Eliza Dushku: 9,5 Millionen Entschädigung nach „Bull“-Rauswurf

    Beschwerde über sexuelle Belästigung durch Michael Weatherly kostete sie Job

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 14.12.2018, 10:17 Uhr

    Szenebild: Eliza Dushku und Michael Weatherly (l.) in „Bull“ – Bild: CBS
    Szenebild: Eliza Dushku und Michael Weatherly (l.) in „Bull“

    US-Sender CBS kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus: CBS hat nun einen Bericht der New York Times bestätigt, demzufolge man an Darstellerin Eliza Dushku nach ihrem Abschied aus „Bull“ schließlich eine Vergleichszahlung von 9,5 Millionen US-Dollar geleistet habe. Laut dem Zeitungsbericht hatte sich Dushku über verbale sexuelle Belästigung durch Serienstar Michael Weatherly beschwert und war aus der Serie geschrieben worden. Die Darstellerin sah dies als direkte Folge ihrer Beschwerde an, klagte und einigte sich mit dem Sender in einer Schlichtung auf die Summe – die demnach ihren Bezügen für potentielle vier Jahren bei der Serie entsprächen. Der Fall steht mit zahlreichen anderen Vorgängen in Verbindung.

    Dushku bei „Bull“

    Am Ende der ersten Staffel wurde Eliza Dushku für drei Episoden in einer Gastrolle verpflichtet, um die Serie zu vitalisieren (die Serie hatte auch einen neuen Showrunner bekommen, fernsehserien.de berichtete). Damals hieß es, dass Dushku einen Vertrag unterschieben habe, der eine Option enthielte, dass sie zur Hauptdarstellerin aufsteigen könnte oder ihr zumindest eine wichtige, wiederkehrende Rolle gegeben hätte. Das hat CBS schon häufig ähnlich gehandhabt, um vor einem langfristigen Engagement die Chemie eines neuen Darstellers mit dem Cast zu testen und/oder zu sehen, wie eine Figur bei den Zuschauern ankommt.

    Im Umfeld der Dreharbeiten soll „Bull“-Star Weatherly mehrfach verbal über die Stränge geschlagen haben und Bemerkungen über Dushkus Aussehen gemacht haben, dazu einen Vergewaltigungs-“Witz“ und über einen möglichen „Flotten Dreier“ gesprochen haben.

    Dushku hat sich demnach über Weatherlys Kommentare beschwert – und wurde aus der Serie geschrieben. Da Dushku das als direkte Folge ihrer Beschwerde sah, ging sie rechtlich gegen die Nichtverlängerung ihres Vertrags vor. Darstellerverträge sehen häufig vor, dass derartige Vertragsbeschwerden zunächst nicht bei Gericht landen dürfen, sondern vor einen Schlichter kommen – das sorgt dafür, dass die Beweisaufnahme nicht in die – öffentlichen – Gerichtsunterlagen kommt, außerdem verhindert es Skandale und Geschworenenprozesse mit unabsehbaren Entschädigungssummen.

    Dushku erhielt dabei vom Schlichter also eine Summe zugesprochen, die ihren Einnahmen entsprochen hätte, wäre sie vier Jahre bei „Bull“ Hauptdarstellerin gewesen. Dazu gab es eine Verschwiegenheitsklausel.

    CBS im Schatten von Leslie Moonves

    Der Sender CBS befindet sich gerade in der Phase nach dem Rauswurf des langjährigen Übervaters Leslie Moonves, der zunächst den Sender und später die Mutterfirma CBS Corp. geleitet hatte (fernsehserien.de berichtete). Dabei wurden – eingeleitet ebenfalls durch einen Zeitungsbericht – zahllose sexuelle Übergriffe von Moonves über einen Zeitraum von Dekaden bekannt. Auch wurde öffentlich, dass er seine Avancen oftmals mit seiner Machtposition verknüpfte – indem er die Karrieren missliebiger Darstellerinnen bedrohte, 4-Augen-Vorstellungsgespräche für seine Übergriffe nutzte oder eben mit späteren Rollenangeboten ein Stillschweigen erwirken wollte.

