Im Alter von 86 Jahren ist der in Großbritannien geborene Schauspieler Sir Patrick Stewart am 28. Oktober in seinem Heim in Los Angeles verstorben. Rollen im „Star Trek“- und „X-Men“-Franchise haben ihn weltberühmt gemacht. Laut einer Mitteilung seines Pressesprechers verstarb Stewart nach kurzer Erkrankung an Alzheimer und Lewy Body Dementia, wie Deadline meldet.
Mit tiefer Trauer müssen wir den gestrigen Tod von Sir Patrick Stewart in seinem Heim in Los Angeles bestätigten. Er verstarb in der Fürsorge seiner geliebten Ehefrau Sunny nach einer kurzen, ergreifenden Zeit mit Alzheimer und Lewy Body Dementia. Er konnte bis zuletzt die warme Umarmung seiner Familie und Freunde erleben, war von Live-Musik, Gebeten, Tränen, Gelächter umgeben sowie von den tiefgreifenden Emotionen, die er durch sein langes Leben im Dienst für uns alle erweckt hat. Wir werden auf ewig die friedliche Natur und den Ausdruck auf seinem Gesicht als Erinnerung an seine unendliche Würde behalten.
Sir Patrick Stewart war ein herausragender Schauspieler auf der Bühne und vor der Kamera mit einer Karriere, die fast sechs Dekaden andauerte. Er erhielt drei Olivier-Awards sowie eine Tony-Awards-Nominierung. Dazu hat er 1995 einen Grammy gewonnen (für ein Audiobuch zu Charles Dickens’ „A Christmas Carol“) und war mehrfach für Emmy, Golden Globe sowie SAG Awards nominiert. 2001 war er von der britischen Königin Elizabeth II. für seine Verdienste um Drama zum Officer of the Order of the British Empire erhoben worden, 2010 folgte von ihr als weitere Ehrung der Ritterschlag. 2023 hatte Stewart seine Autobiografie unter dem Titel Making It So veröffentlicht, die es auf die Bestsellerliste der New York Times geschafft hat.
Stewart wurde 1940 in Mirfield, West Riding of Yorkshire, England in ärmlichen Verhältnissen geboren. Im Alter von 15 Jahren verließ er die Schule, um am örtlichen Theater zu arbeiten. Seine professionelle Bühnenkarriere begann mit einem Auftritt in Cyrano de Bergerac in Bristol. 1966 konnte er sich der Royal Shakespeare Company anschließen, 1967 hatte er seinen ersten Fernsehauftritt in „Coronation Street“. 1970 erfolgte sein Broadway-Debüt.
1987 übernahm Patrick Stewart schließlich die Rolle als Captain Jean-Luc Picard der Enterprise in „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ – nicht ohne Zögern, da er bedenken musste, was diese Rolle für seine weitere Karriere (auf der Bühne) bedeuten würde. Letztendlich war der Erfolg in der Rolle ein gemischtes Erlebnis. Stewart beschrieb, dass ihm einige Rollen entgangen seien, weil die Casting-Verantwortlichen sich ihn nur in dieser sehr markant gespielten Rolle vorstellen konnten. Andererseits brachte die Bekanntheit der Figur Stewart längerfristig zahlreiche weitere berufliche Optionen.
Stewart spielte Picard zunächst für sieben Staffeln, von 1987 bis 1994. Es folgten mehrere Kinofilme ab 1994, zuletzt ließ er den Charakter für die Streaming-Serie „Star Trek: Picard“ wieder aufleben.
Emmy-Nominierungen erhielt der Schauspieler für die Darstellung als Captain Ahab in „Moby Dick“ (1998), die Rolle als King Henry II. im Fernsehfilm „The Lion in Winter“ (2004), eine Gastrolle in Ricky Gervais’ „Extras“ (2006) und die Darstellung als Geist von König Claudius in einer Fernsehfilm-Version von „Hamlet“ (2010).
Ab 2000 und dem Film „X-Men“ hatte Sir Patrick Stewart in dem Franchise die Rolle als Mentor Charley Xavier aka Professor X gespielt. Einen achten Filmauftritt bekommen die Fans mit „Avengers: Doomsday“ zu sehen, der am 16. Dezember in die deutschen Kinos kommen wird – es ist Stewarts finale Filmrolle.
Weitere Fernsehrollen von Patrick Stewart umfassen die Sprechrolle als Stans Boss Avery Bullock in der animierten Comedy „American Dad!“ und die Rolle als exzentrischer Nachrichtensprecher Walter Blunt in der von Starz produzierten Serie „Blunt Talk“ sowie zwischen 1981 und 1983 als Psychiater in der britischen Serie „Maybury“.
Zahlreiche Kollegen haben den Verstorbenen in den Stunden nach Bekanntwerden seines Todes gewürdigt. Stellvertretend sollen hier Worte von seinem „X-Men“-Kollegen und langjährigen Freund Ian McKellen stehen – die beiden hatten sich als junge Männer in der Royal Shakespeare Company kennengelernt. Er hob Patrick Stewarts Stolz auf seine Herkunft aus Yorkshire hervor: Männer aus Yorkshire haben es nicht so mit Halbwahrheiten und der Vermeidung der großen Themen. Er hat sein Herz stets auf der Zunge getragen, was ihn zu einem Mann gemacht hat, auf den man sich verlassen konnte, den man bewundern konnte und in meinem Fall, von ganzem Herzen lieben. Weiter schätzt McKellen ein, dass obwohl Stewart in den USA eine neue Heimat und seine (dritte) Ehefrau Sunny Ozell gefunden hatte, sein größter Stolz gewesen sei, 2004 zum Kanzler der bei seiner Geburtsstadt liegenden Huddersfield University in Yorkshire ernannt worden zu sein; das Amt hatte er bis 2015 inne, auch danach besuchte er die Universität häufiger.
Ich bin gerade sehr überrascht dass das hier nach über zwölf Stunden das einzige Post zu seinem Tod im Forum ist. Mich hat es auch sehr getroffen, ähnlich als Leonard Nimoy gestorben ist. Das ist einfach wirklich ein Schnitt aus meiner Kindheit.
Interessanterweise habe ich mir erst vor einer Woche ein Interview angeschaut von William Shattner, der mit 95 erstens immer noch top aussieht, und auch geistig noch voll da ist. So hat der erste den zweiten Captain überlebt.