„Navy CIS“: Pauley Perrette schließt Rückkehr wegen „Angst vor Harmon“ aus

    Darstellerin bekräftigt Vorwürfe gegen Mark Harmon

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 09.06.2019, 13:02 Uhr

    Pauley Perrette als Abby Sciuto in „Navy CIS“ – Bild: CBS
    Pauley Perrette als Abby Sciuto in „Navy CIS“

    „NEIN, ICH WERDE NICHT [zu ‚Navy CIS‘] ZURÜCKKOMMEN. NIEMALS! (Könntet ihr mit dieser Frage aufhören?) Ich habe Angst vor Harmon und seinen Angriffen. Ich habe Albträume davon. Ich habe eine neue Serie, die ist SICHER UND GLÜCKLICH. Ihr werdet sie lieben! HAPPY PLACE, ich liebe euch!“

    Mit diesen deutlichen Worten über Kollege Mark Harmon wandte sich Schauspielerin Pauley Perrette am Wochenende via Twitter an ihre Fans. Sie untermauerte damit noch einmal ihre Gründe für den Ausstieg bei „Navy CIS“, zu denen es bisher allerdings nur Andeutungen, Spekulationen und Berichte von Dritten gibt (fernsehserien.de berichtete). US-Sender CBS – der Sender von Perrettes alter Serie „Navy CIS“ und ihrer neuen Sitcom „Broke“ – lehnte es laut TV Line ab, die neue Äußerung der Darstellerin zu kommentieren und verwies auf sein früheres Statement vom Mai 2018:

    „Pauley Perrette hat über lange Jahre bei ‚NCIS‘ großartige und erfolgreiche Arbeit geleistet. Vor etwas über einem Jahr kam Pauley mit einem ihren Arbeitsplatz betreffenden Problem zu uns. Wir haben ihr Anliegen ernst genommen und zusammen mit ihr daran gearbeitet, eine Lösung zu finden. Es ist ein wichtiges Ziel für CBS, bei all unseren Serienproduktionen eine sichere Arbeitsumgebung zu garantieren.“

    Twitter-Follower nahmen es Perrette zum Teil übel, dass sie in der nächsten Kurzmitteilung – nach der Erwähnung ihrer einjährigen Auszeit und „viel Therapie“ („Gap year and lots of therapy!“) einen Trailer für ihre neue Sitcom platzierte – als ob sie den „alten Skandal“ nun für Werbung für ihr nächstes Projekt nutzt.

    Perrette hatte „Navy CIS“ in der 14. Staffel verlassen (fernsehserien.de berichtete). Anschließend wandte sie sich mit mehreren kryptischen Tweets an die Öffentlichkeit. Die legen folgende Anschuldigungen nahe: Nachdem der Hund von Mark Harmon, ein Pitbull, ein Crewmitglied „beim Spielen“ gebissen und derart verletzt hatte, dass der Biss mit mehreren Stichen genäht werden musste, entbrannte eine Auseinandersetzung darüber, ob der Hund weiterhin mit am Set sein dürfte. CBS erlaubte, dass der Hund von Harmon in dessen Trailer gehalten werden dürfte, aber eben nur dort. Das war in den Augen von Perrette nicht sicher genug für die Mitarbeiter am Set, für die sie ihre Position als Hauptdarstellerin in die Waagschale warf.

    Ihre weiteren Berichte sprechen davon, dass sie für ihre Positionierung gegen Harmon – den Star der Serie – von „machtvoller Seite“ öffentlich in Misskredit gebracht wurde, zudem erwähnen sie auch „mehrere körperliche Angriffe“.

    Unklar blieb, wer diese Dinge ausgeführt hat: Damals hatte bei CBS noch Leslie Moonves das Sagen, der selbst nach Bekanntwerden sexueller Übergriffe seinen Hut nehmen musste (fernsehserien.de berichtete) und unter dessen Führung Fehlverhalten männlicher Stars gedeckt wurde. So wurde Michael Weatherly unter Moonves augenscheinlich nicht dafür zur Rechenschaft gezogen, dass CBS als indirekte Folge von Belästigungen gegenüber Kollegin Eliza Dushku 9,5 Millionen Dollar zahlen musste (die Zahlung wurde ihr für die auf ihre Beschwerde darüber folgende Kündigung zugesprochen, fernsehserien.de berichtete). Auch in der News-Abteilung von CBS wurde nach Moonves’ Ablösung systematisches Fehlverhalten und Personal-Missmanagement festgestellt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • Eric_ am 28.06.2019 08:47melden

      Hier lese ich nur vage Anschuldigungen aber keine konkrete Sachen. Wenn sie eine Anschuldigung zu machen hat und jemand/Harmon etwas verbrochen hat, dann raus damit. Nur so kann es auch vor Gericht geklärt werden. Bis dahin sind diese Tweets für mich eher bedeutungslos und Werbung in eigener Sache. "ich habe angst, XY ist Schuld daran, oh, und vor ich es 'vergesse' ich habe eine neue TV-Show, love you".
      Abgesehen davon läuft die Serie schon viel zu lange. Ob die SchauspielerInnen überhaupt noch mal etwas anderes spielen können? Bull ist das beste Beispiel, man sieht weiterhin Tony D. Die Serie betrachte ich als Zeitverschwendung und auch die neue von Frau Perrette werde ich mir sicher nicht ansehen.
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      • Wewi am 17.06.2019 20:57melden

        Zuerst muss ich sagen, dass das was Meckermann geschrieben hat ein ganz toller und gut geschriebener Kommentar ist dem ich auch voll und ganz zustimme.

