2017, Folge 1–16
Folge 1/2017
Folge 1Tango ist mehr als ein Tanz: Nicole Nau und Luis Pereyra Tango Argentino – das ist das Leben pur. Nicole Nau war Mitte 20, als sie dem Tangofieber erlag. Von heute auf morgen kehrte sie ihrer Heimatstadt Düsseldorf den Rücken und flog nach Argentinien, um Tango zu lernen. In Buenos Aires ließ sie sich zur professionellen Tänzerin ausbilden, wurde als Deutsche die Königin der argentinischen Nationaldisziplin und traf die Liebe ihres Lebens: den Tangostar Luis Pereyra. Seit über 15 Jahren sind die beiden ein Paar, auf der Bühne und privat.Mit ihrer neuen Show „Vida! Argentino“ sind sie auf Deutschlandtournee. Und am 23. Januar zu Gast bei Westart live. Sinn und Unsinn: der Kabarettist Rainald Grebe Er ist Schauspieler, Sänger, Kabarettist und jetzt auch noch Kulturbotschafter. „Alles ging damit los, dass eine alte Bekannte anrief, ob ich nicht einen Volksmusik-Workshop in der Elfenbeinküste machen wolle, mit ivorischen Deutschstudenten“, sagt Rainald Grebe. Und so fuhr er Anfang 2016 nach Abidjan. Was er dort erlebt hat, bildet den Rahmen seines neuen Soloprogramms. In einer wilden Mischung aus Stand-up, Videoprojektionen und Slapstick nimmt er alles aufs Korn, was er für schräg oder schlicht für falsch hält – von der digitalen Revolution über den Kleinstadtfrust bis zur Midlife-Crisis. Ab Februar ist der Mann, den Songs wie „Brandenburg“ und „Dörte“ berühmt gemacht haben, mit seinem „Elfenbeinkonzert“ auf Tour. Die Wandelbare: die Schauspielerin Meike Droste Sie kann Theater, Film und Fernsehen: die Schauspielerin Meike Droste. Nach Engagements am Berliner Ensemble, dem Züricher Schauspielhaus und dem Deutschen Theater Berlin steht sie zurzeit in der Staatsoper Berlin auf der Bühne. Die Fernsehzuschauer kennen sie vor allem als Polizeimeisterin Bärbel Schmied aus der Krimiserie „Mord mit Aussicht“. Jetzt spielt sie die Titelrolle im ARD-Sechsteiler „Frau Temme sucht das Glück“. „Mich haben an der Figur vor allem zwei Aspekte interessiert“, sagt sie, „ein Geheimnis in ihrem Privatleben, das sie mit sich herumträgt und nur selten nach außen dringen lässt, und ihre absolute Durchschnittlichkeit“, die Meike Droste, so viel sei verraten, absolut überdurchschnittlich spielt. Das Leichte und das Schwere: der Schauspieler Sebastian Schwarz Für Sebastian Schwarz ist „Frau Temme sucht das Glück“ eine „richtig gute Dramedy“, eine gelungene Mischung aus Comedy und Drama. An der Seite von Meike Droste spielt er den smarten Versicherungsangestellten Frank Weber, der zielstrebig nach oben will und dabei immer wieder an seine Grenzen stößt. Auch in seiner Karriere hat es der Schauspieler geschafft, das Leichte mit dem Schweren zu verbinden. Seit 2008 gehört er zum Ensemble der Schaubühne Berlin und war unter anderem in „Hamlet“, „Sommergäste“ und „Professor Bernhardi“ zu sehen. Außerdem steht er regelmäßig für Kino- und TV-Produktionen („Tatort“ oder „Wilsberg“) vor der Kamera. Und mit Rainald Grebe hat er an der Schaubühne auch schon gearbeitet. „Frau Temme sucht das Glück“: Neue Serie im Ersten „Das Risiko lauert überall.“ Davon ist Carla Temme überzeugt. Sie ist Mitte 30 und hat ihre mathematische Begabung zum Beruf gemacht. Bei der „Rheinischen“, einer großen Versicherungsgesellschaft, arbeitet sie als Risikoanalystin und lotet die Wahrscheinlichkeit des (Un-)Glücks aus. Doch gerade hat die „Rheinische“ selbst eine Pechsträhne. Um das schleppende Geschäft wieder ans Laufen zu bringen, hat sich die Chefetage eine „No-Limit-Versicherung“ ausgedacht, die selbst das absurdeste Risiko abdeckt. Kann man sich gegen die Untreue des Ehemanns versichern? Und wie steht es mit der Gefahr eines Ufo-Absturzes? Fragen, auf die Frau Temme und ihre Kollegen eine Antwort finden müssen. Dabei tauchen sie tief in die Ängste der Deutschen ein. Ab dem 24. Januar ist „Frau Temme sucht das Glück“ dienstagabends um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen. Kunst in 60 Minuten: der Zeichner und Cartoonist Peter Gaymann Hühner sind sein Markenzeichen. Peter Gaymann, 1950 in Freiburg geboren und seit über 25 Jahren in Köln zu Hause, hat ein ganzes „Huhniversum“ geschaffen. Mit dem Federvieh in allen Lebenslagen hält er uns augenzwinkernd den Spiegel vor. Seit über 40 Jahren ist er freischaffender Zeichner und Cartoonist, arbeitet regelmäßig für die Zeitschrift „Brigitte“, hat zahlreiche Bildbände veröffentlicht, Kochbücher illustriert und auch schon Briefmarken für die Post entworfen. Im vergangenen Herbst erschienen erstmals seine fast hühnerfreien Reiseskizzen, entstanden auf den vielen Fahrten durch Frankreich, Spanien, England, Schweden oder Kuba. Im Studio zeichnet Peter Gaymann live. Agentenkomödie: „Kundschafter des Friedens“ James Bond war er zwar nicht, aber doch ein Top-Spion der DDR. Jetzt ist Jochen Falk (Henry Hübchen) pensioniert und staunt nicht schlecht, als ihn der Erzfeind BND um Hilfe bittet. Er soll den designierten Präsidenten einer ehemaligen Sowjetrepublik aufspüren, der zusammen mit dem BND-Agenten Frank Kern (Jürgen Prochnow) entführt worden ist. Ausgerechnet Kern, der ihn vor 30 Jahren enttarnt hat! Falk willigt ein, besteht aber darauf, sein altes Team zu reaktivieren: den Bastler Jacky (Michael Gwisdek), das Organisationswunder Locke (Thomas Thieme) und Gigolo Harry (Winfried Glatzeder). Als Aufpasserin stellt ihnen der BND die junge Agentin Paula (Antje Traue) zur Seite. Zunächst läuft alles schief, bis sich die vier „Kundschafter des Friedens“ auf ihre alten Fähigkeiten besinnen. Die Spionage-Komödie, die 27 Jahre nach dem Mauerfall virtuos mit alten Klischees spielt, kommt am 26. Januar in die Kinos. Kunst und Konsum: die Ausstellung „Let’s buy it“ Kunst hat mit Können zu tun. Aber auch mit Kaufen? Dieser Frage geht die Ausstellung „Let’s buy it“ in der Ludwiggalerie in Schloss Oberhausen nach. Am Beispiel zahlreicher Werke aus dem 15. Jahrhundert bis in die Neuzeit wird deutlich, wie eng Konsum und Kunst beieinanderliegen. So schlagen sich die wechselnden Moden des Kunstmarktes über Jahrhunderte in Übermalungen, Fälschungen und Umdeutungen nieder. Und schon früh waren Künstler wie Albrecht Dürer auch Unternehmer. Die Moderne hat das „Shoppen“ selbst zum Thema gemacht: Andy Warhol mit Motiven aus der Warenwelt oder auch Gerhard Richter, der Brigitte Bardot mit ihrer Mutter beim Einkaufen malt. Anja Backhaus hat sich die Ausstellung, die vom 22. Januar bis zum 14. Mai in Oberhausen zu sehen ist, für Westart live angeschaut. Außerdem: Der Keim ist da! Hymne oder Verriss? Diesmal stellt unser Theaterkritiker Stefan Keim „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ vor, eine Neuinszenierung von Bertolt Brechts furioser Kapitalismuskritik am Theater Münster. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 23.01.2017 WDR Folge 2/2017
Folge 2Musik, die unter die Haut geht, Spaß am anarchischen Puppenspiel und die flirrende Schönheit des Alltags. Das sind die Zutaten der nächsten Ausgabe von Westart live. Zu Gast sind der Sänger Max Mutzke, die Medienkünstlerin Britta Thie, die Schriftstellerin Julia Zange, der Puppenspieler René Marik und der Bildhauer Stefan Rosendahl. Deutschlands Soulstimme Nr. 1: Max Mutzke: Der Mann mit der Kappe ist einer der besten Sänger Deutschlands. Ob Soul, Funk, Jazz oder Pop – Max Mutzkes Musik geht unter die Haut.2004 vertrat er Deutschland beim European Song Contest mit „Can’t Wait Until Tonight“, ein rasanter Karrierestart, der hielt, was er versprach. In den letzten Jahren gewann Max Mutzke zahlreiche Preise (unter anderem die 1Live Krone), trat mit Jazzstars wie Klaus Doldinger und Nils Landgren auf und veröffentlichte acht Alben – zuletzt „Experience“, das er gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie aufgenommen hat. Ein „Ritterschlag“ und „gigantisches Erlebnis“, wie er sagt. Zurzeit ist Max Mutzke auf Deutschlandtour und mit seiner Band bei Westart live zu Gast. Anarchische Show: der Puppenspieler René Marik: Ein Maulwurf aus Plüsch – blind, wie es sich für dieses Tier gehört, leicht cholerisch und mit einem aberwitzigen Sprachfehler gesegnet – begeistert Millionen auf Youtube und Tausende von Zuschauern live auf der Bühne. Der Mann, der den Maulwurf zur Kultfigur machte, ist der Puppenspieler und Musiker René Marik. Frosch Falkenhorst, Eisbär Kalle und der Hasskasper komplettieren sein Ensemble. „Ich bin Comedian“, sagt René Marik, „und Anarchist“. Am 31. Januar startet er seine neue Tour „Best of Plus X“. Vorher lässt er im Westart live-Studio die Puppen tanzen. Leben im Dazwischen: die Medienkünstlerin Britta Thie: Sie bringt das Lebensgefühl ihrer Generation auf den Punkt: Britta Thie, Medienkünstlerin und Model. 1987 in Minden geboren, studierte sie Kunst in Münster, Berlin und New York. Ihre Webserie „Transatlantics“, von Arte und der Frankfurter Schirn veröffentlicht, ist ein Videotagebuch ihres Alltags. In sechs Folgen erzählt sie mal schrill, mal nachdenklich von sich und ihren Freunden, von Liebe und Einsamkeit, Träumen und Zweifeln, Feminismus und Kunst. Ein Leben im Dazwischen, das die Grenze zwischen Wirklichkeit und Spiel verwischt. Nach dem großen Erfolg von „Transatlantics“ hat Britta Thie im vergangenen Sommer an den Münchner Kammerspielen ein „Live-Drama über die Tragik des Ratings“ inszeniert. Bei Westart live erzählt sie von ihrem Plan für eine TV-Show fürs Streaming, in der es um „Emotionale Mobilität“ in unserer digitalisierten virtuellen Welt gehen wird. „Realitätsgewitter“: Julia Zange über die Vereinsamung einer Generation: Sie ist Schauspielerin, Redakteurin und Schriftstellerin: Julia Zange. In der Webserie „Transatlantics“ von Britta Thie spielte sie eine Hauptrolle und ist demnächst in Philip Grönings Film „Mein Bruder Robert“ im Kino zu sehen. Als Schriftstellerin gewann sie 2005 den „open mike“. Nun ist ihr neuer Roman erschienen: „Realitätsgewitter“ – ein Roman über die Vereinsamung ihrer Generation. Darin taumelt ihre Protagonistin Marla durch die Großstadt und begegnet vielen jungen Menschen, die wie sie keine dauerhaften Bindungen eingehen können. Wenig Sex, dafür mehr iPhone-Kontakte, immer unterwegs, aber ohne einen richtigen Halt im Leben. In Westart live erzählt sie, was sie zu diesem Buch inspiriert hat. Zeitlos schön: Sage Sohiers Bildband „Witness to Beauty“: Sie ist bekannt für ihre Porträts: die amerikanische Fotografin Sage Sohier. In der neuen Serie „Witness to Beauty“ steht ihre Mutter im Mittelpunkt. Die heute 89-Jährige war ein gefeiertes Topmodel, eine Stilikone der 50er-Jahre. Sage Sohiers Porträts entstanden zwischen 2000 und 2014. Sie zeigen, wie die Mutter dem Alter trotzt und souverän das Beste daraus macht. Es sind sehr persönliche Aufnahmen, die den Wandel des Schönheitsideals dokumentieren, mehr aber noch über das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter erzählen. „Ich dachte, das Altern würde schrecklich für sie werden“, sagt Sage Sohier. „Aber jetzt ist sie schon 89 und hat noch immer eine irre Energie!“ „Erzähl es niemandem!“ Eine deutsch-norwegische Liebesgeschichte im Kino: Ostern 1942. Auf der norwegischen Insel Hinnoy begegnet die 19-jährige Lillian dem deutschen Wehrmachtssoldaten Helmut. Es ist Liebe auf den ersten Blick – in einem von den Deutschen besetzten Land. Als Lillian an der Beziehung zu zweifeln beginnt, vertraut ihr Helmut ein Geheimnis an: Seine Mutter ist Jüdin, er selbst trägt die Soldatenuniform zur Tarnung. Er beschwört sie, niemandem etwas davon zu erzählen. Lillian hält sich daran. Erst nach dem Tod des Vaters rekonstruiert die Journalistin Randi Crott die Liebesgeschichte ihrer Eltern und veröffentlicht gemeinsam mit ihrer Mutter das bewegende Buch „Erzähl es niemandem!“ Der Bestseller ist die Grundlage des gleichnamigen Dokumentarfilms von Klaus Martens, der in Deutschland und Norwegen gedreht wurde und am 2. Februar in die Kinos kommt. Kunst in 60 Minuten: der Künstler und Bildhauer Stefan Rosendahl: Die Frage nach dem „rechten Maß“, nach dem Verhältnis von Körper und Raum zieht sich wie ein roter Faden durch Stefan Rosendahls Werk. „Bis heute beschäftigt mich der menschliche Körper als bildgebendes Medium“, sagt er, „demgegenüber Architektur als das Zeichen für menschliches Maß.“ 1970 in Münster geboren, studierte er nach einer Ausbildung zum Steinmetz Kunst und Bildhauerei in Bremen, Marseille und Münster. 2004 war er Meisterschüler von Katharina Fritsch. Seit 1995 arbeitet er als freier Bildhauer. Seine Werke sind in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Außerdem unterrichtet er und kuratiert internationale Projekte. Kosmos der Straße: Peter Lindbergh und Garry Winogrand im NRW-Forum: Zwei Weltstars der Fotografie in Düsseldorf: Unter dem Titel „Women on Street“ präsentiert das NRW-Forum Arbeiten von Peter Lindbergh und Garry Winogrand. Es sind außergewöhnliche Einblicke in den Kosmos der Straße. Garry Winogrand (1928–1984) gehört zu den wichtigsten Vertretern der Street Photography. Von ihm sind 85 Schwarz-Weiß-Bilder zu sehen sowie als Weltpremiere auch seine seltenen Farbaufnahmen aus den Jahren 1958 bis 1967. Peter Lindbergh, in Rheinhausen aufgewachsen, ist einer der bedeutendsten Modefotografen der Welt. Mit seinen Aufnahmen von Naomi Campbell, Linda Evangelista, Tatjana Patitz und Cindy Crawford prägte er den Begriff des Supermodels. Die Ausstellung zeigt 44 Fotos, die bei Modeshootings auf der Straße entstanden sind. Sie wird am 3. Februar zum Duesseldorf Photo Weekend 2017 eröffnet und ist bis zum 30. April zu sehen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 30.01.2017 WDR Folge 3/2017
