Unter unserem Himmel Folge 10: Häckseln, Melken, Sonnenstrom – Landwirtschaft im Wandel
Folge 10
Häckseln, Melken, Sonnenstrom – Landwirtschaft im Wandel
Folge 10 (45 Min.)
Oft ist es für Bäuerinnen und Bauern gar nicht leicht, die Balance zu halten zwischen der Arbeit am Hof, Familie, Finanzierungen und Förderbürokratie. Da heißt es Wege gehen, die zum eigenen Hof passen und den eigenen Betrieb richtig einzuschätzen. Bernhard Reitberger und seine Frau Regina haben die Viehwirtschaft aufgegeben. Sie betreiben mittlerweile eine Ölmühle nahe Ingolstadt und bieten zahlreiche Ölsorten an wie Raps- oder Senföl. Und beide haben sich noch ein zweites Standbein aufgebaut, abseits der Ölmühle, dass ihnen Spielraum gibt: Regina hat am Hof eine kleine, feine Hutmacherei und Bernhard arbeitet zusätzlich als Trainer und Coach.
Toni Soyer aus Neuhausen bei Ebersberg arbeitet viel und gern und setzt ebenfalls auf Diversität am Hof. Er betreibt neben der Milchwirtschaft eine Biogasanlage, die fast das ganze Dorf mit Wärme versorgt. Die Restwärme geht in die hofeigene Trocknungsanlage. Auch bei Familie Schechner sorgen mehrere Betriebszweige für finanzielle Sicherheit und Stabilität. Anna und Flo haben schon vor Jahren
umgestellt von Milchvieh auf Mutterkuhhaltung mit Angus Rindern zur Fleischproduktion samt hofeigenem Zerlegeraum und Verkaufsladen.
Niko liebt Maschinen seit er denken kann. Er hat sich ohne finanziellen Hintergrund ein stattliches Lohnunternehmen aufgebaut. Bis zu 100 Mitarbeitende häckseln von April bis Oktober. Und bei so einem Häcksler sind Anschaffungskosten von einer Dreiviertelmillion Euro keine Seltenheit. Nach der Sommersaison geht es für ihn in den Wald und auf den Harvester.
Familie Moritz führt einen klassischen Milchviehbetrieb. Gemeinsam denken sie viel über anstehende Veränderungen nach. Sollten etwa Bene sen. und Anni, eines Tages nicht mehr mitarbeiten können, bleibt ihnen nichts, als zu verkleinern oder sogar ganz aufzuhören. Letzteres allerdings, so sind sie sich einig, würde für sie einen enormen Verlust an Sinn und Freiheit bedeuten. Schließlich ist dies für viele der Antrieb der Landwirtschaft treu zu bleiben, und wenn sich vieles im Umbruch befindet, lässt sich manches sinnvoll mitgestalten. (Text: BR)