Komiker Hape Kerkeling schuf in den 2000er Jahren eine Kunstfigur, die bei vielen Fans bis heute Kultstatus besitzt: Horst Schlämmer. Mit charakteristischem Schnauzer, Überbiss, verrauchter Reibeisenstimme, einer Herrenhandtasche und gekleidet in einem grau-beigen Trenchcoat machte der stellvertretende Chefredakteur des fiktiven Grevenbroicher Tagblatts Deutschlands Promi- und Politikwelt unsicher. Mehr als ein Jahrzehnt lang ließ Kerkeling die Figur ruhen und wollte sie eigentlich nicht mehr zurückbringen. Doch nun steht ein neuer Kinofilm in den Startlöchern, in dem der Komiker Horst Schlämmer doch noch einmal aufleben lässt. „Horst Schlämmer sucht das Glück“ kommt am 26. März in die Lichtspielhäuser. Zur Einstimmung wurde nun der Trailer zum neuen Film veröffentlicht:
Darüber hinaus gibt es nun Details zur Handlung des Kinofilms: Horst Schlämmer begibt sich darin auf eine Glücks-Mission. Denn: die Preise steigen, die Stimmung sinkt, die Kneipen schließen. Anders gesagt: Deutschland hat Rücken! Und zwar im Gesicht. Horst Schlämmer möchte deshalb den Menschen das Lächeln zurückbringen – doch das ist leichter gesagt als getan. Denn wie wird man eigentlich glücklich?
Schwere Zeiten verlangen nach klaren Antworten. In Grevenbroich kann man dies jedoch nicht finden. Also unternimmt Horst Schlämmer „die Reise seines Lebens“ durch die Republik: Von Süddeutschland bis Sylt, von Berlin bis Büsum – per Anhalter, Krabbenkutter oder Schienenersatzverkehr. Der stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts trifft Passanten, Promis und Psychologen. Er fragt knallhart nach und will sein Glück in den kleinen Alltagsbegegnungen im ganzen Land finden. Trotz vieler Rückschläge verliert er nie seine Mission aus den Augen: Die Menschen wieder glücklich zu machen!
Die Figur Horst Schlämmer trat erstmals 2005 in der RTL-Show „Hape trifft!“ in Erscheinung. In der relativ kurzlebigen Sendung war Schlämmer fester Bestandteil und unter anderem auf der Landtagswahl in Schleswig-Holstein unterwegs. Anschließend trat Kerkeling auch in anderen TV-Formaten als Horst Schlämmer auf. Bis heute legendär ist sein Auftritt beim Prominenten-Special von „Wer wird Millionär?“ im Mai 2006, als Schlämmer mit Günther Jauch die Plätze tauschte und dem Quizmoderator selbst die Fragen stellte. Diese Sendung erhielt den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen Comedypreis. 2009 kam der erste Film „Horst Schlämmer: Isch kandidiere!“ im Mockumentary-Stil in die Kinos. Darin beschloss der Reporter, in die Bundespolitik einzusteigen und trat mit großem Selbstbewusstsein als Kanzlerkandidat an.
Anschließend wurde es ruhig um die Figur und Kerkeling dachte öffentlich darüber nach, die Figur Horst Schlämmer „sterben“ zu lassen, um sich auf andere Projekte zu konzentrieren. 2023 gab der Komiker in der Talkshow „Maybrit Illner“ ein bemerkenswertes Interview, in dem er Horst Schlämmer als „Prototyp weißer, alter Mann“ beschrieb. Er bezweifelte, dass die Figur heute noch funktionieren würde, und meinte, dass dem Publikum vermutlich das Lachen im Halse stecken bleiben würde. Offenbar gab es in der Zwischenzeit bei Kerkeling wieder ein Umdenken, denn nun kommt es doch zum Comeback des Horst Schlämmer auf der großen Leinwand.
