2026
Crime Factories: Die Scamming-Mafia
Folge 92 (30 Min.)
Zuerst scheint es harmloser Online-Flirt – dahinter lauert eine milliardenschwere Betrugs-Industrie. Die Opfer in Europa verlieren ihr Geld, und in Asien bangen die Betrüger um ihr Leben.Bild: ZDFZuerst scheint es als harmloser Online-Flirt – dahinter lauert eine milliardenschwere Betrugsindustrie. Die Opfer in Europa verlieren ihr Geld, und in Asien bangen die Betrüger um ihr Leben. Es beginnt mit Nachrichten auf Instagram, Tinder oder LinkedIn, entwickelt sich zu einem vertrauensvollen Chat – bis dann eine „unschlagbare“ Anlageidee ins Spiel kommt. Diese neue, globale Betrugsmasche nennt sich „Pig Butchering“. Für die ZDF-Doku-Reihe „Die Spur“ gehen die Reporter Lucas Eiler und Sebastian Galle den Fragen nach: Wer steckt hinter diesem Milliardenbetrug? Wie funktioniert die Maschinerie? Und warum ist sie so schwer zu stoppen? „Die Spur“ bekommt Einblicke in die Handbücher der Betrüger, die methodisch vorgehen, um Vertrauen aufzubauen.„Die perfekte Anleitung zum Scam“, erklärt Muriel Frank von der Universität Luxemburg. Sie hat das System gemeinsam mit ihren Kollegen Pol Hölzmer und Ayse Nur Asyali wissenschaftlich untersucht. Die Summen sind enorm hoch: Stefan Müller (Name geändert) aus München wurde auf einer vermeintlichen Anlageplattform um 250.000 Euro betrogen. Er ist nicht der Einzige, der so viel Geld verloren hat. Die Spur führt zu einer riesigen Betrugsindustrie in Asien, in der Milliarden umgesetzt werden. In sogenannten Scam-Zentren in Myanmar, Kambodscha und Laos werden Menschen gezwungen, ihre Opfer zu betrügen. Zwangsarbeit, Folterungen und Menschenhandel sind dort an der Tagesordnung. Gezwungen zum Scam werden Menschen wie Noom (Name geändert) aus Thailand, der sich mit 16 Jahren auf eine Jobanzeige für Kundenservice meldete und stattdessen in einem Betrugszentrum landete. Dort wurde er eingesperrt, gezwungen zu betrügen. Weil er seine Zielvorgaben nicht erfüllte, wurde er gefoltert: „Sie nahmen einen Elektroschocker und schlugen auf mich ein. Ich wurde windelweich geprügelt.“ Die Vereinten Nationen beobachten mit Sorge, wie sich Betrugszentren im südostasiatischen Raum ausbreiten: „Es ist wie ein Krebsgeschwür, das man nicht loswird“, sagt Benedikt Hofmann, stellvertretender Leiter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung in Südostasien. „Sobald man es an einer Stelle entfernt, ist es in einem anderen Bereich der Region am Wachsen.“ Mehr unter https://diespur.zdf.de (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 10.12.2025 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 14.01.2026 ZDF Christliche Influencer mit rechter Agenda?