Folge 3Tiere. Essen. Denken. Kunst. Darum geht es in der nächsten Ausgabe von Westart live. Zu Gast sind der Philosoph Richard David Precht, der vegane Kochstar Attila Hildmann, der Hornist Felix Klieser, die Kabarettistin Christin Henkel und der Künstler Luki. Das Tier und wir: Richard David Precht über ein schwieriges Verhältnis: Philosoph war nicht sein Berufswunsch Nr. 1. „Ich wollte als Kind Zoodirektor werden“, sagt Bestseller-Autor Richard David Precht. Und so erkundet er in seinen Büchern nicht nur das menschliche Dasein, sondern fragt auch nach den Rechten der Tiere.Dürfen Menschen Tiere essen? Sie in Käfige sperren und für Experimente benutzen? Wie passt zusammen, dass wir Tiere streicheln, quälen, schlachten? Sein neues Buch „Tiere denken“ beunruhigt und provoziert. Und es regt an, unser Verhalten zu ändern. Vorschriften will uns der Philosoph aber nicht machen. „Es geht in der Moral ja nicht darum, der Beste zu sein“, sagt er, „sondern so viel Gutes wie möglich zu erreichen.“ „Ich liebe die Vielseitigkeit!“ Der Hornist Felix Klieser: Er war erst vier, als er seinen Eltern verkündete: „Ich will ein Horn!“ Heute ist er mit Mitte 20 Profi-Hornist, trat bereits mit Sir Simon Rattle und Sting auf, bekam 2014 den ECHO Klassik und 2016 den Leonard-Bernstein-Award. Dabei hatte er denkbar ungünstige Voraussetzungen. Felix Klieser wurde ohne Arme geboren und spielt das Instrument mit den Füßen. Mit enormer Ausdauer und unglaublichem Talent schaffte er es als 13-Jähriger auf die Musikhochschule Hannover. Er gewann zahlreiche Preise bei „Jugend musiziert“, spielte im Bundesjugendorchester und nahm 2013 gemeinsam mit dem Pianisten Christof Keymer seine erste hochgelobte CD auf. „Vielleicht hab’ ich mir das Horn deshalb ausgesucht, weil ich dachte: Wenn ich es damit schaffe, schaff ich es mit allem“, sagt er. 2015 erschien die zweite CD „Horn Concertos“. Zurzeit bereitet er ein Kammermusikprojekt vor, mit dem er unter anderem am 19. Februar in der Essener Philharmonie gastiert. Sanfter Zynismus: die Kabarettistin Christin Henkel: Die einen meinen, sie mache Klavier-Kabarett, die anderen nennen sie Singer-Songwriterin. Sie selbst spricht von „KlaKaSon“ – einem Mix aus Klavier, Kabarett und Chanson. Wenn Christin Henkel am Flügel sitzt und mit glockenheller Stimme ihre Lieder singt, erzählt sie Geschichten: tieftraurig oder komisch, zynisch oder voller Mitgefühl. Und immer wieder kommt Surflehrer Klaus darin vor. Im Januar erschien ihr erstes Buch „Juhu, berühmt! Ach nee, doch nich’“, in dem sie selbstironisch ihren Weg als „mittelerfolgreiche“ Musikerin beschreibt. Mit ihrem neuen Programm tourt sie durch Deutschland, begleitet von der „Band ohne Haare“, hinter der sich der Cellist Juri Kannheiser verbirgt. Shootingstar der veganen Küche: Attila Hildmann: Hip und vegan: Attila Hildmann weiß, wie das geht. „Vegan for Fit“ oder „Vegan for Fun“ heißen die Bestseller, die der Kochbuchautor geschrieben hat. „Ich bin ein Genussmensch“, sagt er mit Überzeugung und ergänzt für Zögerliche: „Man muss nicht hundert Prozent vegan leben, aber es macht auf jeden Fall einen Unterschied, was wir essen.“ Für ihn steht fest: Fleischlos ist nicht nur gesund, sondern macht Spaß. Deshalb will er sich auch nicht in eine ideologische Ecke stellen lassen. „Vegan ist keine Religion. Kompromisse sind möglich.“ Kompromisslos vegan ist allerdings die Spezialität, die er bei Westart live serviert: eine Leberwurst ganz ohne Fleisch. Essen ist fertig! Doku über das weltbeste Restaurant „Noma“: 2003 wurde es eröffnet und bisher viermal zum besten Restaurant der Welt gekürt: das „Noma“ in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Mit eigenwilligen Kreationen wie „Krosse Rentierflechte, Kräuter und Crème fraîche“ hat sich Küchenchef René Redzepi auch schon drei Michelin-Sterne erkocht. Drei Jahre lang hat der Dokumentarfilmer Pierre Deschamps hinter die Kulissen geschaut und den Meister und seine Küchen-Crew bei der Arbeit beobachtet. Sein Film erzählt die Geschichte des „Noma“ mit allen Höhen und Tiefen. Am 9. Februar startet er in den Kinos, wenige Wochen, bevor René Redzepi sein Restaurant für ein Jahr schließt und eine Neueröffnung in der dänischen Freistadt Christiana vorbereitet. Gerhard Richter wird 85! Neue Werke im Museum Ludwig: Er ist ein Star der internationalen Kunstszene und einer der wichtigsten Maler der Gegenwart: der Wahlkölner Gerhard Richter. 23 Jahre lang war er Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie und überraschte immer wieder mit wechselnden Methoden und Motiven. Von blassen fotorealistischen Ölbildern bis hin zu bunten abstrakten Gemälden und dem leuchtenden Glasfenster im Kölner Dom hat er ein facettenreiches und tiefgründiges Werk geschaffen. Am 9. Februar feiert er seinen 85. Geburtstag und beschenkt das Museum Ludwig mit neuen Werken. Eine Sonderausstellung zeigt erstmals 26 ab¬s¬trakte Bilder, die alle im let¬zten Jahr ent¬s¬tan¬den sind, sowie bedeutende Arbeiten aus den vergangenen fünf Jahrzehnten. Die Schau ist vom 9. Februar bis zum 1. Mai 2017 zu sehen. Martin Luther Superstar: Pop-Oratorium für tausend Stimmen: Ein Pop-Oratorium zu Ehren des großen Reformators: Ausgedacht haben sich das Monumentalwerk Michael Kunze und Dieter Falk, zwei Großmeister der internationalen Musical-Szene. Im Rock-, Pop- und Gospelsound bringen sie Luthers Lebensgeschichte auf die Bühne. Aufgeführt wird es in ganz Deutschland mit Chören, die sich eigens für das Projekt zusammenfinden. Über 20.000 Sänger haben sich insgesamt angemeldet. Am 4. Februar ist das Pop- Oratorium in Düsseldorf zu Gast. Westart live ist bei dem wort- und stimmgewaltigen Konzertereignis dabei. Kunst in 60 Minuten: Luki: Luki, Student an der Kunstakademie Düsseldorf, probt den Spagat zwischen Kunst und Kommerz, Mode und Kunst. Seine Arbeit verbindet Model Casting, Social Sculpting, Fotografie und visuelle Textarbeit. #artstudentsofthefuture heißt eines seiner Projekte, in dem er selbstironisch den Hype um das Kunststudium ins Visier nimmt. Im vergangenen Jahr war er gemeinsam mit Isabella Fürnkäs mit der Videoinstallation „Selfiekalypse“ und einer Performance bei einer Gruppenausstellung im Museum Abteiberg dabei. Seine erste Einzelausstellung hatte er im Herbst in der New Day Gallery Berlin. Für Westart live wird er eine Kunst-Modeschau gestalten. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 06.02.2017 WDR Folge 4/2017
Folge 4Die nächste Ausgabe von Westart live steckt voller Wunder! Zu Gast sind der Kabarettist und Arzt Eckart von Hirschhausen, die Autorin Deborah Feldman, die Schauspielerin und Komikerin Carolin Kebekus, der Theaterintendant Kay Voges, die Musikerin Sarah Ferri und die Künstlerin Ulrike Kessl. Medizin und Magie: Eckart von Hirschhausen: Wunder – ja, die gibt es immer wieder. Davon ist der Kabarettist, Mediziner und Hobby-Zauberer Eckart von Hirschhausen überzeugt. In seinem neuen Buch „Wunder wirken Wunder“ erzählt er, wie viel magisches Denken bis heute in uns steckt.Er weiß, dass Placebos sogar wirken, wenn man nicht an sie glaubt, und erklärt den Unterschied zwischen heilsamem Zauber und gefährlichem Humbug. Bei Westart live verrät der „Wunderheiler“, so der Titel seines aktuellen Bühnenprogramms, wie viel Macht unser Geist über unseren Körper hat und warum uns Humor hilft, gesünder durch ein krankes Gesundheitswesen zu kommen. Der Weg in die Freiheit: Deborah Feldman: Von der Wiege bis zur Bahre: Deborah Feldmans Leben schien bis ins Detail vorgezeichnet. Sie stammt aus einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in New York, die nach strengen Vorschriften lebt. Frauen dürfen keine Bücher lesen, keinen Sport treiben, keine Musik hören. Sie sollen Kinder gebären und ihrem Mann gehorsam sein. Doch irgendwann ertrug Deborah Feldman diese Fesseln nicht mehr und wagte die Flucht. Heute lebt die 30-Jährige mit ihrem Sohn in Berlin. Über ihre Kindheit und Jugend hat sie den Bestseller „Unorthodox“ geschrieben. Zurzeit ist die Autorin auf Lesereise in NRW. Bei Westart live berichtet sie von ihrem neuen Buch „Überbitten“, das im Mai 2017 erscheint. „Schatz, nimm du sie!“ Comedy-Queen Carolin Kebekus im Kino: Eigentlich wollte sie nur mal ins Fernsehgeschäft reinschnuppern. Jetzt ist sie ein Star: die Kölner Komödiantin, Schauspielerin und Sängerin Carolin Kebekus. Seit 2015 ist sie im WDR mit Pussy Terror TV zu sehen und brillierte erst vor kurzem in einem Sketch als Melania Trump. Jetzt spielt sie ihre erste Leinwandhauptrolle in dem Film „Schatz, nimm du sie!“ In der Scheidungskomödie kämpfen Vater Marc (Maxim Mehmet) und Mutter Toni (Carolin Kebekus) um das Sorgerecht für ihre Kinder – aber unter umgekehrten Vorzeichen. Denn beide wollen Karriere machen und wären heilfroh, den Nachwuchs endlich mal loszuwerden. Am 16. Februar kommt der Film ins Kino. Bei Westart live erzählt Carolin Kebekus, warum es cool ist, peinlich zu sein. Der böse Blick: Otto Dix in Düsseldorf: Otto Dix (1891 bis 1969) war nicht nur einer der bedeutendsten deutschen Maler und Zeichner des 20. Jahrhunderts, sondern auch ein berüchtigter Bürgerschreck. Von 1922 bis 1925 lebte und arbeitete er in Düsseldorf. Im Rheinland wurde aus dem expressionistischen Dadaisten der Vorreiter der Neuen Sachlichkeit. Als er 1925 von Düsseldorf nach Berlin ging, eilte ihm der Ruf des unbestechlichen gesellschaftskritischen Porträtisten voraus. Wie ihn seine Zeit im Rheinland geprägt hat, zeigt die Ausstellung „Otto Dix – Der böse Blick“. Sie ist vom 11. Februar bis zum 14. Mai 2017 in der Kunstsammlung NRW K21 in Düsseldorf zu sehen. Rasendes Spektakel: das Schauspiel Dortmund beim Berliner Theatertreffen: Das Schauspiel Dortmund boomt. Mit politischem Engagement und provokativen Aktionen sorgt es bundesweit für Schlagzeilen. Im großen Bühnenranking der Zeitschrift „Theater heute“ lag Dortmund 2016 schon zum zweiten Mal ganz weit vorn: gleich hinter Berlin auf Platz zwei. Jetzt ist die Produktion „Borderline Prozession“ zum renommierten Theatertreffen in die Bundeshauptstadt eingeladen. „Philosophisches Totaltheater“ hieß es in der Jury-Begründung. Kay Voges, der Intendant des Schauspiels, hat das Stück inszeniert. Zu Gast bei Westart live spricht er darüber, was es heißt, Grenzen einzureißen. Westart live auf der Berlinale: Anja Backhaus besucht die 67. Internationalen Filmfestspiele: Es ist wieder Zeit für großes Kino, Stars und Sternchen, Klatsch und Glamour: Vom 9. bis zum 19. Februar lädt Berlin zu den Internationalen Filmfestspielen an die Spree. Westart live-Kulturreporterin Anja Backhaus schaut sich für uns auf der Berlinale um. Sie sammelt Filmtipps und verrät, was an der lang erwarteten Fortsetzung von „Trainspotting“ dran ist. Außerdem trifft sie den Wiener Schauspieler und Kabarettisten Josef Hader, der sein schwarzhumoriges Regiedebüt „Wilde Maus“ vorstellt, sowie den Regisseur Andres Veiel, der mit seiner WDR-Koproduktion „Beuys“ ins Bären-Rennen geht. Melancholisch-mediterran: die Musikerin Sarah Ferri: Gypsy-Pop, Swing, Bossa Nova und Folk: Sarah Ferris Soundmix fasziniert. Die junge Musikerin stammt aus dem flandrischen Gent, der Vater ist Italiener, die Mutter Belgierin. Auch in ihrer Musik sind die Einflüsse aus Nord und Süd unüberhörbar. Schon früh begeisterte sie sich für Jazz-Sängerinnen wie Ella Fitzgerald, Nina Simone und Billie Holiday und begann, selbst Songs zu schreiben. 2012 erschien ihr Debütalbum „Ferritales“ mit leichtfüßigen mediterranen Stücken. Jetzt ist ihr zweites Album „Displeasure“ erschienen, auf dem sie Lieder voller Melancholie und Leidenschaft präsentiert. Zum Start ihrer Deutschlandtournee ist sie bei Westart live zu Gast. Kunst in 60 Minuten: Ulrike Kessl: „Mich interessiert Kunst, die den Betrachter zum Nachdenken bringt“, sagt die Düsseldorfer Bildhauerin Ulrike Kessl. „Das kann auf unterschiedliche Art geschehen, mal durch die Verschiebung von Bedeutungszusammenhängen oder auch auf humorvolle Art.“ Besonders eindrucksvoll illustrieren das ihre aktuellen Arbeiten, in denen sie textile Materialien zu Installationen verwandelt und ungewohnte Bezüge zwischen Raum und Betrachter herstellt. Ulrike Kessl hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und war Meisterschülerin von Erwin Heerich. Werke von ihr sind u.a. im Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg, im Kunstmuseum Düsseldorf und in der Kunsthalle Bremen zu sehen. Bei Westart live entwickelt sie aus Strumpfhosen eine Skulptur. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 13.02.2017 WDR Folge 5/2017
