22 Folgen

  • Folge 1 (58 Min.)
    Amos Oz, 1939 in Jerusalem geboren, ist einer der international bekanntesten Schriftsteller Israels. Seine Werke wurden in 35 Sprachen übersetzt und er hat zahlreiche Auszeichnungen und Literaturpreise bekommen, darunter 1988 den Prix Femina für den Roman „Black Box“ und 1992 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Amos Oz ist Mitbegründer der Friedensbewegung „Frieden jetzt“ und meldet sich regelmäßig in der internationalen Presse zu Wort. Er lebt in Arad in der Negev-Wüste. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 24.09.2004 arte
  • Folge 2 (52 Min.)
    Die Ethnologin Françoise Hériter wurde 1933 im französischen Veauche geboren. Die meisten ihrer Werke befassen sich mit Verwandtschaft, Inzest, Gewalt oder Körpersymbolik. Als Ehrenprofessorin am Pariser Collège de France hatte sie von 1982 bis 1998 den Lehrstuhl für vergleichende Afrikastudien inne. Auβerdem ist Françoise Héritier Studienleiterin an der Pariser Hochschule für Sozialwissenschaften EHESS und Mitglied der Académie Universelle des Cultures in Paris sowie des Ethikausschusses des französischen staatlichen Zentrums für wissenschaftliche Forschung CNRS. Die Ethnologin ist Spezialistin für die Bevölkerungsgruppen Samos und Mossis in Burkina Faso, ein Land, das sie seit 1958 häufig bereiste. Sie hat eine allgemeine Theorie über die Differenzierung und Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in menschlichen Gesellschaften entwickelt. Des Weiteren stellte sie vergleichende Studien zu aktuellen Fragen wie Fortpflanzungs- und Sexualethik an und fungiert in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Nationalrates für AIDS-Fragen (1989⁠–⁠1994) und Mitglied des französischen staatlichen Ethikausschusses als Sachverständige. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 22.10.2004 arte
  • Folge 3 (58 Min.)
    Peter Sloterdijk, deutscher Philosoph, wurde 1947 in Karlsruhe geboren und studierte in München Philosophie, Germanistik und Geschichte. Er promovierte in Hamburg mit einer Studie zur Philosophie und Geschichte moderner autobiografischer Literatur. Seit 1980 ist er als freier Schriftsteller tätig und hat Gastdozenturen in Frankfurt, Karlsruhe, New York, Paris und Zürich. Seit dem Erscheinen seiner „Kritik der zynischen Vernunft“ 1983 ist Peter Sloterdijk ein regelrechter Star auf der Bühne der deutschen Philosophie. Er ist gleichermaßen berühmt und umstritten, letzteres spätestens seit den „Regeln für den Menschenpark“, seiner Auseinandersetzung mit der modernen Gentechnologie. Bibliografie: Kritik der zynischen Vernunft, Suhrkamp, 2003 Regeln für den Menschenpark, Suhrkamp, 1999 Sphären 1. Blasen, Suhrkamp, 1998 Sphären 2. Globen, Suhrkamp, 1999 Sphären 3. Schäume, Suhrkamp, 2003 (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 19.11.2004 arte
  • Folge 4 (62 Min.)
    Vom Underground-Künstler zum Oscar-Gewinner – Pedro Almodóvar, der Szene-Regisseur der „movida madrileña“, jener provokanten Bewegung, die den kulturellen Aufbruch Spaniens nach dem Ende der Franco-Diktatur eingeleitet hat, gehört heute zu den wichtigsten Vertretern des zeitgenössischen Autorenkinos. Zwei Oscars – für „Alles über meine Mutter“ und „Sprich mit ihr“ – sind nur die Highlights einer langen Liste von Auszeichnungen. Seinem Stil ist der 1949 in La Mancha geborene Almodóvar stets treu geblieben. Vor Tabus schreckt der ehemals „Junge Wilde“ des spanischen Kinos immer noch nicht zurück. In seinen Filmen verbindet er tiefen Ernst und Trauer mit heiteren Momenten, sprengt die Grenzen des Melodrams und schafft eine unnachahmliche Atmosphäre allgemeiner emotionaler Verwirrung. Sein jüngster Film „La mala educación – Schlechte Erziehung“ wendet sich dem „Film noir“ zu und ist sein bisher persönlichstes Werk. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 17.12.2004 arte
  • Folge 5 (58 Min.)
