Ob wir sie haben oder nicht: Zeit bestimmt unser Leben. Seit der Antike versuchen Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen das Phänomen Zeit zu erklären. Doch bis heute ist es ein Rätsel. Was ist Zeit? Seit wann gibt es sie? Warum vergeht sie mal schnell und mal langsam? Und wie beeinflusst die Corona-Pandemie unser Zeitempfinden? Mit der Astrophysikerin, Philosophin und Wissenschaftsjournalistin Dr. Sibylle Anderl spürt Andreas Bönte in der „nachtlinie“ Geheimnis und Wesen der Zeit aus verschiedenen Perspektiven nach. „Die Frage, was Zeit ist, ist schwierig zu beantworten“, sagt Sibylle Anderl. Denn das Phänomen Zeit hat viele Facetten. Aus physikalischer Sicht ist Zeit nach Albert Einstein zunächst einmal das, was man an der Uhr abliest. Doch manche Uhren ticken anders als andere – abhängig davon, wo sie sich befinden und ob sie sich relativ zum Beobachter bewegen oder nicht. Zeit und Raum, das hat Einstein bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts
entdeckt, hängen also zusammen. Auch subjektiv gesehen, ist die Zeit relativ und vergeht für jeden Menschen anders. Wie schnell wir das Voranschreiten der Zeit empfinden, „hängt davon ab, in welchem emotionalen Zustand wir sind, und was wir gerade machen“, erklärt Sibylle Anderl. So hat die erste Welle der Corona-Pandemie laut einer britischen Studie das Zeitempfinden vieler Menschen verändert. Von 600 befragten Briten haben 80 Prozent das Gefühl, dass die Zeit seit Beginn der Corona-Krise anders verläuft – und zwar je nach der persönlichen Situation für die eine Hälfte schneller, für die andere langsamer. Wie nähern sich Philosophen dem Phänomen der Zeit? Welche Rolle spielt es in anderen Lebensbereichen, etwa in Ökologie oder Kultur? Wie leben wir mit dem Wissen, dass unsere Lebenszeit begrenzt Ist? Und was bedeutet die Corona-Pandemie für unserem Umgang mit der Zeit? Auch darüber diskutieren Sibylle Anderl und Andreas Bönte in der „nachtlinie“. (Text: ARD-alpha)
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