Quoten: Schwächstes „DSDS“-Finale bei den Jüngeren trotzdem gefragt

    Großer Erfolg für „50 Jahre ZDF-Hitparade“, ARD punktet mit Quiz und Revierderby

    28.04.2019, 09:56 Uhr – Dennis Braun

    Quoten: Schwächstes "DSDS"-Finale bei den Jüngeren trotzdem gefragt – Großer Erfolg für "50 Jahre ZDF-Hitparade", ARD punktet mit Quiz und Revierderby – Bild: TVNOW/Gregorowius
    Davin Herbrüggen ist „Superstar“ 2019

    Am Samstagabend lieferten sich gleich vier Sender einen Show-Wettkampf, den bei den 14- bis 49-Jährigen letztendlich RTL mit „Deutschland sucht den Superstar“ für sich entschied. Zwar sahen 1,49 Millionen Zuschauer den Sieg des 20-jährigen Davin Herbrüggen und sorgten für weit überdurchschnittliche 17,4 Prozent, damit war es aber gleichzeitig das schwächste Finale in der 17-jährigen Geschichte der Castingshow. Insgesamt holte man mit 3,48 Millionen (11,9 Prozent) Platz 3 hinter den Öffentlich-Rechtlichen. Özcan Cosars Bühnenprogramm „Old School“ generierte im Anschluss noch gute 14,4 Prozent in der Zielgruppe.

    Das ZDF ging derweil beim Gesamtpublikum als strahlender Sieger hervor. Die Geburtstagsshow „50 Jahre ZDF-Hitparade“ mit Thomas Gottschalk unterhielt dort 5,83 Millionen Zuschauer, das entsprach einem hervorragenden Marktanteil von 19,5 Prozent. Und auch die Jüngeren ließen sich von der Nostalgie anstecken, mit 10,3 Prozent wurde ein Wert deutlich über Senderschnitt erzielt. Das anschließende „heute journal“ brachte es noch auf insgesamt 3,99 Millionen Zuseher (15,5 Prozent).

    Doch auch Das Erste hat Grund zur Freude: Die „Tagesschau“ war um 20.00 Uhr mit Abstand die meistgesehene Sendung des Tages und informierte allein im Hauptprogramm 6,43 Millionen Menschen (23,6 Prozent). Die Quizshow „Ich weiß alles!“ musste sich im Show-Vierkampf beim Gesamtpublikum zwar mit Platz 2 begnügen, kam mit 4,08 Millionen Zuschauern aber dennoch auf sehr gute 14,4 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen sprangen ebenfalls erfreuliche 9,7 Prozent heraus.

    Noch wesentlich gefragter war hier das Bundesliga-Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04, das ausnahmsweise auch im Free-TV lief. 1,57 Millionen junge Zuschauer bescherten dem Ersten herausragende 30,3 Prozent, damit sicherte man sich sogar knapp vor „DSDS“ den Tagessieg. Die Gesamtreichweite betrug 5,38 Millionen (32,5 Prozent) und damit deutlich mehr als das Primetime-Programm.

    Die rote Laterne beim Showduell trug derweil mit großem Abstand ProSieben, wo die zweite Folge von „Superhero Germany“ gehörig unter die Räder geriet. Gegen extrem starke Konkurrenz verzeichnete man nur miese 6,0 Prozent bei 520.000 Zielgruppen-Zuschauern. Damit kann die neue Physical-Gameshow schon jetzt als großer Flop bezeichnet werden – immerhin stehen nur noch zwei Ausgaben auf dem Programm. Besser lief es für Schwestersender Sat.1, der mit der x-ten Wiederholung von „Harry Potter und der Feuerkelch“ 890.000 Zuschauer ansprach und damit zufriedenstellende 10,5 Prozent einfuhr. „Dreamcatcher“ kam im Anschluss jedoch nicht mehr über 7,6 Prozent hinaus.

