mareTV Folge 267: Korsika – Faszinierende Bergwelt im Mittelmeer
Folge 267
Korsika – Faszinierende Bergwelt im Mittelmeer
Folge 267 (45 Min.)
Korsika mutet wie eine Alpenlandschaft im Mittelmeer an, eine Insel mit dramatischen Felsformationen, romantischen Buchten und stolzen Bewohnerinnen und Bewohnern, die sich in erster Linie meist als Korsen und erst dann als Franzosen sehen. Die Griechen in der Antike nannten das Eiland Kalliste: die Schöne. „mareTV“ erkundet diese faszinierende Bergwelt im Mittelmeer. Die Hafenstadt Bonifacio ganz im Süden der Insel thront hoch oben über dem Meer auf einem beeindruckenden Kreidefelsen. Die imposante mittelalterliche Stadt ist ein Ort mit Geschichte. Hier trifft man auf den äußerst stolzen Hausmeister Daniel Lefèvre. Schon früh morgens um sieben Uhr fegt er die legendäre Treppe des Königs von Aragon. Jede einzelne der 187 Stufen bekommt eine Streicheleinheit. Die Buchten zwischen Bonifacio und Porto-Vecchio sind Naturschutzgebiet, ein Refugium für seltene Fischarten, sensible Seegräser und Nacres, das sind Riesenmuscheln, die bis zu einen Meter groß werden! Doch sie sind vom Aussterben bedroht. Ursache ist vor allem ein mysteriöses Bakterium, das aus Spanien eingeschleppt worden ist. Die korsischen Forscher sind alarmiert. Das Cap Corse ganz im Norden der Insel ist für seine halsbrecherische Küstenstraße mit den vielen Kurven bekannt. Viele der malerischen Dörfer dort oben sind von der Jugend halb verlassen. In Canari aber regt sich etwas: Hier lassen sich gegen den Trend junge Familien nieder und beleben traditionelle Berufe wie die Imkerei, Tischlern, Landwirtschaft,
alles mit Meerblick. Rund um Korsika leben gut 250 Delfine, allerdings ist ihr Bestand in Gefahr. Daher überwacht die ehrenamtliche Organisation CARI die Buchten der Insel. Anhand von Fotos der Rückenflossen, der „Fingerabdruck“ der Tümmler, wird die Population katalogisiert. Die Biologin Cathy Cesarini kurvt kreuz und quer über die Insel, um verletzte Tiere zu retten. Damit sie so schnell wie möglich an jedem Punkt der Küste sein kann, wohnt sie in Corte, ziemlich genau in der Inselmitte. Der Rogen der Meeräsche, la Boutargue, gilt als Kaviar des Mittelmeers. Auf Korsika haben die Fischer eine ganz eigene Methode entwickelt, um die Fische zu fangen: Im Étang de Palo stellen sie ihre Netze so geschickt auf, dass die Meeräschen auf ihren Zug Richtung Meer automatisch in die Falle schwimmen. Julien Cugorno, 70 Jahre alt, ist ein Meister in dieser Disziplin und ein Meister in der Gewinnung von Boutargues. Man sagt den Korsen nach, recht eigenwillig und stur zu sein. Für die Kühe auf Korsika trifft das auf jeden Fall zu. Viele wilde Exemplare leben auf der Insel und machen sich äußerst gern auf den weißen Traumstränden breit. Der Strand Mare et Sole im Golf von Ajaccio hat es einer Herde von rund 30 Rindviechern angetan. Seit Jahren schon kommen die Tiere hier zum entspannten Sonnenbaden, mitten in der Saison. Der Bürgermeister von Pietrosella sieht die Sache gar nicht mehr entspannt, er möchte am liebsten kein Wort mehr über die „tierischen Strandbesetzer“ verlieren. (Text: NDR)