Der RTL-Dschungel wird ab Freitag zwar nicht tiefgründiger, aber wenigstens ein bisschen breiter. Nachdem bereits der Tochtersender VOX die Ausstrahlung aller US-Serien im 16:9-Format angekündigt hatte (fernsehserien.de berichtete), zieht man auch bei RTL nach und will fortan alle Unterhaltungssendungen im Breitbildformat präsentieren.
Bereits seit über einem Jahr werden die neusten Episoden von US-Serienerfolgen wie „C.S.I.“ oder „Dr. House“ in Widescreen gezeigt. Begonnen hatte die Umstellung für RTL bei der Übertragung von Spielen der Fußball-WM 2006.
Schon bald sollen auch von RTL selbst produzierte Serien wie „Post Mortem“, Dokusoap-Formate und Hollywood-Filme in 16:9 gezeigt werden. Auch eine Umstellung bei „RTL Aktuell“ und Magazin-Formaten ist geplant, wobei die Zuschauer hier womöglich die Fertigstellung des neuen RTL-Sendezentrums in Köln-Deutz abwarten müssen.
Unmittelbar bevor steht dagegen die Breitbild-Ausstrahlung der neuen Günther Jauch-Show „Die Weisheit der Vielen“. Am 20. Januar will Jauch darin mit einem großen Experiment die Treffsicherheit des Publikumsjokers a la „Wer wird Millionär“ unter die Lupe nehmen.
Inhaltlich wird sich nichts ändern, klar. Aber die Optik stimmt. Ist ja auch was. Obwohl es gar nicht mehr auffällt wenn in 16:9 gesendet wird. Bei den vielen 16:9 Formaten die es mittlerweile gibt.
Das ist doch bereits seit Juli 2007 für RTL vorerst vom Tisch, nachdem ein Kartellverfahren eingeleitet wurde und deswegen bereits im Dezember 2006 die Pro7/Sat1-Gruppe sich von der Verschlüsselung (entavio!) verabschiedet hatte.
Die Verschlüsselungsplattform startete aber zum 01. September 2007.
Außerdem wäre eine verschlüsselte und unverschlüsselte Parallelausstrahlung für mindestens ein Jahr vorgesehen gewesen. Die Pay-TV-Aktivitäten hat RTL momentan auf die Spartensender RTL Crime, RTL Passion und RTL Living begrenzt.
Das Problem war, dass das Kartellamt untersagte, dass die beiden privaten Sendergruppen in Absprache und mit Gebühr verschlüsseln. Nur zu diesem Zweck sollte die Plattform gegründet werden.
Kostenlos hätten die Sender verschlüsseln dürfen, aber das hätte RTL nicht gemacht, weil die Einnahmen ein Teil des Modells sind. P7S1 hatte sich dann davon verabschiedet und nun ist RTL natürlich nicht so leichtsinnig und verschlüsselt allein.
Inzwischen gibt es eine Nachfolgeplattform, die eher schlecht als recht ihren Dienst leistet.
Die privaten Verschlüsselungsfanatiker hatten übrigens teils durchschaubare Gründe für eine Verschlüsselung genannt.