2026

  • Folge 87 (45 Min.)
    Lindsey Vonn bei den Dreharbeiten zur Dokumentation „Olympia im Wandel?“ – Bild: Valerio Agolino /​ BR
    Lindsey Vonn bei den Dreharbeiten zur Dokumentation „Olympia im Wandel?“
    Die Olympischen Winterspiele kehren im Februar 2026 in die Alpen zurück. Nach den Spielen in Südkorea und China finden die bedeutendsten Wintersportwettbewerbe wieder dort statt, wo die Geschichte der Olympischen Winterspiele 1924 in den Alpen von Chamonix begonnen hat. Felix Neureuther, selbst Olympiateilnehmer in den italienischen Alpen vor 20 Jahren, reist zu Orten mit klingenden Namen: Cortina d’Ampezzo, Livigno, Antholz – traditionsreiche Sportstätten mit bestehenden Anlagen. Sie sollen die Spiele nachhaltig machen und den Sport in den Mittelpunkt stellen. Gleichzeitig entstehen aber somit auch weite Wege zwischen den unterschiedlichen Sportstätten und trotzdem Eingriffe in die Natur und neue Baustellen. Gebaut wird an den Skisprunganlagen, es entsteht ein neues Biathlonzentrum und vor allem eine umstrittene neue Bobbahn in Cortina. Drei Jahre hat Felix Neureuther die Entwicklung hin zu den Spielen 2026 beobachtet, Menschen vor Ort und Sportlerinnen und Sportler getroffen, die sich auf die Jagd nach den Medaillen machen wollen: US-Superstar Lindsey Vonn, Skispringer Andreas Wellinger, das Rodelduo Wendl/​Arlt und die Freestylerin Sabrina Cakmali. Neben der gespannten Erwartung ihrer sportlichen Höhepunkte steht die Frage im Raum, ob es gelungen ist, den Sport und die Nachhaltigkeit ins Zentrum dieser Olympischen Winterspiele zu stellen. Findet Olympia im Wandel bei diesen Spielen in den Alpen die richtigen Lösungen für die Zukunft? (Text: ARD)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 30.01.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 02.02.2026 Das Erste
  • Folge 88 (45 Min.)
    Ehemalige leitende Mitarbeiterin des Internationalen Stabs der NATO
    „Putin interessiert sich nicht für Geld. Er interessiert sich nicht für Geschäfte. Er möchte Wladimir der Große sein.“ Das sagt Kurt Voker, der während Trumps erster Präsidentschaft der amerikanische Gesandte in der Ukraine war und sich viel mit der Lage in Osteuropa beschäftigt hat. Der amerikanische Präsident Trump hingegen sei ganz anders: „Er sieht in Kriegen eine Verschwendung von Talent und Geld. Frieden schaffen und dann Geschäfte machen. Das ist es, was er gerne tun würde.“ Was treibt die beiden Männer an der Weltspitze an? Die ARD-Story „Putin und Trump: Ziemlich beste Feinde?“ ist eine hintergründige, multiperspektivische und genaue Beobachtung der beiden Supermacht-Männer Putin und Trump, die die seit 1945 bestehende Weltordnung zurzeit ins Wanken bringen. Der eine ein narzisstischer Fernseh-Showmaster und Immobilienmilliardär, der die langjährige Partnerschaft Amerikas mit Europa in Frage stellt. Der andere ein ehemaliger Geheimdienstoffizier mit pseudo-historischen Phantasmen, der den Tod vieler Menschen in Kauf nimmt, um sich als vermeintlicher Retter der russischen Zivilisation Ruhm zu verschaffen. Diese Doku beleuchtet ihre Beziehung; es ist ein Aufeinandertreffen von zwei Machtmenschen – mit unterschiedlichen Talenten und Strategien: Was verbindet sie – was trennt sie? „Trump ist unglaublich gut darin, zu sagen, was er vorhat“, sagt der Putin-nahe russische Journalist Fyodor Lukyanov. „Manchmal sind seine Ideen verrückt, völlig abwegig, aber er verbirgt sie nicht. Aus Putins Sicht ist diese Offenheit besser als alles andere.