Folge 5Mensch Marx: der Schauspieler August Diehl: Gleich seine erste Kinohauptrolle in dem Hacker-Drama „23 – Nichts ist so wie es scheint“ brachte ihm 1999 den Deutschen Filmpreis ein. Mittlerweile hat August Diehl für seine Theater- und Filmarbeit zahlreiche Preise gewonnen und in großen Hollywood-Produktionen wie „Inglourious Basterds“ und „Salt“ mitgespielt. Jetzt ist er „der junge Karl Marx“ in der gleichnamigen Filmbiografie von Raoul Peck. Das Historiendrama hatte auf der Berlinale Premiere und kommt am 2. März in die Kinos.Bei Westart live erzählt August Diehl, warum ihn Weltverbesserer faszinieren, was ihn am Menschen Karl Marx beeindruckt und wieso Marx gerade heute hoch aktuell ist. Grenzgänger: der Musiker und Schauspieler Stefan Jürgens: Wenn Stefan Jürgens singt, erzählt er Geschichten aus dem Leben. „Grenzenlos Mensch“ heißt sein neues Album, das im März erscheint. „Der Titel ist bewusst doppeldeutig“, sagt er. „Es geht um die Situation an Europas Grenzen, aber auch um den einzelnen Menschen, der Grenzen überschreitet.“ Berühmt wurde der gebürtige Westfale in den 90er-Jahren mit der RTL-Comedy „Samstag Nacht“. Dabei kann Stefan Jürgens nicht nur komisch. Seine Karriere begann er am Theater. Außerdem spielte er in vielen Kino- und TV-Produktionen mit (unter anderem „Tatort“ und „Soko Wien“). 2002 erschien seine erste CD. Seither ist er zweigleisig als Musiker und Schauspieler unterwegs. Zu Beginn seiner neuen Tour macht er bei Westart live Station. Die Lust am Möglichen: die Sopranistin Anna Lucia Richter: Sie ist eine echte Kölnerin – und so ist es kein Wunder, dass die Sopranistin Anna Lucia Richter als erste Gage ein Fläschchen mit „Echt Kölnisch Wasser“ erhielt. Da war sie fünf und kippte sich gleich den ganzen Inhalt über den Kopf. Schon damals wusste sie, dass sie Sängerin werden wollte. Sie lernte bei ihrer Mutter, einer Gesangslehrerin, sang im Mädchenchor des Doms, studierte in Basel und Köln und gewann mehrere Wettbewerbe. Heute ist sie eine international gefragte Sopranistin, die sich besonders für Liedvertonungen und Improvisationen begeistert. „Ich liebe den Möglichkeitssinn“, sagt sie, „alles könnte auch anders sein.“ Am 22. Februar tritt sie gemeinsam mit dem Pianisten Michael Gees in der Kölner Philharmonie mit einem Liederprogramm von Schumann, Britten und Brahms auf. Umzugschaos in Haus Lange: die Ausstellung „Die Zugezogenen“: Museum Haus Lange in Krefeld war einst das Wohnhaus der Fabrikantenfamilie Lange. Und so wird es das skandinavische Künstlerduo Elmgreen & Dragset auch wieder nutzen. Die beiden inszenieren den Einzug einer fiktiven deutschen Familie, die wegen des Brexits aus Großbritannien flüchtet und nach Deutschland zurückkehrt. Es ist ein Moment des Übergangs: Ausgepackte Kisten und Möbelstücke stehen neben vollen Kartons – Umzugschaos mit Symbolkraft. Mit subversivem Humor machen Michael Elmgreen und Ingar Dragset die kollektive Verunsicherung spürbar. Die Ausstellung „Die Zugezogenen“ ist vom 19. Februar bis zum 27. August zu sehen. Westart live-Reporterin Anja Backhaus hat sich schon mal in Haus Lange umgeschaut. Rätselhafte Wirklichkeit: Doku über den Maler Neo Rauch: Neo Rauch ist ein Star der internationalen Kunstszene. Seine Werke hängen in den renommiertesten Museen und erzielen auf dem Kunstmarkt Höchstpreise. 1960 in Leipzig geboren, ist er bis heute heimatverbunden. Seine Bilder kreisen um die eigene Lebensgeschichte und um die Frage nach dem Woher und Wohin. Mit Anklängen an Pop Art und Surrealismus beschwören sie Stimmungen und Erinnerungen, bewegen sich im schillernd-irritierenden Raum zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Filmemacherin Nicola Graef hat den Künstler begleitet, mit ihm und seiner Frau, der Malerin Rosa Loy, mit Sammlern, Galeristen und Mitarbeitern gesprochen. Das Porträt „Neo Rauch – Gefährten und Begleiter“ startet am 2. März in den Kinos. Schönheit und Schrecken: Gero von Randow über Revolutionen: Aufstand, Rebellion, Revolution: Wenn sich das Volk gegen die Mächtigen erhebt, werden ungeheure Energien frei. Das wissen wir aus der Geschichte, zum Beispiel aus der Französischen oder der Oktoberrevolution. Wir erleben es aber auch in der Gegenwart: auf dem Tahrir-Platz in Kairo, dem Maidan in Kiew oder im „Arabischen Frühling“. Der Journalist Gero von Randow hat ein Buch über Revolutionen geschrieben. Warum faszinieren sie uns, obwohl sie nur selten ihr Ziel erreichen? Was treibt sie an? Wo führen sie hin? Im Westart live-Studio erläutert er, warum die Zeit der Revolutionen nicht vorbei ist. Kunst in 60 Minuten: Stefan Zöllner: Fundstücke aus unserem Alltag anders gesehen: Der in Köln lebende Künstler Stefan Zöllner schafft aus gewöhnlichen Gegenständen außergewöhnliche Installationen, transformiert sie, setzt sie in Bewegung, baut Apparate und Maschinen. So entstehen neue Bedeutungsräume – magisch, kurios, verstörend. Bei Westart live stellt er „Transnature“ vor, eine Installation, für die er Fundstücke aus dem Rhein mit minimalistischen Eingriffen verändert. Plastikmüll und Lebewesen, Artefakt und Natur prallen aufeinander und verbinden sich zu etwas Neuem. Außerdem: Der Scheck ist da! Hymne oder Verriss? Diesmal stellt unser Literaturkritiker Denis Scheck „Der große rote Sohn“ von David Foster Wallace und „Der König der Tiere“ von Jürgen von der Lippe vor. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 20.02.2017 WDR Folge 6/2017
Folge 6Bücher, Menschen, Abenteuer: Im Frühling wird Köln zur Hochburg der Literatur. Vom 7. bis zum 18. März lockt die „Lit.Cologne“ Hunderttausende Besucher in ihre Veranstaltungen. In Westart live – extra zu Europas größtem Literaturfestival begrüßt Denis Scheck den Bestsellerautor Frank Schätzing, die Publizistin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke, die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader, den Slampoeten Sebastian 23 sowie die Musiker Scott Matthew & Rodrigo Leão. Rock’n’Roll und Literatur: Frank Schätzing: Für Frank Schätzing ist die Lit.Cologne „eines der progressivsten und wagemutigsten“ Literaturfestivals weltweit.Kein Wunder, dass der Kölner Bestsellerautor begeistert dabei ist. Seit seinem Welterfolg mit dem Ökothriller „Der Schwarm“ gehört er zu den international erfolgreichsten deutschen Schriftstellern. Eine Geschichte ist gut, wenn sie rockt. Das meint Frank Schätzing ganz wörtlich. Denn noch vor dem Schreiben gilt seine erste Leidenschaft der Musik: „Ich wollte eigentlich Popstar werden“, bekennt er. Er hat ein eigenes Tonstudio, komponiert, arrangiert und tritt auch als Musiker auf. Bei Westart live erzählt er, wie man Literatur zum Klingen bringt. Gegen den Hass: Carolin Emcke: Woher kommt der Hass? Auf diese Frage hat die Publizistin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke in einem klugen Essay eine Antwort gesucht. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit den Themen Gewalt und Terror. Als Journalistin hat sie aus den Kriegsgebieten Afghanistan, Pakistan, Kosovo und Nahost berichtet, später den Blick von der Fremde auf die nähere Umgebung gerichtet. In ihrem 2016 erschienenen Buch „Gegen den Hass“ analysiert sie die sozialen und politischen Verwerfungen der Gegenwart. Dem Fanatismus und Rassismus setzt sie ein starkes Plädoyer für Zweifel und Differenzierung entgegen. Und die Hoffnung, mit „Phantasien des Glücks“ und Erzählungen vom gelungenen Leben dem Hass entgegenzuwirken. Leidenschaft für gute Geschichten: die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader: Sie liebt abgründige Geschichten und sucht das Überraschende im Alltäglichen: die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader. Berühmt geworden ist sie mit ihren Rollen in „Keiner liebt mich“ und „Aimée und Jaguar“. Ihr Regiedebüt „Liebesleben“ wurde 2008 gleich mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Für ihre zweite Regiearbeit „Vor der Morgenröte“ erhielt sie 2016 den Bayerischen Filmpreis. Die WDR-Koproduktion erzählt von den letzten Lebensjahren des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig im Exil und wurde von Österreich ins Rennen um den Oscar geschickt. Der Lit.Cologne ist Maria Schrader seit ihrem Gründungsjahr verbunden. Auch diesmal hat sie Gelegenheit, zwei außergewöhnliche Autoren vorzustellen, die Amerikanerin Lucia Berlin und den deutschen Filmemacher Jan Schomburg, der seinen ersten Roman geschrieben hat. Was wäre, wenn? Paul Auster und sein grandioser Roman „4 3 2 1“: „4 3 2 1“ heißt der neue Roman des New Yorker Bestsellerautors Paul Auster. 4 3 2 1 – das sind vier Variationen eines Lebens. Im Mittelpunkt steht Archibald Ferguson, der in den 50er- und 60er-Jahren in New Jersey an der amerikanischen Ostküste aufwächst. Was wäre, wenn? In einem faszinierenden Gedankenspiel entfaltet Paul Auster die Möglichkeiten eines Lebens. Wie bestimmen Zufälle unser Dasein? Gibt es richtige oder falsche Entscheidungen? Was macht einen Menschen zu dem, der er ist? Seinen Helden Ferguson schickt der Autor auf vier unterschiedliche Lebenswege: mal provinziell und bescheiden, mal kämpferisch, mal hautnah am Puls der Zeit, mal genial begabt. Anfang Februar ist Paul Auster 70 Jahre alt geworden. „4 3 2 1“ ist sein grandioses Comeback. Geld und Lust: die Schriftstellerin Nora Bossong: Bordelle, Sexkinos, Tabledance-Bars: Ein Jahr lang hat die Schriftstellerin Nora Bossong für ihr Buch „Rotlicht“ im Milieu recherchiert. Ihre kluge Reportage gibt Einblick in eine Welt, die für Männer gemacht und von Männern beherrscht wird. 90 Prozent der Sexarbeit wird von Frauen geleistet, sagt die Autorin. Doch zu bestimmen haben sie nichts. Denn wo sich Geld und Lust begegnen, ist die Macht klar verteilt. Männer dürfen begehren, Frauen dürfen begehrt werden. Da spielt es keine Rolle, ob wir im „richtigen“ Leben über Frauenquoten streiten und über Geschlechterrollen diskutieren. Im Rotlichtmilieu hat sich nichts verändert. Raus mit der Sprache: der Slampoet Sebastian 23: Sebastian 23 – was nach einem Nickname bei einer Partnerbörse klingt, steht für Wortakrobatik und begnadeten Wortwitz. Sebastian 23, bürgerlich Sebastian Rabsahl, geboren am Niederrhein und in Bochum zu Hause, schreibt Gedichte, Texte und Lieder und hat zu Hause eine Menge Preise stehen. Darunter unter anderem den Prix Pantheon, die St. Ingberter Pfanne und den Cloppenburger Klappklotz. Denn Sebastian 23 zählt zu den bekanntesten Poetry-Slammern in Deutschland und ist zurzeit mit seiner SoloSlamShow auf Deutschlandtournee. Bei Westart live performt er über die Macht der Sprache und die Freiheit des Wortes. Hinter Gittern: Rede- und Meinungsfreiheit in der Türkei: Die Türkei ist auf dem Weg in die Autokratie. Wer Erdoğans Regime in Frage stellt, ist in Gefahr. Kritische Journalisten wie Deniz Yücel werden inhaftiert, Schriftsteller bedroht und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Zahlreiche Künstler und Intellektuelle haben das Land verlassen. Einer von ihnen ist Can Dündar, der ehemalige Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“ und einer der prominenten Mitstreiter beim großen Lit.Cologne-Abend zur Freiheit des Wortes in der Türkei. Zu Gast in Köln ist auch der in Paris lebende Schriftsteller Nedim Gürsel. Er stellt sein neues Buch „Der Sohn des Hauptmanns“ vor, ein hochaktueller Roman, der an den Militärputsch von 1960 erinnert. Musik, die unter die Haut geht: das Duo Scott Matthew & Rodrigo Leão: Lebensfreude und Melancholie: Wie gut das zusammenpasst, beweisen die beiden Musiker Scott Matthew & Rodrigo Leão auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Life is long“. Der in New York lebende australische Sänger und Songschreiber Scott Matthew und der portugiesische Komponist und Keyboarder Rodrigo Leão kennen sich seit 2011. Beide haben ein Faible für die bittersüße Schönheit der Melancholie, das sie über Kontinente und Kulturen hinweg verbindet. Jetzt gehen sie gemeinsam auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Am 14. März treten sie in der Kulturkirche in Köln auf, einen Tag vorher sind sie bei Westart live zu Gast. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 13.03.2017 WDR Folge 7/2017