    Aktuell laufen noch Untersuchungen über Moonves’ Verhalten. Der gestand zahlreiche sexuelle Avancen, berief sich dabei aber auf das Einverständnis der Frauen beziehungsweise darauf, dass er andernfalls keine Grenzen übertreten habe.

    Eliza Dushku nicht zum ersten Mal Opfer

    Anfang 2018 wandte sich Eliza Dushku mit der Geschichte über frühere Übergriffe an die Öffentlichkeit. Im Rahmen der Dreharbeiten zum 1994 veröffentlichten Film „True Lies – Wahre Lügen“ sei es zu Übergriffen durch einen Stuntman gekommen. Die 1980 geborene Dushku erhob den Vorwurf, dass der Mann sich das Vertrauen ihrer Familie erschlichen und sich als Vaterfigur aufgespielt habe – da ihre Familie Dushku nicht durchgehend bei den Dreharbeiten begleiten konnte, unternahm der Stuntman demnach alles, um der Familie zu versichern, dass er sich gentlemanhaft um sie kümmern werde.

    Später habe er die minderjährige Darstellerin am Rand eines Crew-Treffens in sein Motel-Bett geholt und ihr körperliche Nähe aufgedrängt. Im weiteren Verlauf der Dreharbeiten habe er Dushku in einen schmerzvollen Stuntunfall verwickelt – eben um seine Macht zu demonstrieren. Durshku spielte in dem Film die Tochter eines Geheimagenten (Arnold Schwarzenegger), die entführt wurde, und die es zu retten galt.

    Damals, so Dushku Anfang des Jahres, hätten sie und ihre Familie zwar rechtlichen Beistand gesucht, ihr sei aber geraten worden, den Vorfall nicht weiter zu verfolgen, da in der Situation die weiteren negativen Auswirkungen für Dushku überwiegen würden. Entsprechend verwundert es kaum, dass die Darstellerin die Belästigungen nicht auf sich beruhen ließ.

    CBS und Übergriffe

    In dem Zusammenhang erscheint es angebracht, auch noch einmal auf den Abschied von Pauley Perrette von „Navy CIS“ einzugehen. Die Darstellerin hatte ihren Vertrag auslaufen lassen und nach ihrem Ausstieg über körperliche Übergriffe und eine Bullying-Kampagne als Hintergründe berichtet (fernsehserien.de berichtete).

    Inoffiziell heißt es, dass Perrette sich dagegen ausgesprochen hatte, dass Serienstar Mark Harmon seinen Hund ans Set bringen darf, nachdem der Pitbull ein Crew-Mitglied gebissen habe. Da Harmon mehr Einfluss hatte, konnte er demnach durchsetzen, dass sein Hund unter Auflagen weiterhin ans Set durfte – auch wenn sich die Crew dadurch unsicher fühlte -, während versucht wurde, Perrette davon abzuhalten, einen öffentlichen Skandal loszutreten. Parallel sei versucht worden, sie durch gestreute Berichte präventiv in Misskredit zu bringen, um ihren etwaigen Beschwerden den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am melden

      @Vritra: Du bist ein ganz armer Mensch. Mein Herzliches Beileid. Ich werde morgen in der Kirche für dich eine Kerze anzünden.
        hier antworten
      • am melden

        "Entsprechend verwundert es kaum, dass die Darstellerin die Belästigungen nicht auf sich beruhen ließ."

        Doch, es verwundert MICH. Was ist daraus geworden einen Kollegen, der einem blöd kommt, erst einmal im Vieraugengespräch zu bitten, sich zukünftig anständig zu benehmen? Nein, heute kräht gleich jeder me2 und macht Kasse. Das ist mindestens ebenso verwerflich, wie die Belästigung selbst!

        Ganz davon abgesehen, bin ich froh diesen Kleiderständer in Bull nicht mehr ertragen zu müssen. Die ist so schlecht, die taugt nicht mal als Statistin in einer Daily Soap!
          hier antworten

        weitere Meldungen

        weitere Meldungen

        weitere Meldungen

        weitere Meldungen