“ Und so ist Trump auch zu einem Treffen mit Putin bereit. Als die beiden sich im August 2025 in Anchorage in Alaska zum Gipfel treffen, staunt die Welt. Sehen wir hier zwei, die sich gut verstehen? Oder ist das nur Kulisse und Kalkül? Die ehemalige leitende Mitarbeiterin des Internationalen Stabs der NATO, Stephanie Babst, ist besorgt. „Donald Trump bittet Putin quasi auf die Tanzfläche. Nicht heimlich und leise oder per Telefon, sondern vor großem Publikum. Und sie tanzen. Sie tanzen, indem sie sich als zwei Alphamänner etablieren.“ Welche Machtmittel, einschließlich Schmeichelei, Erpressung und hybrider Kriegsführung, stehen Putin zur Verfügung? Bei dem Versuch, Trump für die Umsetzung seines Lebensziels einzuspannen: den Wiederaufstieg Russlands zu alter Größe, gar das Wiederherstellen der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion? Und wie nutzt der ehemalige Geschäftsmann Trump seine wirtschaftliche und militärische Macht, um für sich und sein Land den bestmöglichen „Deal“ herauszuholen? Welche Rolle spielen ihre früheren Begegnungen? Einschließlich Trumps zahlreicher Besuche in Moskau seit 1987 und seiner umfangreichen Finanzdeals mit russischen Oligarchen seit der Jahrtausendwende? Am Ende steht eine zentrale Frage: Sind die Präsidenten der beiden größten Nuklearmächte tatsächlich Rivalen oder eher heimliche Komplizen? Erzählt wird der Film über zum Teil unbekanntes russisches Propagandamaterial sowie Archivbilder aus Ost und West. Interviews mit hochkarätigen Insidern und Experten aus Russland, Europa und den USA bewerten die Ereignisse und beantworten Fragen zu den beiden mächtigen Staatenlenkern. Denn: Vieles spricht dafür, dass wir abseits von Moral und Werten gerade den Versuch einer Neuordnung der Welt erleben. Das Ringen zwischen Putin und Trump – ein Ringen um ihre zukünftigen Einflussphären? Wer könnte sich womit durchsetzen? Und was heißt das für Europa? (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.02.2026 Das Erste
  • Folge 89 (45 Min.)
    #besserwohnen – wie stoppen wir die Mietkrise?
    Deutschland ist Mieter:innen-Land: Mehr als 50 Prozent der Menschen wohnen zur Miete. Der Wohnungsbau stockt, Spekulant:innen treiben die Preise nach oben, bezahlbare Wohnungen verschwinden vom Markt. Was muss sich ändern, um aus der Mietkrise herauszukommen? Die ARD-Mitmachaktion sammelt Erfahrungen von Mietenden in Deutschland. Wie könnte es besser laufen? Die „ARD Story“ dokumentiert die Aktion. Eine junge Familie verdient gut und trotzdem ist das Geld immer knapp, weil sie fast die Hälfte ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben muss. Ein Paar kurz vor der Rente würde sich gern verkleinern, doch weniger Quadratmeter würden viel mehr kosten, als sie im Moment zahlen, weil die Angebotsmieten durch die Decke gehen. Nur zwei der vielen Rückmeldungen aus der ARD-Mitmachaktion „#besserwohnen“. Deutschland steckt in einer Mietkrise. Betroffene berichten von unberechtigten Eigenbedarfskündigungen und Mietwucher. Gleichzeitig steigt die Rendite von börsennotierten Wohnungsgesellschaften, weil die ihre Profite ausschütten, statt in den Erhalt ihrer Objekte oder gar den Neubau von Wohnungen zu investieren. Wie wohnt Deutschland? Was sind die drängendsten Probleme? Und mit welchen Konzepten findet man den Weg aus der Misere? Die ARD Story begleitet die Mitmachaktion „#besserwohnen“ über Monate und stellt die neuen Erkenntnisse vor, sowie Modellprojekte, mit denen die Mietkrise zu stoppen wäre. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Di. 31.03.2026 Das Erste
  • Folge 90 (45 Min.)
    Für bedrohte Personen, wie die ägyptische Exiljournalistin Basma Mostafa, birgt der kommerzielle Handel mit Standortdaten erhebliche Risiken.