Folge 7Mehr als Schlager: der Künstler Guildo Horn: Guildo Horn ist der Paradiesvogel in der deutschen Schlagerwelt. Er begeisterte Tausende Fans bei Festivals wie „Rock am Ring“, stürmte die ZDF-Hitparade und wurde mit „Guildo hat euch lieb“ zur Grand-Prix-Legende. Bis heute ist der schrille Schlagerstar regelmäßig mit seiner Band „Orthopädische Strümpfe“ auf Tour. Daneben macht der 54-Jährige seit Jahren immer wieder als Moderator und Schauspieler von sich reden. In der SWR-Talkshow „Guildo und seine Gäste“ sprach er mit geistig behinderten Menschen über aktuelle Themen, trat in mehreren TV-Serien auf und schwang mit Motsi Mabuse bei RTL-„Let’s Dance“ das Tanzbein.Jetzt schlüpft er in seine „absolute Traumrolle“: Beim Kölner Fest der Alten Musik spielt er am 25. März in einem Programm rund um Mozarts „Die Zauberflöte“ den Papageno. Bei Westart live gibt Guildo Horn vorab eine Kostprobe. Eins, zwei, drei und mehr: Friedemann Karig über Lust und Liebe: Verheiratet, geschieden, Single oder zwischen treuer Zweierbeziehung und Affäre – Beziehungsformen sind heute vielfältiger denn je. Längst ist das Ideal der romantischen Zweisamkeit neuen Formen von Liebe und Partnerschaft gewichen. Immer mehr Paare ticken anders, wollen mehr als die oder den Eine(n). Sie führen offene Beziehungen, haben Sex mit einem Dritten und keine Angst vor Abenteuern. Polyamorie statt Monogamie ist das Motto. Der Journalist Friedemann Karig traf Paare und fragte sie, wie, wen und wie viele sie lieben. In seinem Buch „Wie wir lieben“ setzt sich der Journalist, Autor und eines der Gesichter von funk, dem neuen jungen Online-Angebot von ARD und ZDF, mit dem Ende der Monogamie auseinander. Mit Moderatorin Siham El-Maimouni spricht Karig über ein neues Zeitalter der Liebe. Von Gefühlen und Lust: die Schauspielerin Franziska Hartmann: Sie hat ein Faible fürs Theater und die Musik. Seit Jahren zählt Franziska Hartmann zum festen Ensemble des Thalia Theaters in Hamburg. Sie spielte die schöne Hure Jenny in Brechts „Dreigroschenoper“ und überzeugt in der Bühnenversion von Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“. Außerdem ist die in München aufgewachsene Künstlerin auch immer wieder im Kino und TV präsent. In einer Hauptrolle ist sie nun neben Bibiana Beglau und Joachim Król in der WDR-Eigenproduktion „Über Barbarossaplatz“ zu sehen. Bei Westart live berichtet die Schauspielerin über die Dreharbeiten und ihre Rolle als junge sexsüchtige Frau. Sucht, Suff und Sex: das TV-Drama „Über Barbarossaplatz“: Am Barbarossaplatz ist Köln nicht schön, aber lebendig. An diesem pulsierenden Unort spielt die WDR-Eigenproduktion „Über Barbarossaplatz“. Darin geht es um zwei Psychologen und eine sexsüchtige junge Frau, deren Leben sich um einen Selbstmörder dreht. Greta Chameni (Bibiane Beglau) hat gemeinsam mit ihrem Mann Rainer eine Praxis am Kölner Barbarossaplatz. Kurz nach dessen Suizid taucht seine Patientin Stefanie Wagner (Franziska Hartmann) auf, die mit ihm offenbar eine Affäre hatte, und will ihre Therapie fortsetzen. Die Psychologin ist unschlüssig, weiß nicht wie sie damit umgehen soll, und sucht Rat bei Benjamin Mahler (Joachim Król), dem Supervisor ihres verstorbenen Mannes. Es geht um Beziehungen, Schuldgefühle und Abstürze. Regisseur Jan Bonny inszenierte das TV-Drama nach dem Buch von Hannah Hollinger und zeigt schonungslos die emotionale Verunsicherung der Gesellschaft. Am 28. März feiert „Über Barbarossaplatz“ im Ersten Premiere. „Anarchie und Alltag“: das neue Album der „Antilopen Gang“: Ob Neonazis, Antisemiten, Verschwörungstheoretiker oder Machos – die „Antilopen Gang“ nimmt sie alle mit ihren traurigen, kritischen und politischen Texten aufs Korn. Die Rapper aus Düsseldorf und Aachen zählen zu den angesagtesten deutschen Hip-Hoppern und machen neuerdings auch Punk. „Anarchie und Alltag“ heißt ihr zweites Album, mit dem sie zu Beginn des Jahres die Charts stürmten. In gewohnter Manier rechnen sie darauf mit Deutschland ab und sagen mit dem Song „Trojanisches Pferd“ dem Establishment den Kampf an. Derzeit sind die Rapper Koljah, Panik Panzer und Danger Dan auf großer Tour und mischen auch das Westart live-Studio auf. Der Körper und sein Maß: Jana Sterbak im Lehmbruck Museum: Ein Kleid ganz aus Fleisch, eine gestrickte Gasmaske und eine überdimensionale Brotscheibe als Matratze: Es sind keine gewöhnlichen Materialien, zu denen Jana Sterbak greift. Die tschechisch-kanadische Künstlerin schafft Werke aus Fleisch, Haut, Haaren, Eis und Brot und macht damit die Vergänglichkeit spürbar. Alles dreht sich um die großen Themen Liebe, Leben und Tod. Das Duisburger Lehmbruck Museum widmet der bedeutenden Konzeptkünstlerin nun unter dem Titel „Life-Size. Lebensgröße“ eine Retrospektive, die den Körper und sein Maß in den Mittelpunkt stellt. Insgesamt werden rund 40 Arbeiten aus über 30 Jahren ihres Schaffens gezeigt, darunter auch eine Kopie des berühmten Fleischkleids „Vanitas. Flesh Dress for an Albino Anorexic“. Malen im Duett: Stewens Ragone und Annette Reichardt: Lieber gemeinsam als allein – das gilt auch für die Künstler Stewens Ragone und Annette Reichardt. Das Duo hat im Rahmen des ungewöhnlichen Projekts „fifty / fifty“ seine Talente gebündelt und malt gemeinsam Bilder. Wie das Malen im Duett funktioniert, zeigen die beiden Künstler aus Köln-Wesseling im Westart live-Studio. Außerdem: Der Scheck ist da! Verriss oder Hymne? Literaturkritiker Denis Scheck über „Hier bin ich“, den dritten Roman von Jonathan Safran Foer, der vom Scheitern einer Ehe erzählt und auf den die Literaturwelt zehn Jahre warten musste. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 20.03.2017 WDR Folge 8/2017
Folge 8Querköpfe, Außenseiter, Optimisten – Westart live lüftet in der nächsten Ausgabe (Familien-) Geheimnisse, stellt existenzielle Fragen nach Ende und Neuanfang und schaut hoffnungsvoll in die Zukunft. Zu Gast bei Thomas Hermanns sind die Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Adriana Altaras, der Schriftsteller Feridun Zaimoglu, der Chansonnier und Entertainer Tim Fischer, die Pianistin Danae Dörken und der Bildhauer Christian Keinstar. Ein musikalisches Highlight ist der erste gemeinsame Auftritt von Tim Fischer und Danae Dörken, die ihn zu dem Marlene-Dietrich-Hit „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ am Klavier begleitet.Scharfsinnig und einfühlsam: Adriana Altaras: Schauspielerin, Regisseurin, Buchautorin: Wenn Adriana Altaras aus ihrem bewegten Leben erzählt, blitzen ihre Augen. 1960 als Tochter jüdischer Partisanen in Zagreb geboren, wuchs sie in Italien bei einer Tante auf, bevor die nach Deutschland emigrierten Eltern sie 1967 zu sich holten. Sie studierte in Berlin und New York, begann ihre Karriere am Theater und arbeitet heute vor allem fürs Fernsehen und als Bühnenregisseurin. 2011 erschien ihr erstes Buch „Titos Brille“, in dem sie mit viel Witz den Geheimnissen ihrer Familie nachforscht. 2014 wurde der Bestseller mit großem Erfolg verfilmt. Nach „Doitscha – Eine jüdische Mutter packt aus“ hat sie jetzt ihr drittes Buch veröffentlicht. In „Das Meer und ich waren im besten Alter“ vereinigt sie Alltagsbeobachtungen mit existenziellen Fragen – scharfsinnig, lebenserfahren und einfühlsam. Auf ihrer Lesetour macht sie bei Westart live Station. Im Rausch der Sprache: Feridun Zaimoglu: Es luthert allerorten: Umso näher das Jubiläum rückt, umso mehr Filme, Events, Theaterstücke und Bücher rund um den großen Reformator Martin Luther rollen auf uns zu. Dass es trotz der Fülle immer noch neue und überraschende Facetten zu entdecken gibt, hat der Kieler Schriftsteller Feridun Zaimoglu mit seiner Fabulierkunst unter Beweis gestellt. In seinem Roman „Evangelio“ beschreibt er aus der Perspektive eines katholischen Landsknechts, wie der Querkopf und Überzeugungstäter in nur zehn Wochen auf der Wartburg das Neue Testament übersetzt, mit dem Teufel ringt und den Zweifel bekämpft. Bei Westart live erzählt der Autor, warum ihn Luthers Sprache berauscht. Fotografisches Gedächtnis: Katharina Sieverding in Bonn: Riesige Fotos und monumentale Selbstporträts sind ihr Markenzeichen. Seit den 70er-Jahren arbeitet Katharina Sieverding, Beuys-Schülerin in Düsseldorf und später selbst Professorin an der Hochschule der Künste Berlin, mit Großformaten. Ihre Serien loten das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft aus. Sie stellen durch Projektionen Beziehungen auf die Probe und legen mit Überblendungen unser kulturelles Gedächtnis und die Gegenwart übereinander. „Kein Bild ist denkbar ohne die Gesamtheit aller Bilder, die in der Welt sind“, sagt die 72-jährige Künstlerin. Die Bundeskunsthalle Bonn widmet ihr unter dem Titel „Kunst und Kapital“ eine große Retrospektive ihrer Werke aus den vergangenen fünf Jahrzehnten. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 16. Juli 2017. Endlich angekommen: der Chansonnier Tim Fischer: Schrille Diva, feinsinniger Chansonnier, abgründiger Schauspieler: Das alles ist Tim Fischer. Berühmt wurde er mit Liedern von Zarah Leander, Marlene Dietrich, Hildegard Knef und Georg Kreisler. Liebe, Leid und Tod sind seine Themen – mal zart und gefühlvoll vorgetragen, mal bissig und frech. Seit fast drei Jahrzehnten steht er auf der Bühne und ist doch erst vor wenigen Tagen 44 geworden. „Ich bin jetzt ganz bei mir angekommen“, sagt er selbstbewusst. Genau so entschieden klingt auch der Titel seiner aktuellen CD, mit der er auf Tour ist: „Absolut“ heißt sie und ist eine Mischung aus Klassikern und neu geschriebenen Songs. Einen davon – „Meine Lieder“ – stellt er auf der Westart live-Bühne vor. Poetin am Piano: Danae Dörken: Sie ist erst 26 Jahre alt und eine der vielversprechendsten jungen Konzertpianistinnen. Danae Dörken wurde in Wuppertal geboren und wuchs in einer deutsch-griechischen Familie auf. Mit fünf Jahren begann sie Klavier zu lernen, gewann schon nach sechs Monaten ihren ersten Wettbewerb und wurde seither für ihr ausdrucksstarkes, lyrisches Spiel mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Besonders am Herzen liegt es ihr, Brücken zu brauen. 2015 gründete sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester, der Pianistin Kiveli Dörken, ein Musikfestival auf der Insel Lesbos. Als Kontrapunkt zu Finanzkrise und Flüchtlingsdrama soll es den Menschen Mut machen und die musikalischen Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland stärken. „Unsere Großmutter stammt von hier“, sagt Danae Dörken. „Das ist das Griechenland, das wir kennen und lieben.“ Das Festival wird mit zwei Konzerten auch in Deutschland zu Gast sein: am 4. April in Berlin und am 5. April in Düsseldorf. Ode an die Menschlichkeit: Aki Kaurismäkis „Die andere Seite der Hoffnung“: Flüchtlingskrise auf Finnisch: In seinem neuen Film „Die andere Seite der Hoffnung“ erzählt Altmeister Aris Kaurismäki die Geschichte des Syrers Khaled, der eines Nachts in Helsinki dem gutmütigen, aber glücklosen Restaurantbetreiber Waldemar Wikström über den Weg läuft. So unterschiedlich die beiden Männer sind, so verbindet sie doch der Mut zu einem radikalen Neuanfang. Bevor Khaled allerdings bei Waldemar eine neue Heimat findet, haben die beiden Außenseiter zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Auf der diesjährigen Berlinale wurde der Film umjubelt und mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet. Am 30. März kommt er in die deutschen Kinos. Monumentale Passions-Oper: Bonner Debüt für Regiestar Peter Sellars: Der amerikanische Star-Regisseur Peter Sellars kommt nach Bonn und inszeniert John Adams’ „The Gospel According To The Other Mary“. Für das Opern-Oratorium um die Passion und Auferstehung Christi hat der Regisseur selbst das Libretto aus Texten des Alten und Neuen Testaments, Schriften von Mystikerinnen, Frauenrechtlerinnen und politischen Aktivistinnen sowie literarischen Zeugnissen von Überlebenden des Holocaust geschrieben. Im Mittelpunkt stehen zwei starke Frauen: Maria von Magdala und ihre Schwester Martha. Premiere ist am 26. März. Westart live war bei den Proben dabei. Kunst in 60 Minuten: Christian Keinstar: Außergewöhnliche Materialien, verblüffende Installationen und spektakuläre Transformationen: Der Bildhauer Christian Keinstar ist bekannt für seine Arbeiten rund um die Themen Entstehen und Vergehen, Tod und Wiedergeburt, Ende und Neuanfang. Mal lässt er aus Betonteilen glühende Eisen hervorleuchten, mal versprüht er blutrotes Löschwasser in der Wüste von Nevada. Bei seiner nächsten Ausstellung im Duisburger Lehmbruck Museum (6. April bis 18. Juni) steht der Guss eines Kopfes im Mittelpunkt. Das Metall wird langsam zum Schmelzen gebracht, in einer Gussform gesammelt, um sich wieder zu einem Kopf zu formen und erneut zu zerfließen. Auch bei Westart live lässt der Künstler das Publikum am Entstehungsprozess eines Werkes teilhaben. Verriss oder Hymne? Stefan Keims Theaterkritik: Diesmal hat sich unser Theaterkritiker Stefan Keim eine Uraufführung im Schlosstheater Moers angeschaut: die tiefschwarze Komödie „The Dead Inc. – Die Toten“ des amerikanischen Autors Michael Yates Crowley. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 27.03.2017 WDR Folge 9/2017
