HBO: Bestellung für „Deadwood“-Film, Starttermin für „Camping“

    Robert Downey jr. wird nicht „Perry Mason“, „Confederate“ bleibt in Entwicklung

    HBO: Bestellung für "Deadwood"-Film, Starttermin für "Camping" – Robert Downey jr. wird nicht "Perry Mason", "Confederate" bleibt in Entwicklung – Bild: HBO
    „Deadwood“ erhält offiziell seine Filmfortsetzung

    Im Umfeld der TCA Summer Press Tour hat sich der HBO-Programmverantwortliche Casey Bloys den Fragen der nordamerikansichen Presse gestellt und zu zahlreichen Themen rund um den Sender Stellung bezogen.

    (Bloys’ Aussagen zu „Game of Thrones“: Finale Staffel Anfang 2019 und Neuigkeiten zum Prequel)

    Deadwood
    Bloys konnte verkünden, dass die lange in Vorbereitung befindliche Film-Fortsetzung zur seinerzeit kurzfristig abgesetzten Serie „Deadwood“ nun endlich offiziell grünes Licht zur Produktion erhalten hat. Die Dreharbeiten werden im Oktober beginnen, die Ausstrahlung ist für das Frühjahr 2019 anvisiert, aber noch nicht fixiert. Inhaltliche Details wurden allerdings noch keine verraten.

    Camping
    HBO konnte mit einem Startdatum für die neue Comedyserie „Camping“ aufwarten. Das achtteilige US-Remake einer britischen Serie wird ab dem 14. Oktober in den USA gezeigt.

    Jennifer Garner spielt in der Serie Kontrollfreak Kathryn, die zu Ehren des 44. Geburtstages ihres Ehemannes Walt (David Tennant) einen Camping-Trip geplant hat – unter anderem mit ihrer Schwester und einem rechthaberischen Ex-Freund als Mitreisenden. Was als entspannter „Zurück-zur-Natur“-Trip geplant war, entwickelt sich schnell zum Desaster, bei dem die Nerven blank liegen.

    Ausrichtung bleibt
    Der Time-Warner-Konzern (HBOs Mutterfirma) wurde kürzlich vom Telekommunikationskonzern AT&T aufgekauft. Im Zuge dessen war durch die Presse gegeistert, dass HBO seine Ausrichtung ändern solle: Statt wenigen, ausgewählten Serien für Fernsehliebhaber solle der Pay-TV-Anbieter demnach auch fürs Massenpublikum produzieren. Hinzu kam, dass ja gerade Netflix erstmalig mehr Emmy-Nominierungen erhalten hat als HBO (der Sender trug 17 Jahre in Folge die Nominierungskrone, fernsehserien.de berichtete). Kurz gesagt: Für seinen Mutterkonzern AT&T solle HBO demnach so etwas werden wie das eigene Netflix oder Prime Video.

    Dem widersprach Bloys nun in großen Teilen. Richtig sei, dass HBO sein Programm ausweiten wolle – das habe man intern auch schon lange gewollt, aber halt auch immer Gewinne an die Mutterfirma weiterleiten müssen, die dann für Investitionen fehlten. Nun soll es zu Investitionen seitens AT&T kommen. HBO will aber weiterhin die eigene Entwicklungskultur pflegen, nur ausgewählte Serien für den anspruchsvolleren Serienzuschauer zu entwickeln. „Ausgewählt“ gilt dabei auch deutlich für den Umfang des Serienportfolios, denn man will weiterhin einen engen Blick auf die Entstehung der eigenen Formate haben. Und das ist bei den Massen an Serien von Netflix nicht möglich.

    Weiteres
    Ein Reboot von „Perry Mason“ für HBO mit Beteiligung von Robert Downey jr. als Produzent ist weiter in Arbeit (fernsehserien.de berichtete). Allerdings wird man nun für die Titelrolle einen Darsteller suchen, da Downey, der ursprünglich mit dem Part geliebäugelt hatte, wegen anderer Film-Projekte einfach nicht zur Verfügung stehen kann.

    Das vom Start weg umstrittene Drama „Confederate“ wird weiterhin entwickelt. Im Zentrum steht ein alternativer Geschichtsverlauf, in dem die Südstaaten sich im US-amerikanischen Bürgerkrieg behaupten konnten und dort bis in die Gegenwart Sklaverei betrieben wird. Hinter dem Projekt stehen federführend die beiden „Game of Thrones“-Schöpfer D.B. Weiss und David Benioff. Da diese kurze Zeit später auch für Lucasfilm den Job angenommen hatten, eine (nicht näher spezfizierte) Film-Reihe im „Star Wars“-Universum zu inszenieren (fernsehserien.de berichtete), war die Frage aufgekommen, ob vielleicht HBO das umstrittene Serienprojekt klammheimlich eingstampft haben könnte.

    „Divorce“: Auch sechs Monate nach dem Ausstrahlungsende der zweiten Staffel hat HBO noch keine Entscheidung über eine dritte Staffel getroffen. Der Sender hat für eine mögliche dritte Staffel Liz Tuccillo („Related“, einst Story-Editor bei „Sex and the City“) als neue Showrunnerin engagiert, ein Autorenstab wurde versammelt, der Drehbücher für eine mögliche dritte Staffel schreibt. Von deren Qualität hängt eine Verlängerungsentscheidung nun ab – sie soll wohl bis Ende des Sommers fallen. Allerdings hat HBO nach Angaben von Deadline die Hauptdarsteller nicht länger unter Vertrag.

    26.07.2018, 12:14 Uhr – Bernd Krannich/fernsehserien.de

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