Blackout – Wie sicher ist Deutschlands Stromnetz
Folge 94 (45 Min.)
Ein Stromausfall wird zum „Blackout“, wenn er großflächig und lang anhaltend ist. Wäre es rein theoretisch möglich, dass in Teilen Europas einfach das Licht ausgeht? Und welche Konsequenzen hätte das?Bild: WDR/Ian Cuming/imago classicErst wenn der Strom fehlt, merken wir, wie abhängig wir von ihm sind: Das Licht erlischt, Fahrstühle bleiben stecken, Ampelausfall führt zum Verkehrschaos, schon nach wenigen Stunden funktioniert kein Handy mehr – die Kommunikation bricht zusammen. Es gibt kein Geld mehr am Automaten, auch Kartenzahlung funktioniert nicht mehr und an der Tankstelle kann kein Sprit mehr gezapft werden. Spätestens wenn die Kühlketten und die Wasserversorgung zusammenbrechen, merken wir: Ohne Strom funktioniert nichts in diesem Land. Das gilt auch für ländliche Regionen: Kein Landwirt kann hunderte Kühe von Hand melken, Hühner ersticken an den Ausdünstungen ihres eigenen Kots, wenn die Lüftungen in den Ställen ausfallen.Industriell betriebene Landwirtschaft ist unmöglich ohne Strom. Doch: Wie sicher ist unser Stromnetz? Im Krieg gegen die Ukraine ist die elektrische Versorgung ein Hauptziel russischer Angriffe. Auch wir in Deutschland müssen uns mehr Gedanken machen: Wie gut sind wir vorbereitet – in Zeiten hybrider Kriegsbedrohung, beständig ansteigender Cyber-Angriffe, vermehrter Drohnensichtungen über Anlagen der kritischen Infrastruktur? Bei einer Großübung, bei der ein deutschlandweiter Stromausfall simuliert wird, sind wir unterwegs mit Helfern von Feuerwehr, Polizei und Militär. Schnell zeigt sich: Hier läuft längst nicht alles rund im Krisenfall – und vielen fehlen Antworten auf sehr einfache Fragen. Und weil die Stromtrassen Europas zusammenhängen: Kann ein solcher Ausfall das gesamte europäische Netz aus dem Takt bringen? Die „ARD Story“ lässt Menschen aus Stromwirtschaft, Katastrophenschutz, Militär und Politik auf die Problematik blicken, Betroffene zu Wort kommen, die bei den langanhaltenden Stromausfällen etwa im Münsterland 2005 oder jüngst in Berlin mit dabei waren. Sie schaut auf die Gesetzeslage und das neue „Kritis-Dachgesetz“, das so genannte „kritische Infrastruktur“ besser schützen soll. Sie zeigt aber auch: Wir alle haben uns in vielen Jahren des Friedens daran gewöhnt, dass immer alles funktioniert. Oder, wie es ein Helfer formuliert: „Es schadet nicht, Kerzen für den Frieden anzuzünden. Aber sie sind auch nützlich bei Stromausfall. Das haben wir nur vergessen.“ (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Di. 21.07.2026 Das Erste Waffen aus dem 3D-Drucker
Folge 95 (45 Min.)Mit dem 3D-Drucker lassen sich Waffen immer leichter herstellen – von der einfachen Wegwerfwaffe bis hin zum halbautomatischen 9-mm-Gewehr.Bild: WDR/Norbert LübbersSie bestehen hauptsächlich aus Plastik, lassen sich im Do-it-yourself Verfahren herstellen und können töten. Waffen aus dem 3D-Drucker. Die Bauanleitung für eine Schusswaffe ist heute nur einen Klick entfernt, verteilt im Netz, anonym, kostenlos und ihre Nutzung nahezu unkontrollierbar. Die ARD Story zeigt, wie eine neue Generation selbstgebauter Waffen zur wachsenden Gefahr wird. Bei einer Razzia in Eisenach gegen