„True Grit“-Trend: Western-Serien kommen wieder in Mode

    NBC gibt Pilotfilm zu „The Crossing“ in Auftrag

    Michael Brandes – 08.02.2011

    Schon seit einiger Zeit arbeiten die US-Sender an verschiedenen Western-Projekten. Nach dem enormen Kinoerfolg von „True Grit“, der von den Coen-Brüdern realisierten Neuauflage eines John-Wayne-Westerns, wird das Genre nun für Sender und Produzenten noch attraktiver. Das US-Network NBC gab jetzt die Produktion des Pilotfilms zu „The Crossing“ in Auftrag, einem Western-Serienprojekt, das schon seit einiger Zeit auf dem Markt ist. Im Jahr 2009 arbeitete der für hochwertige Serien bekannte Kabelsender FX an dem Projekt, das damals noch unter dem Arbeitstitel „Reconstruction“ bekannt war, aber letztlich nicht in Serie ging.

    Im Mittelpunkt von „The Crossing“, geschrieben vom „Chefarzt Dr. Westphall“-Co-Schöpfer Josh Brand, steht der ehemalige Bürgerkriegs-Soldat Jason, der nach dem Krieg durch das Land reist und schließlich in Missouri Town strandet. Dort wird er auf eher unfreiwillige Weise zu einem Heilsbringer für die Stadt. Die Idee zur Serie kam Brand und Produzent Peter Horton im Jahr 2009 vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und der Situation im durch den Krieg verwüsteten Irak: „Wir dachten, ein allegorischer Western wäre eine gute Form, um diese Themen zu vertiefen“, so Horton gegenüber „Deadline Hollywood“.

    Ein weiteres aktuelles Projekt ist „Longmire“, eine mit Mysteryelementen versehene Westernserie über einen Kleinstadt-Sheriff aus Wyoming. Für den Kabelsender A&E wird derzeit ein Pilotfilm produziert (fernsehserien.de berichtete). CBS, das größte US-Network, arbeitet unterdessen an einer Neuauflage seines 60er Jahre-Hits „Verrückter Wilder Westen“ (fernsehserien.de berichtete).

    Bereits in Produktion befindet sich „Hell On Wheels“. Die Serie wird für den US-Kabelsenders AMC produziert, Heimat von „Mad Men“, „Breaking Bad“ sowie der sehenswerten Western-Miniserie „Broken Trail“. Das Thema ist der von Präsident Lincoln initiierte transkontinentale Eisenbahnbau ab 1863, der zu einem spektakulären Wettstreit zwischen den Gesellschaften Central Pacific und Union Pacific geführt hatte. Die erste Staffel wurde im Dezember bestellt (fernsehserien.de berichtete). Sie wird in diesem Jahr ausgestrahlt. Als Darsteller engagiert wurden Anson Mount, Ben Esler, Colm Meaney, der Rapper Common, Dominique McElligott, Eddie Spears und Philip Burke.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Ganz ehrlich, ich war nie ein sonderlich großer Westernfan.
      Wenn es sich in den Filmen nicht wirklich um historische Ereignisse und Personen dreht, war für mich der Western immer nur ein Vehikel, um gute Geschichten zu erzählen, die teilweise etwas mehr Freiheiten ermöglichen als ein zeitgenössisches Setting. Da unterscheidet sich das Genre für mich noch nicht einmal von Science-Fiction.
      Ich würde mir jedenfalls niemals einen Film anschauen, nur weil es ein Western ist. Aber ich schaue mir gerne einen Western an, weil er eine interessante Geschichte erzählt oder die Actionszenen einen packen.
      Wie austauschbar das stellenweise sein kann, sieht man ja z.B. an Die 7 Samurai/Die glorreichen Sieben, wo ich beide Filme für sich mag.