Folge 93 (30 Min.)Christfluencer bieten jungen Menschen in Krisenzeiten Halt. Doch manche verbreiten nicht nur ihren Glauben, sondern gefährliche Botschaften und Themen, die zur extremen Rechten führen. Zwei der bekanntesten Influencer sind Jasmin Friesen und Leonard Jäger. Oft geht es bei ihnen um Glaubensbotschaften oder Produkte, die sie verkaufen. Doch in ihrem Content findet sich auch die AfD, bei Jäger auch Verbindungen zu extrem rechten Kräften in den USA. Die Christfluencer-Szene ist groß und sehr unterschiedlich. Es gibt liberale und konservative Positionen, die Inhalte reichen von Lifestyle über Glaubenslehre und Musik bis hin zu politischen Positionen.Jasmin Friesens Instagram-Account folgen über 90.000 Menschen. Hier teilt die Christfluencerin ihren Alltag und Glauben und sie betreibt einen Shop, verkauft etwa Bibeln, Schmuck oder Kalender. In ihrem Podcast trifft sie klare Aussagen über ihren Glauben und sagt, dass sie lieber gar nicht gläubig als liberal-progressiv gläubig wäre. Friesen positioniert sich immer wieder klar, etwa gegen Abtreibung und für klassische Geschlechterrollen und Frauenbilder. Homosexualität, sagt sie in ihrem Podcast, entspreche nicht Gottes Ordnung. Immer wieder betont sie, sie sei nicht politisch. Doch gleichzeitig überschneiden sich manche ihrer Themen mit denen von Rechtspopulisten. Nicht nur Friesens Posts sehen sich die Autoren Angela Giese und Felix Wolf genauer an, auch ihre Verbindungen. Dabei fällt die zu Leonard Jäger besonders auf. Immer wieder kollaborieren die beiden Influencer. Der Content von Jäger, alias „Ketzer der Neuzeit“, sieht anders aus als der von Friesen. In vielen seiner Videos geht er auf linke Demonstrationen und sucht das Gespräch. Wie er einige dieser Treffen dann darstelle, nennen Kritiker manipulativ. Oder er spricht mit Gästen in seinem Podcast-Studio. Erst jüngst mit einem Freikirchen-Pastor, der 2023 in einem Video sagte, von den großen Parteien sei die einzige, „die ein Christ überhaupt wählen kann, die AfD“. Außerdem sind in einigen von Jägers Videos hochrangige Vertreter der AfD zu sehen. Zu Parteichefin Alice Weidel sagte er kurz vor der Bundestagswahl 2025 am Ende eines Interviews: „Gottes Segen und ich drücke die Daumen, dass das was wird mit der Wahl.“ Der Theologe Dr. Hans-Ulrich Probst forscht zur religiösen Rechten und kritisiert an Jäger: „Er bringt ein Programm zur Geltung, das vielleicht nicht offensichtlich Parteiwerbung ist, aber die Themen, die er bespielt, leisten natürlich einer Ideologie der extremen Rechten und der AfD Vorschub.“ „Die Spur“ beleuchtet auch Jägers Kontakte, die bis in die USA reichen und ihn sogar in das direkte Umfeld von Donald Trump brachten. Dabei findet das Autorenteam Verbindungen zu US-Organisationen, die auch in Europa versuchen, eine radikal-religiöse Agenda voranzutreiben. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mi. 28.01.2026 ZDF Klinik statt Knast
Folge 94 (30 Min.)Im Maßregelvollzug sollen psychisch kranke Straftäter Hilfe und Therapie erhalten. Doch viele Kliniken sind überbelegt und haben zu wenig Personal. Das hat teils gefährliche Folgen.Bild: ZDFIm Maßregelvollzug sollen psychisch kranke Straftäter Hilfe und Therapie erhalten. Doch viele Kliniken sind überbelegt und haben zu wenig Personal. Das hat teils gefährliche Folgen. Etwa 13.000 Menschen befinden sich im hoch gesicherten Maßregelvollzug. Mitunter müssen schwierige Patienten isoliert werden. In Zusammenarbeit mit FragDenStaat findet „Die Spur“ heraus: 2024 lebten mehrere Tausend Menschen über Tage in Einzelunterbringung. Zu viele Patienten und zu wenig Personal – der Maßregelvollzug ist überlastet. Besonders schlimm ist es in Berlin: Dort sind 27 Prozent der Stellen nicht besetzt.In Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind es rund zehn