    Apps sammeln detaillierte Standortdaten. Die Informationen landen in einem weltweiten Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen. Sie verraten Wohnorte und Arbeitsplätze – bis hin zu Bordellbesuchen oder Klinikaufenthalten. Die Dokumentation zeigt, wie leicht Nutzer ins Visier von Stalkern, Kriminellen oder Geheimdiensten geraten können. Was viele Smartphone-Nutzer wissen: Die Apps auf ihren Handys sammeln detaillierte Standortdaten. Was den meisten jedoch nicht bewusst ist: Die Informationen landen oft in einem undurchsichtigen, weltweiten Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen. Es geht um vermeintlich anonyme Daten, die aber Wohnorte und Arbeitsplätze offenbaren – bis hin zu Bordellbesuchen oder Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken. Die Dokumentation zeigt, wie leicht ahnungslose Nutzer ins Visier von Stalkern, Kriminellen oder Geheimdiensten geraten können, und macht deutlich, wie harmlos erscheinende Apps zum Sicherheitsrisiko werden – für Regierungen und auch für Soldaten im Krieg. Grundlage ist eine der bislang größten Recherchen dieser Art: Ein Team aus Bayerischem Rundfunk, netzpolitik.org, Le Monde und weiteren Partnermedien hat rund zehn Milliarden Standortdaten ausgewertet. Eine Spurensuche, die um die halbe Welt führt: zu einer ägyptischen Exiljournalistin in Berlin, die bedroht wird. Nach Brüssel, wo hochrangige Mitarbeitende der EU-Kommission betroffen sind. Nach Washington, wo Politiker ein Sicherheitsrisiko für US-Agenten in Europa sehen. Oder an die ukrainische Front, wo Soldaten in den Datensätzen ihre eigenen Stellungen wiedererkennen. Schließlich führt die Recherche zu einem Händler in Florida, der die Standortdaten deutscher und französischer Smartphone-Nutzer verkauft hat. So entsteht ein Beitrag, der deutlich macht, welch immense Risiken dieses Milliardengeschäft mit sich bringt – auch für Menschen in der Europäischen Union mit ihren vermeintlich strengen Datenschutzregeln. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Di. 07.04.2026 Das Erste
  • Folge 91 (45 Min.)
    Eine Soldatin zielt mit einem „Drone-Buster“ auf eine anfliegende Drohne.
    Passagierflugzeuge im Luftverkehr über der Ostsee sind seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kontinuierlich von Störsendern betroffen. Mitunter melden Piloten in dieser Region täglich Manipulationen ihres Navigationssystems. Dabei fällt das System entweder aus oder es ertönen laute Warnungen, die sich dann zwar als Fehlalarm herausstellen, aber dennoch sicherheitsrelevant sein können. Grund sind gezielte Attacken auf das satellitengestützte GPS-System, die nach Einschätzung der Bundesregierung, der Deutschen Marine und von Experten durch russische Störsender verursacht werden und neben dem Luft- auch den Seeverkehr betreffen. Die ARD Story „Unsichtbarer Angriff“ schildert an der Seite von Piloten und Seeleuten die Folgen solcher Angriffe, sucht nach den genauen Quellen und fragt politische Entscheidungsträger, ob und wie Europa sich dagegen wehrt. Einer derjenigen, die sich auf die neue Situation einstellen müssen, ist Oliver Quiter von der dänischen Airline DAT, die mit Regionaljets zur Ostseeinsel Bornholm fliegt. Auf dieser Strecke habe er selbst bereits vier Mal Störungen bei der Navigation per Satellit erlebt, so der Pilot. Und je näher man Russland oder der russischen Enklave Kaliningrad komme, desto häufiger trete das Problem auf. Von Kollegen, „die regelmäßig in Richtung Finnland und ins Baltikum fliegen“, wisse er, „dass sie es täglich haben.