Karl der Große

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    • 90 Min.
      Bild: Das Erste
      Karl der Große – © Das Erste

      Karl der Große ist der erste und größte Kaiser des Mittelalters. Noch heute betrachtet man ihn in Frankreich und in Deutschland als Stammvater der Nation. Das Reich, das Karl der Große schuf, umfasste aber weit mehr als nur das Herz Europas – es reichte von den Pyrenäen bis an die Donau und von Süditalien bis an die Nordseeküste. Bis heute kennt jeder seinen Namen, doch niemand weiß, wer er wirklich war. Das hat einen einfachen Grund: Beinahe alles, was über Karl bekannt ist, basiert auf Hofberichterstattung – heute würde man sagen: auf Propaganda und Inszenierung. Jahre nach Karls Tod beginnt sein Biograph Einhard mit der Niederschrift der weltberühmten „Vita Karoli Magni“. Diese heldenhafte Darstellung des Lebens und Wirkens Karls des Großen prägt bis heute das Bild, das sich die Nachwelt von ihm gemacht hat.

      Doch mindestens ebenso spannend wie das, was Einhard über Karl schrieb, ist das, was er verschwieg. Mehr und mehr kommen durch jüngere Forschungen und Grabungen Details ans Tageslicht, die das geschönte und idealisierte Bild von Karl ergänzen durch die dunklen Seiten eines Kaisers, dessen Erfolge nicht selten auf politischen Intrigen, kompromissloser Brutalität oder den Einflüsterungen von Frauen beruhten.

      Karl ist ein Phänomen, das auch nach weit mehr als einem Jahrtausend noch beeindruckt und überrascht. Den Beinamen „der Große“ trug er allein schon wegen seiner körperlichen Erscheinung. Daneben war er ein klassisch gebildeter Mensch, der umfassend für sein Herrscheramt vorbereitet worden war und großen Wert auf die Qualität seiner Hofschule legte. Und er leistete beim Regieren harte körperliche Arbeit. Er musste sich regelmäßig überall in seinem Reich zeigen, und er führte quer durch Europa immer wieder Krieg. Historiker haben errechnet, dass Karl während seiner Herrschaft zu Pferde eine Strecke zurückgelegt hat, die mehr als einer kompletten Umrundung des Globus entspricht. Nicht Thron und Zepter sind die Insignien fränkischer Herrschaft, sondern Sattel und Zaumzeug … 

      In einer Mischung aus aufwendigen Reenactments, packender historischer Spurensuche und lebendigen Kommentaren und Erläuterungen der führenden Experten erzählt das Dokudrama wichtige Stationen aus Karls Leben. Der Zuschauer erlebt, wie er Alleinherrscher im Königreich der Franken wird, wie er sein Reich durch Kriege gegen die Langobarden und vor allem gegen die Sachsen immer weiter vergrößert, wie er seine Herrschaft über das Riesenreich verfestigt und wie er schließlich durch die Krönung zum Kaiser durch Papst Leo III. der mächtigste Herrscher Europas wird. Keine wesentliche Facette dieser faszinierenden Persönlichkeit bleibt ausgespart: Weder seine Heldentaten noch seine Grausamkeiten, weder sein unbedingter Wille zur Macht, noch seine unbändige Fleischeslust, die ihm neben fünf Ehen eine unzählbare Reihe von Liebschaften und immer wieder die Kritik von Zeitgenossen beschert hat.

      So wird, ziemlich genau 1200 Jahre nach seinem Tod, das Leben Karls des Großen noch einmal gegenwärtig. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 01.05.2013 Das Erste

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