    Imre Kertész wird 1929 in Budapest als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Im Juli 1944 wird er nach Auschwitz-Birkenau deportiert und im April 1945 aus dem KZ Buchenwald befreit. Er kehrt nach Ungarn zurück, macht 1948 Abitur und findet eine Anstellung als Journalist bei der Tageszeitung Világosság. Deren Entwicklung zum parteitreuen Organ führt 1951 zu Kertész’ Entlassung. Er arbeitet fortan als freier Schriftsteller und verfasst vor allem Texte für Musicals und Theaterstücke. 1960 beginnt er an seinem „Roman eines Schicksallosen“ zu schreiben, in dem er die Internierung in den Lagern Auschwitz und Buchenwald literarisch verarbeitet. Der autobiografische Roman wurde zunächst von den Verlagen abgelehnt und nach seiner Veröffentlichung 1975 jahrelang ignoriert. Erst nachdem sich die politische Situation in Ungarn geändert hatte, wird das Buch mit der zweiten Auflage von 1985 als eines der bedeutendsten Werke der europäischen Literatur anerkannt. Sein Schaffen ist von Nietzsche, Schnitzler, Freud und Elias Canetti – dessen Werke er ins Ungarische übersetzt hat – geprägt. Im Jahr 2002 erhält Kertész den Nobelpreis für Literatur „für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet“. Weitere Werke: „Fiasko“ (1988), „Kaddisch für ein nicht geborenes Kind“ (1989) und „Ich ein anderer“ (1997). (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 21.01.2005 arte
  • Folge 6 (58 Min.)
    Der Historiker Jean-Pierre Vernant, 1914 in Südfrankreich geboren, widmet sich seit 1948 der Erforschung des antiken Griechenlands, zunächst im Rahmen des französischen staatlichen Instituts CNRS, dann im Zentrum für vergleichende Studien der antiken Gesellschaften an der École des Hautes Études und später am Collège de France, wo er heute noch Honorarprofessor ist. Bereits mit 17 Jahren trat er der Kommunistischen Partei Frankreichs bei, weil man, wie er sagt, „dem Faschismus Einhalt gebieten musste“. 1938 wurde er ausgeschlossen, 1947 aber wieder aufgenommen, 1970 trat er aus der PKF aus. Jean-Pierre Vernant – Erzähler und Gelehrter – hat auf einmalige Weise zur Erneuerung der Erforschung der Antike beigetragen, wovon seine Lehrtätigkeit als Religionswissenschaftler am Collège de France ebenso zeugt wie seine zahlreichen, in viele Sprachen übersetzten Werke. Zugleich hat er sich sein Leben lang politisch engagiert, insbesondere im Widerstand gegen die Nazis und im Kampf für die Unabhängigkeit Algeriens. Jean-Pierre Vernant gehört zu den großen französischen Intellektuellen. Seine Bekanntheit verdankt er nicht zuletzt der Tatsache, dass er das Interesse an Themen der Alten Geschichte mit aktuellen Gesellschaftsfragen zu verbinden versteht. Neben den zahlreichen religionshistorischen und -theoretischen Werken, von denen hier „Die Entstehung des griechischen Denkens“ und „Götter und Menschen“ und „Griechische Mythen – neu erzählt“ zitiert seien, ist auch seine intellektuelle Biografie „Zwischen Mythos und Politik“ in deutscher Übersetzung erschienen. Weitere Informationen auf www.perlentaucher.de/​buch. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 18.02.2005 arte
    Jean-Pierre Vernant war ursprünglich als Gast für die Ausgabe am 17.12.2004 angekündigt.
  • Folge 7 (60 Min.)
    Daniel Libeskind, Architekt und Stadtplaner, ist bekannt für einen neuen kritischen Diskurs in der Architektur und für seinen multidisziplinären Ansatz. Sein Schaffen reicht von größeren kulturellen Einrichtungen wie Museen und Konzertgebäuden über Landschafts- und Stadtplanungen bis hin zum Entwurf von Bühnenbildern, Installationen und Ausstellungen. Daniel Libeskind wurde 1946 in Polen geboren, 1965 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Er studierte Musik in Israel und in New York, wurde professioneller Musiker und wechselte von der Musik zur Architektur. Er schloss 1970 sein Architekturstudium an der Cooper Union for the Advancement of Science and Art in New York ab und machte 1972 einen Postgraduierten-Abschluss in Architekturgeschichte und -theorie an der School of Comparative Studies in Essex. Daniel Libeskind arbeitete unter anderem in Berlin als Architekt, seit er 1989 den Wettbewerb für das Jüdische Museum gewonnen hatte. Er ist Mitglied des Bundes Deutscher Architekten. Sein Museum für die Stadt Osnabrück, das Felix Nussbaum Haus, wurde im Juli 1998 eröffnet. Als