      Ich muss aber schon zugeben, dass es seinen Reiz hat, den Wilden Westen auch optisch wieder aufleben zu lassen. Als Kind der 70er/80er Jahre bin ich vielleicht nur nicht so auf das Westernthema konditioniert, wie meine Vorgängergenerationen. Ich kenne das im Wesentlichen nur aus Wiederholungen alter Filme, ähnlich wie die Mantel und Degen Filme, die bis in die 80er auch immer wieder im Fernsehen liefen. Die Generationen nach mir bekommt jetzt vielleicht die Gelegenheit das Westerngenre modern interpretiert zu sehen, was vielleicht auch das Interesse an älteren Filmen weckt.
      Ich glaube allerdings kaum, dass man sich an Filmen aus der Vor-Italo-Western-Zeit orientieren wird. Es wird wohl eher noch schmutziger, in jeder Hinsicht, mit ähnlich ambivalenten Charakteren, die man nicht eindeutig in Gut und Böse unterteilen kann.
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        ich glaube das es vieleicht doch eher geschmackssache ist -als jahrgang 79' kenne ich die Klassiker auch "nur" durch das fernsehen und später dann video /dvd -und dennoch packt mich das genre....

        aber auch die generation die in den 80' mit fernsehen anfing ,wurde doch durch diese filme und serien geprägt : als ich Kind war ,lief Bonanza z.b. Sonntagabend auf meinem dritten ( swr ) und Rauchende Colts Freitags auf ZDF ?

        die Filme kamen zur Primtetime am Wochenende oder im spätprogramm -später auch mal im ferineprogramm am vormittag oder mittag.

        ende der 80' nahm das ZDF in der ferienzeit western auf den damals gewohnten serienplatz um 17:45 und unterbrach diesen auch in der mitte durch werbung....

        was für mich die faszination eines Western ausmacht , sind nicht nur die geradlinig erzählten geschichten oder die Hauptdarsteller ,sondern auch die tollen Breitwandaufnahmen und die gemälde gleichen farben -man spricht ja nicht umsonst oft von "farbenprächtigem film" -das sind viele Dinge die zusammen ein Filmerlebnis bieten ,wie man es heute kaum noch macht oder kann.....

        heute haben viele Action oder Western/Abenteuerfilme zuviel Action -eine zu große reizüberflutung ,das man an den aufwendig gemachten szenen keinen so großen spass empfindet wie an den alten filmen mit vieleicht weniger höhepunkten -die einen dafür um so mehr mitreissen....
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        Meine Fernseh- und Filmsozialisation war da ziemlich ähnlich. Bei den Generationen davor war aber das Westerngenre so stark vertreten, dass man sich dem Ganzen kaum entziehen konnte. Gutes Actionkino oder spannende Fernsehunterhaltung war eben viel stärker der Western. Im Nachhinein war vielleicht Star Wars der Wendepunkt, als sich viele Kinder eher Laserpistolen als Revolver wünschten. Der Western war zu dem Zeitpunkt aber auch schon bereits auf dem absteigenden Ast, mit zeitlicher Verzögerung bei uns.
        Trotzdem war der Western nie richtig weg. Man wird auch in diesem Jahr zu Karneval Kinder als Cowboys und Indianer herumrennen sehen. Allerdings ist es für Kinder heute schwieriger das mit Inhalten zu füllen, weil die Vorbilder im Fernsehen fehlen. Ehrlich gesagt frage ich mich oft, ob Kinder die alten Filme und Serien überhaupt interessieren würden. Gegenüber dem, was Kinder heute geboten bekommen, wirken die alten Western geradezu entschleunigt. Schon damals waren die Faustkampfszenen für mich als Kind langweilig, als ich die ersten Kung Fu Filme gesehen hatte.

