Noch eine „Sisi“-Serie: Netflix plant weitere Neuverfilmung

    Dritte Adaption der Geschichte der österreichischen Kaiserin angekündigt

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 16.04.2020, 18:12 Uhr

    Die legendäre Romy Schneider als Elisabeth von Österreich-Ungarn in „Sissi“ (mit Karlheinz Böhm) – Bild: Kirch Media GmbH & Co KG AA
    Die legendäre Romy Schneider als Elisabeth von Österreich-Ungarn in „Sissi“ (mit Karlheinz Böhm)

    Aller guten Dinge sind drei? Schon seit längerer Zeit befinden sich zwei voneinander unabhängige Projekte in der Entwicklung, in der die Geschichte von „Sissi“ als Serie neu erzählt werden soll. Jetzt gesellt sich eine dritte Variante hinzu. Wie das Medienmagazin DWDL berichtet, plant auch der Streamingdienst Netflix eine eigene Verfilmung des bekannten Stoffs. Unter dem Arbeitstitel „The Empress“ sollen vorerst sechs Folgen produziert werden.

    Verantwortlich als Showrunnerin für diese geplante Neuverfilmung zeichnet Katharina Eyssen, die für Netflix bereits die Weihnachts-Miniserie „Zeit der Geheimnisse“ geschrieben hat. Sie will sich darauf konzentrieren, in die Tiefe der Figuren zu gehen, anstatt möglichst breit zu erzählen. „Sisi-Verfilmungen in den letzten Jahrzehnten hatten fast immer eine Art Komplettheits-Anspruch. Es sollte immer das ganze ‚schicksalhafte‘ Leben abgebildet werden“, so Eyssen gegenüber DWDL. In der ersten Staffel ihrer geplanten Adaption soll sich die Handlung hingegen zunächst auf die ersten Monate beschränken, als Sisi an den Wiener Hof kam.

    Zudem sollen Figuren und Konstellationen beleuchtet werden, die bislang zu kurz gekommen sind. So sei etwa Kaiser Franz Josef bisher noch nie als komplexer, brüchiger Herrscher erzählt worden, obwohl er die europäische Geschichte extrem geprägt hat. Auch dessen Bruder soll eine wichtige Rolle in der Sisi-Serie von Netflix spielen. Einerseits verspricht Eyssen historische Korrektheit, andererseits sollen die Figuren und ihre emotionalen Reisen frei vor dem Hintergrund historischer Vorlagen erzählt werden.

    Für „The Empress“ arbeitet Katharina Eyssen mit den Autoren Bernd Lange und Jana Nandzik zusammen, während Jochen Laube und Fabian Maubach von der Sommerhaus Filmproduktion als Produzenten an Bord sind. Aktuell werden die Drehbücher entwickelt, anschließend sollen passende Darsteller gecastet werden. Somit steht noch nicht fest, wer für Netflix in die Rolle der österreichischen Kaiserin schlüpfen wird. Angesichts der anhalten Corona-Krise ist auch nicht absehbar, wann die Dreharbeiten beginnen können.

    Somit ist das Rennen um die beste „Sisi“-Neuverfilmung eröffnet. Denn parallel entsteht von den Machern der Netflix-/​ORF-Serie „Freud“ – Story House Pictures und Satel Film – eine „Sisi“-Serie, an der auch der deutsche Streamingdienst TVNOW als Partner beteiligt ist (fernsehserien.de berichtete). Außerdem befindet sich eine US-amerikanische Neuverfilmung von Picture Perfect Entertainment in Arbeit, basierend auf den Romanen „The Accidental Empress“ und „Sisi: Empress on Her Own“ von Allison Pataki (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1978) am

      Historische Korrektheit aber "frei" erzählt. Leider haben Drehbuchautoren noch immer nicht verstanden, dass viele Biographien von sich aus spannend genug sind und nur gut umgesetzt werden müssen. Leider neigen viele Autoren lieber zur Verklärung, anstatt sich auch mal an die schlechten Seiten von beispielsweise Königin Viktoria oder eben Kaiserin Elisabeth zu trauen. Beide waren mäßig gebildete, egozentrische, selbstbezogene Persönlichkeiten und eher schlechte Mütter. Passt natürlich nicht zum Mythos.
      • am via tvforen.de

        Die sollen es besser sein lassen...

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