eines seiner wichtigsten Arbeiten gilt auch das Imperial War Museum North, das im Juli 2002 in Manchester eröffnet wurde. Im Februar 2003 ist Daniel Libeskind unter sieben Mitbewerbern für den Wiederaufbau des World Trade Centers in New York City ausgewählt worden. Das zentrale Thema seines symbolträchtigen Entwurfs ist die Verbindung des Gedenkens an die Opfer mit der Erschaffung eines neuen kommerziellen Zentrums rund um Ground Zero. Außerdem arbeitete Daniel Liebeskind in den letzten Jahren an zahlreichen weiteren Projekten, darunter dem Atelier Weil, ein privates Galeriegebäude auf Mallorca (Eröffnung September 2003), einem Studienzentrum an der Metropolitan University of London (Eröffnung März 2004), der „Spirale“, einem Erweiterungsbau des Victoria & Albert Museums London, dem Maurice Wohl Convention Center an der Bar Ilan University in Tel Aviv, dem Erweiterungsbau des Denver Art Museums, dem Erweiterungsbau des Royal Ontario Museums in Toronto, der Weiterentwicklung des Fiera Milano Messegeländes in Mailand inklusive Wolkenkratzern und Einkaufszentren, dem größten europäische Shopping und Wellness Center in Bern, dem jüdische Museum in San Francisco, dem Dublin Docklands Grand Canal Performing Arts Center mit Galerien in Dublin, einer Gedenkstätte zum 11. September in Padua, einem Wohnhaus in Dresden, einem Mulitmedia-Center für Hong Kong, einem Büroturm in Seoul und einer Hochhaussiedlung in Sacramento Kalifornien. Daniel Libeskind hat an vielen Universitäten der Welt gelehrt und Vorträge gehalten. Er erhielt an zahlreichen Universtiäten die Ehrendoktorwürde, unter anderem im Jahr 2004 an der University of Toronto. Er ist seit 1990 Mitglied der Akademie der Künste und Mitglied der European Academy of Arts and Letters. Daniel Libeskind hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Hiroshima Art Prize, der an Künstler vergeben wird, deren Arbeit dem Frieden dient. 1999 erhielt er den Deutschen Architekturpreis für das Jüdische Museum Berlin, im Jahr 2000 die Goethe Medaille. Sein Werk wurde ausführlich in großen Museen und Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt und war auch Thema zahlreicher internationaler Publikationen in vielen Sprachen. Seine Ideen haben eine neue Architektengeneration und all die, die sich an der zukünftigen Entwicklung von Städten interessieren, beeinflusst. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 18.03.2005 arte
  • Folge 8 (52 Min.)
    Der Grundstein für Youssef Seddiks profunde Kenntnis des Koran wurde bereits in seiner Familie gelegt. Seddik wurde 1943 in Tozeur, einer Oase im Süden Tunesiens geboren. Der Philosoph und Sozialanthropologe ist der Auffassung, dass man den Koran unbedingt gelesen haben müsse, um die heiligen Schriften zu verstehen und sich ein Bild von dieser Religion machen zu können, die zurzeit angesichts der in ihrem Namen begangenen Gräueltaten heftig umstritten ist. Aber vor allem ist ihm daran gelegen, dass jedem Leser die Schönheit und der poetische Atem dieses heiligsten und kompliziertesten Textes des Islams bewusst werden. Zwei Bücher von Youssef Seddik sind im Verlag Sindbad/​Actes Sud erschienen: „Les Dits du Prophète Muhammad“ (dt.: Die Worte des Propheten Mohammed) und „Les Dits de l’imam Ali“ (dt.: Die Worte des Imam Ali). (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 22.04.2005 arte
  • Folge 9 (52 Min.)
    Schon in seiner Kindheit macht der Einzelgänger Raymond Depardon seine ersten Aufnahmen auf dem elterlichen Bauernhof. Mit 16 Jahren zieht er nach Paris, wo er Assistent des Fotografen Gilles Foucherand wird. Bald darauf arbeitet er für die Agentur Dalmas, die Depardon 1960 nach Afrika zu der Expedition SOS-Sahara entsendet. Der junge Mann veröffentlicht nach seiner Rückkehr in der Zeitschrift Paris-Match eine viel beachtete Fotoreportage und wird später Fotoberichterstatter, unter anderem über den Algerien- und den Vietnamkrieg. 