Warum wird man zum Mörder? Warum zum Opfer? Ruth Rendell, die „Königin der Kriminalliteratur“, behandelt diese Problematik seit beinahe 40 Jahren. Grundlage ihrer Werke ist die überaus scharfsinnige Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen. 1930 im Londoner Vorort South Woodford geboren, hatte sie als einziges Kind einer Lehrerfamilie skandinavischer Herkunft eine sorglose Kindheit. 1948 begann sie als Journalistin bei der „Chigwell Times“ zu arbeiten, betätigte sich jedoch nebenbei schon als Schriftstellerin.
Sie bot verschiedenen Verlegern erfolglos das Manuskript eines Romans – eine Sittenkomödie – an. Doch man fragte sie, ob sie nicht etwas anderes in der Schublade hätte. Sie konnte mit einem Krimi aufwarten, den sie zum Zeitvertreib geschrieben hatte. Nur leicht überarbeitet, wurde er 1964 unter dem Titel „Alles Liebe vom Tod“ veröffentlicht. In Rendells Storys geht es vor allem um die Psychologie der Figuren – die der Jäger ebenso wie die der Gejagten. Im Vordergrund steht nicht wie beim klassischen Krimi die Suche nach dem Täter, sondern die Auseinandersetzung mit den Umständen und Beweggründen von Verbrechen.
Rendell breitet die vielen Teile ihres Puzzles sorgfältig aus, bevor sie das Ganze am Ende zusammenfügt. Der Erfolg bestätigt ihren Ansatz.
Ihr Privatleben war nicht ganz einfach. Nach 25-jähriger Ehe mit Don Rendell ließ sie sich von ihm scheiden. 1977 zog sie aufs Land, in einen alten Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert. Doch sie vertrug die Einsamkeit nicht und heiratete zwei Jahre später Don Rendell ein zweites Mal.
An die eiserne Disziplin seiner Frau – sie arbeitet täglich von 09.00 bis 16:00 Uhr – war er ja schon gewöhnt. Zur Abwechslung löst sich Ruth Rendell ab und an von ihrer Figur Inspektor Wexford und veröffentlicht Krimis unter dem Pseudonym Barbara Vine. Diese wurden häufig verfilmt, beispielsweise „Urteil in Stein“ unter dem Titel „Biester“ von Claude Chabrol und „In blinder Panik“ unter dem Titel „Live Flesh – Mit Haut und Haar“ von Pedro Almodóvar.
Seit 1997 wohnt die Krimikönigin wieder in London. Im selben Jahr wurde sie von der britischen Königin in den Adelsstand erhoben. Tony Blair holte die „Baroness Rendell von Babergh“ als „working peer“ ins Oberhaus, wo sie wie ihre Kollegin P. D. James an den Sitzungen des Parlaments teilnimmt. Zu ihren wichtigsten Werken gehören „Urteil in Stein“ (1977), „See der Dunkelheit“ (1980), „In blinder Panik“ (1986), „Die im Dunkeln sieht man doch“ (1986), „Es scheint die Sonne noch so schön“ (1987), „König Salomons Teppich“ (1991) und „Der Duft des Bösen“ (2003). (Text: arte)
Deutsche TV-PremiereFr. 27.01.2006arte
Sendetermine
Fr. 27.01.2006
23:40–00:35
23:40– NEU
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