        Heute, als Erwachsener, sehe ich Filme ganz anders und damit auch die Western. Mit John Wayne kann ich mich allerdings immer noch nicht anfreunden, weil ich den Mann als recht hölzern in seiner Art zu schauspielern empfinde und auch nicht mag, wofür er als Person steht.
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        Schauspieler und persönliche ansichten sollte man immer trennen -sonst kann man auch nix mehr von Cruise ,Travolta, oder auch der guten "Carrie" Leah Remini und vielen anderen sehen,-)

        Wayne war ein netter Kerl im direkten Kontakt -das sagen sogar die Menschen die politisch am entferntesten von ihm waren ... er hatte seine Ansichten -zu denen er aber auch stand. und er hatte auch den mut in die "höhle des Löwen" zu gehen : im kreise junger Studenten , oder älterer Highschool Schülern -vertrat er seine Ansichten so ,das man ihm hinterher sogar respekt zollte -nicht wegen seiner meinungen ,sondern seiner art wegen...

        wir leben ja seitdem in einer gesellschaft in der linkes Gedankengut -gefördert von zahllosen intelektuellen- immer noch "chic" ist -bis fast zur grenze der radikalität ! dagen konservatives gedankengut sofort als stupide, altmodisch und reaktionär abgetan wird -für mich ist diese gesellschaftliche verhaltensweise die höchste form poltischer arroganz !

        aber nun bin ich sehr weit von thema weg -nur stosse ich andauernd auf diese geisteshaltungen, das mir die ausführungen wichtig waren -in bezug auf Wayne.

        ich teile im übrigen ( obwohl konservativ ) auch nicht alles was Wayne vertreten hat, aber ich respektiere vieles ....

        und wenn ich mir einen tollen guten Abenteuerfilm bester alter Schule wie "Last Samurai" anschaue ,blende ich auch aus für was Tom Cruise so alles im wirklichen leben steht,-))


        zum thema noch : noch heute bin ich" schrecklich altmodisch" - sehe immer noch einen gut choreographierten Faustkampf wie man ihn früher inszenierte -10000 mal lieber als die leider in mode gekommenen filmkämpfe wo man nur noch in zeitlupe erkennen kann wer wem gerade eins auf die nase gibt -mir macht das keinen spass...

        wie bei einem guten Boxkampf im Ring ,möchte ich auch im film verfolgen können wer jetzt welche aktion ausgeführt hat- selbst meine geliebten James Bond filme haben sich diesem unseglichen schnittempo mittlerweile angepasst -wobei die hoffnung besteht ,das man es vieleicht wieder anders machen kann.....
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        Man wird es wieder anders machen, und zwar spätestens dann, wenn die Produzenten und Regisseure in der Rohschnittfassung den Bewegungen nimmer folgen können...;-)

        Da aber heutzutage alles sehr rasant und voller Effekte sein muss, weil die Zuschauer alles andere als "langweilig" empfinden, wird's noch ein weilchen dauern, bis wir zu "old school" zurückkehren.

        Was Schauspieler auf der leinwand und im realen Leben betrifft, so hat das für mich als Jugendlicher nie eine Rolle gespielt. Wozu auch? Ich hatte meine Helden, und mir war es egal, ob die im wahren leben soffen, eine Ehe nach der anderen in den Sand setzten, politisch "unkorrekt" orientiert waren oder was weiß ich. Und so halte ich es heute noch. Wenn mir einer sympathisch ist, dann gucke ich die Filme, und da ist es mir egal, ob der jetzt Scientologe oder Republikaner oder Kommunist oder was weiß ich ist. Sonst dürft ich gar keine Filme und Serien mehr sehen, denn irgendwas auszusetzen kann man immer finden.

        Wenn ich nur dran denke, dass auch großartige Schauspieler wie Lloyd Bridges damals in den 50ern in die Mühlen dieser McCarthy-Kommunistenhatz geraten sind... irgendwas haftet da immer nach, und wenn ich danach gehen wollte, müsste ich beispielsweise "Abenteuer unter Wasser" heute hassen, weil Mister bridges vielleicht doch die falsche politische Gesinnung hatte. Aber der Mann hat Ausstrahlung, kann spielen, und die Geschichten sind spannend, und mir ist es einfach Wurscht, ob der jetzt kommunistisch angehaucht war oder nicht...