1966 gehört er zu den Gründungsmitgliedern der berühmten Agentur Gamma, für die er Reportagen im Tschad, in Biafra und auch in Prag macht: Seinen ersten Kurzfilm dreht er 1969 über die Selbstverbrennung des Studenten Jan Palach in Prag. Geprägt durch das Direct cinema, für das Namen wie Richard Leacock und Pennebaker stehen, begleitet Depardon Giscard d’Estaing im Präsidentschaftswahlkampf 1974. Giscard verhinderte jedoch 28 Jahre lang die Freigabe der so entstandenen Dokumentation „Eine Landpartie““, die er selbst in Auftrag gegeben hatte. Nach mehreren Kurzfilmen dreht er erst im Jahr 1980 seinen zweiten Dokumentarfilm: „Numéros zéro“, ein spannender Blick hinter die Kulissen der Redaktion der Zeitung Le Matin de Paris. Geduld, Diskretion und nie nachlassende Aufmerksamkeit lauten die goldenen Regeln des Filmemachers, ob er nun den Alltag von Pressefotografen dokumentiert („Reporter“ erhielt 1982 den französischen Filmpreis César als bester Dokumentarfilm) oder den eines Polizeireviers „Vermischte Nachrichten“ . Er dreht auch in schwer zugänglichen Institutionen wie Kliniken (so „San Clemente“ in einer psychiatrischen Anstalt in Italien und „Notaufnahme“ in dem Pariser Krankenhaus Hôtel-Dieu) und bei Gericht wie für „Auf frischer Tat“ (1994), der ebenfalls mit einem César ausgezeichnet wurde. Der Film „Empty Quarter – Eine Frau in Afrika“ aus dem Jahre 1985 ist Raymond Depardons erster Abstecher in die Welt des Spielfilms. Der schwarze Kontinent ist ihm ans Herz gewachsen. Seine sensible Betrachtung Afrikas findet Niederschlag in dem Film „Afrika: Was machen die Schmerzen?“ aus dem Jahr 1996 und regte ihn zu zwei weiteren Spielfilmen an: „Die Gefangene der Wüste“ (1989), der im Niger mit Sandrine Bonnaire gedreht wurde, sowie „Vom Westen unberührt“ (2002). Man erkennt in diesen ästhetisch anspruchsvollen Werken Depardons Vorliebe für den kontemplativen Film, die auch in dem zwischen Dokumentation und Spielfilm angesiedelten Film „Paris“ über den Beruf des Regisseurs deutlich wird. Als international anerkannter Fotograf und Filmemacher arbeitet Depardon an ausgesprochen vielfältigen Projekten (Filme, Ausstellungen, Bücher, Werbung), wobei er bestimmten Themen treu bleibt: Der Zeitschrift Studio gegenüber sagte er einmal, dass der wahre Dokumentarfilm letztlich dem Theater am ähnlichsten sei. 2004 dreht er „10. Pariser Strafgericht – Momente von Verhandlungen“, wie auch schon „Vermischte Nachrichten“ eine Momentaufnahme des französischen Justizapparats, die beim Filmfestival von Cannes viel Erfolg hatte. Parallel zu diesen Arbeiten startet er Ende der 90er Jahre das Langzeitprojekt, „Profils paysans – Ländliche Profile“, eine Trilogie über das bäuerliche Leben … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 27.05.2005 arte
  • Folge 10 (60 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 24.06.2005 arte
  • Folge 11 (52 Min.)
    Gäste der heutigen Sendung sind der Historiker Eric J. Hobsbawm und Antoine Spire, redaktioneller Berater von „Le Monde de l’éducation“ und Professor an der Université de Technologie de Compiègne (UTC). Eric J. Hobsbawm zählt zu den weltweit bedeutendsten Historikern der Gegenwart. Er wurde 1917 als Kind einer Wienerin und eines britischen Kolonialbeamten jüdisch-russisch-polnischer Abstammung in Alexandria geboren, wuchs in Wien (1919⁠–⁠1931) und Berlin (1931⁠–⁠1933) auf und emigrierte 1933 nach London. 1947 begann er seine Lehrtätigkeit an der University of London. Er unterrichtete auch an anderen angesehenen Hochschulen Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Kennzeichnend für sein Denken ist die Mahnung, dass die Zukunft in starkem Maße vom Menschen selbst abhängt, auch wenn sie noch so dunkel und unvorhersagbar erscheinen mag. Eines seiner bekanntesten Bücher ist „Das Zeitalter der Extreme“. In deutscher Sprache sind von Eric J. Hobsbawm „Das Zeitalter der Extreme“, sein meisterliches Spätwerk aus dem Jahr 1994, sowie 2003 seine Erinnerungen „Gefährliche Zeiten. Ein Leben im 20. Jahrhundert“ erschienen. Antoine Spire ist redaktioneller Berater von „Le Monde de l’éducation“ und Professor an der Université de Technologie de Compiègne (UTC). Er verfasste unter anderem „L’Obsession des origines“, „La Mémoire“ sowie mit George Steiner „Barbarie de l’ignorance“ und mit Jacques Derrida „Au-delà des apparences“. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 29.07.2005 arte
  • Folge 12 (55 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 26.08.2005 arte
  • Folge 13 (52 Min.)
