Rip Torn („Men in Black“) im Alter von 88 Jahren verstorben

    Emmy-Preisträger für „Die Larry Sanders Show“

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 10.07.2019, 11:07 Uhr

    Schauspieler Rip Torn in „Men in Black“ – Bild: Sony Pictures
    Schauspieler Rip Torn in „Men in Black“

    Emmy-Gewinner Rip Torn ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Die Karriere des Künstlers umfasste sieben Dekaden vor der Kamera und auf der Bühne. Zu seinen hervorragenden Rollen zählt die als Chef der „Men in Black“, Zed, in den ersten beiden Filmen, die Emmy-prämierte Rolle als Produzent Artie in „Die Larry Sanders Show“ sowie die Oscar-prämierte Rolle als Marsh Turner im Film „Cross Creek – Ich kämpfe um meine Freiheit!“ (1983). Wie Deadline meldet, verstarb der Schauspieler im Kreis seiner Familie.

    Torn wurde 1931 als Elmore Rual „Rip“ Torn Jr. geboren. Auf der Universität schloss sich Torn einer Nachwuchsorganisation des Militärs an und wurde nach dem Abschluss Anfang der 1950er als Militärpolizist übernommen. Nach knapp zwei Jahren widmete er sich der Schauspielerei und begann eine Fortbildung unter anderem am Actors Studio, wofür er nach New York zog. Dort ebnete er auch den Weg für die Aufnahme seiner jüngeren Cousine mütterlicherseits, Sissy Spacek.

    Über die kommenden beiden Dekaden arbeitete sich Torn als Charakterdarsteller im Filmgeschäft nach oben und kam zu Rollen neben zahlreichen namhaften Persönlichkeiten, von Steve McQueen (in „Cincinnati Kid“) bis David Bowie („Der Mann, der vom Himmel fiel“). Diese Phase krönte er mit der Nominierung für einen Academy Award 1983.

    Daneben stand Torn auch auf der Theater-Bühne, wo er sein Repertoire auf die Regie ausweitete.

    Seinen Durchbruch als Darsteller, den auch die Masse der Zuschauer wiedererkannte, hatte Torn mit der HBO-Serie „Die Larry Sanders Show“, in der Comedian Garry Shandling zwischen 1992 und 1998 als Moderator einer Late-Night-Talkshow hinter die Kulissen solch eines Formats blickte. Während die Serie in Deutschland recht unbekannt ist, ist sie in den USA ein Klassiker und bereitete – zusammen mit dem Gefängnisdrama „Oz – Hölle hinter Gittern“ (1997 bis 2003) – als frühe Eigenproduktion bei HBO das goldene Serienzeitalter vor und ebnete den Weg für „Die Sopranos“ (1999 bis 2007).

    Torn spielte in „Die Larry Sanders Show“ den Produzenten Arthur aka Artie, den Produzenten der Show. Dafür wurde er in allen sechs Staffeln für einen Emmy nominiert, einen davon konnte Torn dan auch mit nach Hause nehmen. Parallel erhielt Torn 1996 noch für einen Gastauftritt in „Chicago Hope“ eine Emmy-Nominierung.

    Die „Larry Sanders“-Rolle ebnete in der Karriere des Charakterdarstellers den Weg zu mehr Comedyrollen. Darunter eben die als Chef der „Men in Black“ und auch als Sprecher bei Animationsprojekten. Bei NBC besuchte Torn „Will & Grace“ und war in „30 Rock“ in knapp einem halben Dutzend Auftritten als Don Geiss zu sehen, der Vorgesetzte von Jack Donaghy (Alec Baldwin), der für NBCs (damalige) Mutterfirma General Electric verantwortlich war. Für diese Rolle kam Torn zu einer letzten Emmy-Nominierung.

    Die letzten Jahre von Torns Lebens waren allerdings von schwindender Gesundheit und Negativschlagzeilen überschattet. 2010 war Torn mit einer geladenen Waffe in eine Bank in der Nähe seines Wohnorts eingedrungen – der Vorfall wurde mit Verwirrung von Torn erklärt, der im stark alkoholisierten Zustand die Bank mit seinem Zuhause verwechselt habe. Die fällige Strafe (da Torn auch keinen Waffenschein besaß) wurde zur langjährigen Bewährung ausgesetzt, so dass sich der Schauspieler um seine Suchtprobleme kümmern könne und müsse.

    Insgesamt war Rip Torn drei Mal verheiratet und hat sechs Kinder – Tochter Angelica Page folgte ihrem Vater in den Schauspielberuf.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • Thinkerbelle am 10.07.2019 14:26 via tvforen.demelden

      Die Larry Sanders Show hab ich immer gerne gesehen! Gary Shandling weilt ja leider auch nicht mehr unter uns.

      Rip Torn ist mir vor allem immer wieder wegen seines ungewöhnlichen Namens aufgefallen.
      To rip = reißen
      torn = zerrissen
      Ein sehr "reißerischer" Name sozusagen. ;-) Der Name ist mir auch sehr oft aufgefallen, nicht nur bei der Larry Sandersw Show und Men in Black.

      Möge er in Frieden ruhen!

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