Prozent. In Baden-Württemberg knapp vier Prozent. Der Grund sei vielerorts der Fachkräftemangel, heißt es aus den Ländern. Die offenen Stellen seien ausgeschrieben – mitunter liefen Dauerausschreibungen. Die Leidtragenden sind Mitarbeitende und Patienten: Im Schnitt alle anderthalb Wochen greift im Berliner Maßregelvollzug ein Patient einen anderen Patienten oder Mitarbeitende an. So geht es aus Unterlagen hervor, die FragDenStaat über das Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat. Und es bedeutet auch: Therapieangebote fallen aus. Täterinnen und Täter, die eine psychische Krankheit oder Sucht zu einer schweren Straftat trieb, können so nur schwer wieder auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden. Bei einer Gefängnisstrafe ist in der Regel das Ende bekannt, im Maßregelvollzug ist das anders. Dort entscheidet zuerst der Therapieerfolg und dann die verfügbaren Plätze in offeneren Einrichtungen, ob ein Mensch gehen oder bleiben kann. Im Maßregelvollzug Viersen dauere es rund sechs Jahre, bis ein Patient vom Hochsicherheitsbereich in eine WG ziehen kann, berichtet die stellvertretende Ärztliche Direktorin Heike Guckelsberger: „Wir haben im Moment schon mit einem hohen Belegungsdruck zu tun. Das hat dazu geführt, dass wir eine Überbelegung haben von etwa zehn Patienten pro Bereich.“ Patient Marcel Göbel hat den Sportraum im Berliner Maßregelvollzug laut eigenen Angaben schon lange nicht mehr von innen gesehen: „Das Personal ist hier chronisch unterbesetzt. Und mal ehrlich, wer will denn hier arbeiten bei den Zuständen im Maßregelvollzug?“ Besserung ist kaum in Sicht, meint Marcel Göbel: „Wenn man dann mit anderen Mitpatienten spricht und hört, die sind 30, 15, 20 Jahre hier, dann bekommt man es ganz schön mit der Angst zu tun.“ (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mi. 11.02.2026 ZDF Bad Banker: Geständnisse eines Geldwäschers
Folge 95 (45 Min.)Ali C. war Geldwäscher. Für Hamburger Drogenhändler übernahm er die Bankgeschäfte. Exklusiv erzählt Ali C. im ZDF seine Lebensgeschichte. Über ein Leben in Saus und Braus.Bild: Thomas Hamelmann / ZDFAli C. war Geldwäscher. Für Hamburger Drogenhändler übernahm er die Bankgeschäfte. Exklusiv erzählt Ali C. im ZDF seine Lebensgeschichte. Über ein Leben in Saus und Braus. Kriminelle haben ein Problem: sie erbeuten Geld, schmutziges Geld. Das muss gewaschen werden, damit es wieder investiert werden kann. Das ist ein Job für Geldwäscher. Die Polizei ist ihnen immer auf der Spur. Geldwäsche ist ein lukratives Geschäft – für den Geldwäscher und seine Auftraggeber. Drogengelder beispielsweise lassen sich nicht so ohne weiteres auf Bankkonten einzahlen.Aber es gibt Wege, sogenanntes schmutziges Geld aus dunklen Geschäften zu waschen. So lässt es sich wieder in die reguläre Wirtschaft einschleusen. Dies geschieht beispielsweise über Briefkastenfirmen, Immobilienkäufe oder Geschäfte in Kryptowährungen. Und so versuchen Geldwäscher, kriminelles Geld sauber zu bekommen: Geld wird investiert, eingezahlt und wieder ausgezahlt, aber natürlich geschieht dies alles illegal, denn Steuern beispielsweise werden nicht gezahlt. Und auch für die Geldwäscher gibt es Risiken – Geld darf nicht verloren gehen, wer glaubt, er könne fremdes Geld in die eigene Tasche wirtschaften, muss solche Vergehen unter Umständen teuer bezahlen – manchmal sogar mit seinem Leben. Weltweit werden schätzungsweise zwei bis fünf Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts gewaschen – das sind Billionen Euro pro Jahr. Der Schaden, der dadurch den öffentlichen Kassen entsteht, lässt sich nur schätzen: Es sind vermutlich Milliarden Euro, die so hintergangen werden, vermuten Experten. Geldwäsche ist in fast allen Ländern strafbar. In Deutschland regelt das Geldwäschegesetz die