“ Die Probleme, die durch GPS-Störungen entstehen können, sind vielfältig. Das beschreibt auch Niklas Ahrens von der Pilotenvereinigung Cockpit, der für eine deutsche Airline Langstrecken fliegt. Es gebe zwei Störungsarten, erklärt er. Beim sogenannten Jamming falle das GPS-System an Bord kurzfristig aus und die Piloten müssten für die Navigation Alternativen nutzen, also etwa bis zur Landung auf die Hilfe von Fluglotsen zurückgreifen. Noch gravierender sei das sogenannte Spoofing. Dabei werde das GPS-Signal nicht gestoppt, sondern gezielt verändert, um Flugzeuge zu täuschen. „Wenn so die GPS-Position verfälscht wird, kann es zu einer großen Zahl an Fehlwarnungen kommen“, sagt Pilot Ahrens. Um diese falschen Alarme zu unterbinden, sei es üblich, wichtige Sicherheitssysteme im Cockpit abzuschalten. „Damit nehmen wir uns aber auch das Sicherheitsnetz“, sagt Ahrens. Laut Ramsey Faragher vom Royal Institute of Navigation in London, der hinter den GPS-Störungen die russischen Streitkräfte vermutet, geht es vor allem darum, Gegnern mögliche Angriffe mit Drohnen zu erschweren. Denn auch diese nutzen in der Regel GPS-Daten. „Dabei reichen die Störungen oft über Hunderte von Kilometern, also weit über das Konfliktgebiet hinaus“, so Faragher. So ist es auch in der Ostsee, die vom russisch-ukrainischen Krieg mitbetroffen ist. Das liegt insbesondere an den kriegswichtigen russischen Ölexporten über Häfen, die wiederum von der Ukraine mit Drohnen angegriffen werden. Russland stört allerdings nicht nur im Bereich solcher Öl-Häfen das GPS-Signal. Störangriffe gehen offenbar auch von der russischen Enklave Kaliningrad aus und reichen teils bis in den deutschen Luftraum. Damit stellt sich die Frage, ob dies als hybrider Angriff auf Deutschland gilt. Den Reportern antwortet dazu Florian Hahn (CSU), Staatsminister im Auswärtigen Amt: „Russland setzt damit ein deutliches Zeichen, will uns bedrohen und zeigen, was es kann, und uns unter Druck setzen.“ Wie gefährlich dieses Aufeinandertreffen von Krieg und ziviler Luftfahrt sein kann, zeigte zuletzt ein Fall im Dezember 2024, den die „ARD Story“ ebenfalls aufgreift. Ein Flugzeug mit 67 Passagieren ist damals von Aserbaidschan nach Russland unterwegs. Kurz nachdem es russischen Luftraum erreicht hat, funktionieren wegen einer GPS-Störung wichtige Systeme nicht mehr. Als am Zielort dichter Nebel hinzukommt, kann das Flugzeug nicht landen, irrt umher und wird schließlich von der russischen Luftabwehr beschossen, die es offenbar für eine ukrainische Drohne hielt. Bei der Bruchlandung sterben 38 der Insassen. „Ohne die Störungen“, legt sich Ramsey Faragher vom Royal Institute of Navigation in der Doku fest, „wäre das Flugzeug sicher gelandet.“ Über der Ostsee wurden bisher keine derartigen Unfälle oder kritische Situationen bekannt. Doch nach Ansicht von Staatsminister Hahn wird auch hier die Lage ernster: „Die Bedrohung nimmt zu, hybride Maßnahmen nehmen zu“, warnt er. Für die „ARD Story“ begleitete das NDR Team deshalb auch exklusiv einen Verband von NATO-Schiffen bei einem internationalen Manöver zwischen Schweden und Deutschland. Der Kommandant der Korvette „Erfurt“, einem Kampfschiff, bestätigte dort den Reportern: „Jamming ist mittlerweile ein alltägliches Ereignis.“ Dabei gelten auch Schiffe der russischen Schattenflotte als mutmaßliche Quellen von Störattacken. Zugleich gilt der zivile Seeverkehr als mögliches Ziel hybrider Kriegsführung, sobald sich mit GPS-Manipulationen Schiffe vom Kurs abbringen und letztlich ganze Häfen lahmlegen lassen. Was also ist zu tun? Eine Kommandeurin der Marine verweist auf den sogenannten Lagebildaufbau, also das Sammeln von Informationen und Beobachtungen, und auf „Abschreckung“ durch Präsenz. Doch reicht das? In Brüssel fragen die Autoren nach der Reaktion von EU und die NATO. „Es sollte definitiv nicht akzeptiert werden“, bestätigt in der Doku die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Und räumt Handlungsbedarf ein: „Wir ermutigen Mitgliedsstaaten, mehr zu tun.“ (Text: ARD)
    Deutsche Streaming-Premiere Sa. 23.05.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 26.05.2026 Das Erste
  • Folge 92 (45 Min.)
    Manche der deutschen Komponenten sind winzig – für die Steuerung und Navigation der Waffensysteme jedoch entscheidend.
