Mit David Tennant und Moritz Bleibtreu: Sat.1 startet neuen Krimi-Donnerstag

    Vier Crime-Serien auf einen Schlag angekündigt

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 28.11.2022, 11:48 Uhr

    David Tennant als Alexander „Litvinenko“ – Bild: ITVX
    David Tennant als Alexander „Litvinenko“

    Deutsche Privatsender sind in den vergangenen Jahren zurückhaltender geworden, was die Ausstrahlung von US-Serien angeht. ProSieben und Sat.1 haben mittlerweile nur noch einen Abend pro Woche für US-Lizenzserien reserviert – zum einen aufgrund der starken Konkurrenz durch Streamingdienste und zum anderen, weil der Seriennachschub der US-Network-Sender oftmals nicht mehr als kompatibel für ein deutsches Publikum betrachtet wird. Als Reaktion darauf versucht es Sat.1 im kommenden Jahr nun mit Serien aus Europa und setzt dabei natürlich auf der Deutschen liebstes Genre: Krimi. Im Januar 2023 startet der Bällchensender den neuen Krimiserien-Donnerstag und verkündet: „Mehr Thrill. Mehr Mord. Mehr Serie. Mehr Spannung. Mehr Europa.“

    Sat.1-Senderchef Daniel Rosemann: Unsere Zuschauer:innen lieben Krimis. Mit dem neuen Donnerstagabend wollen wir ihnen die Chance geben, erstklassige Event-Serien aus Europa und der ganzen Welt zu entdecken. Dienstags zeigt SAT.1 weiter US-Serien. In Zukunft gibt es somit zwei Krimi-Abende in SAT.1.

    Den Anfang macht ab dem 5. Januar die französischen Krimi-Serie „Biarritz – Mord am Meer“ (Originaltitel: „J’ai menti“). In der französischen Gemeinde Biarritz wird die Leiche der 17-jährigen Maialen (Ilona Bachelier) entdeckt. Die Polizei tippt auf ein Verbrechen aus Leidenschaft, doch Anwältin Audrey Vigne (Camille Lou) ist davon überzeugt, dass ein Serienmörder das Mädchen getötet hat. Sie ist fest entschlossen, den Killer zur Strecke zu bringen. Die Miniserie umfasst sechs Folgen und wurde im Sommer 2021 auf France 3 erstausgestrahlt.

    Ebenfalls aus Frankreich stammt die Serie „Tödliche Ahnung“ (OT: „Visions“). Der Ermittler Romain Sauvant (Soufiane Guerrab) steht darin vor einem Rätsel: Die elfjährige Lily verschwindet während einer ausgelassenen Geburtstagsfeier spurlos. Ihr achtjähriger Cousin Diego ist der Letzte, der das kleine Mädchen gesehen hat. Er berichtet von furchtbaren Visionen und malt verstörende Bilder. Liefern die Zeichnungen etwa Hinweise auf eine unentdeckte Mordserie? Auch „Tödliche Ahnung“ ist eine sechsteilige Miniserie, die im Mai 2022 auf dem Sender TF1 ihre Premiere feierte.

    Aus Großbritannien kommt der brandneue Vierteiler „Litvinenko“, der erst am 15. Dezember im Heimatland bei ITVX veröffentlicht wird. Die Serie stellt den Agenten Alexander „Sasha“ Litvinenko (1962–2006) in den Mittelpunkt, der erst für den sowjetischen KGB spionierte und dann von dessen russischen Geheimdienst-Nachfolger FSB zum britischen MI6 übergelaufen ist. Die Titelrolle verkörpert David Tennant („Doctor Who“). Nach einer Verabredung in einem Londoner Sushi-Restaurant bricht Litvinenko zusammen und hustet Blut. Er kommt mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus und ist sich daraufhin sicher: Er wurde am helllichten Tag mitten in London im Auftrag des Kremls vergiftet. In den letzten Tagen seines Lebens wird der Ex-KGB-Agent zum Kronzeugen seiner eigenen Ermordung.

    Die Serie erzählt die Geschichte aus der Sicht der ermittelnden Polizisten von Scotland Yard, die zehn Jahre lang an der Aufklärung des Mordanschlags arbeiteten, um die Täter zu überführen. Die geforderte Auslieferung der mutmaßlichen Täter aus Russland sorgte für einen internationalen Eklat und der Fall ging mit seinen komplexen und gefährlichen Ermittlungen in die Geschichte der Metropolitan Police ein. Entwickelt wurde „Litvinenko“ von George Kay, Schöpfer der erfolgreichen Netflix-Serie „Lupin“.

