Meat Loaf: Sänger und Schauspieler im Alter von 74 Jahren verstorben

    Bekannt als „Bat Out of Hell“-Sänger und „Rocky Horror Picture Show“-Darsteller

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 21.01.2022, 09:34 Uhr

    Meat Loaf aka Marvin Lee Aday im Jahr 2011 – Bild: NBC/Virginia Sherwood
    Meat Loaf aka Marvin Lee Aday im Jahr 2011

    Der amerikanische Sänger und Schauspieler Meat Loaf ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Das gab die Familie des Künstlers nun offiziell bekannt. Demnach sei er im Beisein seiner Familienangehörigen in der Nacht zum Freitag entschlafen.

    Der 1947 als Marvin Lee Aday geborene Künstler war laut The Hollywood Reporter für seine kraftvolle Stimme bekannt, mit der er immer wieder Rockballaden wie sein bekanntestes Werk „I’d Do Anything for Love“ schuf, für seine Präsenz bei den aufwändig inszenierten Bühnenshows sowie dafür, in zahlreichen Filmen und Serien aufzutreten – teilweise als er selbst, teilweise als Figuren, die an sich und seine Karriere angelehnt waren.

    Meat Loaf wuchs unter schwierigen Verhältnissen in Texas auf, nachdem sein Vater infolge des Einsatzes im Zweiten Weltkrieg und einer dort erlittenen schwerwiegenden Verletzung ein Alkoholproblem entwickelte. Bereits auf der Schule nahm er an Schulaufführungen teil. Dort erhielt er von einem Footballcoach wegen seines Gewichts den Spitznamen Meat Loaf, den er später als Künstlername verwendete.

    Der frühe Tod der Mutter wurde zu einem weiteren Schicksalsschlag. Danach siedelte der Künstler von Texas nach Los Angeles über und setzte seine Musik-Karriere fort. Den ersten Durchbruch erreichte er aber mit seiner Arbeit in der dortigen Inszenierung des Musicals Hair. Die brachte ihm einen Plattenvertrag und die Möglichkeit, in einer Off-Broadway-Produktion von Hair in New York CIty mitzuwirken.

    Später wurde er Teil der Los-Angeles-Produktion von „The Rocky Horror Show“, was zu seiner Besetzung als Eddie in der Filmversion „Die Rocky Horror Picture Show“ von 1974 führte. Parallel dazu arbeitete er am Album „Bat Out of Hell“ und konnte das Musikvideo zu „Paradise by the Dashboard Light“ in der Kinoaufführung platzieren.

    Das Album wurde dann nach insgesamt knapp fünfjähriger Arbeit 1977 veröffentlicht, wurde ein Verkaufserfolg und brachte Meat Loaf auch als Musik-Gast bei „Saturday Night Live“ 1978 Erfolg.

    Allerdings hielt der außergewöhnliche Erfolg zunächst dauerhaft nicht an. Meat Loaf summierte später, dass er in der Szene immer für eine Art Clown gehalten und daher nicht ernst genommen wurde. Als bekannt wurde, dass Meat Loaf in den 1990ern an Bat Out Of Hell II arbeitete, wurde das Projekt in der Szene eher belächelt. Letztendlich brachte das 1993 veröffentlichte Album aber ein „Comback“, beziehungsweise eine Rückkehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit: Neben dem Verkaufserfolg wurde die Rockbalade „I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That)“ international ein Hit und Meat Loaf erntete einen Grammy Award für Best Rock Vocal Performance, Solo.

    Im Jahr 2016 veröffentlichte Meat Loaf schließlich sein zwölftes und letztes Studioalbum. Insgesamt erreichten seine weltweiten Verkäufe 80 Millionen Tonträger, wobei die Trilogie aus Bat Out of Hell, Bat Out of Hell II: Back into Hell und Bat Out of Hell III: The Monster Is Loose (veröffentlicht 2006) alleine für 65 Millionen verantwortlich ist und darunter das Auftakt-Album für 30 Millionen.

    Daneben verzeichnet seine Filmografie über 50 Titel, abgesehen von zahlreichen Theater- und Musicalrollen. Neben der „Rocky Horror Picture Show“ war er auch in „Wayne’s World“, „Spiceworld – Der Film“ und „Fight Club“ dabei, aber auch im ernsthafteren Film „The Mighty – Gemeinsam sind sie stark“, beehrte „Dr. House“, „Monk“ und „Glee“ und hatte zuletzt eine wiederkehrende Rolle in der SYFY-Serie „Ghost Wars“. Daneben nahm er 2011 an „The Apprentice“ teil.

    Aus einer ersten, nach über 30 Jahren 2001 geschiedenen Ehe mit Leslie G. Edmonds (bzw. Leslie Aday) hinterlässt Meat Loaf eine erwachsene Tochter und eine Stieftochter (die die Gattin in die Ehe mitgebracht hatte), seit 2010 war der Künstler mit Deborah Gillespie verheiratet.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      R.I.P. 😥
      • am via tvforen.de

        RIP Eddie.:((
        • am via tvforen.de

          Noch ein Idol meiner Jugend der nicht mehr ist. Ich mochte seine Musik sehr und war auch auf ein Konzert von ihm. Unendlich traurig.

          R.I.P.
          • am via tvforen.de

            Verstorben an Covid-19 und höchstwahrscheinlich ungeimpft.
            https://www.tmz.com/2022/01/21/meat-loaf-dead-dies-singer/

            R.I.P. Meat Loaf, du hast dein Leben in vollen Zügen gelebt.
            Sein Musik-Mastermind war Jim Steinman.
            • am via tvforen.de

              Donnie_XYZ schrieb:
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              > R.I.P. Meat Loaf, du hast dein Leben in vollen
              > Zügen gelebt.
              > Sein Musik-Mastermind war Jim Steinman.

              Er hatte die perfekte Stimme um die Steinman-Songs optimal zu interpretieren.
              Ich habe mich gewundert, das er überhaupt so alt geworden ist. Möge er in Frieden ruhen.
            • am via tvforen.de

              Donnie_XYZ schrieb:
              -------------------------------------------------------
              > Verstorben an Covid-19 und höchstwahrscheinlich
              > ungeimpft.
              > https://www.tmz.com/2022/01/21/meat-loaf-dead-dies
              > -singer/
              >
              > R.I.P. Meat Loaf, du hast dein Leben in vollen
              > Zügen gelebt.
              > Sein Musik-Mastermind war Jim Steinman.


              So gesund war er, wie man lesen konnte, eh nicht. Ja, Meat Loaf hatte ein erfülltes Leben. Er hatte die Stimme und das Genie dahinter war Jim Steinman. Der hat auch unter anderem Total eclipse of the heart von Bonnie Tyler (kennt auch jeder) oder It’s All Coming Back to Me Now (Celine Dion, auch mal von Meat Loaf gesungen) produziert. Lieder für die Ewigkeit.



              https://www.youtube.com/watch?v=9X_ViIPA-Gc
          • (geb. 1979) am

            Hab ihn vor einigen Wochen noch in Ghost Wars gesehen, da war er doch schon recht Alt und wenn man ihn nicht kannte hätte man ihn auch nicht erkannt.. Werde wohl mal wieder "Roadie" mit ihm schauen, toller Film mit Super Musikern
            Rip
            • am

              Rest in Peace

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