BBC America veröffentlicht Trailer zu „The Last Kingdom“, und Executive Producer Gareth Neame philosophiert

    Laut Auftritt bei TCA soll „Game of Thrones“ nicht als Vorbild dienen – oder nur ein bisschen

    BBC America veröffentlicht Trailer zu "The Last Kingdom", und Executive Producer Gareth Neame philosophiert – Laut Auftritt bei TCA soll "Game of Thrones" nicht als Vorbild dienen - oder nur ein bisschen – Bild: BBC
    Wer reitet in „The Last Kingdom“ so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Recke Uhtred (Alexander Dreymon) zu Pferde geschwind!

    Ähnelt „The Last Kingdom“ dem Renner „Game of Thrones“? Gareth Neame („Dracula“) hat diesem bei Medienjournalisten weit verbreiteten Verdacht widersprochen und mit anderen Vergleichen etwa zu „Downton Abbey“ überrascht. Auf der halbjährlichen Pressetour der Television Critics Association (TCA) hat der Executive Producer vor kurzem die Werbetrommel für die kommende Serie gerührt. Einen ersten Eindruck des frühmittelalterlichen Getümmels nach den Bestsellern von Bernard Cornwell vermittelt ein gerade von BBC America veröffentlichter Trailer.

    Offensichtlich fühlte sich Gareth Neame bei der TCA durch einen Kritiker provoziert, der laut Deadline Hollywood wieder mal auf „Game of Thrones“ hingewiesen und zu einer Diskussion über eine mögliche Verwandtschaft mit „The Last Kingdom“ aufgerufen hatte. Jedenfalls bekannte sich der Emmy- und Golden Globe-Gewinner zwar als „großer Verehrer“ der Saga nach der Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“, „aber das ist Fantasy!“ Hingegen dürfe bei „The Last Kingdom“ niemand mit dem Auftauchen von Drachen rechnen, denn „die Fakten hinter“ diesem Unterhaltungsprogramm seien schlicht wahr. Beide Welten teilten „Action und Schlachten und die Optik“, räumte der Fernsehmacher ein, aber die von Bernard Cornwell („Die Scharfschützen“) und Stephen Butchard („Good Cop“) geschriebenen Episoden vermittelten „wesentlich stärker eine dokumentarische Atmosphäre.“ Schließlich bilde echte „Geschichte das Herz der Staffel“ – kein Wunder, sind doch die Abenteuer auf keinem erfundenen Kontinent, sondern im England des 9. Jahrhunderts unserer Zeitrechung angesiedelt.

    Bernard Cornwell hat in bislang acht Büchern und nun auch für den Bildschirm seinen Helden Uhtred (Alexander Dreymon) die damaligen Konflikte zwischen Angelsachsen und Wikingern erdulden lassen. Allerdings ist die Überlieferung recht dünn, weil nur wenige Dokumente oder Bilder aus diesen wilden Tagen existieren. Wenn halbwegs glaubwürdige Ideen die Lücken in der Erzählung ausfüllen, sah der Geschäftsführer von Carnival Films keine Probleme und verwies bei der TCA auf die dünne Grenze zwischen Realität und Mythos bei einer anderen wichtigen Figur von „The Last Kingdom“: König Alfred der Große (David Dawson) sei für „Engländer wie George Washington für Amerikaner – in dem Sinne, dass jeder seinen Namen kennt, aber nicht wirklich etwas über ihn weiß.“

    Wenn die Pressevertreter nach Vorbildern suchten, sollten sie nach Meinung von Gareth Neame eher an den von ihm mitentwickelten Hit „Downton Abbey“ oder an „Die Tudors“ auf Showtime denken. Ja, „ich wurde stark durch ‚Die Tudors‘ inspiriert“, gestand der ehemalige BBC-Manager und verwies auf die Vereinigten Staaten als tatsächliches Herkunftsland des nicht immer historisch genauen Porträts von König Heinrich VIII. (Jonathan Rhys Meyers): „Ich glaube nicht, dass so etwas in England hätte entstehen können, denn wir können so besessen von unserer Geschichte sein und davon, diese Sache richtig zu machen.“

    „Downton Abbey“ wiederum habe ein heiß geliebtes Genre für das 21. Jahrhundert angepasst, sinnierte Gareth Neame weiter. Ähnlich wie bei der Adelsfamilie und ihrem Personal am Anfang des 20. Jahrhunderts hätten ihn die Umbrüche in Uhtreds Leben fasziniert – zumal „England für Menschen in den USA dieser Ort ist, der schon immer da gewesen ist“, philosophierte der Produzent, aber „die Vorstellung, dass es eine Zeit gab, zu der England als solches noch nicht existierte, hat mich fasziniert.“ Ab 10. Oktober können US-Zuschauer jeweils samstags um 22 Uhr erleben, was aus diesen Überlegungen entstanden ist (wunschliste.de berichtete). Ein erster Trailer lässt schon mal Kriegstrommeln dröhnen und verkündet: „England is born“, also „England ist geboren.“ Rule Britannia!

    18.08.2015, 09:23 Uhr – Stefan Genrich/fernsehserien.de

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • Lysander am 18.08.2015 15:38

      Und um das noch hinzuzufügen: Dank George Martins großem Geschichtsverständnis kann man in GoT oftmal mehr Anklänge zur tatsächlichen europäischen Geschichte erkennen, als in so mancher 'Geschichtsverfilmung' :-)
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      • Lysander am 18.08.2015 15:36

        Na ja, dann würde ich aber eher Vergleiche zu 'Vikings' ziehen. Obwohl die Hauptfigur schon so aussieht, als kame sie gerade von der Nachtwache auf der Mauer ;-) Freu mich jedenfalls, egal welchem Vorbild sie folgt!
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