    Ein packender Film über geheime Handelswege zwischen Deutschland und Russland mitten im Krieg. Deutschland steht offiziell fest an der Seite der Ukraine. Sanktionen sollen verhindern, dass westliche Technologie in russischen Waffen landet. Politik und Wirtschaft versichern immer wieder, dass Lieferketten unterbrochen seien. Doch stimmt das wirklich? Filmemacher Michael Höft und sein Team machen sich im kältesten Winter der Kriegsjahre auf den Weg nach Kyjiw. Der Himmel über der ukrainischen Hauptstadt wird fast jede Nacht vor allem von einer Waffe bedroht: der Drohne Geran-2. Diese Drohne wurde ursprünglich im Iran als Shahed-Drohne entwickelt und wird inzwischen in Russland selbst produziert. Immer wieder schlagen diese unbemannten Flugkörper in Wohnhäusern ein. Zivilisten sterben in ihren Wohnungen. Bei einem Termin beim ukrainischen Militärgeheimdienst erhält das NDR Team Zugang zu den Überresten abgeschossener Drohnen. Auf Tischen liegen zerlegte Elektronikteile, Kabel und Chips. Experten zeigen den Journalisten Bauteile aus westlicher Produktion. Besonders häufig tauchen elektronische Komponenten deutscher Hersteller auf. Ohne diese Bauteile würden viele der Drohnen nicht fliegen, erklären die Spezialisten dem Team. Doch wie gelangen solche Komponenten trotz der Sanktionen nach Russland? Auch im zivilen Bereich zeigen sich Widersprüche. Zu Beginn der Sanktionen wurde erwartet, dass die russische Luftflotte ohne westliche Ersatzteile schnell stillstehen würde. Doch zahlreiche Maschinen sind weiterhin im Einsatz. Recherchen des NDR deuten darauf hin, dass Komponenten, auch aus dem Umfeld des Luftfahrtkonzerns Airbus mit seinem großen Standort in Hamburg, über Drittstaaten nach Russland gelangen. Eine Spur führt dabei über Kirgistan. Geleakte russische Zollpapiere zeigen detailliert, welche Firmen welche Waren nach Russland geliefert haben und welchen Weg diese Güter genommen haben. Immer wieder führt die Spur nach Zentralasien. Vor allem Kasachstan spielt eine Schlüsselrolle. Die ehemalige Sowjetrepublik hat eine Zollunion und ein Freihandelsabkommen mit Russland. Gleichzeitig können europäische Firmen ihre Produkte problemlos nach Kasachstan exportieren. Seit Beginn des Krieges sind die Handelszahlen stark gestiegen. Mithilfe eines russischen Journalisten im Exil macht sich Michael Höft auf die Suche nach den Zwischenhändlern. In unauffälligen Lagerhallen in Almaty liegen unter anderem Kugellager „Made in Germany“. Von hier aus werden sie weiterverteilt, oft Richtung Russland. Das NDR Team verfolgt Lieferketten, spricht mit anonymen Händlern und konfrontiert deutsche Unternehmen mit ihren Recherchen. Dabei zeigt sich: Offiziell liefert niemand nach Russland. Doch über Umwege funktioniert der Handel weiterhin, präzise organisiert und äußerst lukrativ. Die „NDR Story“ folgt den Spuren deutscher Technologie von deutschen Industriegebieten über Zentralasien bis nach Russland. Der Film zeigt ein System aus Zwischenhändlern, Freihandelszonen und logistischen Schlupflöchern und stellt eine unbequeme Frage: Wenn Sanktionen den Krieg stoppen sollen, warum funktionieren die Lieferketten trotzdem weiter? (Text: Phoenix)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 06.05.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 27.05.2026 Das Erste
  • Folge 93 (45 Min.)
    Die ehemalige Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (r.) spricht mit Anwohnerin, die in der Notunterkunft Bayreuther Straße lebt.