Prävention. Banken, Versicherungen, Immobilienmakler, Anwälte, Notare und auch Kryptowährungsanbieter müssen verdächtige Transaktionen melden. Aber die Kriminellen profitieren beispielsweise auch von der gesetzlichen Uneinheitlichkeit in Europa. So gibt aktuell 27 verschiedene Systeme in ganz Europa, mit denen Geldwäsche bekämpft wird. Das soll aber jetzt vereinheitlicht werden. Dazu hat die Europäische Union eine neue Instanz geschaffen, die „Anti-Money Laundering Authority“ kurz AMLA. Die neue Behörde soll künftig grenzüberschreitend tätig werden, um den Geldwäschern das Handwerk zu legen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 17.03.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 18.03.2026 ZDF Der Sparkassen-Coup von Gelsenkirchen
Folge 96 (30 Min.)Mit Hilfe eines Kernbohrers gelangten die Täter in den Tresorraum mit den Schließfächern.Bild: Polizei Gelsenkirchen / ZDFKurz nach Weihnachten: Sechs bis sieben Männer verschaffen sich Zugang zu einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen, knacken mehr als 3000 Schließfächer und flüchten unerkannt. Ihre Beute: schwer zu schätzen. Möglicherweise geht sie in die Millionen. Denn in den Schließfächern lagen Bargeld, Gold und Schmuck. Dabei gingen die Täter äußerst sachkundig vor und kannten sich offensichtlich bestens in der Gelsenkirchener Sparkasse aus. Die Täter kamen über ein benachbartes Parkhaus, manipulierten Türen und arbeiteten sich in den Tresorbereich vor.Mit einer Kernbohrung durch eine dicke Betonwand gelangten sie in den Tresorraum. Es gibt auffällige Parallelen zu einem anderen Fall: Im Januar 2013 Jahr gruben Täter einen Tunnel unter einer Straße und bohrten sich in den Tresorraum der Berliner Volksbank im Stadtteil Steglitz. Michael Adamski, der damals die Ermittlungen des Landeskriminalamts Berlin leitete, sagt: „Diesen logistischen Aufwand können eigentlich nur große qualifizierte Gruppen führen. Das macht kein reisender Täter und das macht kein Alltagsdieb.“ Die Polizei hat den Fall bislang nicht aufklären können – obwohl zeitweise mehr als 100 Polizisten in der BAO Bohrer ermitteln. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter über Insiderwissen verfügt haben. Aber wie sind sie an die Informationen gekommen? „Vielleicht über Mitarbeiter von Firmen, die in dieser Sparkasse tätig waren“, sagt Polizeisprecher Thomas Nowaczyk, „oder die Täter selbst haben die Sparkasse zuvor ausgekundschaftet, die vielleicht im Vorfeld dort ein Schließfach angemietet hatten.“ Einen Mittäter aus dem Kreis der Sparkassenmitarbeiter schließt die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt aus. Doch wie konnte der Einbruch gelingen – ohne, dass jemand etwas bemerkte? Die Sparkasse steht in der Kritik: Der Tresorraum sei nicht sicher genug gewesen, sagen Experten und kritisieren, dass offenbar Körperschallmelder fehlten, die Vibrationen hätten wahrnehmen können. Für die ZDF-Dokureihe „Die Spur“ rekonstruieren die Reporter Laura Kipfelsberger und Benjamin Braun den Sparkassen-Einbruch, lassen sich einen Kernbohrer erklären und machen sich ein Bild vom Tatort in Gelsenkirchen. Und warum hatten die Täter ein so leichtes Spiel? (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 17.03.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 25.03.2026 ZDF In Jeffrey Epsteins E-Mail-Postfach
