37 Grad

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    • Kein Smalltalk, keine Lügen – Leben mit Autismus
      Folge 858 (30 Min.)
      Bild: ZDF
      Peter und Martina sind seit 22 Jahren verheiratet, er liebt seine Frau auf seine Art. – © ZDF

      Sie lieben Logik und Wahrheit. Lügen und Smalltalk schätzen Autisten gar nicht. Ihre Gefühle sind eben anders. Wie kommen sie damit in unserer Welt zurecht? Menschen mit dem Asperger-Syndrom nehmen die Welt optisch, akustisch und vor allem Gefühle anders wahr. Welche Herausforderungen begegnen ihnen in „unserer“ hektischen, lauten Welt, in der nicht immer die Wahrheit zählt? Laut Wissenschaft ist ein Gendefekt dafür verantwortlich, dass das Gehirn vor allem im „Gefühlsbereich“ anders funktioniert. Schweregrad und Erscheinungsformen sind dabei sehr verschieden. Manche sind hochbegabt, andere brauchen ein Leben lang Betreuung. „37°“ begleitet drei Menschen, die das Asperger-Syndrom haben. Was unterscheidet sie eigentlich von den „Normalos“? Wie kommen sie mit den Herausforderungen in unserer Welt zurecht, in der Kommunikation häufig nicht klar und direkt abläuft? Wie gehen sie mit Gefühlen um – in der Familie und mit ihren Partnern? Ein Film mit humorvollen Situationen und mit Momenten, die uns nachdenklich über unser Verhalten machen. Ist es wirklich so sonderbar, wahrhaftig zu sein? Peter, 49, hat das geschafft, was viele „gesunde“ Menschen nicht hinbekommen: Er hat in Geophysik promoviert, eine Familie gegründet, arbeitet in der IT-Abteilung eines Pharmakonzerns. Das ist sein Lebensplan, und den verfolgt er exakt. In Peters Leben gibt es immer Plan A, Plan B und notfalls auch Plan C. Mit seiner Frau Martina ist er seit 22 Jahren verheiratet, er liebt sie – auf seine Art. Die erste Liebeserklärung zeichnete er am Strand in den Sand: Ein mathematisches Koordinatensystem, das zeigt, dass „Liebe ein Zugewinn an Vertraulichkeit“ darstellt. Wird in Peters Leben auch weiterhin alles nach Plan laufen? Wenn Marcello lächelt, strahlen seine Augen. Der 26-Jährige mag Menschen, zu seiner Mutter hat er eine enge Beziehung. Zahlen aber faszinieren ihn. Schon vor der Einschulung konnte er rechnen und lesen. Andere Kinder interessierten ihn weniger. Mit der Zeit entwickelte er Spezialinteressen: Computersprachen, spirituelle Schriften und vegane Ernährung. Sein Studium der Informatik aber schmiss er hin – er konnte schon alles. Jetzt macht Marcello eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme und betreut ehrenamtlich einen alten Mann im Hospiz. Denise wirkt auf den ersten Blick gar nicht sonderbar. Sie schaut in die Augen, runzelt die Stirn, lächelt. Doch vieles an ihrem Verhalten hat sie sich hart antrainiert. Es fehlt die Empathie, das Hineinversetzen in das Gegenüber. Gefühle müssen mit Worten benannt werden. Denise schreibt in einer Stunde einen Artikel, für den andere zwei Tage brauchen. Trotzdem lebt sie noch bei ihrer Mutter, die ihr bürokratische Dinge abnimmt. Jetzt wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit: Sie zieht mit ihrem neuen Freund in eine eigene Wohnung. Ein Experiment. Für Denise ist Autismus nicht bloß Defizit, sondern auch Bereicherung. Wenn Autisten über Nicht-Autisten sprechen, dann sagen sie: „Die Neurotypischen“, und das klingt manchmal fast wie „Langweiler“. In einer Gesellschaft, in der zunehmend Singles leben, die Kommunikation mit Handy und Computern den Alltag bestimmen und „autistisches“ Verhalten schon fast zum Lifestyle gehört, stellt sich die Frage: Was ist schon normal? (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 19.01.2016 ZDF
      Die ursprünglich für den 10.11.2015 angekündigte Erstausstrahlung dieser Folge ist wegen der Berichterstattung zum Tode Helmut Schmidts entfallen.

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      29.02.201623:55–00:253sat
      23:55–00:25
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      20.01.201603:50–04:20ZDF
      03:50–04:20
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