    Die deutschen Städte verbuchen 2025 das größte Defizit der bundesdeutschen Geschichte. Und jetzt sparen sie was zu sparen geht: an Straßen, Kultur, erhöhen Gebühren für Kitas und Nahverkehr. Und die Bürger:innen gehen auf die Barrikaden. Die „ARD Story“ begleitet deutsche Städte ein Jahr durch die Krise: Warum fehlt plötzlich so viel Geld? Welche Folgen hat das für die Menschen und am Ende für die Demokratie? Deutschlands Städte sind im Minus, im tiefroten Minus. 2025 verbuchen sie das größte Defizit der bundesdeutschen Geschichte. Und jetzt sparen sie was zu sparen geht: an Straßen, Kultur und den Innenstädten, erhöhen Gebühren für Kitas, Schwimmbäder und den Nahverkehr. Geht gar nicht, finden viele Bürger:innen und gehen auf die Barrikaden. Die „ARD Story“ begleitet deutsche Städte ein Jahr durch die Krise, zeigt Politikerinnen und Politiker bei der Herausforderung: Wo kann man überhaupt noch sparen? Trifft Bürgerinnen und Bürger, die gegen die Sparpläne kämpfen und Angst um ihre Zukunft haben. Warum fehlt plötzlich so viel Geld? Was bedeutet die Finanznot der eigenen Stadt für das tägliche Leben? Und was passiert, wenn Frust und Wut der Bürger:innen über Einsparungen überhandnehmen? Gefährdet das die Demokratie? (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Di. 16.06.2026 Das Erste
  • Folge 94 (45 Min.)
    Ein Stromausfall wird zum „Blackout“, wenn er großflächig und lang anhaltend ist. Wäre es rein theoretisch möglich, dass in Teilen Europas einfach das Licht ausgeht? Und welche Konsequenzen hätte das?
    Erst wenn der Strom fehlt, merken wir, wie abhängig wir von ihm sind: Das Licht erlischt, Fahrstühle bleiben stecken, Ampelausfall führt zum Verkehrschaos, schon nach wenigen Stunden funktioniert kein Handy mehr – die Kommunikation bricht zusammen. Es gibt kein Geld mehr am Automaten, auch Kartenzahlung funktioniert nicht mehr und an der Tankstelle kann kein Sprit mehr gezapft werden. Spätestens wenn die Kühlketten und die Wasserversorgung zusammenbrechen, merken wir: Ohne Strom funktioniert nichts in diesem Land. Das gilt auch für ländliche Regionen: Kein Landwirt kann hunderte Kühe von Hand melken, Hühner ersticken an den Ausdünstungen ihres eigenen Kots, wenn die Lüftungen in den Ställen ausfallen. Industriell betriebene Landwirtschaft ist unmöglich ohne Strom. Doch: Wie sicher ist unser Stromnetz? Im Krieg gegen die Ukraine ist die elektrische Versorgung ein Hauptziel russischer Angriffe. Auch wir in Deutschland müssen uns mehr Gedanken machen: Wie gut sind wir vorbereitet – in Zeiten hybrider Kriegsbedrohung, beständig ansteigender Cyber-Angriffe, vermehrter Drohnensichtungen über Anlagen der kritischen Infrastruktur? Bei einer Großübung, bei der ein deutschlandweiter Stromausfall simuliert wird, sind wir unterwegs mit Helfern von Feuerwehr, Polizei und Militär. Schnell zeigt sich: Hier läuft längst nicht alles rund im Krisenfall – und vielen fehlen Antworten auf sehr einfache Fragen. Und weil die Stromtrassen Europas zusammenhängen: Kann ein solcher Ausfall das gesamte europäische Netz aus dem Takt bringen? Die „ARD Story“ lässt Menschen aus Stromwirtschaft, Katastrophenschutz, Militär und Politik auf die Problematik blicken, Betroffene zu Wort kommen, die bei den langanhaltenden Stromausfällen etwa im Münsterland 2005 oder jüngst in Berlin mit dabei waren. Sie schaut auf die Gesetzeslage und das neue „Kritis-Dachgesetz“, das so genannte „kritische Infrastruktur“ besser schützen soll. Sie zeigt aber auch: Wir alle haben uns in vielen Jahren des Friedens daran gewöhnt, dass immer alles funktioniert. Oder, wie es ein Helfer formuliert: „Es schadet nicht, Kerzen für den Frieden anzuzünden. Aber sie sind auch nützlich bei Stromausfall. Das haben wir nur vergessen.“ (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Di. 21.07.2026 Das Erste
  • Folge 95 (45 Min.)
    Mit dem 3D-Drucker lassen sich Waffen immer leichter herstellen – von der einfachen Wegwerfwaffe bis hin zum halbautomatischen 9-mm-Gewehr.
