäre ein leichtes Stocken der Neuzugänge kritisiert, jedoch ist der VoD-Dienst des Mäusekonzerns noch immer nicht weltweit vertreten: In den nächsten Monaten sollen weitere asiatische Länder mit einer Menge Kunden-Potential hinzukommen.

    Marvel-Serien wie „WandaVision“ laufen auf Disney+ Marvel/​Disney+

    Inzwischen haben weitere große Medienkonzerne in den USA erkannt, das der Boom der Streamingdienste weiter anhält. Doch warum sollte man den Verdienst an seinen eigenen Produktionen der Konkurrenz überlassen, wenn man es auch selbst machen kann: Und so baute WarnerMedia mit HBO Max, NBCUniversal mit Peacock und ViacomCBS mit Paramount+ (bis März unter dem Namen CBS All Access bekannt) das Angebot massiv aus.

    Insbesondere der internationale Markt dürfte in Zukunft eine große Rolle spielen, sind die meisten VoD-Dienste der TV-Sender bislang nur in den USA verfügbar. Das hat auch zur Folge, dass plötzlich die Rechte an Serien wie „Star Trek: Discovery“ kurzfristig Netflix entzogen wurden, um die Serie ab 2022 auf dem eigenen Portal Paramount+ in Kooperation mit Sky Deutschland selbst zu vermarkten. Auch HBO Max strebt einen internationalen Start an (fernsehserien.de berichtete).

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