Folge 9Hauschka: der Tüftler am Klavier: Volker Bertelmann, bekannt unter dem Künstlernamen Hauschka, ist kein gewöhnlicher Pianist. Er präpariert sein Instrument mit Tischtennisbällen, Klebebändern, Bierdeckeln oder Fundstücken aller Art. „Mir geht es darum, Dinge auszuloten, insbesondere Klänge“, sagt der 1966 in Kreuztal geborene Komponist, der mit seinem Klanguniversum Konzertsäle auf der ganzen Welt füllt. Auf seinem neuen Album „What If“ beschäftigt er sich mit existenziellen Dingen und fragt, was wäre, wenn wir kein Wasser mehr fänden, wenn wir tausend Jahre alt würden und unsere Kinder auf dem Mars lebten? Bei Westart live gibt Hauschka, der in diesem Jahr für den Soundtrack zum Film „Lion“ eine Oscar-Nominierung erhielt und am 4. Mai in der Kölner Kulturkirche auftritt, eine Kostprobe aus seinem neuen Album.Anna Basener: Von Ommas und Huren im Ruhrgebiet 2.000 Seiten im Jahr – für Anna Basener ist das ein Klacks. Schon als Grundschülerin verfasste sie ihre ersten Texte und schrieb später erfolgreich Groschenromane. „Kitsch, Trash und Camp haben mich schon immer begeistert“, sagt die in Essen geborene Schriftstellerin. Von den Heimat- und Adelsromanen hat sie sich aber längst verabschiedet. Es folgten Kolumnen, Hörspiele, Erotikgeschichten und unlängst ihr literarisches Debüt „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“. Als „rotzig und respektlos, sexy und sentimental, spannend und politisch unkorrekt“ beschreibt Frank Goosen den Roman, der die turbulente Lebens- und Familiengeschichte von Mitzi und Omma, zwei Damen aus dem Rotlichtmilieu im Ruhrgebiet, und Ommas Berliner Enkelin Bianca erzählt. Auf ihrer Lesetour macht Anna Basener bei Westart live Station und liest live aus ihrem Buch. Eva Menasse: tierisch menschliche Geschichten Alles begann mit Zeitungsmeldungen aus der Tierwelt: Die Schriftstellerin Eva Menasse hat sie über Jahre gesammelt und daraus einen Erzählband gemacht. „Tiere für Fortgeschrittene“ heißt das neueste Buch der in Berlin lebenden österreichischen Schriftstellerin. Doch anders, als der Titel vermuten lässt, geht es darin vor allem um die Spezies Mensch. Die vielseitige Schriftstellerin, die mit ihren Reportagen über den Holocaust-Leugner David Irving und dem Familienroman „Vienna“ bekannt wurde, erzählt eine Art umgekehrte Fabel. Vorangestellt wird ihren acht Geschichten immer eine kuriose Meldung über Tiere – wie die über Enten, die noch im Schlaf nach Fressfeinden Ausschau halten. Auch in der Gesellschaft gebe es solche Randenten, die immer wachsam sein müssten. Welche tierischen Verhaltensweisen sich sonst noch auf die Gattung Menschen übertragen lassen, erzählt Eva Menasse bei Westart live. Tiger Girl: Regisseur Jakob Lass und die Gewalt der Frauen Regisseur Jakob Lass steht auf Improvisation. Er verzichtet auf geschriebene Dialoge, und auch Drehbücher braucht er nicht. 2014 hat er mit seinem preisgekrönten Film „Love Steaks“ bereits für Furore gesorgt. In seinem neuen Werk „Tiger Girl“ mischt der Filmemacher nun wieder fiktionales mit dokumentarischem Erzählen. Die schüchterne Maggie (Maria Dragus), die die Aufnahme in die Polizeischule verpasst hat und bei einem Sicherheitsdienst landet, trifft auf Tiger (Ella Rumpf), die macht, was sie will. Die beiden Frauen freunden sich an und werden immer gewaltbereiter. Am 6. April kommt der Film in die Kinos. Jakob Lass ist zu Gast bei Westart live. Projekt Grenzenlos: wider den menschlichen Makel Narben hinterlassen Spuren – nicht nur auf der Haut, sondern auch auf der Seele. Saskia Frietsch kennt das nur allzu gut. „Seit 2010 leide ich an einer chronischen Darmerkrankung und hatte zeitweise ein Stoma (künstlicher Darmausgang)“, schreibt sie auf ihrem Blog“. Die 23-Jährige geht selbstbewusst damit um und zeigt mit dem Projekt „Grenzenlos“, dass Narben und Brüche auch schön sein können. Saskia Frietsch fotografiert Menschen mit ähnlichem Schicksal. Damit will sie anderen die Chance gebe, ihre Geschichte zu erzählen und zu zeigen, dass sie zu ihren Mängeln stehen. Auf Instagram folgen der Bonnerin mittlerweile mehr als 8.000 Menschen. Lady des Electro Swings: Alice Francis auf Tour Fast drei Jahre reiste Alice Francis um die Welt, trat in Russland, Kanada und Israel auf. Zusammen mit ihren musikalischen Partnern Goldielocks und Sir Chul-Min Yoo hat sie währenddessen an neuen Songs für ihr zweites Album „Electric Shock“ gearbeitet. Die aus Rumänien stammende Sängerin, die heute in Köln lebt, hat neben Charleston, Swing und Jazz der Zwanziger Jahre auch eine Vorliebe für Rap und Electro. Auf ihrem neuen Album kommen aber auch exotische und ungewöhnliche Instrumente zum Klingen. Am 27. und 28. Mai ist Alice Francis für zwei Konzerte zu Gast in Köln und Dortmund. Zuvor stellt sie ihr neues Album bei Westart live vor. Kunst in 60 Minuten: Clemens Botho Goldbach Er stellte den Wald auf den Kopf, setzte ganze Hallen unter Wasser und baute Ruinen: Clemens Botho Goldbach verbindet das Natürliche mit dem Künstlichen und schafft raumgreifende Skulpturen. 1979 in Köln geboren, studierte er Freie Kunst an der Kunstakademie Münster bei Gunther Keusen und Daniele Buetti. Für seine Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet. Bei Westart live wird der in Düsseldorf lebende Künstler „EURUIN 5 EUR“ – Fragmente einer Arbeit aus Wolfenbüttel – nachbauen. Verriss oder Hymne? Stefan Keims Theaterkritik Diesmal hat sich unser Theaterkritiker Stefan Keim eine Uraufführung im Schlosstheater Moers angeschaut: die tiefschwarze Komödie „The Dead Inc. – Die Toten“ des amerikanischen Autors Michael Yates Crowley. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 03.04.2017 WDR Folge 10/2017
Folge 10Ob die alltäglichen Abgründe von nebenan oder der exotische Kick ferner Welten: Westart live nimmt Sie mit auf eine Entdeckertour durch unbekanntes Terrain. Zu Gast bei Thomas Hermanns sind der Autor Heinz Strunk, der Ausstellungsmacher Kasper König, die Ameisenbärenforscherin Lydia Möcklinghoff, der Slampoet Sebastian 23 und die Soulsängerin China Moses. Von Losern und Glückssuchern: Heinz Strunks Roman „Jürgen“: Heinz Strunk ist ein Multitalent: Musiker, Entertainer, Schauspieler und Schriftsteller. Gleich sein erstes Buch, der 2004 erschienene autobiografische Roman „Fleisch ist mein Gemüse“, stand monatelang auf der Bestsellerliste.Im vergangenen Jahr erhielt er für „Der goldene Handschuh“, seinen abgründigen Tatsachenroman über den Hamburger Serienmörder Fritz Honka, den renommierten Wilhelm-Raabe-Literaturpreis. Jetzt ist sein achtes Buch erschienen. Mit „Jürgen“ nimmt er uns mit in die unbekannte Welt der Parkwächter, Speed-Dater und Liebessucher von nebenan. Die ARD hat das Buch mit Heinz Strunk in der Titelrolle gerade verfilmt. Zurzeit ist der Autor mit einer großen Multimedia-Show auf Tour und vorher bei Westart live zu Gast. Wie Kunst die Stadt verwandelt: Kasper König über die Skulptur Projekte 2017: Sie ist in diesem Jahr das wichtigste Kunst-Event im Westen: die internationale Ausstellung Skulptur Projekte in Münster. Erfunden hat sie der Kurator und ehemalige Museumsdirektor Kasper König 1977. Seither verwandelt sich die westfälische Metropole alle zehn Jahre einen Sommer lang in ein aufregendes Freilichtmuseum, das immer wieder für Gesprächsstoff und manchmal auch für Zoff sorgt. Wenige Wochen vor dem Start verrät Kasper König im Westart live-Studio, worauf sich die Münsteraner und die zahlreichen Besucher freuen können, wie er sie überraschen und womit er diesmal ihre Streitlust entfachen will. Liebeserklärung an Supernasen: die Zoologin und Science Slammerin Lydia Möcklinghoff: „Ameisenbären sind dumm, aber charmant“, sagt die Zoologin Lydia Möcklinghoff, die das Verhalten der vom Aussterben bedrohten Tiere erforscht. Viel Zeit hat die Autorin und Science Slammerin in der brasilianischen Savanne verbracht und dort auch andere erstaunliche Kreaturen beobachtet, die mit unglaublichen Tricks ums Überleben kämpfen. Ihr Buch „Die Supernasen“ ist eine Liebeserklärung an den Ameisenbären und ein starkes Plädoyer für den Artenschutz. Denn es nimmt die Leser nicht nur mit zu den Tieren, sondern auch zu den Menschen, die sich in das Abenteuer Wildnis stürzen, um die Natur zu schützen. Über ihre Arbeit und ihre Begeisterung für das Leben im brasilianischen Busch schreibt die Bonner Wissenschaftlerin nicht nur Bücher; sie tritt auch bei Science Slams auf. Was das ist, können die Zuschauer bei Westart live entdecken. Raus mit der Sprache: der Slampoet Sebastian 23: Was Science Slammer können, können Slampoeten schon lange. Schließlich waren sie das Vorbild für die Nachwuchsforscher, auf der Bühne um die Gunst des Publikums zu kämpfen. Einer der erfolgreichsten Poetry Slammer Deutschlands und immer wieder gern gesehener Gast bei Westart live ist Sebastian 23. Sein Name steht für Wortakrobatik und begnadeten Wortwitz. Am Niederrhein geboren und in Bochum zu Hause, schreibt er Gedichte, Geschichten und Lieder und hat eine Menge Preise gewonnen. Darunter den Prix Pantheon, die St. Ingberter Pfanne und den Cloppenburger Klappklotz. Zurzeit ist Sebastian 23 mit seiner SoloSlamShow auf Deutschlandtournee. Das Private ist politisch: die Kanzler und ihre Familien: Von Adenauer bis Merkel: Sieben Kanzler und eine Kanzlerin haben die Bundesrepublik Deutschland bisher regiert. Sie kommen aus unterschiedlichen Milieus, vertreten konträre politische Positionen und haben auch in ihrem Privatleben verschiedene Wege gewählt. Konrad Adenauer, der Patriarch, hatte acht Kinder. Helmut Kohl, Vater zweier Söhne, demonstrierte das Ideal der klassischen Kleinfamilie. Gerhard Schröder lebte während seiner Amtszeit mit einer Patchwork-Familie. Angela Merkel hat keine Kinder und einen Mann, der als Professor Karriere gemacht hat. Das alles klingt privat, hat aber weitreichende Folgen. Wie sehr das Familienleben der Kanzler die deutsche Politik geprägt hat, darüber haben die beiden Journalisten Jochen Arntz und Holger Schmale ein Buch geschrieben. „Dancing Beethoven“: die Neunte getanzt: Aus der ganzen Welt sind Tänzer und Musiker nach Japan gereist, um Beethovens 9. Sinfonie als Ballett auf die Bühne zu bringen. „Alle Menschen werden Brüder“, heißt es in Schillers Ode „An die Freude“, die Beethoven vertonte. In Maurice Béjarts Choreografie wird diese Utopie getanzte Wirklichkeit, umgesetzt vom weltberühmten Béjart Ballet Lausanne zusammen mit dem Tokyo Ballet und dem Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Zubin Mehta. Die spanische Filmemacherin Arantxa Aguirre hat neun Monate lang die ebenso schweißtreibenden wie leidenschaftlichen Proben bis hin zur spektakulären Aufführung in Tokio begleitet. Am 13. April kommt ihr Dokumentarfilm „Dancing Beethoven“ in die Kinos. Zwischen Wasser und Wüste: iranische Kulturschätze in Bonn: Nun sind sie doch in Deutschland zu sehen: wertvolle Kunstwerke aus dem Iran. Allerdings nicht die moderne Kunst, die in der Berliner Gemäldegalerie gezeigt werden sollte, sondern Jahrtausende alte Schätze aus der Frühzeit der iranischen Kulturen. Kampfszenen, wilde Tiere und mythische Wesen: Die Ausstellung zeigt Zeugnisse aus einer in Europa wenig bekannten Bilderwelt, in der die Kultur des persischen Weltreichs wurzelt. Besondere Highlights sind Exponate aus den Gräbern zweier elamischer Prinzessinen und aufsehenerregende Funde aus den Gräberfeldern von Jiroft, die zum ersten Mal außerhalb des Irans präsentiert werden. Zu sehen ist die Schau vom 13. April bis zum 20. August in der Bundeskunsthalle Bonn. Soul-Diva on Tour: die Sängerin China Moses: Sie hat den Soul jazziger und den Jazz souliger gemacht: die amerikanische R’n’B-Sängerin China Moses. 1996, gerade mal 16 Jahre alt, brachte sie ihre erste Single „Time“ heraus. Mittlerweile hat die Tochter der Jazzsängerin Dee Dee Bridgewater mehrere Alben veröffentlicht, darunter 2009 „This One’s For Dinah“, eine Hommage an die legendäre Dinah Washington aus der goldenen Ära des Jazz. Jetzt erscheint ihr neues Album „Nightintales“, auf dem ausschließlich Eigenkompositionen zu hören sind. Ausdrucksstarke Songs, die von Liebe und Leidenschaft, Mut und Enttäuschung erzählen. Auf ihrer Welttournee tritt sie im Mai und Juni auch in Deutschland auf. Vorher aber macht sie bei Westart live Station. Der Gipfel mit Scheck: Hymne oder Verriss? Unser Literaturkritiker Denis Scheck nimmt sich diesmal zwei sehr unterschiedliche Bücher vor: Werner Biermanns Adenauer-Biografie, die zum 50. Todestag des rheinischen Weltpolitikers erschienen ist, und Martin Suters Roman „Elefant“. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 10.04.2017 WDR Folge 11/2017