    Sie bestehen hauptsächlich aus Plastik, lassen sich im Do-it-yourself Verfahren herstellen und können töten. Waffen aus dem 3D-Drucker. Die Bauanleitung für eine Schusswaffe ist heute nur einen Klick entfernt, verteilt im Netz, anonym, kostenlos und ihre Nutzung nahezu unkontrollierbar. Die ARD Story zeigt, wie eine neue Generation selbstgebauter Waffen zur wachsenden Gefahr wird. Bei einer Razzia in Eisenach gegen die rechtsextreme Gruppe Knockout 51 stießen Ermittler auf etwas Überraschendes: Teile einer Waffe aus dem 3D-Drucker. Das Modell heißt FGC-9 – kurz für „Fuck Gun Control“ – und ist zum Symbol einer globalen Untergrundszene geworden, die Waffenrecht und Sicherheitsbehörden herausfordert. „Diese Waffe ist ein Game Changer“, sagt Carola Leva, Waffen-Forensikerin beim Bundeskriminalamt. Denn erstmals lässt sich ein halbautomatisches Gewehr nahezu vollständig im Eigenbau herstellen, mit einem 3D- Drucker und legal erhältlichen Materialien. Seit Jahren kursieren Anleitungen für den Bau von Waffen im Netz, Ermittlungsbehörden warnen heute vor einer Entwicklung, die nur schwer kontrollierbar ist. „Es ist eine Utopie, zu glauben, dass wir dieses Phänomen aufhalten können“, sagt auch Waffenexperte Leon Kersbergen von Europol. Doch woher stammt dieser Trend? Der Konstrukteur der Waffe FGC-9 tritt im Internet unter dem Pseudonym JStark auf. Mit Sturmmaske und Sonnenbrille ist er zur Ikone einer internationalen Waffenbau-Szene geworden. Sein radikales Ziel: Jeder Mensch soll Zugang zu Schusswaffen haben – ohne staatliche Kontrolle. Gemeinsam mit Rajan Basra vom King’s College London verfolgt die ARD Story die Online-Aktivitäten von JStark. „Mit der Veröffentlichung der Baupläne hat er viel riskiert“, sagt Basra. Der Extremismusforscher stößt dabei auf immer mehr Hinweise zu JStarks Weltbild: rassistische Kommentare, antisemitische Sprache und Posts voller Hass. Schließlich ist sich der Forscher sicher, den Erfinder der FGC-9 identifiziert zu haben. Die Spur führt nach Hannover. Doch die Menschen, die JStark und seine Waffe feiern, findet man quasi überall auf der Welt. Die Recherche führt die ARD Story-Autoren an unterschiedliche Orte und zeigt: Der Bauplan kursiert etwa bei rechtsextremen Terrorzellen in Deutschland und England, aber genauso bei Waffen-Enthusiasten in den USA, wo sich die Technologie immer weiterentwickelt. Vor allem junge Männer finden sich online zusammen. Es entstehen globale Netzwerke, die Waffenbau mit extremistischer Ideologie verbinden. Ermittler sehen politischen Handlungsbedarf. Doch was können Politik und staatliches Waffenrecht ausrichten, wenn sich tödliche Waffen immer einfacher selbst herstellen lassen? (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 22.07.2026 Das Erste
  • Folge 96 (45 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Di. 28.07.2026 Das Erste
  • Folge 97 (45 Min.)
    Die investigative Dokumentation enthüllt, wie Russland Krypto-Währungen nutzt, um westliche Sanktionen zu umgehen, Rüstungsgüter zu finanzieren und geopolitischen Einfluss auszuweiten. Mithilfe überschüssiger Energieressourcen betreibt der Kreml riesige „Bitcoin-Farmen“ und setzt digitale Währungen gezielt zur Destabilisierung demokratischer Systeme ein. Der Film zeigt, wie sogenannte „Shadow Territories“ für illegales Bitcoin-Mining genutzt werden. Expert:innen warnen: Fehlende Regulierung und internationale Untätigkeit erleichtern den Missbrauch. Die Doku beleuchtet die Gratwanderung zwischen den Potenzialen digitaler Währungen und ihrer Rolle als geopolitische Waffe. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 29.07.2026 Das Erste

zurückweiter

Erhalte Neuigkeiten zu ARD Story direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu ARD Story und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Erinnerungs-Service per E-Mail

TV Wunschliste informiert dich kostenlos, wenn ARD Story online als Stream verfügbar ist oder im Fernsehen läuft.

Auch interessant…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App