Ich schalte immer ab,wenn der Hape als Horst Schlämmer im TV zu sehen ist. Da kann ich genauso wenig drüber lachen,wie über Otto mit seinen alten Kamellen.
Otto?! Der praktisch einzig verbliebene klassische Komiker, Tausendsassa, der mehrere Generation begeistert? Mit die erfolgreichsten deutschen Filme. Musiker, Grafiker, Synchronsprecher uvm. Und der sich immer neu erfindet (Edgar Wallace, Sieben Zwerge, Ice Age, ...) und seit Jahrzehnten aktiv ist.
Genauso gut könnte man sagen Loriot und seine wenigen, alten Kamellen. Was schaust Du Dir denn an?
Fernseher44 schrieb: ------------------------------------------------------- > Otto?! Der praktisch einzig verbliebene klassische > Komiker, Tausendsassa, der mehrere Generation > begeistert? Mit die erfolgreichsten deutschen > Filme. Musiker, Grafiker, Synchronsprecher uvm. > Und der sich immer neu erfindet (Edgar Wallace, > Sieben Zwerge, Ice Age, ...) und seit Jahrzehnten > aktiv ist. > > Genauso gut könnte man sagen Loriot und seine > wenigen, alten Kamellen. > Was schaust Du Dir denn an?
Der gute Otto, der einzigartige! Es nervt mich sehr, das er seit rund 25 Jahren dieselben Geärusche wieder und wieder macht und seine beliebtesten Gags ewig nur noch wiederholt. Aber Otto hat bei mir einen Nostalgie-Bonus, war live früher einfach unschlagbar und ist und bleibt... ja nun, Otto :-)
Wir brauchen mehr Humorprodukte auf dem Niveau der siebziger Jahre. Das ist ein gutes Angebot für alle, denen Stromberg zu intellektuell ist oder den sie schon deshalb nicht verstehen, weil ihm die falschen Zähne (megalustig!) fehlen.
Besserwisserin schrieb: ------------------------------------------------------- > Wir brauchen mehr Humorprodukte auf dem Niveau der > siebziger Jahre. Das ist ein gutes Angebot für > alle, denen Stromberg zu intellektuell ist oder > den sie schon deshalb nicht verstehen, weil ihm > die falschen Zähne (megalustig!) fehlen.
Gibts eigentlich noch jemanden außer mir, der Kerkeling nie so wirklich witzig fand? Und Horst Schlämmer in kleinen Dosen zwar ganz nett, aber einen ganzen Film o.ä. hätte ich nicht gebraucht und jetzt auch keinen Zweiten. Oder stehe ich damit allein auf weiter Flur? :-)
Also den jungen Hape zusammen mit Achim Hegemann ("Hagemann!") in "Total Normal" fand ich schon recht witzig.
Allerdings war dort ganz klar zu sehen, daß die ARD zwar einem Nachwuchs eine Chance geben wollte, aber einer Show nur mit einem Nachwuchskünstler dann doch keinen Erfolg zutraute. Die ständige Präsenz von deutschen Show-Dinosauriern (Berghoff, Thoelke, Schautzer, Blanco usw.) war unübersehbar und das ging mir als damals jungem Publikum schon sehr auf die Nerven. Und so lustig die bis heute kultigen Auftritte als Beatrix und mit "Hurz!" auch sind - Hape war mir nie böse und bißig genug. Alles immer viel zu versöhnlich und viel zu brav.
Das änderte sich zum Glück in seiner Sat1-Sendung "Darüber lacht die Welt" - hier konnte er in vielen Verkleidungen so richtig auf den Putz hauen und viele seiner "Arschlochrollen" finde ich heute noch zum Schreien komisch.
Alles was er dann ab 2000 gemacht hat (Jakobsweg, Bücher, sein dümmlicher Horst Schlämmer) erzeugte bei mir nur noch ein Schulterzucken und ich habe dann komplett das Intereße an ihm verloren.