        Genauso ist es übrigens mit deutschen Filmklassikern. Heinz Rühmann, Zarah Leander, Marika Röck, Ilse Werner und viele andere... soll man die jetzt hassen, weil sie in der dunkelsten zeit unserer jüngeren geschichte "Stars" waren und sicherlich ihr Fähnchen nach dem falschen Wind hingen? Fakt ist, dass sie GUT waren, dass sie gute Filme machten und dass diese heute noch Freude machen. Und die freude an den Filmen lass ich mir nicht nehmen, ganz gleich, welche Einstellung die darsteller haben mochten.

        Bob Fuller, Peter brown und Jon Provost und Bobby Diamond hab ich kennen gelernt, wie ihr wisst, und obwohl gerade Bobby ziemlich als "arrogantes A..." rüberkam, werde ich trotzdem weiterhin Freude an Lassie haben. Warum auch nicht? Wie die Leute im Privatleben sind, ist ihre Sache. Als Film- und TV-Nostalgiker interessiert mich das, was sie auf der leinwand und dem Bildschirm leisteten, mehr.

        Der Lonewolf Pete
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      Zur Zeit werden manche Comics zu Filme umgewandelt - meistens sind es die Superhelden- Comics.
      Auch bei den den Western-Comics gibt es Klassiker -hasse inzwischen das Wort Kult.
      Da gibt es "Blueberry (der Film hat gar nichts mit dem Comic zu tut und wurde leider versaubeutelt),
      "Comanche" wäre eine Verfilmung wert, da passt alles. Ooder "Durango" im Italostil.
      Ich gebe die Hoffnung nicht auf, das 1-2 Western die Reise über den Teich schaffen, sprich die deutsche Fassung finden - eine gute,
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        faxe61 schrieb:
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        > Auch bei den den Western-Comics gibt es Klassiker
        > -hasse inzwischen das Wort Kult.
        > Da gibt es "Blueberry (der Film hat gar nichts mit
        > dem Comic zu tut und wurde leider versaubeutelt),
        > "Comanche" wäre eine Verfilmung wert, da passt
        > alles. Ooder "Durango" im Italostil.

        Ja, der Blueberry-Film war ein wenig seltsam. Mehr wie ein Blueberry, wie ihn Giraud als Moebius geschrieben hätte. Eine werktreue Umsetzung wäre schöner gewesen.

        "Buddy Longway" wäre auch ein toller Stoff für eine TV-Serie.

        Und wenn man schon phantastische Elemente in einen Western stecken will, dann würde sich doch auch "Jeremiah" sehr gut eignen. Na und wenn man schon mal dabei ist, könnte man ja auch noch bei Joss Whedon nachfragen, ob er noch Interesse hätte, die Arbeit an "Firefly" wieder aufzunehmen. ;)
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        Logan5 schrieb:
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        > Na und wenn man schon
        > mal dabei ist, könnte man ja auch noch bei Joss
        > Whedon nachfragen, ob er noch Interesse hätte,
        > die Arbeit an "Firefly" wieder aufzunehmen. ;)

        Firefly hat mir auch gut gefallen, aber die eingestreuten Westernelemente machten die Serie für mich noch längst nicht zum Western. Für mich überwiegen mehr die Sci-Fi-Elemente. Aber es war auf jeden Fall ein recht frische Herangehensweise, wenn man sich auf die Grundprämisse einlässt.
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        Das waren doch aber allesamt franko-belgische Westernreihen, und keine amerikanischen. Da würde sich dann doch eher der Italo-Western anbieten, aber genausogut könnte man Django wieder aus der Retorte holen wollen - ich glaube nicht, dass es funktionieren würde, schon allein aus Jugendschutz-Gründen. Mit "Jonah Hex" wurde übrigens eine amerikanische Mystery-Western-Comicreihe recht ordentlich umgesetzt, und das ist auch der einzige Stoff, den ich kenne, wo Mystery und Western funktioniert. Davon könnte es wohl mehr geben.