Folge 11Leidenschaft, Überzeugung und Rückzug – darum geht es in der kommenden Ausgabe von Westart live. Zu Gast bei Thomas Hermanns sind der Schauspieler und Sänger Tom Schilling und seine Band, der Regisseur Milo Rau, die Schriftstellerin Felicitas Hoppe, der Bratschist Nils Mönkemeyer sowie der Filmemacher Sebastian Binder. Debüt-Album: Schauspieler Tom Schilling trifft den Ton Er war Punker, Skater, Sprayer und Satanist: Tom Schilling blickt auf eine bewegte Jugend zurück. Seine erste Rolle spielte er bereits mit sechs Jahren. „Ist das mein neuer Papa?“ war der einzige Satz, den der gebürtige Ost-Berliner damals in dem Film „Stunde der Wahrheit“ sagen musste.Heute zählt er zu den beliebtesten und besten Schauspielern des Landes. Doch das ist längst nicht alles: Der 35-Jährige ist auch leidenschaftlicher Musiker und Sänger. Sein ganzes Herzblut steckte er in sein erstes Album „Vilnius“, das kürzlich erschien. Tom Schilling & The Jazz Kids nennt sich seine Band – die keinen Jazz, sondern Chansons und Rock spielt und auf ihrer Tour auch in Münster (3.5) und Köln (10.5) zu Gast ist. Doch zuvor stellt er sein neues Album bei Westart live vor. „Felicitas Hoppe sagt …“: Über die Einsamkeit beim Schreiben Ihren Job beschreibt sie als eine einsame Tätigkeit: Denn wer Bücher schreibe, müsse sich zurückziehen, sagt die Schriftstellerin Felicitas Hoppe. Mit „Felicitas Hoppe sagt …“ wagte die in Berlin lebende Georg-Büchner-Preisträgerin einen Ausflug in die Welt des Films. Der Dokumentarfilm kommt ohne Drehbuch aus und geht der Frage nach, was es mit einem Menschen macht, wenn er sein Leben lang damit beschäftigt ist, Kunst zu schaffen. Die Filmemacher Thomas Henke und Oliver Held haben Felicitas Hoppe dafür über 20 Stunden interviewt. Sie zeigen die Schriftstellerin in der ehemaligen Einsiedelei im schweizerischen Leuk, wohin sie sich zum Schreiben zurückzieht, oder beim Klavierspielen in ihrer Berliner Wohnung. Dabei verwenden sie nicht nur ein Bild, sondern ähnlich eines Triptychons drei Bilder nebeneinander. Wie einsam das Schreiben sein kann und wie es ist, gefilmt zu werden, davon erzählt Felicitas Hoppe bei Westart live. Milo Rau: Über die Kunst, dem Rechtspopulismus entgegenzusteuern AfD-Parteitag in Köln – die Rechtspopulisten formieren sich, nicht nur in unseren Regionen. Europa blickt auch nach Frankreich. In zwei Wahlgängen wird der Nachfolger des französischen Präsidenten François Hollande gesucht. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat gute Chancen, sich für eine Stichwahl am 7. Mai zu qualifizieren. Was kann die Kunst gegen den Rechtspopulismus tun? Milo Rau lebt in Frankreich und Köln. Der Regisseur, Autor und Gründer der Theater- und Filmproduktionsgesellschaft International Institute of Political Murder thematisiert in seinen Stücken Gewaltverbrechen wie den Kongo-Krieg, hinterfragt die Arbeit von NGOs und bringt ein von Kindern erzähltes Stück über den belgischen Kindermörder Marc Dutroux auf die Bühne. Erst vor wenigen Wochen versuchten Frankreichs Konservative, diese Inszenierung zu verhindern. Für Westart live blickt der Schweizer Regisseur auf die Ereignisse des Wochenendes zurück. Nils Mönkemeyer: Mit der Bratsche Gutes tun Sie klingt schwer traurig und steht im Schatten von Violine und Violoncello. Doch die Bratsche ist besser als ihr Ruf. „In meiner kleinen Bratschenwelt passiert sehr viel“, sagt Nils Mönkemeyer. Der 1978 in Bremen geborene Musiker gibt weltweit Meisterkurse und tritt als Solist mit renommierten Orchestern und Dirigenten auf. Gemeinsam mit der Bonner Beethoven Academy hat er das neue Kammermusikfestival „Elysium“ ins Leben gerufen. Das Festival findet erstmals vom 10. bis zum 14. Mai 2017 in Bonn und Umgebung statt. Gespielt wird dabei für den guten Zweck: „Elysium liegt mir sehr am Herzen: Musik zu machen und Gutes zu tun, das ist der Grund, warum ich spiele“, sagt Nils Mönkemeyer, der auch künstlerischer Leiter des Festivals ist. Bei Westart live tritt er gemeinsam mit Tom Schilling & The Jazz Kids auf. Provokante Beziehungskomödie: Einsamkeit und Sex und Mitleid Lars Montag gilt eigentlich als Krimispezialist. Doch nun feiert der Tatort-Regisseur sein Kino-Debüt: „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ ist die Adaption des gleichnamigen Romans von Helmut Krausser. Darin geht es um die großen zwischenmenschlichen Gefühle und Bedürfnisse unterschiedlichster Großstadtmenschen – vom ausländerfeindlichen Polizisten über einen Ex-Lehrer mit dunklem Geheimnis bis hin zum beziehungssuchenden Supermarktleiter. Alle sind miteinander verstrickt und auf der Suche nach Liebe oder zumindest Sex. Lars Montag zeichnet in seinem Kinodebüt das gnadenlose und verstörende Porträt einer Nation von Einsamen, die sich Callboys mieten und ihre Fantasien mit Internet-Bekanntschaften ausleben. Die WDR-Koproduktion erhielt drei Nominierungen für den Deutschen Filmpreis und ist ab dem 4. Mai im Kino zu sehen. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen: Die Kraft der bewegten Bilder Einmal im Jahr wird Oberhausen zum Mekka des Kurzfilms. Seit über sechs Jahrzehnten treffen sich Anfang Mai experimentierfreudige Filmemacher aus aller Welt im Ruhgebiet, um jenseits des Mainstreams ihre Arbeiten zu zeigen. Unabhängig von Genre, Machart und Budget werden hier bewegte Bilder zu bewegenden Bildern. Westart live berichtet über die Wettbewerbe und lädt die Zuschauer ein, Mitglied der Westart live-Jury zu werden. Sie entscheidet, welcher der 13 Filme aus dem NRW-Wettbewerb den Westart live-Zuschauerpreis erhält. Kunst in 60 Minuten: der Filmemacher Sebastian Binder Filme machen sei wie eine aufregende Achterbahnfahrt, sagt Sebastian Binder. Sein Film „Über Druck“, den er gemeinsam mit Fred Schirmer realisierte, feierte im vergangenen Jahr bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen Premiere und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sebastian Binder, 1983 in Frankfurt am Main geboren, studierte an der Bauhaus-Universität Weimar Mediengestaltung mit den Schwerpunkten Regie und Postproduktion und an der Kunsthochschule für Medien in Köln Drehbuch und Regie. Für Westart live hat er sich ein besonders Filmprojekt ausgedacht: Backstage und auf der Bühne dreht er live einen Kurzfilm, schneidet und bearbeitet diesen anschließend und wird ihn am Ende der Sendung zeigen. Verriss oder Hymne? Stefan Keims Theaterkritik Diesmal hat sich unser Theaterkritiker Stefan Keim Jörg Buttgereits Inszenierung von „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ am Schauspiel Essen angeschaut. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 24.04.2017 WDR Folge 12/2017
Folge 12„You’ll never walk alone“: Das wissen nicht nur Fußballer, sondern auch Künstler, Politiker und sogar ganze Länder. Und wir von Westart live wissen es auch: Zu Gast bei Siham El-Maimouni sind die Schauspielerin Hannelore Hoger, der Regisseur Thomas Ostermeier, die Soulsängerin Y’akoto und die Performancekünstler Richter/Meyer/Marx. „Ich träume gern“: die Schauspielerin Hannelore Hoger: Hannelore Hoger hat ihr erstes Buch geschrieben. „Ohne Liebe trauern die Sterne“ heißt es. Ein rätselhafter Titel, aber genau das mag die Schauspielerin: Raum für Phantasie statt starrer Festlegungen.Sie erzählt darin von ihrer Kindheit und Jugend, ihrer Karriere, den Menschen, die ihr etwas bedeuten, und ihrer Leidenschaft fürs Malen. 1942 in Hamburg geboren, stand sie schon als Sechsjährige zum ersten Mal im Ohnsorg-Theater auf der Bühne. Nach ihrer Schauspielausbildung arbeitete sie mit so renommierten Regisseuren wie Peter Zadek, Edgar Reitz und Alexander Kluge, mit dem sie sieben Jahre lang liiert war. Bundesweit bekannt geworden ist sie als TV-Kommissarin Bella Block, die samstagabends im ZDF ermittelt. Soeben hat sie nach fast 25 „Dienstjahren“ die letzte Folge abgedreht. Was danach kommt? „Ich bin gerade ohne Ziel. Ich möchte einfach nur ausschlafen und träumen“, sagt sie. Amitié heißt Freundschaft: die Zukunft des deutsch-französischen Kulturaustausches: Aus Feinden wurden Freunde: Die deutsch-französischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine Erfolgsgeschichte par excellence. Ein Meilenstein war der Élisée-Vertrag, den Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle 1963 in Paris unterzeichneten. Seither haben sich nicht nur auf Regierungsebene, sondern auf zahlreichen Gebieten Kooperationen und persönliche Freundschaften entwickelt. Besonders eng ist die Zusammenarbeit in der Kultur: Es gibt Städtepartnerschaften, Festivals und mit ARTE sogar einen gemeinsamen Fernsehsender. Doch wie fest sind die Bande geknüpft? Wird es nach der Präsidentschaftswahl Veränderungen geben? Gemischte Gefühle: Thomas Ostermeier über die Wahl in Frankreich: Thomas Ostermeier, künstlerischer Leiter der Schaubühne Berlin, ist einer der bedeutendsten deutschen Regisseure und ein exzellenter Kenner unseres Nachbarlandes. Seit 2010 ist er Präsident des Deutsch-Französischen Kulturrates. Immer wieder ist er mit seinen Inszenierungen in Frankreich zu Gast: beim Theaterfestival in Avignon, am Théâtre national de Bretagne und natürlich in Paris. Zurzeit probt er die Bühnenfassung des viel diskutierten Buches „Rückkehr nach Reims“ von Didier Eribon. Die Zukunft Frankreichs sieht er mit gemischten Gefühlen. Eine Präsidentin Marine Le Pen wäre eine Tragödie. Aber auch unter Emmanuel Macron, so seine Befürchtung, werden sich die Spannungen in der Gesellschaft verschärfen. Am Tag nach der Präsidentschaftswahl spricht er bei Westart live über die Folgen für die deutsch-französischen Beziehungen und die gemeinsame Kulturarbeit. Die Melancholie der Meerjungfrau: die Sängerin Y’akoto: Für Y’akoto hatte das Meer schon immer einen besonderen Reiz. „Das Unbekannte zieht mich an“, sagt die Sängerin mit der ausdrucksstarken Stimme. 1988 in Hamburg geboren, wuchs sie in Ghana, der Heimat ihres Vaters, in einer Hafenstadt auf. Als sie 13 war, zog sie mit ihrer Familie nach Hamburg zurück. Damals begann sie, Musik zu machen – von Rock über Reggae bis zu Elektro. Der Durchbruch als Soulsängerin gelang ihr 2012 mit der Single „Tamba“, einem Lied über das Leid der Kindersoldaten. Jetzt ist ihr drittes Album „Mermaid Blues“ erschienen, Blues der Meerjungfrau. Wie die sagenumwobene Nixe bewegt sich Y’akoto zwischen den Welten: Melancholie, Leidenschaft und Rebellion. Auf der Bühne von Westart live beschwört sie mit ihrer Musik die Macht des Meeres. Erhellend: Internationaler Lichtkunstpreis in Unna verliehen: Eine Funken sprühende Säule aus Glühlampen: Für seine Installation „Point of Contact“ hat der japanische Multimediakünstler Satoru Tamura den diesjährigen „International Light Art Award“ bekommen. Das Werk erinnert an einen gigantischen Lichtschalter. Denn sobald ein sich langsam bewegender Metallstab eine Stahlplatte berührt, bringt der Kontakt die Lampen zum Leuchten. Der zweite Preis ging an den deutschen Künstler Tilman Küntzel für einen von der Decke gefallenen Kronleuchter, der dritte an das niederländische Duo Vroegop/Schoonveld, das aus 200 rotierenden Lampen eine begehbare Installation formte. Alle drei Arbeiten, die sich gegen 300 Bewerbungen durchsetzten, sind noch bis zum 3. September im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna zu sehen. Westart live bringt aus der Ausstellung erhellende Einblicke mit. Die Legende lebt: Deep Purple mit neuem Album auf Abschiedstournee: „Smoke on the Water“ – wirklich zum letzten Mal? Jedenfalls ist die legendäre Rockband Deep Purple auf großer Abschiedstournee. In Nordrhein-Westfalen sind die britischen Jungs, mittlerweile alle um die 70, gleich zweimal zu Gast: am 6. Juni in Köln und am 7. Juni in Dortmund. Aber keine Angst vor dem Ende! Immerhin haben die Hardrocker ihr neues Album vorausschauend „inFinite“ genannt. Sollte es sich also tatsächlich um die letzte Tour und das letzte Studioalbum handeln, so hat Deep Purple schon mal die Unendlichkeit ins Auge gefasst. Westart live über eine Band, die Musikgeschichte schrieb und noch immer rockt. „You’ll never walk alone“: auf den Spuren der Fußballhymne: „You’ll never walk alone“ ist mehr als ein Song, es ist eine Hymne, die seit Jahrzehnten weltweit die Fußballseele bewegt. Kein Wunder, dass die BVB-Fans sie vor wenigen Wochen beim Spiel nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus besonders laut sangen. Jetzt gibt es den Film zum Lied. André Schäfer hat eine Doku über die Entstehung der inoffiziellen Fußball-Hymne gedreht. Sein Freund Joachim Król, Schauspieler und bekennender Fußballfan, hat die Rolle des Erzählers übernommen und zeichnet den Weg des Liedes nach: von einer Budapester Theaterbühne Anfang des 20. Jahrhundert über den Broadway ins Stadion des FC Liverpool an der Anfield Road, von dort zum BVB nach Dortmund und auf die Fußballtribünen in aller Welt. Kunst in 60 Minuten: Richter/Meyer/Marx: Das Berliner Performancekollektiv Richter/Meyer/Marx: Das sind die Stuntfrau und Choreografin Katja Richter und der Philosoph und Dramaturg Helge Björn Meyer – erweitert um Gäste aus den Bereichen Design, Musik, Theater. Mit einer Vorliebe für das Abseitige und Absurde suchen sie in ihren Aufführungen eine Verbindung von Text und Tanz, Performance und bildender Kunst. Bei Westart live zeigen sie gemeinsam mit DJ Felix Wewerka die Körper-Performance „AUSHALTEN!“. Der Gipfel mit Scheck: Hymne oder Verriss? Unser Literaturkritiker Denis Scheck nimmt sich diesmal zwei sehr unterschiedliche Bücher vor: die Neuübersetzung des Science-Fiction-Romans „Freie Geister“ von Ursula K. Le Guin und Zsuzsa Bánks E-Mail-Roman „Schlafen werden wir später“. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 08.05.2017 WDR Folge 13/2017