Habe nur mitgekriegt, er will jetzt mit 10jähriger Verspätung plötzlich "woke" sein - der Gag ist dann doch sehr gelungen.
Von den vielen herrlich gespielten Unsympathen aus "Darüber lacht die Welt" muß ich leider wieder die bekannteste und beste Rolle aussuchen - auch wenn ihr sie schon 100 mal gesehen habt.
Also in Total normal, und in Darüber lacht die Welt war er stellenweise zum Tränen lachen komisch. Auch sein Jakobsweg Buch find ich ziemlich gelungen, ein netter Spagat zwischen Komik und Reisebeschreibung.
Allerdings hat er Anfang 2000 sich ja komplett in seine Kunstfigur "Horst Schlämmer" verwandelt, so war er ja auch bei Jauch. Und diese Figur gibt mir gar nichts, die Sachen sind für mich zum Gähnen langweilig. Ich erkenne darin keine Stereotypen, aber ich bin halt davon ausgegangen das liegt daran mir hier als Bayer einfach der Zugang fehlt.
Ich glaube, bei vielen ist es andersherum. Horst Schlämmer ist Kult und genial. Einen oder mehrere Stereotypen kann man doch erkennen. Er spielt einen alten trotteligen rheinischen Mann mit Faible für Frauen. Die ganz alten Sachen sind abgedroschen. Beatrix fand ich am schlechtesten. Was soll denn daran witzig sein? Ein Mann in Frauenkleidern? Heute lacht niemand über solche Themen.
Erschreckend allerdings, wie er gealtert ist und zugenommen hat. Und jedes Klischee bedient und sich vereinnahmen lässt.
Es gab schon vor dem Trailer paar Monate früher einen Kurzbericht, da dachte ich, was soll das denn werden? Auch den Trailer hab ich mir angesehen und das gedacht. Aber wenn man den öfters sieht, geht es. Nach nicht mal einer Woche wurde dieser 1,4 Millionen mal angesehen, der erste Film 2009 hatte 1,3 Millionen Zuschauer, da gab es noch den Schlämmer Hype. Der Regisseur Sven Unterwaldt hat schon einige erfolgreiche Komödien gedreht, die eher nicht anspruchsvoll sind. Aktuell spielt er in der Film Extrawurst vom Regisseur Marcus H. Rosenmüller mit, der eher Filme macht, die in Bayern erfolgreich sind.
Ich lese gerade "Ich bin dann mal weg" und bin davon sehr angetan. Habe mir den Film auf DVD bestellt.
Gruss,
Chrissie
James Finlaysons Assistent schrieb: ------------------------------------------------------ > > Alles was er dann ab 2000 gemacht hat (Jakobsweg, > Bücher, sein > dümmlicher Horst Schlämmer) erzeugte bei mir nur > noch ein Schulterzucken > und ich habe dann komplett das Intereße an ihm > verloren. > > Habe nur mitgekriegt, er will jetzt mit > 10jähriger Verspätung plötzlich > "woke" sein - der Gag ist dann doch sehr > gelungen. > > > Von den vielen herrlich gespielten Unsympathen > aus > "Darüber lacht die Welt" muß ich leider wieder > die bekannteste > und beste Rolle aussuchen - auch wenn ihr sie > schon 100 mal gesehen habt. > >
Fernseher44 schrieb: ------------------------------------------------------- > Horst Schlämmer ist Kult und genial. > Einen oder mehrere Stereotypen kann man doch > erkennen. Er spielt einen alten trotteligen > rheinischen Mann mit Faible für Frauen.
Horst Schlämmer war für mich noch nie Kult oder genial. Ich kenne auch niemanden, der das lustig fand. Ein schlecht angezogener Mann im Hausmeisterkittel mit schlechtem Deutsch und furchtbaren Manieren. Das war Fremdschämen vom Feinsten.
> Die ganz alten Sachen sind abgedroschen. > Beatrix fand ich am schlechtesten. Was soll denn > daran witzig sein? Ein Mann in Frauenkleidern? > Heute lacht niemand über solche Themen.