Folge 97 (29 Min.)Die E-Mails von Jeffrey Epstein zeigen, wie er selbst als verurteilter Sexualstraftäter sein Netzwerk aus Stars, Politikern und Milliardären ausbauen konnte. Tausende Originalnachrichten von und an Jeffrey Epstein sind mit den „Epstein-Files“ öffentlich geworden – ein einzigartiger, bislang beispielloser Einblick in das Kommunikationsverhalten eines Mannes, dessen Macht und Einfluss weiterhin Rätsel aufgeben. Der Film „In Jeffrey Epsteins E-Mail-Postfach“ aus der ZDF-Sendereihe „Die Spur“ zeigt, wie der Sexualstraftäter Epstein unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Haft 2009 damit beginnt, seine Kontakte systematisch zu reaktivieren.Bereits am Morgen seines ersten Tages in Freiheit verschickt er die vielsagende Nachricht „free and home“ an wichtige Weggefährten – ein Testlauf: Wer steht trotz seiner Verurteilung weiterhin zu ihm? Die Reaktionen fallen eindeutig aus. Zahlreiche Bekannte, darunter einflussreiche Politiker, Unternehmer und internationale Eliten, bejubeln seine Rückkehr. Die Dokumentation zeigt, wie erstaunlich schnell Epstein sich wieder in vertrauten Kreisen bewegte – obwohl er der Öffentlichkeit als Sexualstraftäter bekannt war. Durch die E-Mails lässt sich erstmals detailliert nachvollziehen, wie Epstein neue Kontakte knüpfte, bestehende Beziehungen pflegte und aktiv an seinem öffentlichen Image arbeitete. Besonders brisant: Nachrichten, in denen er gemeinsam mit engen Vertrauten Strategien entwickelt, um negative Suchergebnisse im Internet zu beeinflussen oder seinen Wikipedia-Eintrag umzuschreiben. Die Doku zeigt anhand realer Schriftwechsel, mit welchen Mitteln versucht wurde, das Bild eines „Philanthropen“ an die Stelle des Sexualstraftäters zu setzen. Expertinnen und Experten erklären, warum Epsteins System so lange funktionierte, welche Rolle Loyalität, Abhängigkeiten und gegenseitige Gefälligkeiten spielten – und weshalb mächtige Personen trotz der Vorwürfe an der Beziehung zu Epstein festhielten. Die Mails offenbaren ein Milieu, in dem Nähe zu einem Sexualstraftäter als wertvoller Zugang zur Welt der Reichen und Einflussreichen galt – und in dem moralische Bedenken für viele offenbar zweitrangig waren. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 25.03.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Di. 07.04.2026 Phoenix Blutgold – Die Macht der Kartelle
Folge 98 (45 Min.)Polizeieinsatz gegen illegalen Goldabbau in Antioquia, Kolumbien.Bild: ZDF und sendefaehig GmbH / Christopher StöckleGold treibt die Welt an. „Die Spur“ verfolgt seinen Weg vom illegalen Abbau bis in die Auslage deutscher Juweliere und die Portfolios globaler Investoren. Wer beherrscht den Markt? Während die Preise weltweit klettern, steigt der Kolumbianer Christian in seine illegale Mine. Anbieter in Europa versuchen, mit Fairtrade-Gold solchen Abbau zu bremsen. Kann das gelingen, wenn Gold für Kolumbiens Kartelle wichtiger wird als Koks?ZDF-Autor und Kameramann Christopher Stöckle besucht abgelegenen Minen, in denen unter lebensgefährlichen Bedingungen nach Gold geschürft wird. Er trifft Kartellmitglieder, die das Gold durch ein undurchsichtiges Netzwerk von Scheinfirmen in den legalen Markt schleusen, und er zeigt die geheimen Vertriebswege, über die das „schmutzige“ Gold schließlich in den weltweiten Handel gelangt. Christopher Stöckle ist unterwegs mit Schmugglern, Minenarbeitern, Insidern. Er begleitet die Polizei bei ihrer Arbeit, um so das dunkle Geschäft hinter dem glänzenden Metall offenzulegen. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mi. 08.04.2026 ZDF Benzos, Tilidin, Oxys – Jugend im Rausch
Folge 99 (30 Min.)Immer mehr Jugendliche entfliehen ihrem Alltag mit Hilfe von Tabletten, die betäuben und vergessen lassen. Viele unterschätzen dabei die Gefahr. Manche zahlen mit ihrem Leben. Viele Pillen kann man problemlos im Netz ordern. Auf Instagram, TikTok & Co.finden sich unzählige Videos, die den Konsum verherrlichen. Polizei und Experten sind oft machtlos. Es werde zu wenig unternommen, um Jugendliche vor der Gefahr zu warnen. Der Konsum von Schmerz- und Beruhigungsmitteln wie Oxycodon oder Alprazolam kann sehr schnell süchtig machen – vor allem junge Menschen: „Für Jugendliche und junge Erwachsene ist der Konsum dieser Medikamente sehr gefährlich“, sagt Rainer Thomasius.Denn