        Ansonsten wär ich schon mit geradlinigen, spannenden Westernabenteuern zufrieden, ohne die CGI-Effekte und irgendwelche Mystery-Elemente...

        Vielleicht kauft das deutsche fernsehen im Zuge des Erfolgs von true grit ja ein paar neuere Western von Hallmark an, die würden schon richtig reinhauen. Glaub ich aber nicht, denn für sowas will man ja kein Geld ausgeben...

        Der Lonewolf Pete
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        Auch in Deutschland sind in den letzten 12 Monaten viele Westernserien auf DVD herausgebracht worden. Lange dauerte es, bis es Nachfolger von "Bonanza" gab.

        Mit "Die Leute von der Shiloh-Ranch", "High Chaparral", "Big Valley", "Der Lone Ranger" oder "Eisenbahndetektiv Matt Clark" sind innerhalb kürzester Zeit schon viele gefolgt.

        Und Serien wie "Pistolen und Petticoats" oder "Der Mann ohne Namen" lauern bereits in Wartestellung. Ob der Trend anhält wird sich zeigen.

        Die Fernsehbranche hat den Western wieder für sich und neu entdeckt. In Amerika gibt es schon ein Remake von "Big Valley". Das Feuer der Begeisterung ist wieder entfacht worden und wir haben eine neue Westernwelle - im Fernsehen und auf DVD.
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      Wünschenswert wäre es, wenn bei neuen Serien / Filmen die tatsächlichen Gegebenheiten der Besiedlung des amerikanischen Westens berücksichtigt würden, und nicht die zum Teil glorifizierenden und unrealistischen Werke der 30er - 60er Jahre neu abgedreht würden.
      Mehr Realität und weniger Soapopera wäre schön.
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        Ohne Mythos braucht man keinen Western ;-)

        Seifenoper war nicht das Problem des klassischen Westerns.

        Ich fände es nett, wenn zdf_neo mal "Deadwood" zeigen würde (nach Six Feet Under).
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        bronsky schrieb:
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        > Ohne Mythos braucht man keinen Western ;-)
        >

        Das ist Ansichtssache. Für mich wäre mehr Realität ein Anreiz neue Western anzuschauen.
        Mehr "Little Big Man" und "Heaven’s Gate" als wie "Die Gewaltigen" oder "Man nennt mich Hondo".

        Noch eine nachträgliche Ergänzung:
        Was ich in neuen Western gar nicht brauche sind Aliens, Werwölfe oder Zeitreisende. :-)
      • am via tvforen.demelden

        bronsky schrieb:
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        > Ich fände es nett, wenn zdf_neo mal "Deadwood"
        > zeigen würde (nach Six Feet Under).

        Deadwood kam mir eigentlich auch in den Sinn.
        Ich habe die Serie nie komplett gesehen. Mit der ziemlich roh anmutenden Gewalt, Sexszenen, der Sprache und der ganzen Erzählweise wirkt die Serie schon wie ein Produkt jetziger Zeiten, was nicht schlechter sein muss, aber natürlich anders als die Westernserien vergangener Jahrzehnte. Die Figuren in der Serie sind nämlich alles andere als eindimensional, was den Reiz der Serie ausmacht.
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        Der Western lebte schon immer von den Klischees, von den Großranchern und Eisenbahngesellschaften, die kleine Siedler terrorisierten, von den Revolverhelden, die immer wieder zum Duell gefordert wurden, und von den Prügeleien im Saloon oder in der Pferdekoppel. Ein Western, der nur auf Realität getrimmt ist, mag als Unterrichtsstoff funktionieren, weiß aber nicht zu "unterhalten". Und letztlich geht es nicht darum, den Zuschauer mit irgendwelchen historischen Genauigkeiten oder Historienepen a la Little Big Man oder Heaven's Gate zu malträtieren, sondern ihn mit geradlinigen Stories aus dem Wilden Westen, mit den Helden und den Bösewichtern, mit rauchenden Colts und harten Fäusten, zu "unterhalten". Die Westernliebhaber auf der ganzen Welt lesen ja auch nicht den Westernroman, um ihre Kenntnisse in amerikanischer Geschichte aufzufrischen, sondern vordergründig, um sich prächtig zu unterhalten. Dass Autoren wie Louis L'Amour und Bill Johnstone immer wieder historische Details einfließen ließen und dabei trotzdem nicht auf die vom Leser so geliebten Klischees und den Westernmythos verzichten mochten, spricht für ihre Klasse als Autoren - und schließlich verdanken wir Mr. L'Amour, dass es den Filmklassiker "Hondo" überhaupt gibt.