    Michel Houellebecq wurde im Februar 1958 auf der Insel La Réunion geboren. Sein Vater, ein Bergführer, und seine Mutter, eine Anästhesistin, kümmerten sich nur wenig um ihn. Mit sechs Jahren wurde er seiner Großmutter anvertraut, einer Kommunistin, deren Namen er als Pseudonym annahm. Houellebecq wurde Internatsschüler des Lycée Henri Moissan in Meaux. Bereits seine Schulkameraden spürten, dass er ein intellektuelles Potenzial und einen Abstand zu den Ereignissen hatte, die für einen Jungen seines Alters außergewöhnlich waren, und nannten ihn „Einstein“. Mit 16 Jahren entdeckte er den amerikanischen Schriftsteller Howard P. Lovecraft, in dessen Selbstaussage „Ich beteilige mich nie an dem, was mich umgibt, ich bin nirgends an meinem Platz“ sich der junge Houellebecq wieder erkannte. 1980 schloss er ein Studium an der „Ecole supérieure d’agronomie“ als Diplom-Agraringenieur ab. Im gleichen Jahr heiratete er die Schwester eines Studienfreundes. 1981 wurde sein Sohn Etienne geboren. Nach seiner Scheidung begab sich Houellebecq wegen Depressionen mehrmals in psychiatrische Behandlung. Mit 20 Jahren begann er Lyrikzirkel zu besuchen und lernte 1985 Michel Bulteau kennen, den Direktor der Nouvelle Revue de Paris, der als Erster seine Gedichte veröffentlichte und ihm vorschlug, in der bei den Editions du Rocher herausgegebenen Reihe „Les infréquentables“ zu publizieren. Dort erschien 1991 Houellebecqs biografischer Essay über Howard P. Lovecraft unter dem Titel „Gegen die Welt, gegen das Leben“. Im selben Jahr wurde er als Referent in der Verwaltung der französischen Nationalversammlung eingestellt. 1991 erschien sein Aufsatz „Rester vivant, méthode“. Sein 1992 publizierter Gedichtband „Suche nach Glück“ wurde mit dem Tristan-Tzara-Preis ausgezeichnet und 1997 in einem Band mit „Rester vivant“ neu herausgegeben. 1994 publizierte der Verlag Maurice Nadeau Houellebecqs ersten Roman „Ausweitung der Kampfzone“, der in viele Sprachen übersetzt wurde und den Autor einem breiten Publikum bekannt machte. Sein zweiter Gedichtband „Der Sinn des Kampfes“ wurde 1996 mit dem Prix de Flore ausgezeichnet. 1998 erhielt Houllebecq für sein Gesamtwerk den Großen Literaturnationalpreis für Junge Talente. Im selben Jahr publizierte er seinen Essayband „Die Welt als Supermarkt“, eine Sammlung von Kritiken und Chroniken, sowie seinen zweiten Roman „Elementarteilchen“, der in über 25 Sprachen übersetzt und mit dem Prix Novembre ausgezeichnet wurde. 1999 schrieb er zusammen mit dem Regisseur Philippe Harel das Drehbuch zu der Verfilmung des Romans „Ausweitung der Kampfzone“. Außerdem erschien sein Gedichtband „Wiedergeburt“. Houellebecq wohnte ab 2000 einige Jahre in Irland in einem Haus namens „The White House“, wo er einen großen Teil seines dritten Romans „Plattform“ verfasste, der 2001 erschien. 2002 weilte er einige Zeit in Berlin. Wegen eines verstümmelten Interviews in der Zeitschrift „Lire“ wurde Houellebecq im September 2002 von verschiedenen muslimischen Vereinigungen und vom Rektor der Großen Moschee von Paris wegen „Beleidigung“ und „Anstiftung zum Rassenhass“ angeklagt. Doch da sich zahlreiche Intellektuelle und Leser für ihn einsetzten und dank des Geschicks seines Anwaltes, wurde er freigesprochen. Der Prozess verletze Houellebecq so tief, dass er beschloss, nie wieder Interviews zu geben und Frankreich zu verlassen. Er zog sich nach Spanien zurück, wo er einen neuen Roman schrieb, den er auch selbst verfilmen will. Im August 2005 erschien das Werk unter dem Titel „La possibilité d’une île“ und gleichzeitig in deutscher Übersetzung „Die Möglichkeit einer Insel“. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 30.09.2005 arte
  • Folge 14 (52 Min.)
    Der Schriftsteller Antonio Lobo Antunes stammt aus einer großbürgerlichen portugiesischen Familie. Er absolvierte ein Medizinstudium, spezialisierte sich auf Psychiatrie und arbeitete anschließend im Krankenhaus Miguel Bombarda. Sein Militärdienst, den er von 1971 bis 1973 in Angola ableistete, inspirierte seine drei ersten Romane: „Elefantengedächtnis“, „Der Judaskuss“ und „Einblick in die Hölle“. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, und Antonio Lobo Antunes zählt heute zu den wichtigsten europäischen Autoren. Über sein Werk wurden mehrere wissenschaftliche Arbeiten verfasst. Jüngste deutsche Übersetzungen sind „Guten Abend ihr Dinge hier unten“ aus dem Jahr 2005, „Was werd ich tun, wenn alles brennt?“ von 2003, „Fado Alexandrino“ von 2002 und „Geh nicht so schnell in diese dunkle Nacht“ aus dem Jahr 2001. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 28.10.2005 arte
  • Folge 15 (52 Min.)