bei einer Überdosierung könne es zum Herz-Kreislauf-Stillstand, zum Atemversagen kommen, so der Mediziner, der fast 20 Jahre lang ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters an der Uniklinik Hamburg war. Die Strafverfolgungsbehörden sind bisher vergleichsweise machtlos: „Mein Eindruck ist, sie haben es auf dem Schirm, dass da etwas Neues entstanden ist, dass da ein Problem ist“, sagt Daniel Brombacher. Er ist Experte für Organisierte Kriminalität in Europa und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem internationalen Drogenhandel. Aber keiner der kriminellen Akteure, die dort aktiv seien, habe ein besonders hohes Risikobewusstsein. „Daran kann man sehr, sehr gut ablesen, dass unsere Behörden, das gilt nicht nur für Deutschland, das gilt auch für andere europäische Länder, noch kein Rezept dagegen gefunden haben.“ Deutsche TV-Premiere Fr. 24.04.2026 Phoenix Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 04.03.2026White Tiger und das Sadisten-Netzwerk 764
Folge 100 (45 Min.)Pädokriminelle Täter sprechen in sozialen Medien, Messenger-Diensten und Online-Spielen gezielt verletzliche Minderjährige an.Bild: ZDFErmittler sind fassungslos: Der Fall eines Hamburger Jugendlichen führt zum Online-Netzwerk 764, in dem Minderjährige weltweit zu Selbstverletzungen, Gewalt und Mord drängen. Die Dokumentation rekonstruiert, wie Täter in sozialen Medien, Messengerdiensten und Onlinespielen Minderjährige ansprechen und sich als verständnisvolle Freunde ausgeben. Was vertraut beginnt, kann in psychischer Abhängigkeit, Erpressung und Gewalt enden. Im Online-Netzwerk 764 werden die Opfer dazu gedrängt, weitere Opfer zu rekrutieren, sich und andere massiv selbst zu schädigen, im schlimmsten Fall sogar Suizidversuche oder schwere Gewalttaten zu begehen.Das ist weit mehr als Cybergrooming. Die Gefahr ist oft nur einen Klick entfernt und lauert sowohl in speziell für Kinder entwickelten Spielen als auch auf Social-Media-Plattformen. Roblox, TikTok, Instagram & Co.können zur tödlichen Falle werden – ein vermeintlich harmloser Chat mit einer fremden Person kann Tätern die Tür ins Kinderzimmer öffnen. Gerade Heranwachsende sind anfällig für Manipulation und Erpressung. „Täter und Täterinnen gehen immer dorthin, wo sich Kinder und Jugendliche bewegen. Das liegt in der Natur der Sache“, sagt Kinderschutzexpertin Julia von Weiler. „Das Smartphone ist das ultimative Tatmittel. Ein Grund, warum viele Eltern die Bedrohung ihrer Kinder oft lange nicht bemerken.“ Die Recherche von „Die Spur“ zeigt, wie sadistische Netzwerke funktionieren: ein loses digitales Geflecht aus Tätern, Mitläufern und Nachahmern, das sich international ausdehnt und ständig neue Ableger bildet. Die Täter und Täterinnen wissen dabei genau, wie sie sich vernetzen und Spuren im digitalen Raum schnell wieder verwischen können. Weltweit ist das eine Herausforderung für Ermittlungsbehörden: „Der Grad der Verrohung, den wir da erlebt haben, der ist einfach wirklich unbeschreiblich“, berichtet der Hamburger LKA-Chef Jan Hieber. Die Dokumentation erzählt die Geschichten von Kindern und Familien, die in die Fänge von 764 geraten sind und zeigt die ganze Dimension eines Abgrunds, der Fragen für Politiker, Plattformbetreiber und Eltern aufwirft. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mi. 29.04.2026 ZDF Likes, Luxus, Lügen? Influencer im Visier der Steuerfahnder
