Quoten: Rea Garvey gewinnt „#FreeESC“, unterliegt dennoch „50 Jahre Dalli Dalli“

    Das-Erste-Krimi wurde „Harter Brocken“ für Konkurrenten

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 16.05.2021, 11:44 Uhr

    Rea Garvey gewinnt für Irland mit 116 Punkten den zweiten „Free European Song Contest“ von ProSieben und Stefan Raab – Bild: ProSieben/Willi Weber
    Rea Garvey gewinnt für Irland mit 116 Punkten den zweiten „Free European Song Contest“ von ProSieben und Stefan Raab

    Unschönes Erwachen für ProSieben: Mit der zweiten Ausgabe der aufwändigen Show „Free European Song Contest“#FreeESC – verlor man gegenüber der ersten Auflage enorm an Zuschauerzuspruch und konnte in der werberelevanten Zielgruppe gerade einmal RTL mit einer „normalen“ Ausgabe von „5 gegen Jauch“ in Schach halten. Man unterlag in der eigenen Haupt-Zielgruppe letztendlich sowohl einem Krimi in der ARD und dem gestrigen Primetime-Gewinner: dem nostalgischen Rückblick auf „Dalli Dalli“ im ZDF.

    16 Teilnehmer aus den europäischen Ländern traten diesmal beim „#FreeESC“ an, eine Woche, bevor in Rotterdam der klassische „Eurovision Song Contest“ abgehalten wird (fernsehserien.de berichtete). Gewinner wurde der Ire Rea Garvey mit einer besonderen Version seines Songs „The One“. Der Musiker, in Deutschland durch seine Teilnahme als Coach an diversen Musik-Competitions bekannt, sammelte 116 Punkte. Die Rangliste ging bis hinunter zu Jasmin Wagner: Das ehemalige Blümchen fuhr für Kroatien 18 Punkte und Rang 16 ein. Deutschland, für das Udo Lindenberg alias Helge Schneider mit dem Song „Supergeiler Helge Schneider“ antrat, landete schon mit deutlichem Abstand auf Platz 5 (69 Punkte).

    Während der „#FreeESC“ im Vorjahr von 1,54 Millionen werberelevanten Zuschauern gesehen worden war und damals für hervorragende 19,2 Prozent Marktanteil in der jungen Zielgruppe gesorgt hatte, blieben diesmal nur durchschnittlich 780.000 Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren die 255 Minuten dran – der Marktanteil betrug vergleichsweise magere 11,8 Prozent. Mehr noch: Diesmal waren durchschnittlich nur 1,38 Millionen Zuschauer insgesamt über die volle Distanz dabei (Vorjahr: 2,57 Millionen).

    Meistgesehene Sendung des Abends war mal wieder die „Tagesschau“, auf die 8,23 Millionen Zuschauer zur Befriedigung ihres Informationsbedürfnisses zurückgriffen (MA: 28,8 Prozent). Im Anschluss hielt ein Krimi der Reihe „Harter Brocken“ großartige 7,27 Millionen Zuschauer im Ersten, bei den Jungen wurden richtig starke 12,8 Prozent erreicht – mehr als bei jedem Privaten am Samstag.

    Das ZDF musste dem Krimi im Ersten mit seiner Show „50 Jahre Dalli Dalli – Die große Jubiläumsshow“ beim Gesamtpublikum den Vortritt lassen: Insgesamt „nur“ 5,95 Millionen Zuschauer wollten hier in Nostalgie schwelgen – auch das ZDF hat mit Krimis am Samstagabend nicht selten noch mehr Reichweite. Bei der nostalgischen Ausrichtung überrascht es allerdings umso mehr, dass das ZDF sich mit der Sendung bei den jungen Zuschauern zwischen 14 und 49-Jahren die Quoten-Krone am Samstagabend aufsetzen konnte: Ein Marktanteil von schönen 13,8 Prozent stand hier für die 150-minütige Show zu Buche.

    Bei RTL kam eine Ausgabe von „5 gegen Jauch“ mit dem letzte Woche auf den Bildschirm zurückgekehrten Günther Jauch auf einen Marktanteil bei den Jungen von 11,6 Prozent und lag damit wie gesagt nur hauchdünn hinter ProSieben. Sat.1 kam mit dem Spielfilm „Big Game – die Jagd beginnt“ auf durchwachsene 7,4 Prozent bei den Umworbenen.

    Bei RTL Zwei hielt sich die Sozialdoku „Hartes Deutschland – Leben im Brennpunkt“ in dieser Woche mit einem Marktanteil von 5,2 Prozent bei den jungen Zuschauern überraschend solide – fast zwei Prozentpunkte besser als vor Wochenfrist. Damit war man ausnahmsweise am Samstag auf Augenhöhe mit VOX, wo eine Wiederholung des Films „Transporter 2 – The Mission“ auf eher schlappe 5,2 Prozent Marktanteil kam.

    Deutscher Beitrag zum „#FreeESC“: Udo Lindenberg (aka Helge Schneider) – Supergeiler Helge Schneider

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Auch wenn einem nicht alle Interpreten mit ihren Songs gefallen haben, war es doch eine nette Unterhaltung - wenn nicht die vielen Werbeunterbrechungen wären. Einzig Helge Schneider - schon wieder!! - fand ich echt bescheurt und enttäuschend. Entweder man holt das Original auf die Bühne (Udo Lindenberg, und keine billige Kopie) oder wie wäre es mit Guildo Horn...? Einmal Helge reicht, das zweite Mal ist einfach nur peinlich, fällt den nichts besseres ein? Spätestens bei seinem Auftritt habe ich gerne zu Dalli Dalli umgeschaltet - trotz der Allzeckwaffe Johannes B. Kerner (Ächtz!)
      • am

        Was für eine billige Plagiat-Sendung. Der Zuschauer wird von vorne bis hinten verschaukelt - typisch Raab halt! Capristo und Garvey treten für Länder an, die sie vor Jahrzehnten zum letzten mal gesehen haben. Der erneut als Superstar verkaufte Schneider nützt sich langsam ab.
        Das ist einfach nur schlecht - die Quoten sprechen eine eindeutige Sprache!

        Lieber das Original am kommenden Samstag schauen!
        • am

          Ich habe im MDR die Ross Antony Show gesehen um 20.15 Uhr. Schade, dass es über die Show keine Quoten Infos gibt.
          • (geb. 1976) am

            Hybris wird bestraft. Der miese ESC-Verschnitt, der vorgaukelt etwas zu sein, was er nicht ist und Beziehungen herstellt, die weit her geholt sind und dann noch Helge Schneider bringt musste versagen. Gut, dass solche Formate endlich mal das bekommen, was sie verdienen.

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