Am gestrigen Sonntagabend ging die längste Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten zu Ende – und das ZDF konnte sich ein letztes Mal über Traumquoten in Dimensionen freuen, die wohl so schnell nicht wieder erreicht werden: Das Finale zwischen Spanien und Argentinien, das in der Verlängerung entschieden wurde, verfolgten ab 21 Uhr im Schnitt 17,36 Millionen Zuschauer. Damit handelte es sich um das gefragteste WM-Spiel ohne deutsche Beteiligung, das nur geringfügig unter den Werten des Sechszehntelfinalspiels lag, bei dem die DFB-Elf rausgeflogen war (fernsehserien.de berichtete).
Der Gesamtmarktanteil lag bei überragenden 65,1 Prozent. In der jungen Zielgruppe sprangen dank 5,65 Millionen 14- bis 49-Jährigen gar astronomische 73,0 Prozent heraus. Und bei diesen Zahlen sind alle Zuschauer, die das Endspiel bei MagentaTV oder auf Public-Viewing-Veranstaltungen verfolgt haben, noch gar nicht miteingerechnet. Bereits die „sportstudio live“-Vorberichterstattung im ZDF, die um 19:30 Uhr begann, stieß mit 4,73 Millionen Zuschauern bei 22,9 Prozent insgesamt und 33,4 Prozent beim jungen Publikum auf großes Interesse.
Gegen diese Fußball-Übermacht hatte die Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Äußerst beachtlich schlug sich allerdings die ARD, die ihr stärkstes Pferd ins Rennen schickte: den Münster–„Tatort“. Eine Wiederholung der populären Krimireihe mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers aus dem Jahr 2024 sahen 4,90 Millionen Zuschauer, die für richtig gute 18,3 Prozent sorgten. Weniger gefragt war der „Tatort“ allerdings beim jungen Publikum: Lediglich 270.000 Zuschauer unter 50 Jahren waren dabei, weshalb hier nur 4,3 Prozent heraussprangen. Für eine Wiederholung der neuseeländischen Krimiserie „Brokenwood“ blieben ab 21:45 Uhr insgesamt nur noch 1,53 Millionen Menschen dran.
Von den großen Privatsendern kam ProSieben noch am besten durchs Ziel, allerdings auf äußerst schwachem Niveau: Für „Captain Marvel“ entschieden sich 770.000 Zuschauer, doch in der jungen Zielgruppe kamen nur maue 3,0 Prozent zustande. RTL musste sich allerdings gar nur mit 270.000 Zuschauern und mickrigen 1,6 Prozent für „Sing 2 – Die Show Deines Lebens“ begnügen. „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ lag mit 380.000 Zuschauern und 1,5 Prozent in Sat.1 auf ähnlicher Flughöhe.
VOX betrieb mit einer „Hot oder Schrott“-Wiederholung Schadensbegrenzung und kam auf 450.000 Zuschauer und 1,3 Prozent. Kabel Eins musste sich mit 350.000 Zuschauern und 1,2 Prozent für eine ältere Folge der „Trucker Babes“ begnügen. RTL Zwei bewies Humor und zeigte den Komödienklassiker „Eis am Stiel“ als WM-Final-Alternative. Doch auch damit konnten nur 240.000 Zuschauer und 1,3 Prozent geholt werden.
Deutlich höhere Reichweiten wurden am Sonntagmittag erzielt: Die letzte „Immer wieder sonntags“-Saison läuft weiterhin mit gewohnt soliden Quoten: 1,27 Millionen Zuschauer waren ab 10:05 Uhr bei der von Stefan Mross moderierten Live-Show im Ersten dabei und sorgten für 17,2 Prozent Marktanteil. Noch besser lief es ab 12 Uhr für den „ZDF-Fernsehgarten“, wo die alljährliche Mallorca-Party stieg. 1,71 Millionen Zuschauer feierten vor den Fernsehgeräten mit Andrea Kiewel und bescherten dem Mainzer Sender starke 19,1 Prozent.
Ich muss hier mal einen Dank an RTL richten. Ja richtig gelesen! Und zwar, dass in der Halftime-Show des Super-Bowls kein dämmlicher Kommentator andauernd Reinquatscht und erklärt, wer da gerade zu sehen ist. Gehts noch ZDF oder werden eure Kommentatoren per Worte bezahlt? Unglaublich, das da Reingequatsch wird. Und dazu kommt noch die ganze Diskusion über die Show ansich. Die Halbzeit mal aufzupeppen, selbst in Deutschland, ist nicht neu! Das bei einem solchen Finale die Halbzeit mit einer großen Show verschönert wird ist eine tolle Idee. Zumindest was solch ein Finale angeht. Bei Super-Bowl ist das immer ein Highlight und jetzt soll keiner kommen zu sagen (wie einer der Kommentatoren) die Spieler würden abbauen, wenn es mal etwas länger dauert. Wasn Quatsch! Ich glaube, weiss es aber nicht mehr so genau, das man mal in Köln bei einem Bundesligaspiel eine Show in der Halbzeit brachte. OK, war nicht solch ein Highlight, aber daraus nun ein Fass und diese Diskusion auf zu machen... haben wir keine anderen Probleme?
TobiasS0810 am
Da hast du völlig Recht, der Kommentator hat die Show zerstört. Erinnerte an den Einmarsch der Nationen bei Olympia. Echt, neben dem will ich nicht im Kino hocken.
Was man aber auch sagen muß, das war die mit Abstand schlechteste Halbzeit Show. Beim Bieber hatte ich sogar kurz Sekundenschlaf. Und mit einem hatte wohl der Kommentator auch recht, der Madonna Teil war vor produziert, sowas geht gar nicht.