Folge 101 (30 Min.)Reisen, Luxus, Geschenke – Influencer verdienen damit viel Geld. Doch manche wollen viel nehmen, aber nichts geben und zahlen keine Steuern. Jetzt sind sie im Visier der Steuerfahnder. Der Schaden gehe in die Millionen, sagt das Finanzamt in Nordrhein- Westfalen. Mit Steuertricks versuchen manche Influencer, sich vor den unliebsamen Zahlungen zu drücken. Allein 2025 zahlten Unternehmen in Deutschland über 800 Millionen Euro an Influencer, damit sie Werbung machen. Einnahmen, die natürlich versteuert werden müssen. Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer – je nachdem kann am Ende fast die Hälfte der Einnahmen an den Staat gehen. Tut es aber oft nicht.Allein in Nordrhein-Westfalen prüfen Ermittler des Finanzamtes Steuerfälle gegen Influencer in einem Gesamtvolumen von rund 300 Millionen Euro. „Viele Influencer scheinen vergessen zu haben, wenn sie Einnahmen haben, müssen sie auch zahlen“, sagt Steuerfahnderin Stephanie Thien. Und das System mancher Influencer sei „wirklich auf Verschleierung angelegt“. Die Autorinnen Greta Buschhaus und Nadine Sander wollen verstehen, wie das System der Steuervermeidung funktioniert. Sie haben unter anderem undercover bei einem Steuerberater gedreht, der aggressive Steuermodelle bewirbt und Influencern Ratschläge gibt, die die Grenze zur Legalität überschreiten. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mi. 13.05.2026 ZDF Straftaten auf Bestellung – Wenn Kinder zu Tätern werden
Folge 102 (30 Min.)Ein 15-Jähriger soll für 1.500 Euro einen Mordauftrag übernommen haben. Die ZDF-Recherche zeigt: Kriminelle rekrutieren über die sozialen Medien zunehmend Minderjährige für Straftaten. Ermittler sprechen von „Violence as a service“, einem Phänomen, das sich ausbreitet. Die Minderjährigen werden über TikTok oder Instagram angesprochen. Was mit 100 € für Kurier- oder Drogendienste beginnt, führt Jugendliche oft direkt in die organisierte Kriminalität. „Willst du schnelles Geld verdienen?“ Mit solchen Nachrichten fängt es meist an.Was wie ein harmloser Nebenjob erscheint, kann für Jugendliche den Einstieg in Drogenhandel, Betrugsdelikte oder schwere Gewaltkriminalität bedeuten. Ermittler beobachten seit einigen Jahren eine zunehmende Professionalisierung solcher Rekrutierungsstrukturen. Die Kriminellen geben sich als Gleichaltrige oder Vertrauenspersonen aus und bauen Nähe auf. Gerade junge Menschen gelten als besonders anfällig für Manipulation und Gruppendruck. „Freundschaft, Geld, Sachgegenstände“ seien häufig ausreichend, um Jugendliche anzuwerben, sagt Streetworker Kevin Petersen aus Husum, der solche Fälle kennt. Einer dieser Kriminellen, die Minderjährige für Straftaten anheuern, erzählt verdeckt im Interview, dass das geringere Strafmaß entscheidend sei, weshalb sie Kinder und Jugendliche ansprechen: „Bei uns ist die Altersgrenze 16 Jahre. Es ist jetzt einer bei uns, der ist 12.“ Die Recherche von „Die Spur“ zeigt, wie arbeitsteilig und international solche Netzwerke agieren. Hinter anonymen Profilen und verschlüsselten Chats stehen häufig organisierte Strukturen. „Entscheidend ist, dass der Auftraggeber selbst gar nicht in Erscheinung tritt“, sagt Jan Engels vom Bundeskriminalamt. Für die Ermittler stellt die digitale Rekrutierung Minderjähriger eine wachsende Herausforderung dar. Nach Angaben von Europol existieren europaweit Hunderte Netzwerke schwerer und organisierter Kriminalität. Sicherheitsbehörden beobachten dabei zunehmend die gezielte Einbindung Minderjähriger. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mi. 27.05.2026 ZDF Vermisst: Die Deutsche aus den Epstein-Files
Folge 103 (30 Min.)Seit mehr als zehn Jahren ist eine junge Deutsche spurlos verschwunden – dann taucht ihr Name in den Epstein-Files auf. Geriet auch sie in die Fänge von Jeffrey Epstein? „Die Spur“ rekonstruiert mit dem „Spiegel“ den Fall. Die Recherchen, die von den kürzlich veröffentlichten Akten ausgehen, zeigen, wie das Rekrutierungssystem des Sexualstraftäters funktionierte. Was geschah mit der Deutschen aus den Epstein-Files? Die Dokumentation zeichnet die Geschichte von Michele nach, die, als sie 2015 verschwand, 22 Jahre alt war, und beleuchtet dabei auch die Schattenseiten der