Der Witz war nicht ein Mann in Frauenkleidern, sondern dass der verkleidete Kerkeling fast bis zum Bundespräsidenten durchgelassen wurde. Der stand völlig ungeplant - auch von ihm selber - vor Schloss Bellevue. Das fand ich einen sehr gelungenen Streich.
Kerkeling war ja vorher schon ein Star. Mithilfe des Senders und einer Kamera kommt man natürlich praktisch überall hin. Geschafft hat er es ja nicht. Wollte er denn Sicherheitslücken aufdecken? Die Verkleidung hat man ihm doch eh nicht abgenommen. Zudem falsches Auto, falsche Zeit usw.
Dieser "Sketch" ist für mich der unlustigste aller Zeiten. Und leider auch nicht kurz. Ich schalte da immer um.
Hurz ist ähnlich. Ist halt ne spezielle Komik. Und meist geht es um Verkleidungen.
Klar, Hurtz und die Beatrix-Verkleidung waren schon Kultknaller, alleine, weil es überhaupt funktioniert hat. "Kein Pardon" war in der ersten Hälfte kultig, was aber größtenteils Heinz Schenk zu verdanken war, die zweite Hälfte vom Film sack dann doch etwas ab. Dann 2006 das Buch über den Jakobsweg, als es gerade "in" war. Joa, nett, aber nichts für mich. Und dann kam Horst Schlämmer und irgendwie, ohne je so wirklich viel von der Figur gesehen zu haben, habe ich überhaupt keinen Bock darauf gehabt. Keine Ahnung warum.
Der wird jetzt wieder ausgegraben, und wäre ich zynisch, würde ich sagen Hape spielt sich noch eben seine Rente zusammen. 2 Filme, durchaus "woke", alles führt das "typisch deutsche" vor...aber zum Kult fehlt es doch, behaupte ich mal. Nichts, was man wirklich gebraucht hätte.
Fernseher44 schrieb: ------------------------------------------------------- > Kerkeling war ja vorher schon ein Star. Mithilfe > des Senders und einer Kamera kommt man natürlich > praktisch überall hin.
Vorher? Vor "Total Normal"? Das war doch erst die Sendung, die ihn bekannt machte.
Vorher gab es ja nur Zwischengags-Anmoderationen bei "Känguruh" - da hielt sich der Bekanntheitsgrad noch sehr in Grenzen.
Finde zwar seine "Darüber lacht die Welt"-Sendungen lustiger, muß aber eingestehen, daß die Leute - auch wenn sie Hape nicht gleich erkannt haben - doch sofort hätten erkennen müßen, daß da jemand in Verkleidung seinen Spaß treiben will. Die schon erwähnten (viel zu oft genutzten) falschen Zähne und dicken Brillen sollten bei den Leuten eigentlich sofort Skepsis erzeugen, hier hätte es spezialisierte Maskenbildner gebraucht.
Aber letztendlich kriegen wir ja immer nur eine Schnittfaßung zu sehen, ich denke mal, es gab genug Versuche, die sofort ins Leere liefen, bzw. bei denen er gleich erkannt wurde. Sowas landet dann natürlich nicht in den Sendungen.
Bei "Horst Schlämmer" denke ich mal, er wollte wieder so eine Kotzbrocken-Figur spielen, da diese allerdings nicht als solche erkannt wurde und großen Anklang fand, hat er sie dann doch sympathischer gestaltet.
BeklopptesTV am
Scheitert hoffentlich... für einen Stream in der ÖRR-Mediathek hätte es sicherlich auch gereicht... und dann noch Satire über die deutschen Bürger machen die zurecht angepisst sind...
Ganz schlechtes Thema was er da gewählt hat...
Flapwazzle am
Wozu? Warum? Was soll das?
Letztendlich schaufelt jetzt der nächste "Ehemalige" mit dem Comeback ein Grab.