Folge 13Um Gewinner und Verlierer, die Kunst des Scheiterns und neue Herausforderungen geht es in dieser Ausgabe von Westart live. Zu Gast bei Thomas Hermanns sind die Schauspielerin Nina Kunzendorf, der Regisseur Andres Veiel, die Sopranistin Juliane Banse, die Komikerin Enissa Amani und die Jazz-Brüder Julian und Roman Wasserfuhr. Nina Kunzendorf: „Ich bin eine Leisespielerin“: Als Kind träumte sie davon, Bäuerin, Bäckerin oder Hebamme zu werden. Doch das blieb – zum Glück für die Zuschauer – nur ein Traum.Heute zählt die Schauspielerin, die an der Seite von Joachim Król zwei Jahre als forsche „Tatort“-Kommissarin Conny Mey in Frankfurt ermittelte, zu den beliebtesten und besten ihrer Zunft. Grimme-Preis, Lola, Goldene Kamera, Deutscher und Bayerischer Fernsehpreis – Nina Kunzendorf, 1971 in Mannheim geboren, räumte so ziemlich alle Preise der Branche ab. „Ich bin eine Leisespielerin“, sagt sie über sich, „und ich mag Figuren, die irritieren.“ Am 28. Mai liest sie bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen aus „Wunderbare Jahre“ von Sibylle Berg. Juliane Banse: Vom Ammersee über die Met an den Rhein: „Was sind die drei schönsten Worte im Leben? Nicht: Ich liebe dich. Sondern: The Met called!“ So witzelte Juliane Banse mit ihren Kommilitoninnen an der Münchner Musikhochschule. Aus dem Scherz wurde Ernst: 2014 gab die in Süddeutschland geborene und in Zürich aufgewachsene Sopranistin an der legendären Metropolitan Opera in New York ihr Debüt. „Das war ein toller Moment, ein Sahnehäubchen auf der Karriere“, schwärmt sie. Neben ihren Opernrollen ist Juliane Banse auch eine gefragte Liedinterpretin und seit Oktober letzten Jahres Professorin für Gesang an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. In den nächsten Tagen ist sie in NRW bei mehreren Konzerten auf der Bühne zu erleben: am 18. Mai in Dortmund sowie am 19. und 21. Mai in Köln. Vorher verrät die dreifache Mutter bei Westart live, wie sie Familie und Karriere unter einen Hut bekommt. Andres Veiel: „Joseph Beuys hat mich immer schon fasziniert“: Andres Veiel zählt zu den erfolgreichsten Dokumentarfilmern in Deutschland. Der gebürtige Stuttgarter interessiert sich seit Jahren für politische und historische Stoffe. Bekannt wurde er mit Filmen wie „Black Box BRD“ über den Bankenmanager Alfred Herrhausen und den RAF-Terroristen Wolfgang Grams oder „Der Kick“, ein „Lehrstück“ über rechtsextremistische Gewalt. Sein jüngstes Werk hat er dem Künstler und Aktivisten Joseph Beuys gewidmet. Der Avantgardist vom Niederrhein habe schon vor über 30 Jahren die richtigen Fragen gestellt. „Die Gesellschaft ist erstarrt wie das Fett der Beuys’schen Fettecken. Aber wenn man einen Bunsenbrenner darunter hält, lässt sich das Fett wieder gestalten“, sagt der Regisseur. „Beuys“: Die Wiederentdeckung einer politischen Persönlichkeit: Joseph Beuys provozierte gerne – künstlerisch wie politisch. Schon in den 70ern sah er die Finanzkrise voraus, mahnte, dass Geld keine Ware sein dürfe, und forderte jeden Einzelnen auf, sich einzumischen. Wie aktuell seine Botschaften sind, macht der Dokumentarfilm „Beuys“, eine Koproduktion von WDR, SWR und Arte, deutlich. Für sein Künstlerporträt hat Regisseur Andres Veiel über 400 Stunden Film, 300 Stunden Audiomaterial und mehr als 20.000 Fotos gesichtet, darunter auch bisher unbekannte Fundstücke aus dem Archiv. Am 18. Mai kommt der Film „Beuys“, der auf der Berlinale Weltpremiere feierte und für den Deutschen Dokumentarfilm nominiert ist, in die deutschen Kinos. Enissa Amani: Ganz schön schlagfertig: Vor ein paar Jahren noch hat sie Gewürze auf einem Kölner Weihnachtsmarkt verkauft, jetzt ist die Deutsch-Iranerin ein Star in der Comedyszene. Ersten Erfolgen in einer Kölner Kneipe folgten Fernsehauftritte bei NightWash und Stefan Raabs „TV Total“. 2015 erhielt sie den Deutschen Comedypreis als beste Newcomerin und 2016 eine eigene Fernsehshow. Nach ihrem furiosen ersten Bühnenprogramm „Zwischen Chanel und Che Guevara“ tourt sie nun mit „Mainblick“ durchs Land. Bei Westart live erzählt die scharfzüngige „Vollblut-Tussi“ (Enissa Amani über sich selbst), wie sie ihre Leidenschaft für Literatur, Marx und Comedy verbindet. Julian und Roman Wasserfuhr: Zwei Brüder, der Jazz und das Bier: Der eine spielt Trompete, der andere Klavier. Doch die Brüder Julian und Roman Wasserfuhr teilen nicht nur ihre Liebe zum Jazz, sondern auch zum Bier. Zu Hause sind sie Hückeswagen im Bergischen Land. Dort brauen sie im Keller ihres Elternhauses ihr eigenes „Schnaff-Bier“. Und im Probenraum entstehen die Ideen für ihre Musik. Für das kürzlich erschienene Album „Landed in Brooklyn“ haben sich die beiden Musiker aus ihrem beschaulichen Heimatort ins Mutterland des Jazz aufgemacht und zusammen mit den US-Jazzgrößen Donny McCaslin, Tim Lefebvre und Nate Wood ihre fünfte CD eingespielt. Anfang Juni sind sie bei der Jazz Rally in Düsseldorf zu Gast. Zuvor stehen Julian und Roman Wasserfuhr gemeinsam mit der Sopranistin Juliane Banse bei Westart live auf der Bühne. „Verstehen Sie Schulz?“: Martin Häuslers Porträt des Kanzlerkandidaten: Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gilt als letzter Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst 2017. Mit der Nominierung von Martin Schulz ging ein Ruck durch die SPD. Doch was ist eigentlich der „Schulz-Effekt“ und wie viel ist von ihm geblieben? Das fragt Westart live am Tag nach der Wahl den Journalisten Martin Häusler. Für sein Anfang Mai erschienenes Buch „Verstehen sie Schulz“ führte er lange Gespräche mit dem SPD-Kanzlerkandidaten und traf in dessen Heimat im Aachener Grenzgebiet mit Geschwistern, Freunden, Weggefährten und Kritikern zusammen. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen: Hommage an Bjørn Melhus: Mal Superheld, mal Elvis-Verschnitt: Bjørn Melhus ist bekannt dafür, dass er jede seiner Figuren in seinen Filmen selbst spielt. Dem Medienkünstler und Geschichtenerzähler widmen die diesjährigen Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen eine ganze Werkschau. Zu sehen ist auch sein neuestes Werk „Moon Over Da Nang“ über den Vietnamkrieg, die Mondlandung und die vietnamesische Stadt Da Nang von heute. Der 15-Minüter läuft im deutschen Wettbewerb und wird in Oberhausen uraufgeführt. Westart live hat Bjørn Melhus in seinem Atelier in Berlin besucht. Fotoausstellung „Ende der Schonzeit“: Hattingen im Wandel: In Hattingen ging es 1987 heiß zu. Beim sogenannten Hüttenkampf gegen die Stilllegung der Henrichshütte traten Frauen in den Hungerstreik, Zehntausende demonstrierten gegen den Niedergang der Montanindustrie und den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Mittendrin war der Fotograf Horst Dieter Zinn. Der gebürtige Bochumer dokumentierte damals unter dem Titel „Eine Heimat geht bankrott“ für die Zeitschrift „Geo“ die Proteste. 30 Jahre später hat er die Stadt und ihre Bewohner erneut in den Blick genommen. Rund 50 Fotos sind im Rahmen der Ausstellung „Ende der Schonzeit“ im LWL-Industriemuseum Henrichshütte zu sehen. Sie zeigen wie sich der Ort, die Menschen und auch der Blick des Fotografen geändert haben. Jane Birkin: Auf Tour mit Gainsbourg: Er war die Liebe ihres Lebens. Fast zwanzig Jahre waren Jane Birkin und Serge Gainsbourg privat und auf der Bühne ein Paar. Mit dem Stöhnklassiker „Je t’aime … moi non plus“, den die BBC boykottierte und der Vatikan verbot, gelangten sie 1969 an die Spitze der Charts und wurden weltberühmt. Seit Jahrzehnten singt Jane Birkin die weltbekannten Chansons des 1991 gestorbenen Musikers und Songwriters. Derzeit ist die 70-jährige britische Sängerin und Schauspielerin mit ihrem neuen Album „Birkin/Gainsbourg: Le Symphonique“ auf Tournee. Am 20. und 21. Mai ist sie zu Gast bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, wo sie gemeinsam mit der Neuen Philharmonie Westfalen auftreten wird. Westart live hat Jane Birkin in Paris besucht. Inside Hazel Brugger: „Mal still, mal wild, aber immer sehr komisch“ – so beschreibt sie sich selbst auf ihrer Homepage. Und wer sie erlebt hat, weiß: Hazel Brugger trifft immer ins Schwarze. Seit kurzem lebt die Schweizer Slam-Poetin und Kabarettistin in Köln. Doch das Metropolenleben nervt sie kolossal. Raus heißt deshalb die Devise. Dieses Mal zieht es sie nach Issum und Westart live schaut ihr beim Denken zu. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 15.05.2017 WDR Folge 14/2017
Folge 14Real, digital, irreal: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Und kann die Kunst sie toppen? Darum geht es in der nächsten Ausgabe von Westart live. Zu Gast bei Siham El-Maimouni sind der Schriftsteller Clemens Meyer, die Studentin Diana Kinnert, der Kabarettist Konrad Beikircher, der sizilianische Liedermacher Pippo Pollina und die Künstlerin Sandra Silbernagel. Meister der Kurzgeschichten: der Autor Clemens Meyer: Clemens Meyer möchte „das Leben nicht mit Handschuhen anfassen“ – nicht in seinen Büchern und auch nicht im Alltag.Sein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig finanzierte er mit Jobs als Nachtwächter, Möbelpacker und Bauhelfer. Für Aufsehen sorgte er 2006 mit dem Debütroman „Als wir träumten“ über vier Jugendliche, die im Leipzig der Nachwendejahre als Autoknacker, Hooligans und Drogensüchtige ihr Leben an die Wand fahren. Auch in seinem neuen Erzählband „Die stillen Trabanten“ geht es um Verlierer, Scheiternde, Orientierungslose. Es sind Geschichten aus unserer Zeit, zerrissen und doch voll drängender Sehnsucht. Clemens Meyer zeigt den Zuschauern „sein“ Leipzig und erzählt im Studio, warum Leipzig überall ist. Jung, dynamisch, CDU: Diana Kinnert über die Coolness der Konservativen: Konservativ = verstaubt und altbacken? Diana Kinnert kann das nicht finden. Sie ist erst 26 und schon seit neun Jahren bei den Christdemokraten aktiv. Zwei Jahre lang leitete sie das Büro des Ende November 2016 verstorbenen Bundestagsvizepräsidenten Peter Hintze. Zurzeit studiert die Wuppertalerin Politikwissenschaften, bloggt, arbeitet für Think Tanks und hat gerade ihr erstes Buch geschrieben. Darin beschreibt sie, wie die Wuppertaler Schwebebahn sie als Teenager politisiert hat und wieso progressiv und konservativ kein Widerspruch ist. Warum sie „für die Zukunft schwarz sieht“, erläutert sie bei Westart live. Ganz große Oper: Konrad Beikirchers „Pasticcio Capriccio“: Konrad Beikircher träumte einst von einer Karriere als Konzertgeiger. Doch weil es zum Starvirtuosen nicht reichte, studierte der Südtiroler Musikwissenschaft, Psychologie und Philosophie in Bonn. 15 Jahre arbeitete er als Gefängnispsychologe in der JVA Siegburg, bevor er sich als Kabarettist und Autor selbstständig machte. Die Leidenschaft für die Musik hat er nie verloren. „Ich kann mir ein Leben ohne Musik nicht vorstellen. Ich singe, spiele, komponiere ab und zu – ich liebe Schubert, Bach, Mozart.“ In seinen Konzert- und Opernführern bringt er mit einer gehörigen Portion Humor und profunder Sachkenntnis all jenen Menschen die Welt der klassischen Musik nahe, „die sich nicht in die Oper trauen“. Gerade ist der neue Band „Pasticcio Capriccio“ erschienen – mit einer Fülle von Wissenswertem und Skurrilem für den Small Talk im Pausenfoyer. Lieder voller Poesie und Sinnlichkeit: der italienische Musiker Pippo Pollina: Pippo Pollina wurde in Palermo geboren, wuchs in Sizilien auf und wollte als Journalist die Mafia bekämpfen. Doch als die Cosa Nostra sein Leben bedrohte, verließ er Italien Richtung Norden und ließ sich in der Schweiz nieder. Dort wurde er vor über 30 Jahren als Straßenmusiker entdeckt. Mittlerweile gehört er mit seinen Songs voller Sinnlichkeit, Poesie und Nachdenklichkeit zu den populärsten Liedermachern Europas. „Il Sole Che Verrà“ heißt sein 22. Album. „Die 13 Lieder haben ein zentrales Thema: die Hoffnung“, sagt er. Bei Westart live stellt er einen Song vor und tritt auch gemeinsam mit Konrad Beikircher auf. Virtuelle Welten: die Ausstellung „Unreal“ im NRW-Forum: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt eine Ausstellung über Virtual Reality: und zwar – wie sollte es anders sein – in einem virtuellen Erweiterungsbau. Erreichbar ist er über eine 250 Quadratmeter große Lounge im Obergeschoss, die in fünf Bereiche unterteilt ist. Wer hinein will, braucht sich nur eine spezielle VR-Brille aufzusetzen, schon ist er mittendrin in der virtuellen Welt und kann sich darin auch frei bewegen. Zu erleben sind Werke einer neuen Generation von Künstlern, die für den digitalen Raum arbeiten. Die Ausstellung „Unreal“ ist vom 25. Mai bis zum 30. Juli zu sehen. Westart live-Reporterin Anja Backhaus hat sich schon mal an der Schnittstelle zwischen „echt“ und „unecht“ umgesehen und ist in die virtuelle Welt eingetaucht. Hochbrisant und unerschrocken: Plädoyer für die Redefreiheit: Was bedeutet für dich Redefreiheit? Tarquin Ramsay war 15 Jahre alt, als er für ein Filmprojekt seine Mitschüler und Lehrer mit dieser Frage löcherte. Damals konnte er nicht ahnen, welche Kreise sein Projekt ziehen würde. In den folgenden fünf Jahren sprach er mit Whistleblowern und Aktivisten wie Julian Assange und Jacob Appelbaum, mit Journalisten und Hackern und mit dem Schauspieler Jude Law, der sich für eine weißrussische Theatergruppe engagiert. Aus dem Material ist ein abendfüllender Film geworden, hochbrisant und unerschrocken. Er zeigt, was auf dem Spiel steht, wenn die Redefreiheit in Gefahr ist – nicht nur in Diktaturen, sondern auch in demokratischen Ländern. „Free Speech Fear Free“ kommt am 1. Juni in die Kinos. Kunst in 60 Minuten: die Bildhauerin Sandra Silbernagel: Stein ist ihr Material: riesige Blöcke von 50 Tonnen oder auch nur wenige Kilo schwere Brocken, die sie in den Steinbrüchen Europas findet. Sandra Silbernagel, 1973 in Fulda geboren und seit vielen Jahren in Münster zu Hause, sucht in jedem Stein seine „Sprache“, das Charakteristische, das sie herausarbeiten will. Mit wohlüberlegten präzisen Eingriffen gestaltet sie ihre Fundstücke, ohne die Ursprungsform ganz zu verändern. Bei Westart live zeigt sie, was im Stein steckt. Der Keim ist da: Diesmal hat sich unser Theaterkritiker Stefan Keim „Istanbul“ im Schauspiel Köln angeschaut, ein Stück über die aktuellen Ereignisse in der Türkei und ihre Auswirkungen auf das Leben in Deutschland. Regisseur und Autor Nuran David Calis hat es mit Schauspielern und Laiendarstellern auf die Bühne gebracht. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 22.05.2017 WDR Folge 15/2017