internationalen Model- und Escort-Branche.Die Spuren führen bis ins Umfeld des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Es beginnt mit einem unerwarteten Fund in den Epstein Files: Millionen bislang unveröffentlichter Dokumente rund um den Fall Jeffrey Epstein, die jüngst vom US-Justizministerium freigegeben wurden. In diesem gigantischen Datenberg stößt das Team von ZDF „Die Spur“ erstmals auf den Namen der jungen Michele aus Deutschland. E-Mails aus diesen Akten legen nahe, dass sie dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein im Jahr 2014 von einem Mann namens Daniel Siad angeboten wurde. „Sie ist ein Mädchen, das ich sehr gut kenne, großartige Person“, schreibt der Mann, der sich als Modelscout ausgibt, offenbar über Michele. Und fügt hinzu: „Du wirst sie lieben.“ Eine Spur, die das Team in Zusammenarbeit mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und dem Recherche-Team von „paper trail media“ auf eine aufwendige Recherche durch mehrere Länder führt. Das Team geht dem Fall nach, bei dem es lange Zeit keine Spuren gab: Michele verschwindet im September 2015 spurlos. „Es ist für eine Mutter schlimm, wenn man ein Kind verliert“, sagt Micheles Mutter Annett, „natürlich fragt man sich immer wieder, wo ist sie geblieben?“ Die Suche der Polizei verläuft im Sande, Hinweise bleiben aus. Erst die Entdeckung der ZDF-Autoren bringt Bewegung in die Suche, auch bei der Polizei. Warum wurde der all jahrelang nicht weiterverfolgt? Und weshalb reagieren Ermittler in anderen Ländern deutlich entschlossener? „Wenn sich zu diesem Fall ein Draht zu Epstein findet, hat man meiner Ansicht nach einen neuen Ermittlungsansatz und dem muss nachgegangen werden“, sagt der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz von Bündnis 90/Die Grünen, der seit Monaten Aufklärung der deutschen Bezüge in den Epstein-Files fordert. „Vermisst: Die Deutsche aus den Epstein-Files“ ist eine eindringliche Recherche über das Verschwinden eines Menschen – und über ein System, das junge Frauen, die von einer großen Modelkarriere träumen, in größte Gefahr bringen kann. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mi. 10.06.2026 ZDF Folge 104
30 Min.Deutsche TV-Premiere Mi. 08.07.2026 ZDF Putins Kanonenfutter – Wie Ausländer an die Front gelockt werden
Folge 105 (30 Min.)Russland braucht Soldaten. Mehr als 200.000 sind im Ukrainekrieg bereits gefallen. Neue Soldaten rekrutiert Russland auch im Ausland – manchmal mit sehr fragwürdigen Mitteln.Eine Gruppe Inder reiste nach Russland. Sie wollten Urlaub machen. Am Ende fanden sie sich an der Front wieder – zwangsrekrutiert von der russischen Armee. Kein Einzelfall, immer wieder geraten Ausländer in die Fänge russischer Anwerber. Russland braucht immer neue Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine. Doch eine Massenmobilisierung im eigenen Land will der Kreml vermeiden. Stattdessen geraten zunehmend Männer aus dem Ausland in russische Uniformen – aus Kenia, Indien, Nepal, Sri Lanka, Kuba oder Zentralasien.Manche werden mit Geld gelockt, andere mit Arbeits- oder Studienversprechen. Nach ukrainischen Angaben sollen mehr als 18.000 ausländischer Kämpfer auf russischer Seite im Einsatz sein. ZDF-Reporter Arndt Ginzel recherchiert in der Ukraine, in Kenia und Indien, spricht mit Angehörigen gefallener ausländischer Soldaten, mit Überlebenden und ukrainischen Ermittlern und deckt in seiner Spurensuche auf, wie Russland die wirtschaftliche Not in ärmeren Ländern ausnutzt und mithilfe dubioser Vermittler „Kanonenfutter“ für seinen Krieg gegen die Ukraine rekrutiert. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 22.07.2026 ZDF Folge 106
30 Min.Deutsche TV-Premiere Mi. 05.08.2026 ZDF Folge 107
Deutsche TV-Premiere Mi. 12.08.2026 ZDF
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