Legendärer Serienproduzent Glen A. Larson verstorben

    Schöpfer von „Battlestar Galactica“, „Magnum“, „Knight Rider“ wurde 77

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 15.11.2014, 21:31 Uhr

    Glen A. Larson – Bild: Universal
    Glen A. Larson

    Im Alter von 77 Jahren ist der enorm erfolgreiche Serienproduzent Glen A. Larson in einem Krankenhaus in Los Angeles verstorben. Das meldet The Hollywood Reporter unter Berufung auf seine Familie. Demnach erlag Larson einem Krebsleiden.

    Larson schuf Serien wie „Quincy“, „Magnum“, „Kampfstern Galactica“, „Knight Rider“ und „Ein Colt für alle Fälle“, sein Durchbruch als Serienproduzent brachte ihn ein verbissenes Festhalten am von ABC abgelehnten Konzept des „6-Millionen-Dollar-Mann“. Larson war allerdings auch nicht unumstritten. Häufiger wurde ihm vorgeworfen, dass seine Serienkonzepte zu große Ähnlichkeiten mit kurz zuvor erfolgreichen Filmen aufwiesen. So wurde etwa NBC von 20th Century Fox verklagt, weil „Battlestar Galactica“ dem Studio zu ähnlich zum damals bahnbrechenden Kinofilm „Star Wars“ erschien – Larson arbeitete mit dessen Special-Effekts-Verantwortlichen zusammen, was dieser aus heutiger Sicht eher weit hergeholten Unterstellung plausibler werden lässt. Fox verlor allerdings vor Gericht.

    Seine Karriere im Showbiz begann der am 3. Januar 1937 in Long Beach geborene Glen Albert Larson ab 1953 jedoch als Sänger: Er war Mitglied der eher biederen Gruppe „The Four Preps“, die immerhin drei Goldene Schallplatten in den USA vorweisen können.

    Nach einer ersten Autorenarbeit für „Auf der Flucht“ konnte Larson bald einen Overall Deal bei NBC landen, sein erster Serienerfolg war die Wild-West-Serie „Alias Smith & Jones“, das von 1971 bei 1973 lief. Allerdings verlor die Serie nach der ersten Staffel einen ihrer Hauptdarsteller durch Selbstmord.

    Nachdem sein ursprünglicher Versuch für „Der 6-Millionen-Dollar-Mann“ beim Sender durchfiel gelang es Larson mit Hartnäckigkeit und den Drehbüchern für mehrere Fernsehfilme die Verantwortlichen bei ABC doch von einer Seriebestellung um den bionisch aufgepeppten Astronauten Colonel Steve Austin (Lee Majors) zu überzeugen. Mehr als 100 Episoden und ein Spin-Off wurden produziert.

    Allein schon die Aufzählung weiterer Serienerfolge von Larson ist beeindruckend, viele andere Kreative schaffen es kaum zu so vielen Serienprojekten: Mit dem „Männerwirtschaft“-Star Jack Klugman startete 1976 die erfolgreiche Krimiserie „Quincy M.E.“ – 148 Folgen bis 1983.

    Das damals enorme Budget von 1 Millionen US-Dollar pro Episode stand ab 1980 „Battlestar Galactica“ zur Verfügung, das es auch wegen der Kosten zunächst nur auf eine Staffel brachte. ABC verwertete später den Serienauftakt zusätzlich als Kinofilm auf der Leinwand. Allerdings gewann die Serie erst nach ihrer eigentlichen Ausstrahlung ihre Kult-Gefolgschaft.

    Zusammen mit Donald Bellisario entwickelte Larson „Magnum P.I.“. Die Serie machte Tom Selleck zum Star und Sexsymbol, sie lief zwischen 1980 und 88 mit mehr als 160 Folgen.

    1981 startete „Ein Colt für alle Fälle“, in dem abermals Lee Majors die Hauptrolle hatte und in mehr als 100 Folgen Kautionsflüchtlinge jagte und Stunts hinlegte.

    1982 folgte der nächste Hauptdarsteller, der hinter dem Steuer eines Sportwagens die Frauenherzen höher schlagen ließ: David Hasselhoff in „Knight Rider“.

    1997 gab es mit „NightMan“ die letzte eigentliche Schöpfung von Larson, die es immerhin auf zwei volle Staffeln brachte.

    Dazu kamen im Verlauf seiner Karriere noch ein ganzes Dutzend eher kurzlebiger Serien wie „Buck Rogers“, „Automan“ und „One West Waikiki“ sowie die spätere Kultserie „Ein Fall für Professor Chase“ („Manimal“). Und noch einmal so viele Pilotepisoden ohne Serienbestellung. Dazu gesellen sich mehrere Fernsehfilme aus dem Umfeld seiner Serien.

    Ab 2000 schien vor allem noch das Erbe von Larsons Werk durch: Die Neuauflage „Knight Rider“ basierte letztendlich auf seiner Figur des Michael Knight, bei Syfys „Battlestar Galactica“ wurde gerichtlich darum gestritten, welchen Stellung Larson als Schöpfer des Originals gebührte – letztendlich wurde er lediglich als Consulting Producer geführt, im besten Fall hätte es ein Executive-Producer-Credit sein können.

    Glen A. Larsen hinterlässt ein ungeheur umfangreiches und erfolgreiches Gesamtwerk. Als eine seine herausragenden Qualitäten kann hervorgehoben werden, dass er es in seinen aktiven Jahren immer verstanden hat, die Zeichen der Zeit zu deuten und die Zuschauer mit Werken zu unterhalten, die den Zeitgeist trafen.

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