    Auch die kleineren Privatsender litten unter der harten Konkurrenz, wirklich gute Quoten waren für niemanden drin. Am besten machte es noch VOX mit der Komödie „Sister Act II – In göttlicher Mission“, die 6,5 Prozent bei den Werberelevanten holte und sich damit zumindest halbwegs in der Nähe des Senderschnitts bewegte. Bei kabel eins schafften zwei „Hawaii Five-0“-Folgen nur 4,5 und 3,7 Prozent, ehe auch „Scorpion“ mit 4,4 Prozent enttäuschte. RTL II setzte auf einen Marathon von „The Shannara Chronicles“, verlor im Verlauf des Abends aber zunehmend an Boden. Standen zunächst schon maue 4,0 Prozent zu Buche, waren zwischenzeitlich sogar nur richtig miese 2,4 Prozent drin.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • Paula Tracy am 29.04.2019 10:43 via tvforen.de

      Ich habe gezappt zwischen Hitparade und dem Quiz im Ersten.

      Was mich enorm bei "Ich weiß alles" stört: warum dürfen da nur "Intelligenzbestien" mitmachen bzw. Leute, die schon etliche Zehntausend Euro bei anderen Quizsendungen gewonnen haben? Oder einen Promi-Status haben, wie der Bürgermeister von Freiburg? Was soll das? Wenn es dann wenigstens noch echte Experten wären oder wirklich schwierige Fragen - aber nein, ich bin sicher, ein einigermaßen allgemeingebildeter Realschulabgänger könnte das meiste auch beantworten und mit ein wenig Glück die 100.000 Euro gewinnen. Ich hätte alle 10 Abschlussfragen beantworten können (okay, drei davon hätte ich erraten, aber eben richtig geraten). Die Kandidaten werden mit Sicherheit auch nicht ins kalte Wasser geworfen und erfahren zumindest, was die Spezialgebiete sind. Die können sich da schon vorbereiten. Die zwei weiteren Runden sind mit gutem Allgemeinwissen zu packen.

      Die sogenannten "Experten" haben vielleicht ein gewisses Interesse für ihr Gebiet, aber meistens (nicht immer) sind sie vom wahren Expertentum Meilen entfernt. Hauptsache prominent.

      Macht diese Sendung Normalsterblichen zugänglich und verzichtet auch auf diese Götterverehrung "Quizgiganten". Sie haben gigantisch viele Sendungen moderiert, das heißt aber nicht, dass sie schlauer sind - ich bin manchmal regelrecht entsetzt, was die alles nicht wissen. Am meisten weiß noch der Assinger, habe ich das Gefühl, Jauch kann da gar nicht mithalten, aber der wird ohnehin überschätzt.

      Und bitte: zwei Stunden reichen auch.
      • Helmprobst am 29.04.2019 13:09 via tvforen.de

        Den meisten hier angesprochenen Punkten stimme ich zu. "Ich weiss alles!" wirkt leider immer noch nicht rund und wie eine verwaschene Kopie vom "Quiz-Champion". Absolut würden auch 2 Stunden reichen, wenn man nur Kandidat nach Kandidat durchpeitscht. Der Show fehlt eine Auflockerung in Form eines Show-Acts oder ähnlichem.

        Warum es immer so gross angekündigt wird, dass es Kandidaten aus anderen Sendungen sind, verstehe ich auch nicht wirklich. In einer der letzten Sendungen war ein früherer Sieger des "grosses Preises" dabei, diesmal ein ehemaliger Raab-Kandidat. Warum? Den Bürgermeister hingegen fand ich ganz nett, das mit dem Stadtjubiläum war ein interessanter Anlass.

        Meinem Empfinden nach fehlen aber mehr weibliche Kandidatinnen. Die Bundeswehr-Pilotin war eine Nummer zu sehr drüber, hat mich weniger beeindruckt.

        Die drei internationalen Quizmoderatoren sind eine nette Idee. Würde man hier echte Quizexperten nehmen bestünde die Gefahr zu sehr wie "Gefragt - Gejagt" zu sein. Und diese beliebten Moderatoren scheitern zu sehen gibt der Show noch mal eine ganz neue Fallhöhe. Armin Assinger gefällt mir dabei auch am besten. Er ist charmant, liefert witzige Herleitungen und es macht Spass zu sehen, wie er Günther Jauch konsequent duzt und dieser es umgekehrt vermeidet ihn direkt anzusprechen...

        Ich gebe der Sendung gerne eine weitere Chance, wünsche mir allmählich aber einen erkennbaren Willen zu Nachbesserungen!

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