die rechtsextreme Gruppe Knockout 51 stießen Ermittler auf etwas Überraschendes: Teile einer Waffe aus dem 3D-Drucker.Das Modell heißt FGC-9 – kurz für „Fuck Gun Control“ – und ist zum Symbol einer globalen Untergrundszene geworden, die Waffenrecht und Sicherheitsbehörden herausfordert. „Diese Waffe ist ein Game Changer“, sagt Carola Leva, Waffen-Forensikerin beim Bundeskriminalamt. Denn erstmals lässt sich ein halbautomatisches Gewehr nahezu vollständig im Eigenbau herstellen, mit einem 3D- Drucker und legal erhältlichen Materialien. Seit Jahren kursieren Anleitungen für den Bau von Waffen im Netz, Ermittlungsbehörden warnen heute vor einer Entwicklung, die nur schwer kontrollierbar ist. „Es ist eine Utopie, zu glauben, dass wir dieses Phänomen aufhalten können“, sagt auch Waffenexperte Leon Kersbergen von Europol. Doch woher stammt dieser Trend? Der Konstrukteur der Waffe FGC-9 tritt im Internet unter dem Pseudonym JStark auf. Mit Sturmmaske und Sonnenbrille ist er zur Ikone einer internationalen Waffenbau-Szene geworden. Sein radikales Ziel: Jeder Mensch soll Zugang zu Schusswaffen haben – ohne staatliche Kontrolle. Gemeinsam mit Rajan Basra vom King’s College London verfolgt die ARD Story die Online-Aktivitäten von JStark. „Mit der Veröffentlichung der Baupläne hat er viel riskiert“, sagt Basra. Der Extremismusforscher stößt dabei auf immer mehr Hinweise zu JStarks Weltbild: rassistische Kommentare, antisemitische Sprache und Posts voller Hass. Schließlich ist sich der Forscher sicher, den Erfinder der FGC-9 identifiziert zu haben. Die Spur führt nach Hannover. Doch die Menschen, die JStark und seine Waffe feiern, findet man quasi überall auf der Welt. Die Recherche führt die ARD Story-Autoren an unterschiedliche Orte und zeigt: Der Bauplan kursiert etwa bei rechtsextremen Terrorzellen in Deutschland und England, aber genauso bei Waffen-Enthusiasten in den USA, wo sich die Technologie immer weiterentwickelt. Vor allem junge Männer finden sich online zusammen. Es entstehen globale Netzwerke, die Waffenbau mit extremistischer Ideologie verbinden. Ermittler sehen politischen Handlungsbedarf. Doch was können Politik und staatliches Waffenrecht ausrichten, wenn sich tödliche Waffen immer einfacher selbst herstellen lassen? (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mi. 22.07.2026 Das Erste Geschäfte mit ausländischen Azubis
Folge 96 (45 Min.)Deutsche TV-Premiere Di. 28.07.2026 Das Erste Der Krypto-Krieg
Folge 97 (45 Min.)Die investigative Dokumentation enthüllt, wie Russland Krypto-Währungen nutzt, um westliche Sanktionen zu umgehen, Rüstungsgüter zu finanzieren und geopolitischen Einfluss auszuweiten. Mithilfe überschüssiger Energieressourcen betreibt der Kreml riesige „Bitcoin-Farmen“ und setzt digitale Währungen gezielt zur Destabilisierung demokratischer Systeme ein. Der Film zeigt, wie sogenannte „Shadow Territories“ für illegales Bitcoin-Mining genutzt werden. Expert:innen warnen: Fehlende Regulierung und internationale Untätigkeit erleichtern den Missbrauch. Die Doku beleuchtet die Gratwanderung zwischen den Potenzialen digitaler Währungen und ihrer Rolle als geopolitische Waffe. (Text: ARD)Deutsche TV-Premiere Mi. 29.07.2026 Das Erste
