37 Grad

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    • Was am Ende wirklich zählt
      Folge 859 (30 Min.)
      Bild: ZDF
      Mutter und Tochter. – © ZDF

      Viele Menschen bereuen am Ende des Lebens gerade das, was sie nicht gemacht haben. Sie erkennen, dass sie mehr hätten wagen, mehr Gefühle hätten zulassen sollen. Am Ende des Lebens erahnen sie, worum es im Leben wirklich geht. Wie schön wäre es, dies schon zu wissen, solange jemand noch geben, reden und handeln kann. Jutta Winkelmann hat Krebs. Sie ist eine der weltberühmten „Getty Twins“. Zwei schöne Schwestern aus Kassel, die im Alter von 20 Jahren auszogen, um als Hippies Liebe in die Welt zu bringen, zunächst in Rom, dann in Los Angeles und schließlich in einem Leben ohne Grenzen. Nichts schien zu anstrengend, nichts haben sie ausgelassen. Das Leben war aufregend, rasant und flüchtig. Heute ist Juttas Leben langsam, leiser und mühsam, aber immer noch spannend, denn die 66-Jährige erkennt jeden Tag mehr, was im Leben wirklich zählt. „Ich hätte mich mehr einlassen sollen auf die Liebe, nicht immerzu flüchten und suchen. Denn manchmal hatte man längst gefunden, was man suchte, doch man zog mit wehenden Fahnen weiter und hat es aus den Augen verloren.“ Monika hat schwarzen Hautkrebs auf den Organen. Endstadium. Sie hat bereits alles vorbereitet, den Bestatter bestellt. „Ich könnte sofort abtreten. Vielleicht habe ich die Krankheit sogar herbeigesehnt, um mich endlich zu spüren. Jetzt allerdings könnte ich auf den Krebs verzichten, denn ich sehe nun, dass das Leben auch sehr schöne Seiten hat, und sterben ist doch anders als ich gedacht habe.“ Die 52-jährige Monika hat im Rückblick auf ihr Leben die Schutzmauern zu hoch gezogen. Irgendwann waren sie unüberwindbar. „Ich hatte immer Angst – vor Enttäuschung, vor Ablehnung, die Angst, nicht zu genügen, zu versagen. Dabei fehlte mir oft einfach nur der Mut, auszusprechen, was ich wirklich fühle oder denke. Ich habe nie zu einem Menschen gesagt, dass ich ihn liebe. Und ich habe partout nicht zugelassen, dass mich jemand wirklich mag“, sagt sie. Sie bereut, dass sie sich nicht selbst treu gewesen ist, sich hinter der Maske der Starken und Unabhängigen versteckt hat. „Wenn sich jemand mir aufrichtig zugewandt hat, habe ich mich abrupt abgewandt oder auf Angriff umgeschaltet. Ich hätte mir ein wenig mehr Glück zugestehen sollen. Doch ich hatte wohl Angst vor dem Frieden, weil ich ihn nicht kannte.“ Auffällig ist, dass im Rückblick auf das eigene Leben viele Menschen weniger ihre Fehler bedauern, ihre Taten, sondern eher die Chancen, die sie nicht ergriffen haben, die verpassten Gelegenheiten – also das, was sie eben nicht gemacht haben. Doch das Leben so zu leben, wie man es wirklich leben will, erfordert immensen Mut. Und nichts scheint am Ende so viel zu wiegen wie Glück und Erfüllung in menschlichen Beziehungen – oder deren Mangel. In der „37°“-Dokumentation geht es um das Sterben, aber viel mehr noch um das Leben – ein Leben, das es wert ist, so genannt zu werden: mutig, offen – zugewandt. Von Sterbenden lernen heißt leben lernen. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 24.11.2015 ZDF

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      01.12.201523:50–00:213sat
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      Di
      24.11.201522:15–22:45ZDF NEU
      22:15–22:45

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