Folge 15Verreisen und ankommen, die Fremde erkunden und sich selber finden, unterwegs sein und heimkehren – darüber spricht Thomas Hermanns mit seinen Gästen: der Sängerin Elif Demirezer, dem Schriftsteller Matthias Politycki, dem Comedian Ususmango und dem Künstler Roger Löcherbach. Außerdem erinnern zwei Musiker der WDR Big Band an Jazzlegende Chet Baker. Doppelleben: die Sängerin Elif Demirezer: Die Berliner Sängerin Elif hat sich Zeit genommen für ihre Karriere. 2009 – da war sie gerade 16 – verpasste sie knapp den Sieg in der Castingshow „Popstars“.Vier Jahre später erschien ihr Debütalbum, das sie in die Charts katapultierte. Jetzt stellt sie ihr zweites Album „Doppelleben“ vor. In ihren Songs macht sie das Leben in zwei Welten zum Thema. „Ich bin in Berlin geboren, meine Eltern stammen aus der Türkei“, sagt sie. „Sie sind sehr konservativ erzogen worden, ich bin viel freier aufgewachsen. Irgendwann wurde die Kluft immer größer.“ Offenherzig und sehr persönlich beschreibt sie die Suche nach ihren Wurzeln und nach sich selbst. Bei Westart live erzählt sie, warum die Musik ein Weg ist, die Zerrissenheit zwischen den Kulturen und Traditionen zu überwinden. Der Reiz des Reisens: der Romancier Matthias Politycki: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Matthias Politycki, Schriftsteller, Lyriker und passionierter Reisender, hat das in seinen Romanen ausgiebig und gern getan. Rund hundert Länder hat er besucht, exotische ebenso wie vermeintlich vertraute. Für seine Satire „In 180 Tagen um die Welt“ war er ein halbes Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs. Jetzt hat er ein Buch über das Reisen geschrieben. Virtuos verknüpft er eigene Erlebnisse mit Reflexionen: Was suchen wir, wenn wir uns auf den Weg machen? Wie hat sich das Reisen verändert? Was bleibt, wenn wir zurückkehren? „Man kommt immer als ein anderer nach Hause zurück“, sagt er. „Fernweh und Heimweh gehören zusammen.“ Wie er die Welt sieht: der Comedian Ususmango: Sie sind jung, frisch und frech: die Comedy-Rebellen um Usama Elyas alias Ususmango und Babak Ghassim. Die Idee zu einer Show der etwas anderen Art hatte Ususmango schon während seines Designstudiums in Aachen. Gemeinsam mit Babak Ghassim gründete er 2005 „Rebell Comedy“. Mittlerweile ist das Ensemble in ganz Deutschland erfolgreich und regelmäßig beim WDR zu Gast. Zurzeit bereiten sie ihre neue Tour „Hoch ansteckend“ vor und am 2. Juni startet im WDR Fernsehen eine Reihe von acht Folgen mit den Höhepunkten aus ihrem aktuellen Programm „Wir drehen durch“. Bei Westart live erzählt Ususmango, der als Kind saudi-arabischer Eltern in Eschweiler aufwuchs, wie er die Welt sieht. King of Cool: das Leben des Jazztrompeters Chet Baker: Glanz und Elend einer Legende: Davon erzählt der Spielfilm „Born To Be Blue“. Hollywoodstar Ethan Hawke spielt den Trompeter und Sänger Chet Baker, der seine Karriere als „James Dean des Jazz“ begann und dann als Junkie abstürzte. Der Film rankt sich um einen Wendepunkt in seinem Leben: Mitte der 60er-Jahre, als er nach seinem kometenhaften Aufstieg schon wieder am Ende schien, lernt er die Schauspielerin Jane (Carmen Ejogo) kennen. Sie hilft ihm, sich seiner Drogensucht zu stellen und ins Leben zurückzufinden. Doch kaum geht es aufwärts, träumt Chet Baker davon, an den Ort seines ersten Triumphes zurückzukehren – in den New Yorker Jazzclub Birdland, dorthin, wo seine Exzesse begannen. Am 8. Juni kommt der Film in die Kinos. Doppeljubiläum: 60 Jahre Rubenspreis, 25 Jahre Kunstmuseum Siegen: Für die Stadt Siegen gibt es in diesem Jahr gleich zwei Gründe zum Feiern: Das Museum für Gegenwartskunst begeht seinen 25. Geburtstag. Und vor genau 60 Jahren wurde der Rubenspreis zum ersten Mal verliehen. Namensgeber ist der große Maler und Diplomat Peter Paul Rubens, der in Siegen geboren wurde und die europäische Barockkunst prägte. Zu den Trägern des alle fünf Jahre vergebenen Preises zählen Francis Bacon, Lucian Freud und Sigmar Polke. In diesem Jahr geht er an den in Paris lebenden Schweizer Konzeptkünstler Niele Toroni, der für seine Punktbilder bekannt ist. Aus Anlass des Doppeljubiläums zeigt das Siegener Kunstmuseum noch bis Dezember Werke von Francis Bacon. Ab dem 2. Juli widmet es dem diesjährigen Preisträger Niele Toroni eine Ausstellung. Die Legende lebt: Deep Purple mit neuem Album auf Abschiedstournee: „Smoke on the Water“ – wirklich zum letzten Mal? Jedenfalls ist die legendäre Rockband Deep Purple auf großer Abschiedstournee. In Nordrhein-Westfalen sind die britischen Jungs, mittlerweile alle um die 70, gleich zweimal zu Gast: am 6. Juni in Köln und am 7. Juni in Dortmund. Aber keine Angst vor dem Ende! Immerhin haben die Hardrocker ihr neues Album vorausschauend „inFinite“ genannt. Sollte es sich also tatsächlich um die letzte Tour und das letzte Studioalbum handeln, so hat Deep Purple schon mal die Unendlichkeit ins Auge gefasst. Westart live über eine Band, die Musikgeschichte schrieb und noch immer rockt. Kunst in 60 Minuten: Roger Löcherbach: Seine Holzskulpturen sind immer aus einem Stamm gehauen. „Ich verwende verschiedene heimische Holzarten, wie sie gerade anfallen. Am liebsten sind mir aber Eiche, Linde und Obstbäume“, sagt der Bildhauer Roger Löcherbach, der in Essen lebt und arbeitet. Aus dem Material entwickelt er Figuren, indem er seine eigenen Ideen mit der gewachsenen Form des Stamms in Beziehung setzt. „Für mich ist der Mensch Thema meiner plastischen Arbeit.“ Durch die Gestaltung erhält jede Figur eine Aura. „Wenn ich diese Wirkung spüre, ist für mich die Bearbeitung abgeschlossen und ich kann sie dem Raum anvertrauen.“ Der Gipfel mit Denis Scheck: Licht und Schatten: Literaturkritiker Denis Scheck über die Neuausgabe des Buches „Subtile Jagden“, in dem Ernst Jünger von seiner großen Leidenschaft fürs Käfersammeln erzählt, und über Donald Trumps „Wie man reich wird“, ein 2004 erschienenes Buch, in dem er darüber sinniert, warum er bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen besser nicht kandidieren sollte. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 29.05.2017 WDR Folge 16/2017
Folge 16„Woran glaubst du?“ ist das Motto der ARD-Themenwoche 2017. Über Glaube und Zweifel spricht Thomas Hermanns auch mit seinen Gästen in der nächsten Ausgabe von Westart live: dem Schauspieler und Autor Hannes Jaenicke, der Luther-Botschafterin Margot Käßmann, dem Comedian Ingmar Stadelmann und der Schauspielerin Katharina Marie Schubert. Mit dabei sind außerdem das Künstlerkollektiv RaumZeitPiraten und die Band Giant Rooks. Über Helden und Vorbilder: Hannes Jaenicke: „Eigensinnige und Querdenker sind die wahren Helden.“ Davon ist Hannes Jaenicke überzeugt.Seit vielen Jahren ist er nicht nur als Schauspieler erfolgreich, sondern auch als Umweltschützer aktiv. Er drehte mehrere Dokumentationen über gefährdete Tierarten und klärt in seinen Sachbüchern über gesellschaftliche Missstände auf. Nach dem Bestseller „Die große Volksverarsche“ über die skrupellose Geschäftemacherei in unserer Konsumgesellschaft ist jetzt sein neues Buch erschienen: eine Anleitung zum Held-Sein für jedermann. Kämpferisch und sehr persönlich plädiert Hannes Jaenicke für mehr Individualität und weniger Mittelmaß. Bei Westart live erzählt er von seinen eigenen Vorbildern. „Wenn Menschen sich engagieren, das finde ich toll.“ Freiheit wagen: die Theologin Margot Käßmann: Sie ist eine der bekanntesten und streitbarsten Theologinnen Deutschlands: Margot Käßmann, Pfarrerin, Ex-Bischöfin und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zurzeit ist sie als offizielle „Reformationsbotschafterin“ weltweit unterwegs und wirbt für das Lutherjubiläum 2017. Für sie steht außer Frage, dass christliches Engagement und politisches Bewusstsein sich nicht ausschließen. Im Gegenteil. „Klar will ich die Welt verbessern! Verschlechtern will ich sie auf jeden Fall nicht“, sagt sie. Im Rahmen der ARD-Themenwoche porträtiert sie das WDR-Fernsehen in einer Doku am 14. Juni um 23:25 Uhr. Woran sie glaubt, darüber spricht Margot Käßmann bei Westart live. Polarisieren statt glatt polieren: Der Comedian Ingmar Stadelmann: Comedy soll auch mal wehtun, findet Ingmar Stadelmann, einer der erfolgreichsten deutschen Stand-up-Comedians. Mit seinen Soloprogrammen hat er zahlreiche Preise gewonnen. Als Radiomoderator ist er gemeinsam mit Luke Mockridge in der Show 2LIVE in 1LIVE zu hören. Und seit Mitte Mai hat er eine eigene TV-Show bei Central Comedy News. Jetzt ist sein erstes Buch erschienen, das er gemeinsam mit seiner Schwester, der Schauspielerin Juliane Stadelmann, geschrieben hat. „Rübermachen“ ist ein Roman aus der Vogelperspektive, in dem ein Sittich die Geschichte der Ossi-Familie Günthersen in der Nachwendezeit erzählt – ein Buch für alle, die schon immer wissen wollten, wie es wirklich war, als die Mauer fiel. Familie im Ausnahmezustand: die Schauspielerin Katharina Marie Schubert: Woran glaubst du, wenn dich von jetzt auf gleich die größte Katastrophe deines Lebens trifft? Das ist das Thema des Fernsehfilms „Atempause“, den das Erste am 14. Juni um 20:15 Uhr zeigt. Esther und ihr Ex-Mann Frank müssen sich existenziellen Fragen stellen, als ihr gemeinsamer neunjähriger Sohn Hannes nach einem Unfall beim Fußball für hirntot erklärt wird. Und sie müssen Entscheidungen treffen, die ihr Leben verändern. Katharina Marie Schubert, eine der profiliertesten Schauspielerinnen, ist als Esther zu sehen. Die Dreharbeiten haben sie sehr berührt. „So eine Rolle zu spielen bedeutet eine Anmaßung denjenigen gegenüber, denen das wirklich passiert ist“, sagt sie. „Ich kann nur so viel sagen, dass man es niemandem wünschen kann, so etwas zu erleben.“ Stil und Ikonen: der Bildband „The Germans“: Wenn es um Stilfragen geht, ist klar: „Very British“ – das sind die Engländer, „très chic“ die Franzosen. Was aber ist eigentlich deutscher Stil? Das haben sich auch die beiden Autorinnen Silke Wichert und Nina Zywietz gefragt. Kleiden sich die Deutschen tatsächlich lieber funktional statt fashionable? Was essen sie gern? Und wie passen Schrankwand und Bauhaus zusammen? Ihr Bildband „The Germans“ ist eine Reise durch die neuere deutsche Stilgeschichte, auf der wir u. a. Claudia Schiffer, Gloria von Thurn und Taxis, Hans-Dietrich Genscher, den Scorpions und Jil Sander begegnen. Skulptur Projekte 2017: die Kunstwelt in Münster: Sie ist in diesem Jahr das wichtigste Kunst-Event im Westen: die internationale Ausstellung Skulptur Projekte in Münster. Erfunden hat sie der Kurator und ehemalige Museumsdirektor Kasper König 1977. Seither verwandelt sich die westfälische Metropole alle zehn Jahre einen Sommer lang in einen aufregenden Kunstparcours. Im Jubiläumsjahr 2017 sind es 35 Stationen. Mit dabei sind u.a. der Bildhauer Thomas Schütte, Gregor Schneider, Hito Steyerl und Andreas Bunte. Bis zum 1. Oktober erwartet die Stadt 600.00 Besucher aus aller Welt. Westart live ist bei der Eröffnung am 10. Juni dabei. Pop-Newcomer aus Hamm: Giant Rooks: Sie kommen aus Hamm und sind bundesweit auf Erfolgskurs: die fünf Jungs der Band Giant Rooks. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als „Art Pop“ und meinen damit künstlerisches Experimentieren, verknüpft mit Pop-Elementen. Gleich mit ihrem ersten Album „Småland“ sorgten sie für Aufregung. Anfang des Jahres erschien ihre EP „New Estate“. Nach ihrer ersten großen Tour durch Deutschland, Österreich, Luxemburg und die Schweiz sind sie im Sommer auf zahlreichen Festivals zu Gast, unter anderem am 18. Juni in Duisburg und am 29. Juli in Dortmund. Zuvor spielen sie live auf der Westart-Bühne. Kunst in 60 Minuten: RaumZeitPiraten: Sie nennen sich RaumZeitPiraten: Tobias Daemgen, Jan Ehlen und Moritz Ellerich. Die drei jungen Männer aus Nordrhein-Westfalen sind seit 2007 ein Künstlerkollektiv. Als Piraten kapern sie einen Ort, um dort auf bestimmte Zeit ein Paralleluniversum aus Licht- und Klangelementen zu errichten. Hinterher ziehen sie mit ihren selbstgebauten Apparaten ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Wie das funktioniert, zeigen sie mit einer Installation bei Westart live. Der Keim ist da: Unser Theaterkritiker Stefan Keim hat sich diesmal „Gesellschaftsmodell Großbaustelle“ angeschaut: eine Baustellenführung der besonderen Art, die Stefan Kaegi von Rimini Protokoll am Schauspiel Düsseldorf inszeniert hat. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Mo. 12.06.2017 WDR
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