„Legacies“-Schöpferin Julie Plec wechselt zu NBC Universal

    Neuer Vertrag für 60 Millionen US-Dollar unterschrieben

    Bernd Krannich – 31.01.2020, 09:00 Uhr

    Hat den nächsten Karriereschritt genommen: Julie Plec

    Der nächste Mega-Deal in der amerikanischen Fernsehbranche ist perfekt: Julie Plec verlässt nach elf Jahren ihre bisherige Heimat Warner Bros. TV und hat einen Vierjahresvertrag bei Universal Television unterschrieben. Laut Deadline wird der Wert des Vertrags auf über 60 Millionen US-Dollar geschätzt.

    Bisher war Plec vor allem Teamplayer – unter dem neuen Vertrag soll sie Team-Führer werden. Die 1972 geborene Plec hatte eingangs ihrer Karriere an der Seite von Kevin Williamson am Film „Scream – Schrei!“ und seiner Serie „Dawson’s Creek“ gearbeitet. Als Williamson eine Romanvorlage zu „Vampire Diaries“ adaptierte, holte er Plec als Ko-Schöpferin ins Boot. Als sich Williamson danach neuen Serienprojekten zuwandte, führte Plec „Vampire Diaries“ als Showrunnerin weiter – und entwickelte die Ableger „The Originals“ und aktuell „Legacies“.

    Daneben adaptierte sie eine belgische Vorlage zur Serie „Containment“ und entwickelte für The CW die Adaption einer britischen Serie als „The Tomorrow People“. Zusätzlich inszenierte sie diverse Serienepisoden für Warner Bros. TV, darunter den Serienpiloten für „Roswell, New Mexico“. Kürzlich verkaufte Plec die Serie „The Girls On the Bus“ um junge Reporterinnen im Präsidentschaftswahlkampf an Netflix.

    Unter dem neuen Vertrag soll Plec ihre Produktionsfirma My So-Called Company ausbauen. Plec wird dadurch eher in eine Produzentenrolle rücken: Einerseits wird sie weitere Autoren einstellen, die Ideen für Serien, Filme und andere Medien entwickeln. Daneben ist vorgesehen, dass Plec für Autoren neuer Projekte, die Universal TV eingekauft hat, als Mentorin dient und als Produzentin deren Projekte betreut.

    In der amerikanischen Fernsehbranche kann durchaus viel Geld damit gemacht werden, eine erfolgreiche Serie oder gar ein Franchise entwickelt zu haben – das wahre Geld liegt eben darin, Chef einer Gruppe von Autoren zu sein, die Serien entwickeln und an deren Werk man als Executive Producer beteiligt ist.

    Bis vor wenigen Jahren waren solche Produzentenverträge mit Laufzeiten von zwei Jahren eher die Regel – Dreijahresverträge waren erfahrenen Produzenten vorbehalten, Vierjahresverträge einem halben Dutzend Ausnahmetalenten (Murphy, Rhimes, Lorre, Abrams). Allerdings hat das Aufkommen der Streaming-Dienste den Markt verändert, die Einsätze (und auch Entlohnungsmodelle) erhöht. Mittlerweile werden den Spitzentalenten wie Greg Berlanti Sechsjahresverträge geboten – und bei manch kürzerem Vertrag für Spitzentalente muss man sich fragen, ob die Kreativen nicht selbst auf die Bremse treten, um bald in einem noch größeren Wettbewerb neue, bessere Verträge abschließen zu können.

    Es ist davon auszugehen, dass Plec die Rolle des Showrunners bei „Legacies“ mittelfristig abgeben wird.

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