        Denn ein Hund an einem Set das geht gar nicht. Aber den Hund dann einzusperren das ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg vor allem nicht für den Hund und auch nicht für die Kollegen am Set. Aber eigentlich müsste das Mark Harmon ja selber erkennen, denn das einsperren des Hundes macht ihn bestimmt noch viel aggressiver würde ich sagen.

        Ich vermisse die Abby in Navy CIS echt sehr, wie viele schon geschrieben haben, war sie einfach etwas besonders, was der Serie das gewisse etwas verliehen hat. Schade aber für mich hat die Serie leider nicht mehr den gewissen Reiz und deshalb schaue ich, so leid es mir tut, schon seit längerem die Serie nicht mehr.

        Leider fehlen mir auch noch andere Figuren wie Tony, Ziva und Abby die für mich die Serie zu etwas besonderem gemacht haben. Ich kann mit den neuen Figuren nicht mehr all zu viel anfangen. Ich finde auch, dass man irgendwann auch mal ein gutes Ende für die Serie finden sollte. Für mich war die Serie nach dem Ausstieg von Abby definitiv beendet.

        So also dann viele Grüße aus Konstanz am schönen Bodensee !
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        • Meckermann am 15.06.2019 19:27melden

          Irgendwie fehlt seit dem Pauley Perrette die Serie verlassen hat das gewisse Etwas.
          Leider scheint es sich in dieser Serie zu bewahrheiten, daß Schauspieler, die eine Rolle zu lange spielen, sich mit ihrer Rolle identifizieren und die Rolle nicht mehr zu spielen, sondern zu leben.
          Traurig nur, daß die Verantworlichen für diese Serie ihre Stars nicht in ihre Schranken weisen, wenn sie sich daneben benehmen.
          Wenn ein Hund übergriffig wird, also grundlos und ohne daß Fehlverhalten der Menschen vorliegt, Menschen verletzt, dann muß ihm die Möglichkeit genommen werden weitere Schäden zu verursachen.
          Allerdings ist es für mich sehr fraglich, ob ein Verbannen eines Hundes in einen Trailer das geeignete Mittel ist, den Hund aus der Gefährdungszone zu nehmen.
          Im Gegenteil, meiner Meinung nach ist die Verbannung in den Trailer ein Verstoß gegen den Tierschutz und unverantwortlich. Wie soll es auch gehen, den Hund in den Trailer zu verbannen? Geht er dann auf dem Laufband Gassi? Diese Entscheidung ist vollkommen daneben. Da kann ich die Reaktion von Pauley Perrette verstehen und bin ihrer Meinung, daß Hunde nicht an ein Fimset gehören. Man stelle sich nur vor, wie störend ein Hund am Set sein kann, wenn er im Trailer, oder wo auch immer eingesperrt ist und jede Einstellung und Klappe mit seinem Bellen "quittiert".
          Ein leicht reizbarer Hund, oder mit niedriger Beißhemmung, gehört eh nicht an den Arbeitsplatz.
          Vor allem, wenn es am Arbeitsplatz Kollegen gibt, die panische Angst vor Hunden haben, oder es wie hier sogar bereits zu Übergriffen gekommen ist.
          Das gebietet schon die gegenseitige Rücksicht gegenüber den Kollegen mit denen man am Set doch sehr eng zusammen leben und arbeiten muß und der kollegiale Anstand, der wohl hier abhanden gekommen ist.
          Manch Darsteller dünken sich wohl nach langer Spielzeit als King of the Road und fühlen sich unantastbar und unersetzlich. Vielleicht sollten Darstellern, die sich als führende Rolle sehen, einen Assistenten stellen, der wie bei den Römern ins Ohr flüstert:"Du bist nicht der Nabel der Welt!", oder aber:"Auch Du bist ersetzbar!". Vielleicht verlieren die Darsteller, oder Stars, nicht mehr so leicht den Boden unter den Füßen?
          Es ist Schade, daß eine tragende Rolle, wie sie von Pauley Perrette verkörpert wurde, verschwindet. Sie war eigentlich das Salz in der Suppe und die Serie hat dadurch an Farbe verloren.
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          • Giftzwerg am 11.06.2019 20:24melden

            Manche Serien stehen und fallen mit bestimmten Rollen. Für mich war das Abby. Ich guck mir Navy CIS deshalb auch nicht mehr an.
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            • Lilly_Rush (geb. 1980) am 11.06.2019 11:22melden

              Wow, das klingt ja alles ziemlich heftig.... aber ich muss zugeben, ich gucke NCIS gar nicht mehr, seit Pauley weg ist, ich mochte ihre Figur Abby Sciuto sehr.
              Was auch immer ihre Gründe waren, NCIS zu verlassen, wissen nur Pauley und die anderen Beteiligten, denke ich.
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              • Markus_Scheurer am 11.06.2019 10:31melden

                @StefanB: Bestimmt haben Sie zeitnah, als die Schauspielerin noch in der Serie war, mal das Set besucht und konnten selbst einschätzen, wie die Atmosphäre vor Ort sowie die örtlichen Begebenheiten und die Sicherheit dort war. Und können deshalb zuverlässig einschätzen, das die "in Rad abhat".
                Falls dies nicht so ist, würde ich empfehlen, dass Sie nicht leichtfertig (vorver)urteilen, ohne alle Einzelheiten und Hintergründe zu kennen.
                Ein schnelles Urteil ist leicht gefällt, wenn man sich anonym hinter einem Benutzernamen verstecken kann.
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                • StefanB am 10.06.2019 08:37melden

                  Hund im Trailer nicht sicher genug ? Die hat ja n Rad ab.
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                  • Sentinel2003 (geb. 1967) am 09.06.2019 16:38melden

                    Der Trailer sieht doch echt nicht übel aus, gefällt mir!! Pauley's Rolle ist easy...:-)
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