    Paul Nizon wird 1929 in Bern geboren. Er studiert Kunstgeschichte in Bern und München, promoviert mit einer Arbeit über Vincent van Gogh und arbeitet drei Jahre lang als Assistent im Historischen Museum in Bern. 1959 erscheint der Kurzprosaband „Die gleitenden Plätze“, dem die Kritiker große Aufmerksamkeit schenken. Das Jahr 1960 verbringt er am Schweizer Institut in Rom. In dieser Stadt findet er auch das nötige Material für sein 1963 erscheinendes Werk „Canto“. Nach seinem Romaufenthalt kehrt Nizon in seine Schweizer Heimat zurück, wo er in Zürich ein Jahr lang als leitender Kunstkritiker der „Neuen Züricher Zeitung“ tätig ist und sich danach als Kunstkritiker selbständig macht. Er übt diesen Beruf bis 1972 aus. Während dieser Zeit veröffentlicht er „Diskurs in der Enge“ (1970), eine Lästerschrift über die Schweizer Kulturlandschaft, sowie „Im Hause enden die Geschichten“ (1971), das der Autor selbst als Ansammlung an Material über die Kindheit bezeichnet, aus dem man einen Roman machen kann. 1972 erscheint „Untertauchen“, ein Bericht über ein Abenteuer in Barcelona, und 1975 „Stolz“, das von den Kritikern gerne mit Goethes Werther oder Büchners Lenz verglichen wird. Nach langen Reisen durch den Fernen Osten und Amerika lässt sich Paul Nizon im Jahr 1977 schließlich in Paris nieder. Er lebt in der kleinen Wohnung im Künstlerviertel Montmartre, die er in „Das Jahr der Liebe“ (1981) beschreibt. 1983 erscheint der Prosa- und Essayband „Aber wo ist das Leben“, 1984 nimmt Nizon eine Gastdozentur an der Johann Wolfgang Goethe-Universität von Frankfurt am Main an, wo er eine Vortragsreihe über seine Poetik hält. Die daraus hervorgehenden Überlegungen sind in dem Bändchen „Am Schreiben gehen, Frankfurter Vorlesungen“ (1985) festgehalten. 1989 erscheint „Im Bauch des Wals. Caprichos“, 1991 wird die Neuausgabe des Goya-Buchs in Frankreich in fünf Sprachen gleichzeitig veröffentlicht. Der Sammelband „Über den Tag und durch die Jahre“ enthält Essays, Nachrichten und Depeschen aus den Jahren 1960 bis 1990 und erscheint wie alle Werke des Schriftstellers beim Suhrkamp Verlag. 1998 erscheint Paul Nizons Buch „Hund. Beichte am Mittag“. Nizon ist Träger zahlreicher Literaturpreise und trägt in Frankreich unter anderem die Würde eines „Chevalier“ des „Ordre des Arts et des Lettres“. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 25.11.2005 arte
  • Folge 16 (52 Min.)
    Claudio Magris, 1939 in Triest/​Italien geboren, hat lange in Österreich und Deutschland gelebt, bevor er in seine Heimatstadt zurückkehrte. Heute ist er Professor für Deutsche Literatur an der Universität von Triest. Doch vor allem ist Magris ein großer Mitteleuropa-Spezialist. In seinen Büchern bilden Geschichte sowie deutsche und italienische Literatur die Folie, auf der er eine autobiografische Suche im Medium des Schreibens betreibt. Sein Werk „Donau. Biografie eines Flusses“ beschreibt eine lange Reise zwischen Identitätsbehauptung und Faszination für die Fremdheit der Welt. Claudio Magris’ zahlreiche Veröffentlichungen umfassen Essays, Romane, Theaterstücke und Übersetzungen. Außerdem schreibt er regelmäßig für die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“. Im Jahr 2004 wurde Claudio Magris mit dem Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur ausgezeichnet. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 09.12.2005 arte
  • Folge 17 (52 Min.)
    Warum wird man zum Mörder? Warum zum Opfer? Ruth Rendell, die „Königin der Kriminalliteratur“, behandelt diese Problematik seit beinahe 40 Jahren. Grundlage ihrer Werke ist die überaus scharfsinnige Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen. 1930 im Londoner Vorort South Woodford geboren, hatte sie als einziges Kind einer Lehrerfamilie skandinavischer Herkunft eine sorglose Kindheit. 1948 begann sie als Journalistin bei der „Chigwell Times“ zu arbeiten, betätigte sich jedoch nebenbei schon als Schriftstellerin. Sie bot verschiedenen Verlegern erfolglos das Manuskript eines Romans – eine Sittenkomödie – an. Doch man fragte sie, ob sie nicht etwas anderes in der Schublade hätte. Sie konnte mit einem Krimi aufwarten, den sie zum Zeitvertreib geschrieben hatte. Nur leicht überarbeitet, wurde er 1964 unter dem Titel „Alles Liebe vom Tod“ veröffentlicht. In Rendells Storys geht es vor allem um die Psychologie der Figuren – die der Jäger ebenso wie die der Gejagten. Im Vordergrund steht nicht wie beim klassischen Krimi die Suche nach dem Täter, sondern die Auseinandersetzung mit den Umständen und Beweggründen von Verbrechen. Rendell breitet die vielen Teile ihres Puzzles sorgfältig aus, bevor sie das Ganze am Ende zusammenfügt. Der Erfolg bestätigt ihren Ansatz. Ihr Privatleben war nicht ganz einfach. Nach 25-jähriger Ehe mit Don Rendell ließ sie sich von ihm scheiden. 1977 zog sie aufs Land, in einen alten Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert. Doch sie vertrug die Einsamkeit nicht und heiratete zwei Jahre später Don Rendell ein zweites Mal. An die eiserne Disziplin seiner Frau – sie arbeitet täglich von 09.00 bis 16:00 Uhr – war er ja schon gewöhnt. Zur Abwechslung löst sich Ruth Rendell ab und an von ihrer Figur Inspektor Wexford und veröffentlicht Krimis unter dem Pseudonym Barbara Vine. Diese wurden häufig verfilmt, beispielsweise „Urteil in Stein“ unter dem Titel „Biester“ von Claude Chabrol und „In blinder Panik“ unter dem Titel „Live Flesh – Mit Haut und Haar“ von Pedro Almodóvar. Seit 1997 wohnt die Krimikönigin wieder in London. Im selben Jahr wurde sie von der britischen Königin in den Adelsstand erhoben. Tony Blair holte die „Baroness Rendell von Babergh“ als „working peer“ ins Oberhaus, wo sie wie ihre Kollegin P. D. James an den Sitzungen des Parlaments teilnimmt. Zu ihren wichtigsten Werken gehören „Urteil in Stein“ (1977), „See der Dunkelheit“ (1980), „In blinder Panik“ (1986), „Die im Dunkeln sieht man doch“ (1986), „Es scheint die Sonne noch so schön“ (1987), „König Salomons Teppich“ (1991) und „Der Duft des Bösen“ (2003). (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 27.01.2006 arte
  • Folge 18 (52 Min.)
