Wer beim Thema Ahnenforschung an ein altmodisches Hobby denkt, das sich inmitten von verstaubten Bücherbergen in muffigen Kellerarchiven abspielt, irrt sich. Ahnenforschung, auch Genealogie genannt, ist längst im 21. Jahrhundert angekommen. Digitale Datenbanken, in denen man in der Vergangenheit der Familie wühlen kann, boomen. Herkunftsanalyse via DNA-Abstrich ist modern. Auch in Österreich gibt es bei Jung und Alt zahlreiche, begeisterte Hobbyforscher. Lisa Gadenstätter besucht den 22-jährigen Geschichtsstudent Leon, der jede freie Minute nutzt, um in seiner mütterlichen Ahnenlinie zu forschen, Pensionistin Sissi, die bei ihrer Suche auf zwei neue Geschwister gestoßen ist, die 57-jährige Bürokauffrau Susanne, deren behinderte Großtante Rosa einem berüchtigten Euthanasie-Arzt des 3. Reiches zum Opfer gefallen ist, die 93-jährige Ahnenforscherin Berta,
die sich im hohen Alter aus Leidenschaft für dieses Hobby noch alle nötigen Computer-Skills aneignete, den 42-jährigen Josef, der mit Lisa den von seinen Vorfahren verspekulierten Hof besucht und die pensionierte Veterinärmedizinerin Susanne, die Ahnenforschung als exzessive Sucht bezeichnet. Dass die österreichischen Hobby-Forscher regelrecht im Ahnenfieber sind, bestätigen Lisa Gadenstätter auch das HistorikerInnen-Ehepaar Georg Gaugusch und Marie-Theres Arnbom. Gaugusch dazu: „Überspitzt kann man sagen, Ahnenforschung ist wie eine lebenslange Schnitzeljagd.“ Die beiden ExpertInnen geben Tipps und verraten Tricks rund um die Vergangenheitssuche. Außerdem zu Wort kommt Molekulargenetikerin Susanne Haas. Sie klärt über Vor- und Nachteile digitaler Herkunftsdatenbanken, sozusagen die Hightec-Art, auf Ahnensuche zu gehen, auf. (Text: ORF)
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