        Nein, der Western ist und bleibt ein Genre, das ebenso vom Mythos und von den Klischees lebt wie der Eastern, der deutsche Heimatfilm und der Gangsterfilm aus Hollywood. Und um mich von einer Geschichte im Wilden Westen oder im alten China unterhalten zu lassen, brauche ich keine Lektion in amerikanischer oder chinesischer Historie. Ach so, wenn's denn sein muss, kann man das durchaus im Abspann oder den Extras einer DVD bringen, wie es Kevin Kostner in "Open Range" gemacht hat... das genügt...

        Der Lonewolf Pete
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        Pete Morgan schrieb:
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        > Und letztlich geht es nicht
        > darum, den Zuschauer mit irgendwelchen
        > historischen Genauigkeiten oder Historienepen a la
        > Little Big Man oder Heaven's Gate zu
        > malträtieren, sondern ihn mit geradlinigen
        > Stories aus dem Wilden Westen, mit den Helden und
        > den Bösewichtern, mit rauchenden Colts und harten
        > Fäusten, zu "unterhalten".

        Ob man sich durch historische Genauigkeit "malträtiert" fühlt, liegt bei jedem selber.
        Ich bevorzuge sowas, aber mein Geschmack ist ja nicht das Maß aller Dinge.
        Und daß ich noch nie ein Fan des klassischen Western war, spielt sicher auch eine große Rolle.
      • am via tvforen.demelden

        Pete Morgan schrieb:
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        > Der Western lebte schon immer von den Klischees,
        > von den Großranchern und Eisenbahngesellschaften,
        > die kleine Siedler terrorisierten, von den
        > Revolverhelden, die immer wieder zum Duell
        > gefordert wurden, und von den Prügeleien im
        > Saloon oder in der Pferdekoppel. Ein Western, der
        > nur auf Realität getrimmt ist, mag als
        > Unterrichtsstoff funktionieren, weiß aber nicht
        > zu "unterhalten". Und letztlich geht es nicht
        > darum, den Zuschauer mit irgendwelchen
        > historischen Genauigkeiten oder Historienepen a la
        > Little Big Man oder Heaven's Gate zu
        > malträtieren, sondern ihn mit geradlinigen
        > Stories aus dem Wilden Westen, mit den Helden und
        > den Bösewichtern, mit rauchenden Colts und harten
        > Fäusten, zu "unterhalten". Die Westernliebhaber
        > auf der ganzen Welt lesen ja auch nicht den
        > Westernroman, um ihre Kenntnisse in amerikanischer
        > Geschichte aufzufrischen, sondern vordergründig,
        > um sich prächtig zu unterhalten. Dass Autoren wie
        > Louis L'Amour und Bill Johnstone immer wieder
        > historische Details einfließen ließen und dabei
        > trotzdem nicht auf die vom Leser so geliebten
        > Klischees und den Westernmythos verzichten
        > mochten, spricht für ihre Klasse als Autoren -
        > und schließlich verdanken wir Mr. L'Amour, dass
        > es den Filmklassiker "Hondo" überhaupt gibt.
        >
        > Nein, der Western ist und bleibt ein Genre, das
        > ebenso vom Mythos und von den Klischees lebt wie
        > der Eastern, der deutsche Heimatfilm und der
        > Gangsterfilm aus Hollywood. Und um mich von einer
        > Geschichte im Wilden Westen oder im alten China
        > unterhalten zu lassen, brauche ich keine Lektion
        > in amerikanischer oder chinesischer Historie. Ach
        > so, wenn's denn sein muss, kann man das durchaus
        > im Abspann oder den Extras einer DVD bringen, wie
        > es Kevin Kostner in "Open Range" gemacht hat...
        > das genügt...
        >
        > Der Lonewolf Pete