    Moritz Bleibtreu als Pierre Manzano in „Blackout“ Gordon A. Timpen/​Joyn/​Sat.1/​W&B

    Bei der vierten Serie handelt es sich schließlich um die deutsche Produktion „Blackout“, die mit einiger Verspätung nun endlich ins Free-TV kommt. Die Thriller-Serie wurde von Sat.1 zusammen mit dem Streamingdienst Joyn entwickelt, wo sie bereits seit über einem Jahr abrufbar ist. Mit Moritz Bleibtreu, Heiner Lauterbach und Jessica Schwarz ist die sechsteilige Miniserie prominent besetzt ist. Sie erzählt von einem globalen Stromausfall mit dramatischen Folgen und basiert auf einem Bestsellerroman von Marc Elsberg.

    Das Drama beginnt an einem kalten Novemberabend, als im europäischen Stromnetz eine fatale Kettenreaktion ausgelöst wird: Überall schalten sich Kraftwerke ab, Telefonnetze brechen zusammen, Züge bleiben stehen – ein ganzer Kontinent verschwindet plötzlich in der Dunkelheit. Während Regierung und Behörden mit den Auswirkungen des Blackouts kämpfen, leitet Frauke Michelsen (Marie Leuenberger) als neu berufene Leiterin den nationalen Krisenstab. Sie muss Entscheidungen über Ressourcen und Prioritäten und somit auch über Menschenleben treffen. Unterdessen gerät der ehemalige Hacker und Umweltaktivist Pierre Manzano (Moritz Bleibtreu) in den Fokus der Ermittlungen von Kriminalhauptkommissar Jürgen Hartlandt (Heiner Lauterbach). Manzano ist davon überzeugt, dass es sich bei dem Blackout um einen gezielten Anschlag handelt. Mit seinem vermeintlichen Insiderwissen macht sich der Experte, der eigentlich Europol und dem BKA helfen möchte, plötzlich selbst zum Verdächtigen. Auf der Suche nach der Ursache für den Blackout und dem potentiellen Täter beginnt für Manzano und ganz Europa ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Ist Amerika der einzige Fernsehproduzent für Serien auf der Welt? Als mündiger Zuschauer würde ich endlich mal eine Programm-Offensive der
      TV-Sender erwarten und zwar mit asiatischen Serien aus Südkorea
      (K-Dramen, aber nicht unbedingt historisches) oder chinesische
      Fantasyserien, thailändische Lakons, aber auch wieder mal neue
      tschechische Serien! Nur traut sich hier in D kein großer Sender das zu.
      Ich habe viele dieser Serien über youtube mit englischen Untertiteln
      gesehen und muss ehrlich sagen, dass diese Serien viel niveauvoller und
      ansprechender sind, als all diese gesamten Gewaltserien aus Amerika. Das
      Argument, dass diese Serien mit unserer Kultur kollidieren und den
      deutschen Zuschauer abschreckt, lasse ich nicht gelten. Millionen Likes
      der asiatischen Serien sprechen eine ganz andere Sprache.
      • am

        Sorry, aber das wird nix. Es liegt nicht daran ein paar neue Serien zu zeigen, sondern inhaltliches Desinteresse. Auch namenhaftes gibt es nicht her und daher werden viele Zuschauer erst gar nicht reinschalten.
        • am

          Zurück auf (fast) Anfang sozusagen. Und bei 6 teiligen Miniserien, die ich persönlich sehr angenehm zu sehen finde, besteht eine hohe Chance, dass auch alle Teile gesendet werden und nicht nach zwei Folgen wieder abgebrochen wird....:)
          • (geb. 1970) am

            Serien schau ich lieber im Normalprogramm, Streaming find ich öde und es nervt mich mehr als das es unterhält. Ich kann Serien auch im TV aufnehmen und dann mehrere Folgen schauen. Aufnehmen mit Streaming, Nö
            • am

              Serien im Free-TV funktionieren nicht mehr. Leute die gerne Serien schauen sind schon lange bei den Streamingdiensten. Das Free-TV holt nur noch mit Trash-Formaten gute Quoten. Ich bin wirklich gespannt wie lange es den Krimi-Donnerstag geben wird. Das Ersatz-Programm kenne ich auch schon "AUF STREIFE".
              • (geb. 1996) am

                Als Ersatzprogramm würde ich eher auf Harry Potter und die Dauersendeschleife setzen.
            • am

              Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht.
              • (geb. 1979) am

                Das liebe ich hier in den Foren, alles erstmal kaputt und schlecht reden, nur weil man die Führung eines Senders nicht leiden kann, ich glaub egal was die noch machen, Rosemann ist schuld und es ist einfach nur scheisse...

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