Entertainment One („The Rookie“) von Hasbro für 4 Milliarden gekauft

    Spielegigant schluckt großen Independent-Produzenten

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 23.08.2019, 15:34 Uhr

    Entertainment One ("The Rookie") von Hasbro für 4 Milliarden gekauft – Spielegigant schluckt großen Independent-Produzenten – Bild: Entertainment One Television

    Das unabhängige kanadische Produktionsstudio Entertainment One (eOne) hat eine neue Firmenmutter: Den Spielehersteller Hasbro. Dieser hat sich mit dem Studio auf einen Zusammenschluss geeinigt, wobei den eOne-Aktieninhabern für jeden Anteil 6,86 US-Dollar ausgezahlt werden – laut Deadline ist das eine 31-prozentige Prämie auf den jüngsten „Aktienwert“ („30-day volume weighted average price“) und hat einen Umfang von 4 Milliarden US-Dollar. Beide Firmen bringen dabei einige Marken zusammen und hoffen auf Einsparungen durch Synergieeffekte.

    Demnach verfügt eOne über Zugriff auf die Marken „Peppa Pig“ und „PJ Masks“ für Vorschulkinder, während Hasbro zahlreiche seiner Spielzeug-Franchises einbringt. eOne war in den letzten Jahren vor allem auf dem Serienmarkt aktiv, während Hasbro Erfahrungen im Filmbereich etwa durch das „Transformers“-Franchise einbringt.

    In den letzten Jahren hatte Entertainment One sein Einsatzgebiet nach und nach ausgebaut. Ursprünglich fungierte man hauptsächlich als weltweiter Vertriebspartner für kleinere Serien-Produktionsstudios aus Kanada, Großbritannien und den USA, die eben kein eigenes Vertriebsnetz finanzieren konnten – für AMC Studios übernahm man etwa den Vertrieb von „Fear the Walking Dead“ und anderen Serien, die damals in einem Paketvertrag zu Amazons Prime Video kamen. Generell hatte eOne auch einen Schwerpunkt in Kanada, wo man die Förderung der lokalen TV-Branche als Berufung ansah – der man auch in Zukunft treu bleiben will.

    In den letzten Jahren hatte eOne eine Zusammenarbeit mit Erfolgsproduzent Mark Gordon gesucht und intensiviert. Der 1956 geborene Mark Gordon ist in Deutschland vermutlich Fernsehinteressierten – im Gegensatz zu einer Shonda Rhimes, Ryan Murphy oder Greg Berlanti – nicht sonderlich bekannt, aber er war einst Vorsitzender der Produzenten-Vertretung PGA und half während seiner Zusammenarbeit mit ABC Studios, die Serien „Criminal Minds“ und „Grey’s Anatomy“ auf den Weg zu bringen und produzierte Blockbuster wie „Speed“, „Der Soldat James Ryan“ und „Der Patriot“. Mit Entertainment One startete er unter anderem „Designated Survivor“ und „The Rookie“. Zuletzt war dabei Gordons eigene Firma in Entertainment One aufgegangen und Gordon zum Chef von Entertainment One aufgestiegen. Nun wird man also vermutlich für Hasbro weitere Serien produzieren.

    Im Laufe der kommenden drei Jahre hofft die neue Firma, allein durch das Zusammenlegen ihrer weltweiten Vertriebswege 130 Millionen US-Dollar einsparen zu können.

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