    Der Schriftsteller Pascal Quignard hat in Frankreich zahlreiche Romane veröffentlicht und mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den Grand Prix der Académie Française für sein Werk „Auf einer Terrasse in Rom“. Auch in Deutschland liegen Übersetzungen seiner Bücher vor, unter anderem erschien im Goldmann Verlag 1992 „Die siebente Saite“, bei Kowalke & Co. im Jahr 2000 „Die amerikanische Besatzung“ und ein Jahr später „Auf einer Terrasse in Rom“. Pascal Quignard wurde 1948 in Verneuil-sur-Avre geboren. Er unterrichtete an der Universität von Vincennes und an der Hochschule für Sozialwissenschaften. Seit 1994 widmet er sich ausschließlich dem Schreiben, verfasste mehrere erfolgreiche Romane und zahlreiche Essays. Ferner betätigte er sich als Drehbuchautor und als Musiker. So rief er gemeinsam mit dem ehemaligen Präsidenten François Mitterrand das Opern- und Barocktheater-Festival von Versailles ins Leben. Er selbst definiert sich in erster Linie als „Leser“. In dieser Eigenschaft gehörte er dem Leserausschuss des Gallimard-Verlags an, dem er später als Mitherausgeber beitrat. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 24.02.2006 arte
  • Folge 19 (52 Min.)
    Amin Maalouf wurde 1949 in Beirut als Sohn eines Schriftstellers, Professors und Journalisten geboren. Seine Muttersprache ist Arabisch, doch seine Werke verfasst er in französischer Sprache, da er von früh auf durch die französische Kultur geprägt wurde. Nach dem Besuch der Beiruter Jesuitenschule und einem Soziologie- und Wirtschaftswissenschaftsstudium wurde er – die Familientradition fortsetzend – Journalist. Zunächst schrieb er in der Tageszeitung „Al-Nahar“ über internationale Politik. Wegen des Bürgerkrieges im Libanon ging er 1976 mit Frau und drei Kindern nach Frankreich und arbeitete als Chefredakteur für die unabhängige überregionale Wochenzeitung „Jeune Afrique“. Im Zuge seiner journalistischen Laufbahn berichtete er unter anderem über den Vietnamkrieg und die iranische Revolution. Reportagereisen führten ihn in rund 60 Länder, darunter nach Indien, Bangladesh, Äthiopien, Somalia, Kenia, Jemen und Algerien. 1985, nach dem Erfolg seines Buches „Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber“, dessen deutsche Ausgabe 1996 erschien, hängte Maalouf den Journalismus an den Nagel, um nur noch als Schriftsteller zu arbeiten. Er bezog ein kleines Fischerhaus auf der französischen Atlantik-Insel Yeu und schrieb zahlreiche historische Romane, die in Afrika oder im Mittelmeerraum angesiedelt sind. Mit seinem Werk schlägt er eine Brücke zwischen Orient und Okzident, denen er sich gleichermaßen verpflichtet fühlt. Maaloufs Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 31.03.2006 arte
  • Folge 20 (60 Min.)
    Der 1933 in Bengal (Indien) geborene Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen wurde für seine Forschungen über die „Wohlfahrt“ von Gesellschaften mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 1998 den Nobelpreis für Wirtschaft, und 1999 wurde ihm der höchste zivile Staatsorden Indiens, der Bharat Ratna, verliehen. Sen hat einen Lehrstuhl an der Harvard-Universität inne und unterrichtet an verschiedenen Universitäten in Indien und Europa. Bahnbrechend sind seine Forschungen zur Interdependenz von Wirtschaft und individueller Freiheit beziehungsweise Demokratie und zur Armutsbekämpfung. So sieht er die Ursachen für die Hungersnöte nicht nur in Geldmangel und katastrophalen Versorgungsdefiziten, sondern beschreibt äußerst nuanciert die sozioökonomischen Faktoren, die die Armut zementieren beziehungsweise relativieren können. Dennoch ist Sen kein Verfechter des „aktiven Staates“. Neben theoretischen Konzepten entwickelte Sen auch empirische Maße zur Bewertung der Wohlfahrt eines Landes im internationalen Vergleich. So sind die von der UNO verwendeten Wohlfahrtsindikatoren maßgeblich von Sen beeinflusst. Amartya Sen hat zahlreiche Bücher veröffentlich, unter anderem „Ökonomie für den Menschen“ (2002); „Der Lebensstandard“ (2000); „Ökonomische Ungleichheit“ (1975); „Human Capital and Human Capability“ (2005); „Development as Capability Expansion“ (2005); „Open and Closed Impartiality“ (2005); „Commodities and Capabilities“ (1987); „On Ethics and Economics“ (1987); „Poverty and Famines: An Essay on Entitlements and Deprivation“ (1982). (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 30.06.2006 arte
  • Folge 21 (60 Min.)