        da kann ich jedes einzelne Wort unterstreichen ! ! !

        gerade der von den Krtikern immer wieder hochgelobte "Heaven's Gate" -er is ja nun nich um sonst gefloppt ,-)) -sicher er hat ute momente -aber er ist schlicht viel zu langatmig inszeniert und ihm fehlt in der mitte einfach die Action ! !

        was mir bei Open Range sehr gut gefallen hat -war die authentische inszenierung der Schießerei -den hier verbinden sich unterhaltung und historische genaugikeit in perfekte art und weise...

        wer mal bücher über reale schußwechsel im Westen gelesen hat ,der weiß wie gut diese in Open Range dargestellt ist...

        darüber hinaus bleiben aber meine Lieblingswestern die von John Wayne ode generel gesagt : die klassischen der 50' und 60' -ob realistisch oder nicht -macht immer wieder verdammt viel spass -das isrt das einzige was zählt !
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      das sind wirklich interessante nachrichten ! ! !



      Gruß Sir Hilary
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        Ja Western wär mal wieder interessant nach dieser Flut von Krimi Formaten.
      • am via tvforen.demelden

        Ja, aber man will auf Nummer Sicher gehen - ohne Mystery-Elemente und zweifelsohne die dazu gehörenden Special Effects gehts wohl doch nicht - statt geradlinige Westernserien zu produzieren, müssen es Comedy und Mystery-Elemente sein. Aber die Zielgruppe wird es nicht danken, denn auch True Grit ist kein Film für die Zielgruppe.

        Ich bin überzeugt, dass der fernsehwestern nur wieder belebt werden kann, wenn man geradlinige Westernserien ohne technischen Schnickschnack, Mystery und Comedy produziert und zwar gegen alle Widerstände. Irgendwann würde das Westerngenre sich bestimmt wieder etablieren und auszahlen, aber nur mit guten geradlinigen Stories.

        Der Lonewolf Pete
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        Oder man greif auf ne Bonanza-Neuauflage zurück...Spaaaaaaaaaß. :-)
      • am via tvforen.demelden

        Pete Morgan schrieb:
        >
        > Ich bin überzeugt, dass der fernsehwestern nur
        > wieder belebt werden kann, wenn man geradlinige
        > Westernserien ohne technischen Schnickschnack,
        > Mystery und Comedy produziert und zwar gegen alle
        > Widerstände. Irgendwann würde das Westerngenre
        > sich bestimmt wieder etablieren und auszahlen,
        > aber nur mit guten geradlinigen Stories.
        >
        > Der Lonewolf Pete


        seh ich genauso , schlieslich kann man auch heute noch gute Actionfilme inszenieren mit hand gemachter Action ohne übertriebene effekte wie etwa in "Salt" oder "Ronin" . letzterer ist zwar auch schon 12 jahre alt, wurde aber zu einer zeit gedreht als es gerade total in war Actionfilme mit computertricks extremst auf zu peppen....

        bei eienm Western -egal ob Serie oder Film -erwarte ich gut gemachte schusswechsel , schön choreographierte faustkämpfe ( nicht zu schnell geschnitten ) und das alles in staubiger Kulisse ,-)

        trotzdem werde ich mir "Cowboys & Aliens" ansehen - was aber wohl nur an den beiden Hauptdarstellern liegt...


        Gruß Sir Hilary

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