Ob sie ihren Hof für eine bunte Gemeinschaft öffnen, die Lust aufs Land hat oder aus der Berliner Clubszene zurück aufs Dorf kommen, um künftig vom Gemüseanbau zu leben – Bayerns Landwirte und Landwirtinnen lieben ihren Job mit und von der Natur und sind dabei offen für neue Ideen. „Lust aufs Land“ erzählt von ihren Zielen, Träumen und Herausforderungen, die sie meistern müssen, um ihre Betriebe erfolgreich in die Zukunft zu führen. Wenn manche Landwirte schon fast ans Aufhören denken, dreht der Hahn Schorsch erst richtig auf. Mit seiner sozial-offenen Landwirtschaft im oberbayerischen Holzkirchen ist der 61-jährige Landwirtschaftsmeister ein echter Tausendsassa: Rinder-Züchter, Sensenlehrer, Milchsommelier, staatlich geprüfter Waldpädagoge und noch vieles mehr.
Auf dem Hof des dreifachen Familienvaters leben momentan acht Galloways, 35 Hühner und fünf Bienenvölker. Alleine bewirtschaftet er den Betrieb aber keineswegs. Denn hier kommt zusammen, wer Lust aufs Land hat: Ein italienischer Kollege kümmert sich um die Hühner, Kumpel Raimund betreut die Bienen, ein Feld hat er gegen kleine Miete an zehn Familien aus dem Umland vergeben, die hier als Selbstversorger Gemüse anbauen.
Die Gemeinschaft auf seinem Hof ist ihm wichtig – auch wenn er die Zügel fest in der Hand behält. Aus der Berliner Clubszene zurück nach Winkelhaid, einem kleinen Ort in Mittelfranken – dieser radikale Schritt war für die heute 41-jährige DJane und Radiomoderatorin Nicole Krüger vor drei Jahren eine eher spontane Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut hat. 15 Jahre lang lebte sie in der Hauptstadt, jetzt ist sie Landwirtin in ihrer fränkischen Heimat, die sie im Alter von 23 Jahren verlassen hatte. Auf einem kleinen Grundstück, das ihr die Oma überlassen hat, baut sie Gemüse an.
Schon im zweiten Jahr konnte die Quereinsteigerin ihre „Veggie-Ranch“ so erfolgreich bewirtschaften, dass sie bescheiden davon leben könnte. Doch ganz aufgeben will Nicole ihre Karriere als DJane und Moderatorin ohnehin nicht und fährt vorerst noch zweigleisig. Schon jetzt aber hat sie allen gezeigt, dass es mit alternativen Anbaumethoden möglich ist, selbst aus kleinen Flächen sehr viel herauszuholen. Auch für Nicole gilt: „Geht nicht, gibt’s nicht!“. Selbst als die extreme Trockenheit in Franken ihren Traum zu zerstören droht, gibt sie nicht auf und hat eine Idee. (Text: BR)