    Erri de Luca wurde 1950 in Neapel geboren, wuchs dort auf und besuchte später das Französische Gymnasium in Rom. Nach Ende seiner Schulzeit war er bis 1976 in der linksradikalen Bewegung „Lotta continua“ aktiv. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Laufjunge, Arbeiter bei FIAT und schließlich als Maurer. Letztgenannten Beruf übt er heute noch aus, um sich, wie er sagt, seine Freiheit zu bewahren. Seine wahre Berufung aber ist das Schreiben. Erri de Luca, dessen Werke zwischen Fiktion und Essay anzusiedeln sind, ist ein atypischer Schriftsteller und zugleich bezeichnend für das heutige intellektuelle Leben Italiens. Auf Deutsch sind von ihm erschienen: „Das Meer der Erinnerung“ (1999), „Die erste Nacht nach einem Mord“ (1999), „Die Asche des Lebens“ (1999), „Das Licht der frühen Jahre“ (2000), „Der Himmel im Süden“ (2002) und „Ich bin da“ (2004). (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 28.07.2006 arte
  • Folge 22 (51 Min.)
    Das von ihnen entworfene „Bühnenbild“ entstand mit jeder Sendung neu: Der jeweilige Gast durfte eine Farbe wählen, die während des Studiogesprächs langsam aus den Farbrinnen floss und am Ende der Sendung zusammen mit der unveränderlichen Zweitfarbe Weiß ein Streifenmuster ergab. In der Sendung blicken Patrick Bouchain und Daniel Buren auf das Abenteuer zurück, das sie 1985 zusammenführte: die Restaurierung des Ehrenhofs des Pariser Palais Royal. Ursprünglich ein Stein des Anstoßes, gehören die so genannten „Buren-Säulen“ heute zu der absoluten Sehenswürdigkeit der französischen Hauptstadt. Der Name Daniel Buren wird automatisch mit dem von ihm entworfenen Längsstreifenmuster in Verbindung gebracht. Die Grundkombination aus weißen und farbigen Streifen wandelt Buren in unzähligen Varianten ab, denn jedes seiner vor Ort geschaffenen Kunstwerke reflektiert die Charakteristika seines Umfelds. Präzision und Radikalität zeichnen den international anerkannten Konzeptkünstler aus, dessen Werke oft nur für die Dauer einer Ausstellung existieren. Der Architekt Patrick Bouchain schuf in den letzten 20 Jahren einige der gelungensten Kulturstätten in Frankreich und im Ausland. Mit seinen Raumkreationen, die die Menschen sich zu Eigen machen können, wehrt sich der Nonkonformist gegen alle schwerfälligen Regeln, die Eigeninitiative und Unternehmergeist beschränken. Als Gastarchitekt der ersten BauNetz-Biennale in Venedig 2006 verwandelte er den französischen Pavillon gemeinsam mit Daniel Buren und anderen Künstlern in eine „Métavilla“, die, so Bouchain, „vom Menschen in Beschlag genommen werden kann. Der aus Industriegerüst-Stangen bestehende Pavillon wurde für kurze Zeit zum Wohn- und Arbeitsraum und machte das Biennale-Thema der globalen Verstädterung am kleinen Modell nachvollziehbar. Der Maler und Bildhauer Daniel Buren wird 1938 in Boulogne-Billancourt bei Paris geborgen. In den 60er Jahren sorgt er erstmals mit seinen schwarzweißen Streifenmustern für Aufsehen. In den 80er Jahren bekommt er erste Aufträge für die Gestaltung öffentlicher Räume, der bekannteste Raum „Les Deux Plateaux“ befindet sich im Ehrenhof des Palais Royal in Paris. Auf der Biennale in Venedig wird Buren 1986 für diese Arbeit mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. In den 90er Jahren geht er dazu über, Räume nicht nur zu dekorieren, sondern sie zu verformen: Er baut in ihnen Trennwände, Korridore und begehbaren Kuben ein. Patrick Bouchain, französischer Architekt, wird 1945 in Paris geboren. Neben seiner Tätigkeit als Architekt unterrichtet er bis in die 80er Jahre an verschiedenen Hochschulen und wird schließlich Berater des Kulturministers Jack Lang sowie des Präsidenten des Louvres. Als Architekt gestaltet er neben Geschäften und Firmensitzen vor allem Theaterbauten wie das Théâtre Zingaro in Aubervilliers, Zirkuszelte und -schulen. Im Laufe seiner Karriere arbeitet er immer wieder mit zeitgenössischen Künstlern zusammen wie Daniel Buren, Claes Oldenburg und Jean-Luc Vilmouth. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 09.11.2006 arte

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