Quoten: „#FreeESC“ gewinnt Duell der ESC-Ersatzshows bei den Jüngeren

    „Europe Shine a Light“ tut sich schwer, „Herr und Frau Bulle“ holt Gesamtsieg

    Dennis Braun – 17.05.2020, 09:50 Uhr

    Conchita Wurst (l.) und Steven Gätjen moderierten den „Free European Song Contest“ auf ProSieben

    Mit Spannung erwartet wurde das Duell der beiden ESC-Ersatzshows am Samstagabend zwischen dem Ersten und ProSieben. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen hatte der Münchner Sender mit der ersten Ausgabe des „Free European Song Contest“, der auch im kommenden Jahr zu sehen sein wird, die Nase vorn: 1,54 Millionen werberelevante Zuschauer sahen den knapp vierstündigen Musikwettbewerb und sorgten für hervorragende 19,2 Prozent. Auch insgesamt lief für die Showidee von Stefan Raab mit 2,57 Millionen (9,6 Prozent) sehr zufriedenstellend.

    Der ARD gelang es zwar, mit dem deutschen Finale des „Eurovision Song Contest“, in dem der „Sieger der Herzen“ gekürt wurde, beim jungen Publikum zu punkten, die Gesamtreichweite war allerdings nicht ansatzweise mit dem regulären ESC zu vergleichen. 3,18 Millionen Menschen hatten um 20:15 Uhr eingeschaltet, das entsprach durchwachsenen 10,2 Prozent. Bei den Zusehern zwischen 14 und 49 Jahren lief es ungleich besser, hier standen mit 1,29 Millionen sehr gute 15,3 Prozent zu Buche. Die Verkündung der Punkte nach der „Tagesschau“ und dem „Wort zum Sonntag“ hielt sich auf ähnlichem Niveau, ehe die offizielle EBU-Ersatzshow „Europe Shine a Light“ nur noch maue Werte verzeichnete: Insgesamt 1,64 Millionen blieben um 22:15 Uhr dran, das reichte für lediglich 7,6 Prozent beim Gesamtpublikum, in der Zielgruppe kamen aber noch überdurchschnittliche 9,0 Prozent zustande.

    Das ZDF bot als Gegenprogramm mal wieder einen Krimi auf, bei der Folge „Abfall“ aus der Reihe „Herr und Frau Bulle“ handelte es sich sogar um eine Erstausstrahlung. Und statt Musik stand den meisten Zuschauern zur Primetime der Sinn tatsächlich mehr nach Mord und Totschlag, denn der 90-Minüter lag mit 5,48 Millionen Zuschauern und 17,5 Prozent deutlich vor der Konkurrenz. Bei den Jüngeren wurden zwar nur 6,0 Prozent erreicht, damit schlug man sich gegen das erfolgreiche Konkurrenzprogramm aber noch ganz ordentlich. Eine alte Folge von „Die Chefin“ war im Anschluss ebenfalls gefragt und hielt sich bei 4,74 Millionen Gesamtzuschauern und 16,1 Prozent.

    Die übrigen Sender versuchten fast allesamt, mit Spielfilmen Zuschauer anzuziehen. Am besten gelang dies noch RTL, wo „Avengers: Age of Ultron“ immerhin 950.000 Werberelevante ansprach und 10,9 Prozent generierte. Die letzte Folge der zweiten Staffel von „Temptation Island“ schmierte nachfolgend allerdings mit 5,9 Prozent komplett ab. Sat.1 setzte auf familientauglichere Kost und unterhielt mit „Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los“ zunächst 660.000 Jüngere, womit 7,7 Prozent erzielt wurden. „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“ steigerte sich anschließend angesichts 8,5 Prozent sogar auf einen Wert über dem Senderschnitt.

    Ganz besonders einfach machte es sich VOX: Nach der Ausstrahlung von „The Dark Knight Rises“ zur Primetime, die bei 560.000 14- bis 49-Jährigen und 6,4 Prozent hängenblieb, zeigte man die Comicverfilmung um 23:00 Uhr einfach noch einmal – und holte mit 9,0 Prozent sogar einen deutlich höheren Marktanteil. Nicht wirklich erfolgreich lief es für RTL Zwei, wo die Komödien „Guess Who – Meine Tochter kriegst du nicht!“ und „Verliebt in die Braut“ mit 3,7 und 4,6 Prozent vorliebnehmen mussten. Kabel Eins zeigte bis tief in die Nacht „Hawaii Five-0“, pendelte allerdings ebenfalls zwischen unbefriedigenden Marktanteilen von 3,1 bis 4,4 Prozent. Erst kurz vor Mitternacht standen gute 5,8 Prozent zu Buche.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1961) am melden

      Was sind das für seltsame Maßstäbe! Was bedeutet "Erfolg"? Im Vorfeld der Sendung gut genug die Werbetrommel gerührt zu haben, damit man die Sendung anschaltet?
      Es geht nicht in die Bewertung ein, ob eine Sendung den Zuschauern gefallen hat, oder ob sie inhaltlich oder technisch qualitativ gut war.
      Die Zuschauer kannten vorher keine der ESC Ersatzshows. Daher spielen andere Entscheidungskriterien eine Rolle. Beispielsweise würde ich mir die Show mit Raab schon wegen Raab eher nicht anschauen, außer es könnte z.B. aufgrund der anderen Teilnehmer so gut werden, dass ich sie trotz Raab anschauen würde.
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