RTL+ beendet auch „Friedmanns Vier“

    Aus für Serien-Eigenproduktion nach einer Staffel

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 18.07.2022, 13:58 Uhr

    „Friedmanns Vier“: (v. l.) Kya-Celina Barucki, Tom Beck, Amadeo*Leo Arndt und Anna-Lena Schwing – Bild: RTL / Martin Vogel
    „Friedmanns Vier“: (v. l.) Kya-Celina Barucki, Tom Beck, Amadeo*Leo Arndt und Anna-Lena Schwing

    Vergangene Woche berichteten wir darüber, dass RTL+ gleich drei seiner Serien-Eigenproduktionen einstellen wird: „Tonis Welt“, „Tilo Neumann und das Universum“ und „Mirella Schulze rettet die Welt“ werden allesamt nicht fortgesetzt (fernsehserien.de berichtete). Doch damit ist das große Reinemachen bei den Kölnern noch nicht beendet: Wie RTL gegenüber den Kollegen von DWDL bestätigte, wird auch die Serie „Friedmanns Vier“ nicht weitergehen und somit nach nur einer Staffel eingestellt.

    Das Familiendrama mit Tom Beck wurde Ende 2021, begleitet von einer massiven Werbekampagne, kurz vor Weihnachten zunächst beim Streamingportal RTL+ veröffentlicht. Zwischen April und Mai 2022 folgte dann die Free-TV-Premiere bei VOX, die nach einem noch hoffnungsvollen Start letztendlich nur enttäuschende Einschaltquoten erzielte. Über die Abrufzahlen bei RTL+ hüllen sich die Verantwortlichen wie üblich in Schweigen, doch allem Anschein nach waren diese nicht gut genug, um eine Fortsetzung zu rechtfertigen. Somit endet „Friedmanns Vier“ nach insgesamt acht Folgen.

    Die Serie erzählt von Familie Friedmann mit den Eltern Mischko (Tom Beck) und Emma (Picco von Groote, „Lobbyistin“) sowie ihren drei Kindern im Teenageralter. Der Alltag erweist sich für die Familie mehr als turbulent: Die mittlere Tochter Tilda ist das erste Mal heimlich verliebt, Maya würde am liebsten die Schule schmeißen und Nesthäkchen Carla hat ein gut gehütetes Geheimnis: Sie fühlt, dass sie eigentlich ein Junge ist. Die Eltern haben also ohnehin alle Hände voll zu tun, doch dann wirft ein Schicksalsschlag die Familie völlig aus der Bahn: Mutter Emma kommt bei einem tragischen Unfall ums Leben. Für den Rest der Familie bricht eine Welt zusammen und Vater Mischko versucht, als Witwer zum einen die plötzlich aufgerissene Lücke in der Familie zu füllen und gleichzeitig seine Kinder weiterhin auf ihrem komplizierten Weg in die Zukunft zu begleiten.

    Die Idee zur Serie stammte von Berit Walch, die sämtliche Drehbücher selbst verfasste und gemeinsam mit Jobst Benthues auch als Produzentin fungierte. Regie führte Alexander Costea. „Friedmanns Vier“ ist eine Produktion der RedSeven Entertainment GmbH im Auftrag von RTL Deutschland.

    Die Bemühungen von RTL+, mit fiktionalen Eigenproduktionen erfolgreich zu sein, sind ehrenwert, aber bislang wenig erfolgreich. Im Gegensatz zu Seven.One bzw. Joyn, wo derzeit keinerlei Ambitionen mehr nach eigenen Serienproduktionen zu beobachten sind, will RTL Deutschland die Flinte nicht ins Korn werfen. Mit Spannung wird etwa die Serien-Fortsetzung zu Hape Kerkelings Kultfilm „Club Las Piranjas“ erwartet, deren Dreharbeiten in der vergangenen Woche abgeschlossen wurden. Ebenfalls in petto hat RTL+ die satirische Actionserie „Ze Network“ mit David Hasselhoff und das Historiendrama „Das Haus der Träume“. Für Weihnachten ist zudem die Veröffentlichung der zweiten Staffel von „Sisi“ geplant – die Serien-Neuverfilmung war eines der wenigen Beispiele für fiktionale Eigenproduktionen, wo die Einschaltquoten bei der linearen Ausstrahlung gestimmt haben.

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