Die Magd Trudi (Luzia Oppermann) beobachtet, wie ihr Herr mit einem anderen Bauern über eine seiner Töchter verhandelt.
Bild: Diaphana
„In die Sonne schauen“ erzählt über ein Jahrhundert hinweg von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen, deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf demselben Vierseitenhof in der Altmark. Während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit, unausgesprochene Ängste, verdrängte Traumata, verschüttete Geheimnisse. Alma (in den 1910er-Jahren) entdeckt, dass sie nach ihrer verstorbenen Schwester benannt wurde, und glaubt, dem gleichen Schicksal folgen zu müssen.
Erika (in den 1940er-Jahren) verliert sich in einer gefährlichen Faszination für ihren versehrten Onkel. Angelika (in den 1980er-Jahren) balanciert zwischen Todessehnsucht und Lebensgier, gefangen in einem brüchigen Familiensystem.
Nelly (in den 2000er-Jahren) schließlich, die in scheinbarer Geborgenheit aufwächst, wird von intensiven Träumen und der unbewussten Last der Vergangenheit heimgesucht. Als sich ein tragisches Ereignis auf dem Hof wiederholt, geraten die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart ins Wanken.
„In die Sonne schauen“ hatte seine Premiere 2025 im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes, wo der Film mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Danach lief er auf zahlreichen weiteren nationalen und internationalen Festivals und gewann zahlreiche Preise – zuletzt zehn Lolas beim Deutschen Filmpreis 2026, unter anderem für Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Beste Kamera. „In die Sonne schauen“ war deutscher Kandidat für die Oscars 2026 und lockte über 350.000 Menschen in die Kinos. (Text: ZDF)